[identity profile] nessaniel.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Fandom: The Expendables 2
Charaktere: Billy, Barney, Lee, the whole team
Titel Milchbart
Challenge: „Ja, ich bin...“ Geständnisse
Widmung für [livejournal.com profile] rei17



„Wieso kann es eigentlich niemals leicht sein?“, knurrte Lee und schickte eine Reihe Flüche hinterher, die Billy grinsen ließen. Er saß zusammen mit Barney in dem weißen, unauffälligen Lieferwagen, die in ganzen Hundertschaften durch New Orleans fuhren.
Lee stand etwa vierhundert Schritt vor ihnen, in den Schatten einer Häuserwand gepresst und beobachtete vermutlich äußerst frustriert, wie ihr Opfer in einer Bar verschwand und die geplante Entführung unnötig erschwerte.
„Hör auf zu heulen“, antwortete Barney, doch Billy merkte, dass er grinste. „Freu dich doch. Kannst dich aufwärmen gehen.“
„Und schales Bier trinken? Du Penner“, kam die Antwort und es war nicht ganz klar, ob Lee den Mann in der Bar oder doch Barney meinte.
„Lee. Wenn er uns entkommt…“
„Ich geh ja schon!“
Die Verbindung wurde unterbrochen, was Barney mit einem bellenden Lachen quittierte. Billy beobachtete, wie Lee sich möglichst unauffällig aus dem Schatten löste und um die Ecke verschwand.
„Sind Hale und Toll noch immer mit dem Klienten beschäftigt?“, frage Barney.
Billy schaute auf den Monitor in seiner Hand. Das GPS-Signal blinkte pflichtbewusst dort, wo es zu blinken hatte.
„Ja, Sir“, antwortete Billy.
„Jetzt lass endlich den Sir weg, Junge“, stöhnte Barney. „Ich fühl mich alt genug.“
„In Ordnung, Sir.“
Daraufhin warf Barney ihm einen ungehaltenen Blick zu, aber Billy wusste, dass er es nicht ernst meinte und grinste und wich der angedeuteten Kopfnuss aus.
„Barney“, krächzte es plötzlich über Funk. „Wir haben ein Problem.“
„Ja, und das heißt Lee Christmas“, antwortete Barney.
„Lass den Scheiß.“ Lee klang ernstlich wütend. „Der Typ ist soeben in der Bar verschwunden.“
„Ja, und?“
„…Das… das ist ne Schwuppenschleuder.“
„Was?“
„‘ne Schwulenbar, mein ich.“
„Ich weiß, was du meinst, ich bin nicht von vorgestern!“
„Weiß ich doch nicht, ob es das in der Steinzeit schon gab!“
Barney fluchte.
„Und wo genau ist das Problem? Du bist süß genug, du fällst schon nicht auf.“
„Ich schwöre dir, Ross, eines Tages schieß ich dir ‘ne ganze Ladung Schrot ins Gesicht…“
„Lee…“
„Schon gut! Das Problem ist, dass ich… dass ich nicht reinkomme.“
Barney klappte der Mund auf und er starrte auf das Funkgerät, als habe es ihn gebissen.
„Ist das dein Ernst?“
„Ich hab mir das auch anders vorgestellt, ja?“, fauchte Lee zurück. Er schien geradezu peinlich berührt zu sein und Billy war sich nicht sicher, woran das lag. Er schluckte. Wenn sie den Kontakt verlieren würden, wäre ein Monat Arbeit dahin!
„Wir brechen ab“, sagte Barney plötzlich. Billy fuhr herum.
„Was?!“
„Du hast mich gehört, Lee. Es bringt nichts.“ Barney seufzte und er hielt sich nur mit Mühe zurück, seine Faust aufs Armaturenbrett donnern zu lassen. „Du kommst nicht rein und mein Gesicht kennt er. Wir brechen ab und fangen ihn vor seinem Haus ab.“
Lee heulte auf. „Er könnte wer weiß wo untertauchen!“
„Das weiß ich selbst, du Genie. Wir haben keine andere Wahl.“
„Aber…“
Während sich Barney und Lee weiterhin eine hitzige Debatte lieferten, hatte Billy vorsichtig den Monitor in den Fußraum gelegt und machte sich daran, seine kugelsichere Weste auszuziehen und sich das Haar aus der Stirn zu streichen.
„Ich geh rein“, verkündete er dann laut.
Augenblicklich trat Stille ein und Barney drehte sich langsam um, um ihm einen ungläubigen Blick zuzuwerfen.
„Junge…“, begann er, doch Lee unterbrach ihn.
„In zehn Jahren vielleicht, Bursche“, knurrte er per Funk. „Du siehst aus wie’n Pfadfinder.“
Billy zuckte die Schultern, obwohl er spürte, wie sein Nacken heißer und heißer wurde. „Es geht doch nur darum, dass wir ihn so lange im Auge behalten, bis er die Bar wieder verlässt, nicht wahr?“ Barney schwieg und traktierte ihn mit diesem kühlen, völlig unlesbaren Blick, der Billy schlucken ließ. „Das ist kein Problem.“
„Junge, du verstehst das Problem nicht“, mischte sich Lee wieder ein. „Die lassen niemanden rein, der nicht dazu gehört. Wir können keinen Aufstand an der Tür riskieren, also wie zur Hölle willst du dort reinkommen?“
Billy seufzte leise. Das hatte er sich anders vorgestellt. Oder besser, er hatte sich gar nicht vorgestellt, das jemals erwähnen zu müssen, zumindest nicht vor Barney. „Ich weiß wie man sich anpasst. Auch in solchen Clubs. Ich bin hervorragendes… Frischfleisch“, murmelte er schließlich und vermied es, Barney direkt anzusehen.
„Sprich bitte noch kryptischer, Junge, ich… oh.“ Schweigen dröhnte aus dem Funkgerät.
Verdammt. Das war nicht die beste Idee gewesen, die Billy je gehabt hatte und er war kurz davor, alles abzustreiten, doch dafür war es vermutlich zu spät. Er starrte auf seine Finger und hoffte darauf, dass Barney ihn wenigstens nicht sofort aus dem Wagen schmeißen würde.
„Einverstanden“, sagte Barney.
Überrascht schaute Billy auf. „Ja?“
„Das kann nicht dein Ernst sein, Ross!“, zischte Lee. „Milchbart darf doch noch nicht mal was trinken und du willst, dass er…“
„Halt die Klappe, Christmas, und schwing deinen Arsch hierher“, sagte Barney, schaltete das Funkgerät aus und drehte sich zu Billy um, einen seltsam harten Zug um den Mund. „Du weißt, was du da tust?“
„Ja, Si- Barney.“
Barney stutzte kurz, sagte jedoch nichts sondern nickte Billy nur zu. „Dann los.“
Billy öffnete die Wagentür und sprang hinaus. Er entledigte sich seines Gürtels und warf ihn auf seinen Sitz. Barney beobachtete ihn und Billy grinste breit, obwohl er ein ziemlich flaues Gefühl im Magen hatte.
Er zog seine Hose ein paar Zentimeter weiter nach unten, sodass seine Boxershorts hervor lugten. Er kannte die Spielchen.
„Jung-Billy.“
„Ja?“ Billy wandte sich um, doch in Barneys Gesicht regte sich nichts, was ihm Aufschluss hätte geben können.
„Viel Glück.“

Im Nachhinein erkannte Billy, dass er viel zu emotional reagiert hatte, doch wer hätte auch ahnen können, dass ihr Verdächtiger auf Billys „Milchbart“ anspringen würde wie eine Motte auf die Glühbirne.
Er hatte sich wirklich nur an der Bar etwas zu trinken bestellen wollen, um nicht aufzufallen – und schon hatte er eine Hand auf der Schulter und ein charmantes Lächeln vor den Augen.
Und ja, vielleicht hatte er sich selbst aber vor allen Dingen Barney etwas beweisen wollen, als er den Mann in ein Gespräch verwickelte und deutlich klar machte, dass er nicht abgeneigt wäre, ihm in irgendwelche dunklen Gassen zu folgen. Immerhin war das ja der Plan gewesen, nicht wahr, den Typen so schnell wie möglich wieder rauszulocken, um ihn endlich entführen zu können.
Dass die dunkle Gasse sich weit hinter der Bar befinden würde, hatte Billy zu spät bemerkt und so kam es, dass Barney und Lee erst dazu stießen, als es schon fast zu spät war und Billy mit blutig geschlagener Nase und einem stattlichen Veilchen über seinem Gegner stand, der mit gebrochenem Arm ohnmächtig auf dem Boden lag.
„Tut mir Leid, Sir“, keuchte Billy, während er sich durchs Gesicht wischte. „Hab ihn unterschätzt.“
Barney sagte nichts, packte den Ohnmächtigen an den Schultern und schleifte ihn möglichst unauffällig in Richtung des Wagens. Er blieb ebenfalls stumm, als Lee die Autotüren zuschlug und ihnen bedeutete, sich zu beeilen und er schwieg den ganzen Weg von der Bar bis zum Flughafen, wo der mittlerweile weinende Mann und Lee in ein bereits wartendes Flugzeug stiegen.
Billy bemühte sich verzweifelt, nicht den Verstand zu verlieren oder Barney anzubrüllen. Die Stille machte ihn wahnsinnig.
Erst als sie vor der schäbigen Lagerhalle, in der ihr eigenes Flugzeug stand, Halt machten, brach Barney sein Schweigen und es kam so unerwartet, dass Billy zusammenzuckte.
„Hör mal, Junge…“
Rasch hob Billy die Hand. Er hatte keine Lust auf peinliche Fragen und wollte es möglichst schnell hinter sich bringen. Er seufzte.
„Bevor du fragst: Ja, ich bin schwul. Schon immer gewesen, seit ich vierzehn bin, durch High School und Armee hindurch und ja, es tut mir Leid, dass ich es nicht vorher gesagt habe und ich werde sofort meine Sachen packen und bin in spätestens zwei Stunden weg und…“
Barney holte aus und verpasste ihm einen Schlag auf den Hinterkopf – nicht fest, doch fest genug, dass Billy innehielt und ihn anstarrte.
„Ich wollte dir sagen, dass du heute ein verdammtes Scheißglück hattest und du nicht noch einmal solch ein Risiko eingehen wirst, solange du unter meinem Kommando stehst, kapiert?“
Billy klappte der Mund auf und als er Barney leicht lächeln sah, wusste er überhaupt nicht mehr, was er denken sollte.
„Dann…das ist das kein Problem für dich?“, fragte er vorsichtig nach, nicht sicher, ob er seinen Ohren trauen durfte.
„Junge!“ Barney lachte tatsächlich laut auf. „Wenn ich mit Gunnar und Yin kein Problem habe, dann wohl kaum mit dir!“
„G-Gunnar und Yin?“ Billy schwamm mit einem Mal der Kopf und er ließ sich tiefer in den Sitz sinken.
„Billy the Kid, du bist ein Vollidiot“, sagte Barney gutgelaunt und öffnete die Autotür. „Und jetzt komm mit, Kleiner, da gibt’s ein Kühlpack mit deinem Namen drauf.“
Billy blieb noch einen Moment sitzen, um sich wirklich wie der größte Trottel auf Erden vorzukommen, dann sprang er hastig aus dem Wagen.
„Jawohl, Sir.“

- Ende



Uff, was für ein Krampf. Ich merke, ich bin völlig raus aus dem Schreiben, für konstruktive Kritik bin ich also mehr als dankbar. =)

Date: 2012-10-22 01:17 pm (UTC)
From: [identity profile] rei17.livejournal.com
Hach! *-*
Vielen lieben Dank!
Ich glaube ich hatte meine Freude bereits per sms zum Ausdruck gebracht, aber hier nochmal ein bisschen ausführlicher mit MEHR! Grammatik, MEHR! neuer deutscher Rechtschreibung und NOCH MEHR! Ausrufezeichen!
Herrlich. *_*
Schwuppenschleuder. *lol* Lee ist einfach immer nur entzückend wenn er so disgruntled und missgetimmt ist weil die ganze Welt scheiße ist und was muss der Typ da ausgerechnet heute in der Schwuppenschleuder verschwinden, KANN der sich nicht mal anständig verfolgen lassen, WAS ist denn los mit der Welt, gott verdammt?!! XD Ach Lee...
Und sein Geplänker/Gedisse mit Barney - SO hinreißend. *_* Ich liebe ihre "altes Ehepaar"-Dynamik.
„Und wo genau ist das Problem? Du bist süß genug, du fällst schon nicht auf.“
D'aaaaaw. <3
Ach Cuties ...

Und Billy! BILLY!
OMG, let me love you. Ich liebe es, dass er WEIß, dass er Frischfleisch ist und völlig bereit ist das auszunutzen. XD

"Das kann nicht dein Ernst sein, Ross!“, zischte Lee. „Milchbart darf doch noch nicht mal was trinken und du willst, dass er…“
Awwww, Lee. Du machst dir doch Sorgen (um Billys Unschuld *-*), gibs zu!
Hab ich erwähnt wie sehr ich die Beziehung zwischen Lee und Billy liebe und wie Lee immer so aggro und anti ist, aber ihn tief drin eigentlich total lieb hat und es manchmal so durchblitzt? <3 Hach.

Und ich finds toll, dass du den "spielt Frischfleisch und wird dann prompt begrabscht und genon-cont"-trope eingebaut hast (ich liebe den), aber ihn natürlich so abgewandelt hast, dass Billy kickass ist sich selber zu retten. <3 Ist er nämlich total. Auch wenn Barney to the rescue einfach immer schön ist (und generell kann das gar nicht genug passieren ;P).

„Bevor du fragst: Ja, ich bin schwul. Schon immer gewesen, seit ich vierzehn bin, durch High School und Armee hindurch und ja, es tut mir Leid, dass ich es nicht vorher gesagt habe und ich werde sofort meine Sachen packen und bin in spätestens zwei Stunden weg und…“

BILLY! ;___; BILLY! T__T
Junge, was hat man dir angetan? Wer hat dir das Herz gebrochen? Wer war so gemein zu dir, dass du immer annimmst, alle wollen dich loswerden und verlassen, zurücklassen, im Stich lassen?! óò
Ach Baby...
Aber Barney! Sehr gut! Ich hab auf dich gezählt! <3

Schönes Ende und das schmeckt nach MEHR! ;D

(Und bitte fühl dich nicht verpflichtet dich sklavisch an die 120 Minuten zu halten. XD Ohne Scheiß - wenn du mal drei Stunden brauchst, statt zwei, das merkt eh keiner! Wir sind da gar nicht so. *g* Hauptsache du hast Spaß und schreibst (und ich darfs dann lesen ;).

Date: 2012-10-24 12:11 pm (UTC)
From: [identity profile] rei17.livejournal.com
Hach, Soul Sister, komm her. <3

Lee's Sichtweise auf Billy ist so ziemlich DAS BESTE EVER! (Und ich will dazu bitte auch ganz ganz viele fics haben, ja? Ja? JA?!) Er ist zwar eine ziemliche aggro Löwenmutter, aber awwwwww. Es ist auch irgendwie adorable. <3
Hey, Billy hat Barney im Film gerettet (oder sich zumindest für ihn geopfert) und wir wissen ALLE WIE DAS GEENDET HAT!!! T__T Und überhahpt - wo ist eigentlich die AU-fic wo Billy diese Szene überlebt? (Gerne auch sehr verletzt. *hust* Aber halt nicht tot. D:)

Ich liebe dein head canon zu Billy.... aber dass ich auf traumatisierte Jungs stehe, die in ihrer Vergangenheit gelernt haben, dass man niemandem vertrauen kann und dass sie immer verlassen werden, ist ja vermutlich kein Geheimnis mehr. XD

I feel you. Die Dialoge sind auch immer mein geringstes Problem und alles andere fällt mir schwer. x_x
Noch ein Grund weswegen du ganz viel schreiben solltest - so rein aus Übungszwecken. ;P Und natürlich musst du mich das dann alles lesen lassen. *g*

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