9. Türchen
Dec. 9th, 2012 09:14 amTitel: Alle Jahre wieder...
Fandom: Original (Tracy-versum)
Challenges: # 3 Schmutzige Stiefel + # 1Weihnachtsmann vs Christkind Krampus vs Nikolaus
Wörter: 2011
Warnings: Fluff! + unbetaed/uncorrected
Continuation: Advent 2010 | Valentinstag 2011 | Sommerchallenge 2011 | Advent 2011 | Spam-Party 2012
Kommentar: Ich beginne dieses kleine Universum wirklich ins Herz zu schließen. Und ja - man sollte es nicht glauben, aber solche Männer gibt es wirklich! Sie haben dafür andere Macken. Ich glaube, er wird auch nie irgendwie einen Namen bekommen. Ich behaupte einfach, er ist zu gut, um benannt zu werden. Ich wünsche einen besinnlichen Adventsonntag.
Alle Jahre wieder...
Tracy konnte es nicht fassen, wie schnell die Zeit vergangen war. Das ganze letzte Jahr war einfach so dahin gerast und es war soviel passiert. Und jetzt... jetzt war sie bald ein ganzes Jahr mit ihm zusammen.
Bei dem Gedanken machte ihr Herz einen freudigen Hüpfer. Sie hätte nie gedacht, dass es mit ihm so gut klappt, aber er war ein richtiges Goldstück. Zuvorkommend mit einem hohen Maß an Kuschelbereitschaft. Sie dachte, dass es vielleicht nach einem halben Jahr abflauen würde, sowohl das schmetterlingshafte Gefühl für ihn, als auch die Leidenschaft, die er ihr entgegenbrachte. Aber stattdessen stellte sie nur wieder fest, dass sie ihn noch mehr liebte, als letztes Weihnachten, als sie ihm eine Chance gegeben hatte.
Nein, sie bereute es ganz und gar nicht.
Eigentlich wäre ihr Leben ja schon richtig perfekt, wenn nicht die ihr so verhasste Weihnachtszeit wieder angebrochen wäre. Die Leute spinnten sich in dieser Zeit besonders heftig weg und die Arbeit nahm einfach keinen Abriss. Sie mussten Kränze flechten und Weihnachtssterne mit Glitzerstaub bestäuben, damit sie weihnachtlicher aussahen.
Tracy hielt das für Schwachsinn, aber die Leute standen drauf und sie als fleißige Verkäuferin musste da natürlich lächeln und die Ware entsprechend anbieten, auch wenn sie selbst so gereizt war, dass sie kurz vor einem Amoklauf stand.
Umso angenehmer fand sie es, endlich Feierabend zu haben und sie machte auch wirklich pünktlich Schluss. Zumindest so pünktlich wie es ging, immerhin stand nach Ladenschluss noch einiges an, um was sie sich kümmern mussten. Aber sie war so schnell wie möglich draußen und lächelte breit in ihren Schal hinein, als sie ihn wie immer in dem Durchgang beim Hinterausgang ihres Geschäfts warten sah. Er sah schon ziemlich erfroren aus, aber das letzte Mal hatte er schon angekündigt, dass er nicht mehr im Geschäft auf sie warten würde. Er hatte das ein paar Mal gemacht und sie kannten ihn schon als ihren Partner, aber das hielt sie nicht auf, ihn zu belästigen.
Ihre Kollegin hatte auf einen Protest ihrerseits darauf nur gemeint, dass er ein äußerst schnuckeliges Exemplar wäre. So höflich und wirklich nett anzusehen.
Sie wusste das selbst, dass sie nen tollen Mann gefunden hatte! Da brauchte sie niemanden, der sie darauf hinwies, aber vor allen Dingen war es ihr unangenehm, wenn andere ihn anflirteten. Das war ihrer!
Da hatte sie zum ersten Mal wieder gemerkt, dass ihre besitzergreifende Seite durchschlug und in ihr hatte sich die Angst geregt, dass ihm das irgendwann zuwider sein könnte. Aber noch am selben Abend hatte er ihr vor Augen geführt, dass er nur sie sah und nur sie wollte und sie war so unsagbar glücklich aufgewacht, dass sie ihn mit einer Knuddelattacke geweckt hatte und sie den Vormittag verkuschelt hatten.
"Es ist schon richtig kalt, wir sollten uns einen Treffpunkt überlegen, wo du nicht halb zu Tode frierst", meinte sie besorgt und versuchte sein Gesicht mit ihren warmen, behandschuhten Händen zu wärmen.
Er grinste sie nur breit an und schüttelte den Kopf. "Um nichts in der Welt will ich dieses Strahlen verpassen, dass du bekommst, wenn du mich nach der Arbeit siehst." Er strich ihr mit einem Finger sanft über den Nasenansatz zwischen den Augen und meinte dazu: "Dann glätten sich die Falten hier und du wirst zur hübschesten Frau der Welt."
Tracy lachte und boxte ihm spielerisch gegen die Schulter. "Achja? Und sonst bin ich nicht die hübscheste?", beschwerte sie sich scherzhaft.
"Natürlich! Für mich auf jeden Fall! Und das ist doch alles, was zählt oder?", lenkte er sofort ein und um das nochmal zu bestätigen und andere Kommentare zu verhindern, küsste er sie einfach.
Tracy schmolz in seinen Armen dahin hätte wahrscheinlich auch die ganze Nacht hier verbringen können, so schön fand sie im Moment ihr Leben. Aber nach einer, was ihr vorkam wie eine kleine Ewigkeit, langen Weile meinte er, dass sie wohl besser losgehen sollten. Heute stand wieder ein schickes Abendessen in einem kleinen gemütlichen Lokal auf ihrem Feierabendplan. Morgen hatte sie frei und so konnten sie sich lange Nächte gönnen.
"So ein Mist! Sie dir das an! Vollkommen ruiniert sind sie. Das waren meine Lieblingsstiefel!" Tracy versuchte verzweifelt, den salzigen Matsch von ihren Wildlederstiefel zu bekommen. Aber das war einfach nicht möglich. Sie waren zwar impregniert, aber das schützte ganz offensichtlich nicht vor Wahnsinnigen, die durch eine Lacke rauschten und dabei Passanten mit diesem eckelhaften matschigen Salzwasser vollkleckerten. Und ausgerechnet sie musste so eine Passantin sein. Tracy wollte den Tag wirklich in die Tonne treten.
"Hey, das wird schon wieder. Lass uns heimgehen und morgen sehen, was sich noch machen lässt", versuchte er sie zu beruhigen. Nur mit den falschen Worten.
Sie knurrte ihn bissigen an. "Morgen? Morgen ist es zu spät. Wenn das Zeug erst einmal eingetrocknet ist, krieg ich die Salzränder nie wieder weg. Sieh dir das an! Alles voller Dreck. Diese Flecken...", beklagte sie sich verzweifelt und erwähnte noch einmal, dass es ihre Lieblingsstiefel waren. Die mit dem flauschig-felligen Innenfutter, die ihre Füße so toll warm hielten. Außerdem passten sie perfekt und das war selten genug der Fall. Sie waren zudem auch noch wirklich teuer gewesen und sie wollte am liebsten diesen Trottel anzeigen, der ihren Stiefeln das angetan hatte.
Leider war der Raser zu schnell vorbeigerast und sie konnte das Nummernschild in ihrem Schock nicht erkennen. Entnervt seufzte sie und schrubbte weiter mit einem Taschentuch über das rauhe Leder, im verzweifelten Versuch, sie irgendwie sauber zu bekommen.
Erst als es lange Zeit wirklich still war, sah sie auf. Er hatte die Hände tief in seine Manteltasche geschoben, stand etwas zusammengekauert da und trat von einem Fuß auf den anderen. Ihm war ganz offensichtlich schweinekalt, aber er hatte nichts mehr gesagt. Warum nicht? Oh ja - sie hatte ihn gerade ziemlich angefaucht.
"Tut mir Leid...", murmelte sie leise. "Es ist nur... es sind halt meine Lieblingsstiefel", verteidigte sie sich, auch wenn das selbst in ihren Ohren ziemlich lahm klang.
Er schüttelte den Kopf. "Schon in Ordnung. Ich warte auf dich und zu Hause gibts dann ein heißes Bad für dich und eine heiße Schokolade. Es war ein lange, anstrengender Tag für dich", erwiderte er und rang sich ein Lächeln ab. Eins, für dass er sich ganz offensichtlich anstrengte. Sie übersah nicht den bitteren Glanz in seinen grünen Augen.
Tracy spürte einen Stich in ihrem Herzen. War es jetzt soweit, dass sie eine Grenze erreicht hatte? Hatte er jetzt genug von ihr? Aber warum... warum sagte er dann solche süßen Dinge, im Versuch sie aufzuheitern? Das waren Momente, in denen sie ihn überhaupt nicht verstand. Ihre Ex-Partner hätten sie spätestens jetzt stehen lassen. Bestimmt hätten sie das - sie hatten es ja aus nichtigeren Gründen auch schon getan.
"Es tut mir wirklich..." Ihre Augen wurden groß, als seine Hand plötzlich hervorkam und sie ein Finger auf ihren Lippen stoppte, weiterzusprechen.
"Ich weiß, Tracy. Aber mir ist wirklich kalt. Also bitte - entweder putzt du jetzt weiter oder wir gehen. In deiner warmen Wohnung nimmst du dir ein Bad und trinkst den Kakao und danach weiß ich ganz genau, dass du mich für jedes miese Wort entschädigst, dass du mir an den Kopf geschmissen hast." Er sah sie eindringlich und ein wenig flehend an, bevor er den Finger von ihren Lippen nahm.
"Okay, gehen wir", meinte sie leise und ein wenig geknickt. Sie knüllte das schmutzige, nasse Taschentuch zusammen und warf es in den nächsten öffentlichen Mülleimer.
Sie waren gerade mal ein paar Schritte gegangen, als sie leise fragte: "Ich war wirklich mies zu dir?"
Er schenkte ihr daraufhin ein leises Lachen. Eins, dass sie sehr an ihm mochte. "Nett warst du nicht. Aber das macht nichts. Es sind schließlich deine Lieblingsstiefel."
Das hatte er richtig erkannt, dachte Tracy sich, aber wenn er das so sagte, klang das wirklich lächerlich. Sie musste sich bei ihm gebührend entschuldigen. Nur wie? Er war irgendwie ein Meister darin, zu verhindern, dass sie Worte zur Entschuldigen herausbrachte. Sie würde es wieder mit Taten zeigen müssen. Am besten, indem sie sich selbst den Kakao machte und verhinderte, dass er ihr das Badewasser vorbereitete. Das konnte sie selbst genauso gut.
Sie hatte es nicht geschafft, ihn dazu zu bewegen, sie die heiße Schokolade zubereiten zu lassen. Sobald sie zu Hause angekommen waren, hatte er ihr aus dem Mantel geholfen und sie anschließend ins Badezimmer geschoben. Dort hatte er für sie das Wasser aufgedreht und Badezusatz in die Wanne gestreut. Aber auch verhindert, dass sie wieder das Badezimmer verlassen konnte.
"Du machst dich jetzt zum Baden bereit und ich kümmere mich um den Kakao", hatte er gesagt und sie im Badezimmer zurückgelassen.
Das hatte sie dann nicht auf sich sitzen lassen können und hatte gewartet, bis er mit dem heißen Kakao zurückkehrte. Er war sichtlich irritiert gewesen, dass sie sich noch nicht einmal ausgezogen hatte, war aber nicht so abgeneigt gegen die Idee, dass sie ihn auszog. Er gab zwar halbherzige Proteste, aber er war wohl eindeutig immer noch ein Mann und sie hatten gemeinsam ein entspannendes Bad genommen. Tracy hatte festgestellt, dass das noch viel angenehmer war, als sich allein zu entspannen und auch, als sie später im Bett nah an ihn gekuschelt eingeschlafen war, konnte sie nichts finden, was sie im Moment in ihrem Leben ändern wollte. Er war ein absoluter Glücksgriff und sie hätte sich in den Arsch gebissen, wenn sie ihn einfach so verschenkt hätte.
Dennoch war sie etwas irritiert, als sie am nächsten Vormittag erwachte und alleine im Bett lag. Normalerweise war er ein ziemlicher Langschläfer und dass er schon aus den Federn gekrabbelt war, bedeutete, dass es a) schon sehr spät war oder b)... ihr fiel da wirklich kein Grund ein, was ihn bewogen haben könnte, früher als normal aufzustehen.
Sie schwang sich aus dem Bett, zog sich einen Morgenmantel über und begann ihn zu suchen. Aber in der ganzen Wohnung war er nicht. Als sie im Vorzimmer nachsehen ging, waren seine Schuhe tatsächlich weg. Aber was sie am meisten irritierte: Ihre Stiefel auch!
Sie wollte ihn anrufen, aber da schob sich schon ein Schlüssel ins Schloss und die Türe schwang auf. Woher hatte er den Schlüssel!?
"Oh - du bist schon munter", grüßte er sie und lächelte verlegen. Er hatte eine Tüte mit ein paar Einkäufen und einen Schuhkarton in seinen Händen und sah damit ziemlich vollbepackt aus.
"Das sagt der richtige. Wo warst du? Du bist doch normalerweise..." Tracy wurde schon wieder unterbrochen, nur diesmal bekam sie einen Kuss. Sie schob ihn von sich und wollte anfangen zu knurren, dass ergriff er das Wort: "Entschuldige. Ich war nicht schnell genug. Du hast dich gestern so über die schmutzigen Stiefel geärgert, da wollte ich dir helfen. Und eigentlich wollte ich so schnell zurück sein, dass du glaubst, der Nikolo wäre zu spät zu dir gekommen." Er stellte die Sachen ab, öffnete den Schuhkarton und stellte ihre Stiefel wieder hin. Dann stopfte er in einen ein Nikolosäckchen und ins andere eins vom Krampus. Dann richtete er sich auf und zuckte mit den Schultern. "Die konnten sich nicht entscheiden, wer von ihnen dich beschenken soll. Also haben sie dir beide was gebracht. Weil immer bist du nicht nett, aber..." Er zuckte noch einmal mit den Schultern und grinste breiter. "Ich liebe dich unglaublich und schätze mich als den glücklichsten Mann der Welt ein."
Tracy konnte es nicht fassen. Er war... er war einfach unglaublich.
Sie schlang ihre Arme um seinen Körper und drückte sich fest an ihn. "Ich liebe dich auch. Und meinetwegen kannst du auch den geklauten Schlüssel behalten. Weil ich nämlich gar nicht möchte, dass du je wieder aus meinem Leben verschwindest. Hast du verstanden?" Sie erntete ein sanftes Lächeln und genoss es, wie er die Umarmung erwiderte. Ihre Lieblingsstiefel sahen aus wie neu. Nein, dieses Prachtexemplar von Mann würde sie nie wieder hergeben! Keiner hätte einfach die Stiefel und ihren Schlüssel geklaut um in der Früh jemanden zu finden, der die Stiefel putzte. Vor allem, nachdem sie ihn so mies behandelt hatte.
"Es war draußen ziemlich kalt. Bekomme ich ein Frühstück?", fragte er dann ganz dreißt und Tracy löste sich von ihm. Sie schenkte ihm ein sanftes Lächeln und erwiderte: "Alles, was du willst."
PS: Wäre es vielleicht möglich für sie einen mehrchapter-tag zu bekommen? Sie wird sicher noch öfter auftauchen - zu speziellen Events. Das wäre wirklich supercool.
Fandom: Original (Tracy-versum)
Challenges: # 3 Schmutzige Stiefel + # 1
Wörter: 2011
Warnings: Fluff! + unbetaed/uncorrected
Continuation: Advent 2010 | Valentinstag 2011 | Sommerchallenge 2011 | Advent 2011 | Spam-Party 2012
Kommentar: Ich beginne dieses kleine Universum wirklich ins Herz zu schließen. Und ja - man sollte es nicht glauben, aber solche Männer gibt es wirklich! Sie haben dafür andere Macken. Ich glaube, er wird auch nie irgendwie einen Namen bekommen. Ich behaupte einfach, er ist zu gut, um benannt zu werden. Ich wünsche einen besinnlichen Adventsonntag.
Alle Jahre wieder...
Tracy konnte es nicht fassen, wie schnell die Zeit vergangen war. Das ganze letzte Jahr war einfach so dahin gerast und es war soviel passiert. Und jetzt... jetzt war sie bald ein ganzes Jahr mit ihm zusammen.
Bei dem Gedanken machte ihr Herz einen freudigen Hüpfer. Sie hätte nie gedacht, dass es mit ihm so gut klappt, aber er war ein richtiges Goldstück. Zuvorkommend mit einem hohen Maß an Kuschelbereitschaft. Sie dachte, dass es vielleicht nach einem halben Jahr abflauen würde, sowohl das schmetterlingshafte Gefühl für ihn, als auch die Leidenschaft, die er ihr entgegenbrachte. Aber stattdessen stellte sie nur wieder fest, dass sie ihn noch mehr liebte, als letztes Weihnachten, als sie ihm eine Chance gegeben hatte.
Nein, sie bereute es ganz und gar nicht.
Eigentlich wäre ihr Leben ja schon richtig perfekt, wenn nicht die ihr so verhasste Weihnachtszeit wieder angebrochen wäre. Die Leute spinnten sich in dieser Zeit besonders heftig weg und die Arbeit nahm einfach keinen Abriss. Sie mussten Kränze flechten und Weihnachtssterne mit Glitzerstaub bestäuben, damit sie weihnachtlicher aussahen.
Tracy hielt das für Schwachsinn, aber die Leute standen drauf und sie als fleißige Verkäuferin musste da natürlich lächeln und die Ware entsprechend anbieten, auch wenn sie selbst so gereizt war, dass sie kurz vor einem Amoklauf stand.
Umso angenehmer fand sie es, endlich Feierabend zu haben und sie machte auch wirklich pünktlich Schluss. Zumindest so pünktlich wie es ging, immerhin stand nach Ladenschluss noch einiges an, um was sie sich kümmern mussten. Aber sie war so schnell wie möglich draußen und lächelte breit in ihren Schal hinein, als sie ihn wie immer in dem Durchgang beim Hinterausgang ihres Geschäfts warten sah. Er sah schon ziemlich erfroren aus, aber das letzte Mal hatte er schon angekündigt, dass er nicht mehr im Geschäft auf sie warten würde. Er hatte das ein paar Mal gemacht und sie kannten ihn schon als ihren Partner, aber das hielt sie nicht auf, ihn zu belästigen.
Ihre Kollegin hatte auf einen Protest ihrerseits darauf nur gemeint, dass er ein äußerst schnuckeliges Exemplar wäre. So höflich und wirklich nett anzusehen.
Sie wusste das selbst, dass sie nen tollen Mann gefunden hatte! Da brauchte sie niemanden, der sie darauf hinwies, aber vor allen Dingen war es ihr unangenehm, wenn andere ihn anflirteten. Das war ihrer!
Da hatte sie zum ersten Mal wieder gemerkt, dass ihre besitzergreifende Seite durchschlug und in ihr hatte sich die Angst geregt, dass ihm das irgendwann zuwider sein könnte. Aber noch am selben Abend hatte er ihr vor Augen geführt, dass er nur sie sah und nur sie wollte und sie war so unsagbar glücklich aufgewacht, dass sie ihn mit einer Knuddelattacke geweckt hatte und sie den Vormittag verkuschelt hatten.
"Es ist schon richtig kalt, wir sollten uns einen Treffpunkt überlegen, wo du nicht halb zu Tode frierst", meinte sie besorgt und versuchte sein Gesicht mit ihren warmen, behandschuhten Händen zu wärmen.
Er grinste sie nur breit an und schüttelte den Kopf. "Um nichts in der Welt will ich dieses Strahlen verpassen, dass du bekommst, wenn du mich nach der Arbeit siehst." Er strich ihr mit einem Finger sanft über den Nasenansatz zwischen den Augen und meinte dazu: "Dann glätten sich die Falten hier und du wirst zur hübschesten Frau der Welt."
Tracy lachte und boxte ihm spielerisch gegen die Schulter. "Achja? Und sonst bin ich nicht die hübscheste?", beschwerte sie sich scherzhaft.
"Natürlich! Für mich auf jeden Fall! Und das ist doch alles, was zählt oder?", lenkte er sofort ein und um das nochmal zu bestätigen und andere Kommentare zu verhindern, küsste er sie einfach.
Tracy schmolz in seinen Armen dahin hätte wahrscheinlich auch die ganze Nacht hier verbringen können, so schön fand sie im Moment ihr Leben. Aber nach einer, was ihr vorkam wie eine kleine Ewigkeit, langen Weile meinte er, dass sie wohl besser losgehen sollten. Heute stand wieder ein schickes Abendessen in einem kleinen gemütlichen Lokal auf ihrem Feierabendplan. Morgen hatte sie frei und so konnten sie sich lange Nächte gönnen.
"So ein Mist! Sie dir das an! Vollkommen ruiniert sind sie. Das waren meine Lieblingsstiefel!" Tracy versuchte verzweifelt, den salzigen Matsch von ihren Wildlederstiefel zu bekommen. Aber das war einfach nicht möglich. Sie waren zwar impregniert, aber das schützte ganz offensichtlich nicht vor Wahnsinnigen, die durch eine Lacke rauschten und dabei Passanten mit diesem eckelhaften matschigen Salzwasser vollkleckerten. Und ausgerechnet sie musste so eine Passantin sein. Tracy wollte den Tag wirklich in die Tonne treten.
"Hey, das wird schon wieder. Lass uns heimgehen und morgen sehen, was sich noch machen lässt", versuchte er sie zu beruhigen. Nur mit den falschen Worten.
Sie knurrte ihn bissigen an. "Morgen? Morgen ist es zu spät. Wenn das Zeug erst einmal eingetrocknet ist, krieg ich die Salzränder nie wieder weg. Sieh dir das an! Alles voller Dreck. Diese Flecken...", beklagte sie sich verzweifelt und erwähnte noch einmal, dass es ihre Lieblingsstiefel waren. Die mit dem flauschig-felligen Innenfutter, die ihre Füße so toll warm hielten. Außerdem passten sie perfekt und das war selten genug der Fall. Sie waren zudem auch noch wirklich teuer gewesen und sie wollte am liebsten diesen Trottel anzeigen, der ihren Stiefeln das angetan hatte.
Leider war der Raser zu schnell vorbeigerast und sie konnte das Nummernschild in ihrem Schock nicht erkennen. Entnervt seufzte sie und schrubbte weiter mit einem Taschentuch über das rauhe Leder, im verzweifelten Versuch, sie irgendwie sauber zu bekommen.
Erst als es lange Zeit wirklich still war, sah sie auf. Er hatte die Hände tief in seine Manteltasche geschoben, stand etwas zusammengekauert da und trat von einem Fuß auf den anderen. Ihm war ganz offensichtlich schweinekalt, aber er hatte nichts mehr gesagt. Warum nicht? Oh ja - sie hatte ihn gerade ziemlich angefaucht.
"Tut mir Leid...", murmelte sie leise. "Es ist nur... es sind halt meine Lieblingsstiefel", verteidigte sie sich, auch wenn das selbst in ihren Ohren ziemlich lahm klang.
Er schüttelte den Kopf. "Schon in Ordnung. Ich warte auf dich und zu Hause gibts dann ein heißes Bad für dich und eine heiße Schokolade. Es war ein lange, anstrengender Tag für dich", erwiderte er und rang sich ein Lächeln ab. Eins, für dass er sich ganz offensichtlich anstrengte. Sie übersah nicht den bitteren Glanz in seinen grünen Augen.
Tracy spürte einen Stich in ihrem Herzen. War es jetzt soweit, dass sie eine Grenze erreicht hatte? Hatte er jetzt genug von ihr? Aber warum... warum sagte er dann solche süßen Dinge, im Versuch sie aufzuheitern? Das waren Momente, in denen sie ihn überhaupt nicht verstand. Ihre Ex-Partner hätten sie spätestens jetzt stehen lassen. Bestimmt hätten sie das - sie hatten es ja aus nichtigeren Gründen auch schon getan.
"Es tut mir wirklich..." Ihre Augen wurden groß, als seine Hand plötzlich hervorkam und sie ein Finger auf ihren Lippen stoppte, weiterzusprechen.
"Ich weiß, Tracy. Aber mir ist wirklich kalt. Also bitte - entweder putzt du jetzt weiter oder wir gehen. In deiner warmen Wohnung nimmst du dir ein Bad und trinkst den Kakao und danach weiß ich ganz genau, dass du mich für jedes miese Wort entschädigst, dass du mir an den Kopf geschmissen hast." Er sah sie eindringlich und ein wenig flehend an, bevor er den Finger von ihren Lippen nahm.
"Okay, gehen wir", meinte sie leise und ein wenig geknickt. Sie knüllte das schmutzige, nasse Taschentuch zusammen und warf es in den nächsten öffentlichen Mülleimer.
Sie waren gerade mal ein paar Schritte gegangen, als sie leise fragte: "Ich war wirklich mies zu dir?"
Er schenkte ihr daraufhin ein leises Lachen. Eins, dass sie sehr an ihm mochte. "Nett warst du nicht. Aber das macht nichts. Es sind schließlich deine Lieblingsstiefel."
Das hatte er richtig erkannt, dachte Tracy sich, aber wenn er das so sagte, klang das wirklich lächerlich. Sie musste sich bei ihm gebührend entschuldigen. Nur wie? Er war irgendwie ein Meister darin, zu verhindern, dass sie Worte zur Entschuldigen herausbrachte. Sie würde es wieder mit Taten zeigen müssen. Am besten, indem sie sich selbst den Kakao machte und verhinderte, dass er ihr das Badewasser vorbereitete. Das konnte sie selbst genauso gut.
Sie hatte es nicht geschafft, ihn dazu zu bewegen, sie die heiße Schokolade zubereiten zu lassen. Sobald sie zu Hause angekommen waren, hatte er ihr aus dem Mantel geholfen und sie anschließend ins Badezimmer geschoben. Dort hatte er für sie das Wasser aufgedreht und Badezusatz in die Wanne gestreut. Aber auch verhindert, dass sie wieder das Badezimmer verlassen konnte.
"Du machst dich jetzt zum Baden bereit und ich kümmere mich um den Kakao", hatte er gesagt und sie im Badezimmer zurückgelassen.
Das hatte sie dann nicht auf sich sitzen lassen können und hatte gewartet, bis er mit dem heißen Kakao zurückkehrte. Er war sichtlich irritiert gewesen, dass sie sich noch nicht einmal ausgezogen hatte, war aber nicht so abgeneigt gegen die Idee, dass sie ihn auszog. Er gab zwar halbherzige Proteste, aber er war wohl eindeutig immer noch ein Mann und sie hatten gemeinsam ein entspannendes Bad genommen. Tracy hatte festgestellt, dass das noch viel angenehmer war, als sich allein zu entspannen und auch, als sie später im Bett nah an ihn gekuschelt eingeschlafen war, konnte sie nichts finden, was sie im Moment in ihrem Leben ändern wollte. Er war ein absoluter Glücksgriff und sie hätte sich in den Arsch gebissen, wenn sie ihn einfach so verschenkt hätte.
Dennoch war sie etwas irritiert, als sie am nächsten Vormittag erwachte und alleine im Bett lag. Normalerweise war er ein ziemlicher Langschläfer und dass er schon aus den Federn gekrabbelt war, bedeutete, dass es a) schon sehr spät war oder b)... ihr fiel da wirklich kein Grund ein, was ihn bewogen haben könnte, früher als normal aufzustehen.
Sie schwang sich aus dem Bett, zog sich einen Morgenmantel über und begann ihn zu suchen. Aber in der ganzen Wohnung war er nicht. Als sie im Vorzimmer nachsehen ging, waren seine Schuhe tatsächlich weg. Aber was sie am meisten irritierte: Ihre Stiefel auch!
Sie wollte ihn anrufen, aber da schob sich schon ein Schlüssel ins Schloss und die Türe schwang auf. Woher hatte er den Schlüssel!?
"Oh - du bist schon munter", grüßte er sie und lächelte verlegen. Er hatte eine Tüte mit ein paar Einkäufen und einen Schuhkarton in seinen Händen und sah damit ziemlich vollbepackt aus.
"Das sagt der richtige. Wo warst du? Du bist doch normalerweise..." Tracy wurde schon wieder unterbrochen, nur diesmal bekam sie einen Kuss. Sie schob ihn von sich und wollte anfangen zu knurren, dass ergriff er das Wort: "Entschuldige. Ich war nicht schnell genug. Du hast dich gestern so über die schmutzigen Stiefel geärgert, da wollte ich dir helfen. Und eigentlich wollte ich so schnell zurück sein, dass du glaubst, der Nikolo wäre zu spät zu dir gekommen." Er stellte die Sachen ab, öffnete den Schuhkarton und stellte ihre Stiefel wieder hin. Dann stopfte er in einen ein Nikolosäckchen und ins andere eins vom Krampus. Dann richtete er sich auf und zuckte mit den Schultern. "Die konnten sich nicht entscheiden, wer von ihnen dich beschenken soll. Also haben sie dir beide was gebracht. Weil immer bist du nicht nett, aber..." Er zuckte noch einmal mit den Schultern und grinste breiter. "Ich liebe dich unglaublich und schätze mich als den glücklichsten Mann der Welt ein."
Tracy konnte es nicht fassen. Er war... er war einfach unglaublich.
Sie schlang ihre Arme um seinen Körper und drückte sich fest an ihn. "Ich liebe dich auch. Und meinetwegen kannst du auch den geklauten Schlüssel behalten. Weil ich nämlich gar nicht möchte, dass du je wieder aus meinem Leben verschwindest. Hast du verstanden?" Sie erntete ein sanftes Lächeln und genoss es, wie er die Umarmung erwiderte. Ihre Lieblingsstiefel sahen aus wie neu. Nein, dieses Prachtexemplar von Mann würde sie nie wieder hergeben! Keiner hätte einfach die Stiefel und ihren Schlüssel geklaut um in der Früh jemanden zu finden, der die Stiefel putzte. Vor allem, nachdem sie ihn so mies behandelt hatte.
"Es war draußen ziemlich kalt. Bekomme ich ein Frühstück?", fragte er dann ganz dreißt und Tracy löste sich von ihm. Sie schenkte ihm ein sanftes Lächeln und erwiderte: "Alles, was du willst."
PS: Wäre es vielleicht möglich für sie einen mehrchapter-tag zu bekommen? Sie wird sicher noch öfter auftauchen - zu speziellen Events. Das wäre wirklich supercool.
no subject
Date: 2012-12-09 10:14 am (UTC)Zu dem tag: Ich kann dir zu deiner Geschichte einen tag anlegen, schreib mir nur, wie er heißen, bzw. wie die Original heißt =)
no subject
Date: 2012-12-09 01:03 pm (UTC)Hmm - ich nenn es auch für mich immer nur "Tracy" als würde mir ein Tag mit "Original: Tracy" reichen. Wenn sich das nicht mit irgendwas anderes wirft. >.< Danke für die Mühe XD die Challenges waren wirklich toll.
no subject
Date: 2012-12-13 02:59 pm (UTC)