Auf Betriebstemperatur
Oct. 12th, 2012 11:37 pmFandom: Original
Challenge: Hypotermia
Wörter: 384
Genre: het, fluff
Summary: Die Dichterin, ihre Muse und die Abwesenheit von Geld
Ihr schwante bebend, dass er sich offenbar dachte, einen gewaltigen Fehler zu begehen, als sie ihre eiskalten Beine um seine wickelte. Es war eine interessante Beobachtung; die erste Beobachtung, die sie nicht mit den Augen machte. Sondern mit den betäubten Sinneszellen ihrer Haut.
Ein Schauer lief durch seine Glieder. Er atmete mehrere Male tief ein und aus, legte mit Nachdruck, der ihn selbst mehr überzeugen sollte als sie, beide Arme um ihre nackte Taille und drückte sich an sie. Sein weicher Bauch lag an ihrem Rücken, seine Handteller waren fleischige Wärmepunkte.
„Wir hören damit auf sobald wir es uns wieder leisten können, die Heizung wieder anzudrehen“, sagte sie entschuldigend.
Niedriger Blutdruck. Nahrungsmangel. Die minus fünfzehn Grad, welche das Wintertief über das Land zerrte. Gründe gab es genug. Entschuldigungen, dem Gefährten Fußsohlen aus Eis gegen die Schienbeine zu drücken, weniger.
„Nicht doch“, schnurrte er mit heller Stimme und sein Atem raschelte in ihren Haaren.
„Es gar nicht unangenehm. Sobald du deine normale Betriebstemperatur erreicht hast. Es könnte alles schlimmer sein.“
Die Dichterin ruhte ihren Atem auf ein paar ungeschriebenen Zeilen über diese seine geschmeidige Stimme aus. Dann schweifte ihr Blick über den Kaffeetisch am anderen Ende des Raumes und über die graugefärbten Dokumente vom Arbeitsamt. Vertröstungen stiegen wie Rauch von ihnen empor.
„Wenn das so ist“, lächelte sie und schloss wohlig die Augen.
„Mir fallen einige andere Dinge ein, denen wir bei dieser Gelegenheit hier nachgehen könnten.“
Er prustete.
„Verkauf erstmal ein paar Zeilen. Oder soll ich dich daran erinnern, dass wir uns derzeit keine Kondome leisten können?“
Sie wand sich in seinem Griff und drehte sich zu ihm herum. Der Blick seiner grauen Augen lag auf ihr wie Morgennebel.
„Meine arme, arme Muse“, flüsterte sie.
„Du wärmst mich. Du bist mein Gefährte. Ich bin sicher, es fällt dir nicht schwer, dir eine andere Methode auszudenken wie du mich inspirieren kannst.“
Natürlich kam es nicht dazu. Sie dachte etwas später, als sie in der Finsternis der Nacht zwischen Traum und Weltenrand tastete, noch kurz daran. Doch dann fühlte sie sich zu beschäftigt damit, seinem leichten Atem zu lauschen und ihre Synapsen Metaphern pflanzen zu lassen – liebevolle, warme Worte, die sie am Morgen ohnehin wieder vergessen haben würde; zwischen ihren Körpern und der Bettdecke und ihrer Zukunftslosigkeit.
Challenge: Hypotermia
Wörter: 384
Genre: het, fluff
Summary: Die Dichterin, ihre Muse und die Abwesenheit von Geld
Ihr schwante bebend, dass er sich offenbar dachte, einen gewaltigen Fehler zu begehen, als sie ihre eiskalten Beine um seine wickelte. Es war eine interessante Beobachtung; die erste Beobachtung, die sie nicht mit den Augen machte. Sondern mit den betäubten Sinneszellen ihrer Haut.
Ein Schauer lief durch seine Glieder. Er atmete mehrere Male tief ein und aus, legte mit Nachdruck, der ihn selbst mehr überzeugen sollte als sie, beide Arme um ihre nackte Taille und drückte sich an sie. Sein weicher Bauch lag an ihrem Rücken, seine Handteller waren fleischige Wärmepunkte.
„Wir hören damit auf sobald wir es uns wieder leisten können, die Heizung wieder anzudrehen“, sagte sie entschuldigend.
Niedriger Blutdruck. Nahrungsmangel. Die minus fünfzehn Grad, welche das Wintertief über das Land zerrte. Gründe gab es genug. Entschuldigungen, dem Gefährten Fußsohlen aus Eis gegen die Schienbeine zu drücken, weniger.
„Nicht doch“, schnurrte er mit heller Stimme und sein Atem raschelte in ihren Haaren.
„Es gar nicht unangenehm. Sobald du deine normale Betriebstemperatur erreicht hast. Es könnte alles schlimmer sein.“
Die Dichterin ruhte ihren Atem auf ein paar ungeschriebenen Zeilen über diese seine geschmeidige Stimme aus. Dann schweifte ihr Blick über den Kaffeetisch am anderen Ende des Raumes und über die graugefärbten Dokumente vom Arbeitsamt. Vertröstungen stiegen wie Rauch von ihnen empor.
„Wenn das so ist“, lächelte sie und schloss wohlig die Augen.
„Mir fallen einige andere Dinge ein, denen wir bei dieser Gelegenheit hier nachgehen könnten.“
Er prustete.
„Verkauf erstmal ein paar Zeilen. Oder soll ich dich daran erinnern, dass wir uns derzeit keine Kondome leisten können?“
Sie wand sich in seinem Griff und drehte sich zu ihm herum. Der Blick seiner grauen Augen lag auf ihr wie Morgennebel.
„Meine arme, arme Muse“, flüsterte sie.
„Du wärmst mich. Du bist mein Gefährte. Ich bin sicher, es fällt dir nicht schwer, dir eine andere Methode auszudenken wie du mich inspirieren kannst.“
Natürlich kam es nicht dazu. Sie dachte etwas später, als sie in der Finsternis der Nacht zwischen Traum und Weltenrand tastete, noch kurz daran. Doch dann fühlte sie sich zu beschäftigt damit, seinem leichten Atem zu lauschen und ihre Synapsen Metaphern pflanzen zu lassen – liebevolle, warme Worte, die sie am Morgen ohnehin wieder vergessen haben würde; zwischen ihren Körpern und der Bettdecke und ihrer Zukunftslosigkeit.
no subject
Date: 2012-10-12 09:57 pm (UTC)*schauder* Mir ist beim lesen wieder etwas kälter geworden. Aber es ist ganz, ganz toll! So wunderbar stimmungsvoll! ♥ Und nur ein kleines bisschen trostlos.
*schenkt den beiden eine Wärmflasche* Hach... grandios!
no subject
Date: 2012-10-12 10:21 pm (UTC)Danke :3