35. Romantik/Intimität - Wortlos
Sep. 30th, 2012 08:45 pmTeam: Dickinson
Challenge: Romantik/Intimität - Wortlos (für mich)
Fandom: Original | Twisted Tales (die Superheldenteenager)
Charaktere: Max, Gunnild
Worte: ~480
Sie saß am Schreibtisch, mal wieder vollkommen in ein Buch vertieft. Einige schneeweiße Strähnen fielen ihr vorwitzig ins Gesicht und sie strich sie immer wieder mit einer unbewussten Bewegung zurück. Ihre eisblau lackierten Fingernägel trommelten einen stetigen Rhythmus auf die Schreibtischplatte.
Max fragte sich, ob Gunnild eigentlich bewusst war, wie schön sie war. Vermutlich nicht. Vermutlich hatte sich noch nie jemand getraut, ihr das zu sagen.
Er angelte nach seinem Rucksack und fischte ein paar lose Blätter und einen Stift hervor. Er hatte nicht viel mitgenommen, als er Hals über Kopf aufgebrochen war, aber um ihn dazu zu bringen, seine Zeichensachen zurückzulassen war schon eine ganze Menge mehr nötig. Er mochte kein Begabter sein, aber man hatte ihm schon mehr als einmal gesagt, dass seine Bilder verdammt nah an so etwas dran waren.
Der Stift huschte über das raue Papier. Gunnild einzufangen war schwieriger, als er gedacht hatte, stellte Max schnell fest. Sie strahlte eine so unglaubliche Ruhe aus, dass es schwer war, das Bild nicht tot wirken zu lassen. In ihren Augen war so ein ganz kleines Funkeln, von dem er kaum wusste, was es war, geschweige denn, wie er es zeichnen sollte. Und ihre Haare - er hatte sie einmal angefasst und geglaubt, seine Hand würde abfallen - waren nicht wie normales Haar, das er jahrelang geübt hatte aufs Papier zu bannen. Es fühlte sich vielmehr an wie frisch gefallener Schnee, oder vielleicht wie gesponnene Fäden aus purem Eis. Nichts, was sich auch nur ansatzweise zeichnen ließ.
Er zerknüllte das erste Blatt und warf es gezielt in den Mülleimer. Gunnild schien von all dem nichts zu bemerken. Er fragte sich, welche Bilder das Buch wohl in ihren Kopf zauberte. Sie las am liebsten Geschichten über Länder, in denen es Wüsten gab und wo Palmen wuchsen, denn es war die einzige Möglichkeit für sie, eine Art von Wärme zu genießen, ohne, dass es ihr wehtat. Max konnte sich nicht vorstellen, so zu leben. Er hatte sich schon oft gewünscht, begabt zu sein, aber erst, seit er hier war, konnte er sich vorstellen, was genau das bedeutete. Für Adrian, um den herum es niemals still war, weil es immer irgendein Tier gab, das ihm etwas erzählte. Für Jana, die keine metallenen Gegenstände ohne Handschuhe benutzen konnte, weil der Strom in ihren Fingerspitzen sie entweder schmolz oder zu Waffen machte. Für Gunnild. Vor allem für Gunnild.
Max seufzte und warf das zweite Blatt in den Papierkorb. Viele waren nicht mehr übrig. Er musste sich wirklich anstrengen.
Als Gunnild Stunden später endlich ihr Buch zuklappte, hörte sie die Dusche rauschen. Auf dem Bett lag ein einzelnes Blatt Papier. Sie stand auf, ging hinüber und nahm es in die Hand.
Als Max aus der Dusche kam, stand Gunnild immernoch da. Das Blatt in der Hand, und mit Tränen in den Augen. Keine Eistropfen, warme, echte Tränen. Und das war vielleicht das schönste, was überhaupt hätte sagen können.
Challenge: Romantik/Intimität - Wortlos (für mich)
Fandom: Original | Twisted Tales (die Superheldenteenager)
Charaktere: Max, Gunnild
Worte: ~480
Sie saß am Schreibtisch, mal wieder vollkommen in ein Buch vertieft. Einige schneeweiße Strähnen fielen ihr vorwitzig ins Gesicht und sie strich sie immer wieder mit einer unbewussten Bewegung zurück. Ihre eisblau lackierten Fingernägel trommelten einen stetigen Rhythmus auf die Schreibtischplatte.
Max fragte sich, ob Gunnild eigentlich bewusst war, wie schön sie war. Vermutlich nicht. Vermutlich hatte sich noch nie jemand getraut, ihr das zu sagen.
Er angelte nach seinem Rucksack und fischte ein paar lose Blätter und einen Stift hervor. Er hatte nicht viel mitgenommen, als er Hals über Kopf aufgebrochen war, aber um ihn dazu zu bringen, seine Zeichensachen zurückzulassen war schon eine ganze Menge mehr nötig. Er mochte kein Begabter sein, aber man hatte ihm schon mehr als einmal gesagt, dass seine Bilder verdammt nah an so etwas dran waren.
Der Stift huschte über das raue Papier. Gunnild einzufangen war schwieriger, als er gedacht hatte, stellte Max schnell fest. Sie strahlte eine so unglaubliche Ruhe aus, dass es schwer war, das Bild nicht tot wirken zu lassen. In ihren Augen war so ein ganz kleines Funkeln, von dem er kaum wusste, was es war, geschweige denn, wie er es zeichnen sollte. Und ihre Haare - er hatte sie einmal angefasst und geglaubt, seine Hand würde abfallen - waren nicht wie normales Haar, das er jahrelang geübt hatte aufs Papier zu bannen. Es fühlte sich vielmehr an wie frisch gefallener Schnee, oder vielleicht wie gesponnene Fäden aus purem Eis. Nichts, was sich auch nur ansatzweise zeichnen ließ.
Er zerknüllte das erste Blatt und warf es gezielt in den Mülleimer. Gunnild schien von all dem nichts zu bemerken. Er fragte sich, welche Bilder das Buch wohl in ihren Kopf zauberte. Sie las am liebsten Geschichten über Länder, in denen es Wüsten gab und wo Palmen wuchsen, denn es war die einzige Möglichkeit für sie, eine Art von Wärme zu genießen, ohne, dass es ihr wehtat. Max konnte sich nicht vorstellen, so zu leben. Er hatte sich schon oft gewünscht, begabt zu sein, aber erst, seit er hier war, konnte er sich vorstellen, was genau das bedeutete. Für Adrian, um den herum es niemals still war, weil es immer irgendein Tier gab, das ihm etwas erzählte. Für Jana, die keine metallenen Gegenstände ohne Handschuhe benutzen konnte, weil der Strom in ihren Fingerspitzen sie entweder schmolz oder zu Waffen machte. Für Gunnild. Vor allem für Gunnild.
Max seufzte und warf das zweite Blatt in den Papierkorb. Viele waren nicht mehr übrig. Er musste sich wirklich anstrengen.
Als Gunnild Stunden später endlich ihr Buch zuklappte, hörte sie die Dusche rauschen. Auf dem Bett lag ein einzelnes Blatt Papier. Sie stand auf, ging hinüber und nahm es in die Hand.
Als Max aus der Dusche kam, stand Gunnild immernoch da. Das Blatt in der Hand, und mit Tränen in den Augen. Keine Eistropfen, warme, echte Tränen. Und das war vielleicht das schönste, was überhaupt hätte sagen können.