13. Türchen
Dec. 13th, 2012 10:56 amTitel: Stop the Cavalry
Challenge: "Das ist die beste Zeit im Jahr!"
Fandom: Disneys Prinzessinnen - Steampunk AU
Worte: ~1300
Chronologie: 1, 2, 3, 4, 5
Aurora traf Schneewittchen hinter der Offiziersmesse, wo diese gerade dabei war, der letzten Ratte eine kleine, rote Schleife umzubinden.
„Was machst du da?“
Schneewittchen zuckte zusammen. Das war seltsam. Schneewittchen zuckte nie zusammen. „Nichts.“
„Du dekorierst die Ratten.“
„Sie wollen eben hübsch aussehen.“
„Für was?“
„Weihnachten.“
Aurora blinzelte. Richtig. Zwischen eisig kalten Frostnächten und der ständigen Angst, dass vom Himmel nicht nur weiche Schneeflocken, sondern auch die Dampfkrieger der Regierung fallen würden, hatten dafür gesorgt, dass sie das vollkommen verdrängt hatte.
„Übermorgen, oder?“
„Hmm…“ Die Ratte huschte zu ihren Artgenossen und Schneewittchen stand auf und pustete sich auf die steif gefrorenen Finger.
„Das ist… schön. Hübsche Ratten. Ich… muss los, glaub ich.“
—
Belle entdeckte Aurora in einer der Vorratsbaracken. Auf einer Kiste hatte sie Stoff ausgebreitet und sie stickte fleißig an irgendetwas, was nach Glöckchen und Tannenzweigen und Schneeflocken aussah und Belle runzelte die Stirn.
„Warum haben wir Stoff im Lager, der… glitzert?“
„Oh, hallo.“ Aurora strich über den Stoff und grinste. „Weiß ich nicht, aber ich dachte, er passt zum Anlass.“
„Was für ein Anlass?“
„Na ja, übermorgen ist Weihnachten.“
Belle stutzte. „Oh.“
„Ja, das hab ich auch gesagt. Und so ein kleines bisschen festlich sollte es doch auch hier sein, oder?“
Aber Belle war schon durch die Tür verschwunden.
—
Pocahontas kam in den kleinen, ziemlich zugigen Verschlag gestürmt, den Belle großzügig als ihre Werkstatt bezeichnete, weil die neue Waffe schon wieder nicht losgegangen war, „irgendwann wird mich das noch umbringen, mach was dran - was machst du da?“
Belle war über eine Reihe kleiner… Dinger gebeugt, die lustig zischten und feine Dampfwölkchen ausstießen und klackernd mit zackigen Bewegungen über den Tisch liefen. „Schau mal!“ Ihre Augen leuchteten.
„Sind das… Ratten?“
„Ja! … Waren die einzigen Tiere, von denen ich gute Modelle hier machen konnte. Sind sie nicht toll?“
„Wir haben dampfbetriebene Ratten. … Warum haben wir dampfbetriebene Ratten?“
„Weil übermorgen Weihnachten ist.“
„Und das hängt… oh. Wirklich?“
„Keine Angst, wir haben es alle vergessen.“
„Wir haben ja auch wirklich etwas anderes zu tun. Zum Beispiel meine Waffe zu reparieren, ich wollte morgen mit der Patrouille raus.“ Pocahontas streckte ihr die Pistole entgegen, auf deren Kessel sich schon Eisblumen gebildet hatten.
„Gleich. Nach den Ratten.“
„Belle…“
„Ja doch. Aber es ist Weihnachten. Ein bisschen hübsch muss es doch sein. Wenigstens ein bisschen.“
—
Die Patrouille war im Morgengrauen aufgebrochen und sie waren fast bis an die Lager der Regierung herangekommen, und zumindest wussten sie jetzt, dass die Lager der Regierung nicht mehr so weit weg waren, wie sie vermutet und gehofft hatten.
Cinderella hatte sich der Patrouille angeschlossen, weil sie seit sie im Lager angekommen waren verdammt gut darin geworden war, Dinge zu sehen, die andere nicht sahen, und sie außerdem viel zu viel Glück hatte, und Jasmin war natürlich dabei, ihr Scout, eingepackt in zwei warme Mäntel, weil Rapunzel sie sonst nicht nach draußen ließ.
Sie hatten das Lager schon fast wieder erreicht, als Pocahontas plötzlich stehen blieb, an einer kleinen Baumgruppe, die bestimmt irgendwann mal ein Park gewesen war.
„Wir nehmen den Baum da mit.“ Sie deutete auf ein kleines Nadelgewächs, das unter der Last des Schnees umgeknickt war.“
„Bitte?“ Jasmin starrte sie an. Sie war an seltsame Kommandos gewöhnt, aber das war doch ein bisschen sehr seltsam. „Warum möchtest du einen Baum mitnehmen?“
„Weil morgen Weihnachten ist und wir einen Baum brauchen.“
„Ich… verstehe.“
Cinderella hingegen schien das nicht so kritisch zu betrachten. Alleine das Wort „Weihnachten hatte gereicht. „Kommt ihr? Ich finde die Idee wunderbar - es ist Weihnachten!“
—
Rapunzel hatte mit Cinderella gesprochen und die hatte ihr irgendetwas von einem Baum erzählt, und von Weihnachten, natürlich, wie hatten sie das eigentlich alle vergessen können? Und jetzt saß sie auf dem Boden des Lazaretts und bastelte und hörte Arielle erst, als die direkt neben ihr stand.
„Sind das Bandagen“?“
„Es sind Schleifen. Und ja, irgendwann in einem früheren Leben sind es vielleicht einmal Bandagen gewesen, aber das tut doch jetzt hier wirklich nichts zur Sache, oder? Oder?“
„Nein. Sie sind hübsch.“
„Danke.“
„Wozu brauchst du Schleifen?“
Rapunzel zuckte die Schultern. „Weil wir offensichtlich einen Baum haben. Und ich habe Gerüchte gehört über noch mehr Sachen.“
Arielles Augen leuchteten auf. „Für Weihnachten?“
„Ja.“
„Oh, das ist wunderbar!“ Sie klatschte in die Hände, schaute auf die Schleifen und schüttelte dann den Kopf. „Wir brauchen noch viel mehr. Kugeln und Zapfen und Zuckerwerk und…“
„Hast du etwas?“
„Haben?“ Arielle lachte. „Haben? Nein. Aber ich werde ganz sicher etwas finden.“
—
Tiana kam in die Küche, wenn man das bisschen, was sie hatte, denn Küche nennen wollte, aber es gab Kochplatten und die Möglichkeit, alle zu versorgen und das war gut - und fand dort Arielle, einen ganzen Haufen kleiner Dinge und einen Baum.
„Hallo?“
„Oh, da bist du ja. Ich musste meine Sachen hier lagern, sonst ist es ja keine Überraschung mehr, ich hoffe, das stört dich nicht?“
Tiana betrachtete das Kleinzeug. Und den Baum. Vor allem den Baum. „Es ist… eine Überraschung. Verrätst du mir, worum es geht?“
„Weihnachten. Wir haben einen Baum und er wird hübsch sein. Und wir haben andere tolle Dinge, da bin ich mir sicher.“
Tiana schlug sich mit der Hand vor die Stirn. „Morgen, oder? Wie konnte ich das vergessen, das ist die beste Zeit im Jahr! Mach mir Platz. Und wenn du gerade dabei bist, hol mir alles Gute aus dem Vorratsraum, was du findest. Wir werden ein Weihnachtsessen haben.“
—
Merida war in die Küche gekommen, irgendwann spät Abends, weil sie noch etwas gesucht hatte, und hatte dort Tiana getroffen, die zwischen Töpfen, Pfannen und Schüsseln stand und aus nichts eine Torte gezaubert hatte.
„Beeindruckend.“
„Es ist Weihnachten! Wir brauchten doch etwas Schönes!“
Merida legte den Kopf schief. Dann, ganz langsam, breitete sich ein Grinsen auf ihrem Gesicht auf. „Richtig. Es ist Weihnachten. Und ich weiß ganz genau, wo wir das herbekommen, was uns für eine gute Feier noch fehlt. Du machst weiter leckeres Essen. Ich kümmere mich um die Getränke.“
---
Es war spät und eigentlich viel zu dunkel und Mulan kniff die Augen zusammen, um auf diesen schrecklichen taktischen Karten irgendetwas erkennen zu können. Neben ihr puckerte leise einer von Belles wundervollen Wärmekesseln, der gegen die Winterkälte aber auch nicht wirklich ankam und Shang, der ihr ständig erklärte, dass er mehr Erfahrung hatte als sie, war auch nicht hilfreich, weil dieser Ausfall trotz allem in ihrer Verantwortung lag und sie immer noch keine Ahnung hatte, wie sie das überhaupt anfangen sollten. Was sie brauchte, war etwas vollkommen Abwegiges.
Sie hob den Kopf, als sich die Tür zu ihrem Quartier plötzlich öffnete und neben eisigem Wind ihre Mitkämpferinnen, ihre Freundinnen herein wehten, mit denen sie so viel durchgemacht hatte. Sie lächelte. „Schön, euch zu sehen. Wie geht es euch?“
„Komm mit.“ Rapunzel war an ihren Tisch getreten und hatte sich mitten auf der Karte abgestützt.
„… Bitte?“
„Mitkommen. Jetzt. Medizinischer Befehl, du kannst nicht ewig hier im dunkeln sitzen.“
„Aber…“
„Nichts da. Du kommst mit.“ Und weil Rapunzel bedrohlich aussah, als würde sie sie zur Not auch am Ärmel heraus schleifen, stand Mulan ergeben auf und holte ihren Umhang.
„Also, wohin soll ich mitkommen?“
„Folg uns einfach.“
Sie führten sie in die Offiziersmesse und Mulan fragte sich ernstlich, was das sollte, aber dann öffnete sich die Tür und sie traute ihren Augen kaum.
Der ganze Raum war erleuchtet von unzähligen Gaslampen, von denen sie gar nicht gewusst hatte, dass sie überhaupt noch so viele hatten. Mit Schleifchen dekorierte Ratten sprangen munter in einer Art Rattenballett herum, und in der Mitte des Raumes stand ein Weihnachtsbaum. Geschmückt mit Schleifen und Kugeln und allerlei anderen Dingen, die erst auf den zweiten Blick nach Weihnachtsornamenten aussahen. Neben dem Baum war ein Tisch reich gedeckt mit allen möglichen leckeren Dingen, und daneben stand ein Fass.
„Ihr…“
„Fröhliche Weihnachten.“ Belle drückte ihr ein kleines Geschenk in die Hand und Mulan redete sich selber ein, dass ihr gerade eine Fliege ins Auge geflogen war.
„Ihr seid unmöglich.“
„Wissen wir.“ Merida grinste. „Und jetzt komm, setz dich. Es gibt essen, es gibt gute Sachen zu trinken und mach das Päckchen auf, Belle verschenkt Spielzeugratten. Fröhliche Weihnachten.“
„Fröhliche Weihnachten.“
Challenge: "Das ist die beste Zeit im Jahr!"
Fandom: Disneys Prinzessinnen - Steampunk AU
Worte: ~1300
Chronologie: 1, 2, 3, 4, 5
Aurora traf Schneewittchen hinter der Offiziersmesse, wo diese gerade dabei war, der letzten Ratte eine kleine, rote Schleife umzubinden.
„Was machst du da?“
Schneewittchen zuckte zusammen. Das war seltsam. Schneewittchen zuckte nie zusammen. „Nichts.“
„Du dekorierst die Ratten.“
„Sie wollen eben hübsch aussehen.“
„Für was?“
„Weihnachten.“
Aurora blinzelte. Richtig. Zwischen eisig kalten Frostnächten und der ständigen Angst, dass vom Himmel nicht nur weiche Schneeflocken, sondern auch die Dampfkrieger der Regierung fallen würden, hatten dafür gesorgt, dass sie das vollkommen verdrängt hatte.
„Übermorgen, oder?“
„Hmm…“ Die Ratte huschte zu ihren Artgenossen und Schneewittchen stand auf und pustete sich auf die steif gefrorenen Finger.
„Das ist… schön. Hübsche Ratten. Ich… muss los, glaub ich.“
—
Belle entdeckte Aurora in einer der Vorratsbaracken. Auf einer Kiste hatte sie Stoff ausgebreitet und sie stickte fleißig an irgendetwas, was nach Glöckchen und Tannenzweigen und Schneeflocken aussah und Belle runzelte die Stirn.
„Warum haben wir Stoff im Lager, der… glitzert?“
„Oh, hallo.“ Aurora strich über den Stoff und grinste. „Weiß ich nicht, aber ich dachte, er passt zum Anlass.“
„Was für ein Anlass?“
„Na ja, übermorgen ist Weihnachten.“
Belle stutzte. „Oh.“
„Ja, das hab ich auch gesagt. Und so ein kleines bisschen festlich sollte es doch auch hier sein, oder?“
Aber Belle war schon durch die Tür verschwunden.
—
Pocahontas kam in den kleinen, ziemlich zugigen Verschlag gestürmt, den Belle großzügig als ihre Werkstatt bezeichnete, weil die neue Waffe schon wieder nicht losgegangen war, „irgendwann wird mich das noch umbringen, mach was dran - was machst du da?“
Belle war über eine Reihe kleiner… Dinger gebeugt, die lustig zischten und feine Dampfwölkchen ausstießen und klackernd mit zackigen Bewegungen über den Tisch liefen. „Schau mal!“ Ihre Augen leuchteten.
„Sind das… Ratten?“
„Ja! … Waren die einzigen Tiere, von denen ich gute Modelle hier machen konnte. Sind sie nicht toll?“
„Wir haben dampfbetriebene Ratten. … Warum haben wir dampfbetriebene Ratten?“
„Weil übermorgen Weihnachten ist.“
„Und das hängt… oh. Wirklich?“
„Keine Angst, wir haben es alle vergessen.“
„Wir haben ja auch wirklich etwas anderes zu tun. Zum Beispiel meine Waffe zu reparieren, ich wollte morgen mit der Patrouille raus.“ Pocahontas streckte ihr die Pistole entgegen, auf deren Kessel sich schon Eisblumen gebildet hatten.
„Gleich. Nach den Ratten.“
„Belle…“
„Ja doch. Aber es ist Weihnachten. Ein bisschen hübsch muss es doch sein. Wenigstens ein bisschen.“
—
Die Patrouille war im Morgengrauen aufgebrochen und sie waren fast bis an die Lager der Regierung herangekommen, und zumindest wussten sie jetzt, dass die Lager der Regierung nicht mehr so weit weg waren, wie sie vermutet und gehofft hatten.
Cinderella hatte sich der Patrouille angeschlossen, weil sie seit sie im Lager angekommen waren verdammt gut darin geworden war, Dinge zu sehen, die andere nicht sahen, und sie außerdem viel zu viel Glück hatte, und Jasmin war natürlich dabei, ihr Scout, eingepackt in zwei warme Mäntel, weil Rapunzel sie sonst nicht nach draußen ließ.
Sie hatten das Lager schon fast wieder erreicht, als Pocahontas plötzlich stehen blieb, an einer kleinen Baumgruppe, die bestimmt irgendwann mal ein Park gewesen war.
„Wir nehmen den Baum da mit.“ Sie deutete auf ein kleines Nadelgewächs, das unter der Last des Schnees umgeknickt war.“
„Bitte?“ Jasmin starrte sie an. Sie war an seltsame Kommandos gewöhnt, aber das war doch ein bisschen sehr seltsam. „Warum möchtest du einen Baum mitnehmen?“
„Weil morgen Weihnachten ist und wir einen Baum brauchen.“
„Ich… verstehe.“
Cinderella hingegen schien das nicht so kritisch zu betrachten. Alleine das Wort „Weihnachten hatte gereicht. „Kommt ihr? Ich finde die Idee wunderbar - es ist Weihnachten!“
—
Rapunzel hatte mit Cinderella gesprochen und die hatte ihr irgendetwas von einem Baum erzählt, und von Weihnachten, natürlich, wie hatten sie das eigentlich alle vergessen können? Und jetzt saß sie auf dem Boden des Lazaretts und bastelte und hörte Arielle erst, als die direkt neben ihr stand.
„Sind das Bandagen“?“
„Es sind Schleifen. Und ja, irgendwann in einem früheren Leben sind es vielleicht einmal Bandagen gewesen, aber das tut doch jetzt hier wirklich nichts zur Sache, oder? Oder?“
„Nein. Sie sind hübsch.“
„Danke.“
„Wozu brauchst du Schleifen?“
Rapunzel zuckte die Schultern. „Weil wir offensichtlich einen Baum haben. Und ich habe Gerüchte gehört über noch mehr Sachen.“
Arielles Augen leuchteten auf. „Für Weihnachten?“
„Ja.“
„Oh, das ist wunderbar!“ Sie klatschte in die Hände, schaute auf die Schleifen und schüttelte dann den Kopf. „Wir brauchen noch viel mehr. Kugeln und Zapfen und Zuckerwerk und…“
„Hast du etwas?“
„Haben?“ Arielle lachte. „Haben? Nein. Aber ich werde ganz sicher etwas finden.“
—
Tiana kam in die Küche, wenn man das bisschen, was sie hatte, denn Küche nennen wollte, aber es gab Kochplatten und die Möglichkeit, alle zu versorgen und das war gut - und fand dort Arielle, einen ganzen Haufen kleiner Dinge und einen Baum.
„Hallo?“
„Oh, da bist du ja. Ich musste meine Sachen hier lagern, sonst ist es ja keine Überraschung mehr, ich hoffe, das stört dich nicht?“
Tiana betrachtete das Kleinzeug. Und den Baum. Vor allem den Baum. „Es ist… eine Überraschung. Verrätst du mir, worum es geht?“
„Weihnachten. Wir haben einen Baum und er wird hübsch sein. Und wir haben andere tolle Dinge, da bin ich mir sicher.“
Tiana schlug sich mit der Hand vor die Stirn. „Morgen, oder? Wie konnte ich das vergessen, das ist die beste Zeit im Jahr! Mach mir Platz. Und wenn du gerade dabei bist, hol mir alles Gute aus dem Vorratsraum, was du findest. Wir werden ein Weihnachtsessen haben.“
—
Merida war in die Küche gekommen, irgendwann spät Abends, weil sie noch etwas gesucht hatte, und hatte dort Tiana getroffen, die zwischen Töpfen, Pfannen und Schüsseln stand und aus nichts eine Torte gezaubert hatte.
„Beeindruckend.“
„Es ist Weihnachten! Wir brauchten doch etwas Schönes!“
Merida legte den Kopf schief. Dann, ganz langsam, breitete sich ein Grinsen auf ihrem Gesicht auf. „Richtig. Es ist Weihnachten. Und ich weiß ganz genau, wo wir das herbekommen, was uns für eine gute Feier noch fehlt. Du machst weiter leckeres Essen. Ich kümmere mich um die Getränke.“
---
Es war spät und eigentlich viel zu dunkel und Mulan kniff die Augen zusammen, um auf diesen schrecklichen taktischen Karten irgendetwas erkennen zu können. Neben ihr puckerte leise einer von Belles wundervollen Wärmekesseln, der gegen die Winterkälte aber auch nicht wirklich ankam und Shang, der ihr ständig erklärte, dass er mehr Erfahrung hatte als sie, war auch nicht hilfreich, weil dieser Ausfall trotz allem in ihrer Verantwortung lag und sie immer noch keine Ahnung hatte, wie sie das überhaupt anfangen sollten. Was sie brauchte, war etwas vollkommen Abwegiges.
Sie hob den Kopf, als sich die Tür zu ihrem Quartier plötzlich öffnete und neben eisigem Wind ihre Mitkämpferinnen, ihre Freundinnen herein wehten, mit denen sie so viel durchgemacht hatte. Sie lächelte. „Schön, euch zu sehen. Wie geht es euch?“
„Komm mit.“ Rapunzel war an ihren Tisch getreten und hatte sich mitten auf der Karte abgestützt.
„… Bitte?“
„Mitkommen. Jetzt. Medizinischer Befehl, du kannst nicht ewig hier im dunkeln sitzen.“
„Aber…“
„Nichts da. Du kommst mit.“ Und weil Rapunzel bedrohlich aussah, als würde sie sie zur Not auch am Ärmel heraus schleifen, stand Mulan ergeben auf und holte ihren Umhang.
„Also, wohin soll ich mitkommen?“
„Folg uns einfach.“
Sie führten sie in die Offiziersmesse und Mulan fragte sich ernstlich, was das sollte, aber dann öffnete sich die Tür und sie traute ihren Augen kaum.
Der ganze Raum war erleuchtet von unzähligen Gaslampen, von denen sie gar nicht gewusst hatte, dass sie überhaupt noch so viele hatten. Mit Schleifchen dekorierte Ratten sprangen munter in einer Art Rattenballett herum, und in der Mitte des Raumes stand ein Weihnachtsbaum. Geschmückt mit Schleifen und Kugeln und allerlei anderen Dingen, die erst auf den zweiten Blick nach Weihnachtsornamenten aussahen. Neben dem Baum war ein Tisch reich gedeckt mit allen möglichen leckeren Dingen, und daneben stand ein Fass.
„Ihr…“
„Fröhliche Weihnachten.“ Belle drückte ihr ein kleines Geschenk in die Hand und Mulan redete sich selber ein, dass ihr gerade eine Fliege ins Auge geflogen war.
„Ihr seid unmöglich.“
„Wissen wir.“ Merida grinste. „Und jetzt komm, setz dich. Es gibt essen, es gibt gute Sachen zu trinken und mach das Päckchen auf, Belle verschenkt Spielzeugratten. Fröhliche Weihnachten.“
„Fröhliche Weihnachten.“