20. Türchen
Dec. 20th, 2012 08:08 amFandom: Merlin
Challenge: Zimtsterne und andere Sterne
Wörter: ~ 750
Warnungen: AU, gen, fluff
A/N: Wie war das mit „Write what you know“? - Also Merlin und Arthur als Doktoranden, die irgendwann mitten in der Nacht nach hause kriechen. Nein, ich weiß auch nicht warum.
Mit bestem Dank an
nachanca fürs Probelesen und Beruhigen, nachdem die beiden beschlossen haben, ihre eigene Geschichte zu schreiben ohne mich zu fragen.
Es war bereits dunkel und klirrend kalt, als Arthur das Institut endlich verließ, den Laptop unterm Arm und mit den Gedanken noch völlig bei dem Paper dieser Schweden und ihren viel zu brillianten Schlussfolgerungen, die das letzte halbe Jahr seiner Arbeit ad absurdum führten.
Aus diesen Gedanken schreckte er erst auf, als er beinahe einen schlaksigen Kerl überfuhr.
„Verdammte Scheiße!“ Arthurs Ohren hallten ein bisschen vom Quietschen der Reifen, aber der Kerl stand im Licht der Scheinwerfer und starrte wie ein verschrecktes Reh. Arthur verdrehte die Augen und stieß die Tür auf.
„Was zur Hölle sollte das werden, Emrys?“
„Keine Ahnung, du wolltest mich doch überfahren!“
„Was tauchst du auch einfach aus dem Nichts auf?!“
„Das hier ist ein Zebrastreifen, Pendragon.“
„Und du bist keine so strahlende Erscheinung, wie du glaubst!“ Arthur seufzte. Das war wirklich, was er an diesem Tag noch gebraucht hatte; einen Beinaheunfall und Merlin Emrys große Klappe.
„Was treibst du überhaupt hier mitten in der Nacht?“
Emrys stand weiterhin vor seiner Motorhaube, hielt eine überdimensionierte Kiste fest an seine Brust gedrückt und sah aus, als würde er gleich in seiner viel zu dünnen Jacke erfrieren. Chemiker.
„Ich arbeite. Ich weiß, so was kennt ihr WiWis nicht, das ist halt was, was richtige Wissenschaftler machen.“
„Eifersüchtig?“
„Nur ein bisschen.“
„Komm, steig ein, ich fahr dich nach hause.“ Arthur war sich selbst nicht sicher, wo dieser Anfall von Samaritertum herkam, aber allein Emrys verwirrter Gesichtsausdruck war es wert.
„Bist du krank, Pendragon?“
Das wäre immerhin eine Erklärungsmöglichkeit. Vielleicht bekam ihm der Weihnachtsstress auch nicht. „Entweder das, oder ich bin einfach nur nett.“
„Das klingt ein bisschen unrealistisch, meinst du nicht?“
„Beweg deinen Arsch.“
„Ja, das klingt mehr nach dir“, grinste Emrys, setzte sich aber tatsächlich in Bewegung. Arthur schloss seine Tür wieder und tippte ungeduldig mit den Fingern ans Lenkrad.
Es dauerte eine Weile, bis Emrys seine langen Beine und die Kiste ordentlich auf dem Beifahrersitz des Sportwagens drapiert hatte, aber als er fertig war, strahlte er Arthur an. „Ernsthaft, was ist in dich gefahren?“
„Weihnachtssentimentalität“, knurrte Arthur. „Und wenn du nicht die Klappe hältst, werfe ich dich wieder raus.“
Dankenswerterweise (und wahrscheinlich zum ersten Mal, seit sie sich im zweiten Semester in einer Statistik-Vorlesung kennengelernt hatten) hatte Emrys nicht das Bedürfnis zu widersprechen.
„Was ist das eigentlich für eine Kiste?“
„Das sind die Reste von der Institutsweihnachtsfeier.“ Emrys streckte ihm etwas entgegen, das mit viel Phantasie eine Blume hätte sein können. „Zimtstern?“ Oder halt ein Stern. Vielleicht.
„Hast du die selber gebacken?“
„Hm.“
„Dann lieber nicht...“
Emrys grinste und schob sich das angebotene Plätzchen selbst zwischen die Zähne. „Vergiss nicht, ich bin Chemiker, wenn ich irgendwas kann, dann Rezepte befolgen.“
„Das sagt meine Schwester auch immer, kurz bevor sie versucht, mich zu vergiften.“
Merlin lachte. „Stimmt, Morgana ist deine Schwester, ich vergess das immer.“
„Ich versuche auch ständig, das zu verdrängen.“
„Hat sie jetzt eigentlich die Postdoc-Stelle bekommen?“
Arthur nickte. Seine Schwester, eine echte, promovierte Physiochemikerin. Die Welt würde so was von untergehen.
„Cool, das ist wirklich cool.“
„Hm. Wo soll ich dich überhaupt absetzen?“
„Oh, am S-Bahnhof reicht völlig.“
„Red keinen Scheiß, wenn ich dich schon ertragen muss, bring ich dich auch bis zur Haustür.“
„Okay, dann da vorne rechts. Und guck mal, es schneit.“
Arthur betrachtete die ersten kleinen Flocken, die sich auf der Windschutzscheibe niederließen, unwillig. „Na super.“
„Oh, natürlich magst du keinen Schnee...“
„Was soll das heißen?“
„Na, du bist ohnehin schon praktisch der Grinch. Wie solltest du da Spaß an Schnee haben? Ich wette, du hast noch nie einen Schneemann gebaut.“ Merlin grinste von einem Segelohr zum anderen und Arthur schüttelte den Kopf.
„Klar hab ich schon mal. Als Kind.“
„Grinch.“
„Ja und?“
„Weihnachten ist das tollste überhaupt! Erst recht wenn's schneit! Hier links. Du musst dich am Weihnachtsabend mal nach draußen stellen, mit Glühwein oder so, und einfach die Sterne und den Schnee genießen. Das ist ziemlich cool.“
Arthur grinste. „Ist klar.“
„Grinch.“
„Du musst mal Weihnachten bei meiner Familie feiern, das kuriert solche Sentimentalitäten.“
„Ist das eine Einladung?“
„Nein.“
Merlin streckte ihm die Zunge raus, wie das erwachsene Männer halt so taten. „Aber du bist herzlich zum Sternegucken eingeladen. Ich mach den Punsch selber.“
„Ich hab deine Zimtsterne gesehen, Emrys...“
„Banause. - Hier kannst du halten.“
Arthur setzte den Blinker und fuhr rechts ran und Emrys faltete sich kompliziert wieder vom Sitz herunter. „Danke! Hier, für dich.“ Unverschämt breit grinsend stellte er eine Tüte Zimtblumen auf dem Beifahrersitz ab. „Frohe Weihnachten!“
„Du mich auch.“
Challenge: Zimtsterne und andere Sterne
Wörter: ~ 750
Warnungen: AU, gen, fluff
A/N: Wie war das mit „Write what you know“? - Also Merlin und Arthur als Doktoranden, die irgendwann mitten in der Nacht nach hause kriechen. Nein, ich weiß auch nicht warum.
Mit bestem Dank an
Es war bereits dunkel und klirrend kalt, als Arthur das Institut endlich verließ, den Laptop unterm Arm und mit den Gedanken noch völlig bei dem Paper dieser Schweden und ihren viel zu brillianten Schlussfolgerungen, die das letzte halbe Jahr seiner Arbeit ad absurdum führten.
Aus diesen Gedanken schreckte er erst auf, als er beinahe einen schlaksigen Kerl überfuhr.
„Verdammte Scheiße!“ Arthurs Ohren hallten ein bisschen vom Quietschen der Reifen, aber der Kerl stand im Licht der Scheinwerfer und starrte wie ein verschrecktes Reh. Arthur verdrehte die Augen und stieß die Tür auf.
„Was zur Hölle sollte das werden, Emrys?“
„Keine Ahnung, du wolltest mich doch überfahren!“
„Was tauchst du auch einfach aus dem Nichts auf?!“
„Das hier ist ein Zebrastreifen, Pendragon.“
„Und du bist keine so strahlende Erscheinung, wie du glaubst!“ Arthur seufzte. Das war wirklich, was er an diesem Tag noch gebraucht hatte; einen Beinaheunfall und Merlin Emrys große Klappe.
„Was treibst du überhaupt hier mitten in der Nacht?“
Emrys stand weiterhin vor seiner Motorhaube, hielt eine überdimensionierte Kiste fest an seine Brust gedrückt und sah aus, als würde er gleich in seiner viel zu dünnen Jacke erfrieren. Chemiker.
„Ich arbeite. Ich weiß, so was kennt ihr WiWis nicht, das ist halt was, was richtige Wissenschaftler machen.“
„Eifersüchtig?“
„Nur ein bisschen.“
„Komm, steig ein, ich fahr dich nach hause.“ Arthur war sich selbst nicht sicher, wo dieser Anfall von Samaritertum herkam, aber allein Emrys verwirrter Gesichtsausdruck war es wert.
„Bist du krank, Pendragon?“
Das wäre immerhin eine Erklärungsmöglichkeit. Vielleicht bekam ihm der Weihnachtsstress auch nicht. „Entweder das, oder ich bin einfach nur nett.“
„Das klingt ein bisschen unrealistisch, meinst du nicht?“
„Beweg deinen Arsch.“
„Ja, das klingt mehr nach dir“, grinste Emrys, setzte sich aber tatsächlich in Bewegung. Arthur schloss seine Tür wieder und tippte ungeduldig mit den Fingern ans Lenkrad.
Es dauerte eine Weile, bis Emrys seine langen Beine und die Kiste ordentlich auf dem Beifahrersitz des Sportwagens drapiert hatte, aber als er fertig war, strahlte er Arthur an. „Ernsthaft, was ist in dich gefahren?“
„Weihnachtssentimentalität“, knurrte Arthur. „Und wenn du nicht die Klappe hältst, werfe ich dich wieder raus.“
Dankenswerterweise (und wahrscheinlich zum ersten Mal, seit sie sich im zweiten Semester in einer Statistik-Vorlesung kennengelernt hatten) hatte Emrys nicht das Bedürfnis zu widersprechen.
„Was ist das eigentlich für eine Kiste?“
„Das sind die Reste von der Institutsweihnachtsfeier.“ Emrys streckte ihm etwas entgegen, das mit viel Phantasie eine Blume hätte sein können. „Zimtstern?“ Oder halt ein Stern. Vielleicht.
„Hast du die selber gebacken?“
„Hm.“
„Dann lieber nicht...“
Emrys grinste und schob sich das angebotene Plätzchen selbst zwischen die Zähne. „Vergiss nicht, ich bin Chemiker, wenn ich irgendwas kann, dann Rezepte befolgen.“
„Das sagt meine Schwester auch immer, kurz bevor sie versucht, mich zu vergiften.“
Merlin lachte. „Stimmt, Morgana ist deine Schwester, ich vergess das immer.“
„Ich versuche auch ständig, das zu verdrängen.“
„Hat sie jetzt eigentlich die Postdoc-Stelle bekommen?“
Arthur nickte. Seine Schwester, eine echte, promovierte Physiochemikerin. Die Welt würde so was von untergehen.
„Cool, das ist wirklich cool.“
„Hm. Wo soll ich dich überhaupt absetzen?“
„Oh, am S-Bahnhof reicht völlig.“
„Red keinen Scheiß, wenn ich dich schon ertragen muss, bring ich dich auch bis zur Haustür.“
„Okay, dann da vorne rechts. Und guck mal, es schneit.“
Arthur betrachtete die ersten kleinen Flocken, die sich auf der Windschutzscheibe niederließen, unwillig. „Na super.“
„Oh, natürlich magst du keinen Schnee...“
„Was soll das heißen?“
„Na, du bist ohnehin schon praktisch der Grinch. Wie solltest du da Spaß an Schnee haben? Ich wette, du hast noch nie einen Schneemann gebaut.“ Merlin grinste von einem Segelohr zum anderen und Arthur schüttelte den Kopf.
„Klar hab ich schon mal. Als Kind.“
„Grinch.“
„Ja und?“
„Weihnachten ist das tollste überhaupt! Erst recht wenn's schneit! Hier links. Du musst dich am Weihnachtsabend mal nach draußen stellen, mit Glühwein oder so, und einfach die Sterne und den Schnee genießen. Das ist ziemlich cool.“
Arthur grinste. „Ist klar.“
„Grinch.“
„Du musst mal Weihnachten bei meiner Familie feiern, das kuriert solche Sentimentalitäten.“
„Ist das eine Einladung?“
„Nein.“
Merlin streckte ihm die Zunge raus, wie das erwachsene Männer halt so taten. „Aber du bist herzlich zum Sternegucken eingeladen. Ich mach den Punsch selber.“
„Ich hab deine Zimtsterne gesehen, Emrys...“
„Banause. - Hier kannst du halten.“
Arthur setzte den Blinker und fuhr rechts ran und Emrys faltete sich kompliziert wieder vom Sitz herunter. „Danke! Hier, für dich.“ Unverschämt breit grinsend stellte er eine Tüte Zimtblumen auf dem Beifahrersitz ab. „Frohe Weihnachten!“
„Du mich auch.“
no subject
Date: 2012-12-20 01:39 pm (UTC)Ich befinde mich leider erst am Ende von Staffel vier, aber ach, ich bin gerade so in Merlin-Stimmung. *.*
Bei deinen Sachen denke ich mir immer "Wus? Schon zuende? Wieso ist hier schon Ende?" Und dann möchte ich immer eine Fortsetzung. Kriege ich irgendwann eine Fortsetzung? *awkward breites Grinsen*
no subject
Date: 2012-12-20 10:12 pm (UTC)Oh verdammt, ich bin auch grade sehr in Merlin-Laune. Und komme gar nicht dazu, die "neuen" Folgen zu gucken... Ahh! *g*
Bei deinen Sachen denke ich mir immer "Wus? Schon zuende? Wieso ist hier schon Ende?"
Da ist immer der Punkt mit dem Plot... Aber ja, eigentlich sollte das hier noch weitergehen, aber Merlin und Arthur wollten lieber harmonisch nebeneinander im Auto sitzen und Schwachsinn reden. Vielleicht schaffe ich da die Kurve ja noch für dich. :)
Aber vor allem vielen, vielen Dank und schön, dass es dir gefällt.*__*