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Titel: Nach der Weihnachtsbäckerei
Fandom: Original (Our Own World)
Challenges:
[livejournal.com profile] rei17: Schnee/Eis/Kälte
#2 Betreten verboten
#3 „Ich bin bestimmt allergisch gegen alles, was da drin ist“
Charaktere: Liang, Oliver, Nathalie
Wörter: 1352
Anmerkung: Ich wünsche euch allen einen schönen Adventssonntag! ♥



Das erste, was Liang feststellte als er vollkommen durchgefroren die Wohnung betrat war, dass man Sabine und Nathalie anscheinend kein Wochenende alleine lassen konnte. Nachdem er mit einem schnellen Schritt zur Seite verhindert hatte, über Sabines Stiefel zu stolpern, die direkt hinter der Tür standen.
Wollte sie den ersten, der reinkam, umbringen?
Das zweite, was ihm auffiel war der Gestank. Mit viel gutem Willen konnte man da Zimt drin erkennen, aber eigentlich roch es eher so, als hätte jemand versucht, die Küche abzufackeln.
Oliver schob sich hinter ihm rein und rümpfte die Nase. „Sicher, dass du nicht bei mir pennen willst? Die Weihnachtsbäckerei scheint ja mehr als nur gründlich schiefgegangen zu sein.“
„Nein... gerade nicht mehr...“ Himmel, hatte die Katastrophenbäckerin nicht gelüftet?
„Febreze würde nicht schaden... meine Oma hat mir letzte Woche drei von diesen Raumduft...dingern geschickt.“ Oliver klang teils amüsiert, teils beleidigt ob dieser Tatsache.
„Ich glaube, die helfen auch nicht mehr.“ Liang stellte seine Schuhe zur Seite und wartete, bis Olivers sich dazugesellt hatten, bevor er zu seinem Zimmer ging. Erst die Reisetasche loswerden, dann herausfinden, wer für den Anschlag auf sein Leben und seine Geruchsnerven zuständig war.
Hier stank es wenigstens nicht. Nicht zu sehr. Dafür war es kalt. Bitter kalt. „Anscheinend wurde doch gelüftet...“, murrte er bibbernd. Oliver lachte und legte die Arme um ihn. „Ich wärme dich wohl...“
„Du bist ja auch eiskalt!“
„Und du bist eine Memme.“
„Ich saß heute vier Stunden in einem Zug, in dem die Heizungen ausgefallen sind!“
„Ja, ich auch. Falls du dich erinnerst.“ Olivers Worte waren recht schwer zu verstehen, weil er anscheinend andere Möglichkeiten des Aufwärmens erwog. Jedenfalls strich sein warmer Atem über Liangs Nacken, was diesen erschauern ließ. „Lass das...“
Oliver lachte, was die Situation nicht gerade besser machte. „Warum?“
„Du weißt, warum!“ Er war da sensibel, verdammt!
„Stimmt, das machen wir lieber bei mir.“
„Klappe...“ Wenn der wüsste, wie verlockend das gerade war. Aber Liang befreite sich aus der Umarmung und ging zur Heizung. „Ich sollte wohl dankbar sein, dass die Katastrophenbäckerin zumindest das Fenster wieder zugemacht hat...“ Eigentlich war er niemand, der die Heizung ganz aufdrehte, aber er fand, dass er heute alles Recht der Welt hatte, das zu ändern. Er wollte es warm haben. Am besten schon gestern. Heute hatte er nun wirklich genug gefroren.
Hatte er sogar Eisblumen an seinem Fenster? Liang warf einen skeptischen Blick auf die Scheibe. Draußen lag Schnee. Natürlich. Darum hatten sie für die Fahrt auch so ewig gebraucht. Weil die Deutsche Bahn in den Ausnahmezustand verfiel, sobald auch nur ein halber Millimeter Schnee gefallen war. Selbst wenn das in der Antarktis geschah.
Besser, er dachte nicht weiter darüber nach. „Hast du schon ne Verdächtige?“, fragte Oliver hinter ihm und dem Geräusch nach zu urteilen breitete er sich gerade auf seinem Bett aus. Legte er es darauf an? Liang drehte sich wieder um und stellte fest, dass es relativ harmlos aussah, wenn man davon aussah, dass er das melonengroße Stoff-Mokona, das Verena ihm vor vier Jahren zu Weihnachten geschenkt hatte, in seinen Händen drehte. „Wenn es weg ist, weiß ich, wer es hat...“, warnte er ihn, antwortete dann aber: „Nicht wirklich... beide könnens gewesen sein. Sabine vergisst alles um sich herum wenn sie lernt und Nathalie... vergisst eh alles. Nicht, dass ich bei Plätzchen besser wäre...“
„Ich weiß wohl, warum ich nicht backe...“
„Schade. Aber Sabine denkt wenigstens daran, ne Eieruhr oder so zu stellen. Meistens. Ich krieg wohl raus, wer es war.“ Mit den Worten ließ er Oliver einfach auf seinem Bett sitzen und ging zum Nebenzimmer. Nathalie war dazu übergegangen, ihre Musik über Kopfhörer zu hören, es würde ihn daher nicht wundern, wenn sie in ihre Bachelorarbeit vertieft am Schreibtisch säße...
Sicherheitshalber klopfte er kräftig an und schob dann die Tür auf. Sie war da. Aber saß inmitten von Geschenkpapier und Teilen die wohl eingepackte Geschenke sein sollten – er hatte das spontane Bedürfnis, die armen Dinger von ihrem Leid zu erlösen – auf dem Boden und summte vor sich hin während sie irgendwas einpackte.
„Nathalie!“, rief er und quietschend wirbelte sie herum. „RAUS!“ Das war kein Quietschen mehr, sondern hatte mehr Ähnlichkeit mit hysterischem Geschrei. Schon sah Liang sich mit Papierknäulen beworfen und trag den Rückzug an. Wieso konnte Nathalie sich nicht angewöhnen, abzuschließen?
Irgendwas traf ihn noch am Kopf, bevor er die Tür zuknallen konnte, aber es war Oliver, der es aufhob. „War das in seinem früheren Leben mal ein Keks?“, fragte er skeptisch und drehte das unförmige Ding hin und her.
„Gute Frage... es sieht ungesund aus... Ich bin bestimmt gegen alles allergisch, was da drin ist.“
„Du bist nur gegen Nüsse allergisch.“
„Aus nichts anderen scheint das ja zu bestehen...“ Glaubte er. Stellenweise war der Keks so dunkel, dass man sich nicht ganz sicher sein konnte.
„Aber als Wurfgeschoss funktioniert es ja super. Was hat Nathalie da drin eigentlich getrieben?“
„Geschenke eingepackt...“ Wahnsinnig. Die Frau war einfach nur wahnsinnig.
„Ah. Ich dachte schon, du hättest sie mit einer neuen Eroberung erwischt.“
„Nee, sie hat immer noch nur Augen für diese Kellnerin.“ Und keiner wusste so recht, ob die beiden nun zusammen waren oder nicht. Nathalie am allerwenigsten.
„Oh man... was für ein willkommen.“
„Ach, ich bin die Lebensgefahr hier inzwischen gewöhnt. Willst du nen Tee oder nen Kaffee?“
„Du willst dich echt in die Küche wagen?“
„Nathalie weiß genau, dass ich sie umbringe, wenn sie ein Chaos hinterlassen hat.“ Wenigstens hoffte er, dass sie sich noch daran erinnerte.
„Dann Tee. Egal welcher... hauptsache, er ist heiß.“
„Okay...“ Liang ging voraus in die Küche, in der der Gestank nach verkohlten Keksen weniger stark als im Flur war aber immer noch penetrant genug, um ihn die Nase rümpfen zu lassen. Daher machte er erstmal die Balkontür auf und fluchte. Er hasste den Winter.
Dann durchwühlte er die Teevorräte. „Zitrone-Ingwer?“ Den hatte Verena irgendwann mitgebracht und dann vergessen. Und bisher hatte sie ihn nicht vermisst. Liang vermutete, dass sie ihn nur hatte loswerden wollen.
„Ähm... probieren kann mans ja mal...“ Oliver klang zwar skeptisch, aber wenn ihm was nicht passte, konnte er es ruhig offen sagen. So nahm Liang ihn einfach beim Wort und nahm die Packung aus dem Regal. „Zumindest klingt er gesund.“ Er war sich sicher, dass Oliver eigentlich durch die Blume hatte sagen wollen, dass er dieser Mischung nicht traute. Selbst Schuld. Beim nächsten Mal würde er Klartext reden.
Der Wasserkocher war gerade eingeschaltet, als Nathalie in die Küche kam. „Klopf an an, bevor du reinkommst! Mann!“
„Hab ich. Ich kann nichts dafür, dass du taub bist.“
Nathalie schoss einen beleidigten Blick auf ihn ab, meinte dann aber nur: „Wolltet ihr nicht schon vor zwei Stunden gekommen sein?“
„Wir ja... die Bahn hatte andere Pläne. Wie lange hast du die Kekse im Ofen gelassen?“
„Hä? Ach... ja! Nein! Ich war das nicht! Meine Kekse sind nur angekokelt. Sabine hat sie verbrennen lassen. Wir wollten eigentlich für Olivers Weihnachtsparty Kekse machen... Aber Sabine hat ihre total vergessen... jetzt sind sie schwarz.“
„So war das nicht gemeint, als ich gesagt habe, dass jeder was mitbringen soll“, murrte Oliver. „Aber dann muss Liang sich wohl keine Gedanken machen, dass er nen allergischen Schock bekommt.“
„Wieso das?“ Nathalie sah so ahnungslos aus, dass Liang sich ernsthaft fragte, ob er wirklich schon fast zwei Jahre mit ihr zusammen wohnte.
„Nüsse? Du erinnerst dich?“
Nein. Tat sie offenbar nicht. „Was ist denn mit Nüssen? Magst du keine?“
„Zum Glück haben wir ne Medizinstudentin bei uns...“
„Was ist denn los?“ Verwirrt sah Nathalie von Liang zu Oliver und wieder zurück. Dann erst formte sich ihr Mund zu einem erschrockenen O. „Ah... ach ja... oh... scheiße... Scheiße! Ich muss bei deinem Geschenk umdisponieren!“ Weg war sie.
„Hab ich das richtig verstanden, dass sie mir ihre Kekse andrehen wollte?“
„Ich würde sagen, du hast da nochmal richtig Glück gehabt...“

Date: 2012-12-16 11:11 am (UTC)
From: [identity profile] tsutsumi.livejournal.com
Hach, ich mag WG-Geschichten =) Die lassen einen sich immer so fluffig-warm ums Herz fühlen *-*
Irgendwie kommt mir das Problem bekannt vor. Dauernd ertappt man sich dabei, wie man Leuten Essen andrehen möchte, das sie gar nicht vertragen. Aham. xD

(Übrigens, heute ist doch der 16. :D)

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