Team: Ovid
Fandom: Digimon 02
Personen: Daisuke, Takeru
Challenge: Kink: Pannen [Für mich] - Damit hab ich ein Weltherrschafts-Bingo =D
Wörter: 989
Kommentar: Das Ende der DaiKeru-Geschichte, welche ich zu Beginn der Sommerchallenges geschrieben habe, nachzulesen hier: 1,2, 3. Ein Kreis schließt sich. xD
Daisuke blätterte durch eine Frauenzeitschrift mit Amuro Namie auf dem Cover als Takeru aus dem Behandlungsraum der Notaufnahme zurückkehrte. Sein linkes Bein wippte mit der geschätzten Geschwindigkeit eines Computer-Prozessors auf und ab.
Takeru schaute ihm still einige Sekunden lang zu. Die Nervosität hing über seinem Freund wie eine Gewitterwolke. Er seufzte innerlich.
„Ich bin fertig“, sagte er und Daisuke schreckte hoch.
„Oh..okay. Was? Schon? Bist du sicher?“
„Ja, ganz sicher.“
Sie traten in den Sonnenschein hinaus. Die Straßen waren leerer zu dieser Tageszeit und kaum jemand begegnete ihnen in der Fußgängerzone. Eigentlich hatte Daisuke ihm einen atemberaubenden unifreien Tag versprochen. Von Notaufnahme hatte er allerdings nichts erwähnt.
„Verklagst du mich jetzt?“, fragte Daisuke nach einigen Minuten unangenehmen Schweigens.
„Das waren doch bestimmt so fünf bis sechs Stiche.“
Takeru rollte die Augen.
„Vier“, entgegnete er und schaute sich vorsichtshalber noch einmal um zur Sicherheit. Daisuke musste solche Sachen immer in der Öffentlichkeit besprechen.
„Und natürlich nicht. Obwohl es schwierig war, eine Geschichte für den Arzt zu erfinden, die nicht der Wahrhaft entspricht und gleichzeitig den Gebissabdruck eines erwachsenen Mannes erklärt.“
Daisuke schaute auf den Boden.
„Was hast du ihm erzählt?“
„Oh, frag nicht.“
Wieder Schweigen. Nein, das war wirklich nicht der „siebte Himmel der Ekstase“, zu dem ihn sein Freund eingeladen hatte, beschloss Takeru.
„Warum überhaupt?“
„Warum was?“
„Warum hattest du geplant, mir ein Stück Fleisch aus der Schulter zu reißen?“
Daisuke blieb stehen und hob verständnislos die Handflächen gen Himmel;
„Es war ein Versehen! Ich wollt' es etwas intensivieren. Ich dachte, das würdest du mögen!“
„Nein“, schüttelte Takeru den Kopf,
„Ich mag es nicht, Fasern meines Körpers zu verlieren. Schmerz erregend zu finden und durch Blutverlust sterben, das sind immer noch zwei völlig verschiedene Dinge. Davon abgesehen-“
Sie waren inzwischen beide stehengeblieben. In der Ferne rauschten zwei Autos vorüber.
„- was hat dich überhaupt auf die Idee gebracht? Neulich hat das doch auch funktioniert.“
Daisuke sah ihn mit gesenktem Kopf durch seine Ponysträhnen an und kaute auf der Unterlippe herum wie ein verschüchterter Schuljunge.
„Das neulich war aber nicht ich“, murmelte er.
In diesem Augenblick fragte sich Takeru, warum er nicht viel früher darauf gekommen war.
Er rieb sich mit der linken Hand über das Gesicht. Zu dem dumpfen Schmerz in der Schulter gesellte sich langsam ein ekelhaftes Pochen unter seiner Schädeldecke.
„Ernsthaft?“, brummte er und ließ den Kopf hängen.
„Ich bin grade halb invalide, weil du deine Eifersucht auf Ken nicht kontrollieren kannst? Nach dieser Dreier-Geschichte die du angeleiert hast?“
„Man kann auch mal schlechte Ideen haben, mach mich nich' fertig!“
Daisuke massierte seine Schläfen und atmetet übertrieben tief ein und aus.
„Im Internet wirkt sowas viel einfacher.“
„Die im Internet sind keine echten Menschen. Lerne, zwischen Pornographie und echtem Leben zu unterscheiden“, sagte Takeru trocken.
Seine Kopfschmerzen hatten sich verstärkt. Er hatte keine sonderlich große Lust, sich weiter mit Daisuke auseinanderzusetzen, ihm stand der Sinn vielmehr nach einer Tasse Tee, noch mehr Schmerzmitteln und seinem Bett.
„Du machst das alles doch eh nur, weil du nett zu mir sein willst“, platzte Daisuke plötzlich hervor und da wusste Takeru, dass sich diese Diskussion nicht so einfach erledigen würde.
„Du magst mich nicht. Also, nicht so jedenfalls.“
Sie waren um die Ecke gebogen und im Hintergrund erschien der Häuserkomplex, in dem Takeru wohnte.
„Du tust so unglaublich rotzig und erhaben, aber du bist genauso wie Hikari- du willst nur nett zu deinen Freunden sein. Deswegen wolltest du es „ausprobieren“ mit der Beziehung. Ich merk das doch.“
Wow. Ein zweifach motivierter Biss. Takeru schluckte und dachte kurz darüber nach.
Hatte er deswegen diesem zugegebenermaßen komischen Testlauf zugestimmt? Hatte er sich nur schlecht gefühlt für Daisuke nach der Ken-Affäre? War das seine Affekthandlung gewesen, weil er es nicht ertragen hatte, wie herzgebrochen Daisuke ausgesehen hatte?
Einen Augenblick lang musste er sich zusammenreißen damit er seinem Freund nicht den Klischee-Satz „Ich bin Scheidungskind, du Arsch“ entgegenrief. Das entschuldigte nichts. Es würde nur alles schlimmer machen.
Im Grunde war er es gewesen, der alles zum Schlimmeren geführt hatte. Als Nichtverliebter hätte er vernünftig sein und die Notbremse ziehen müssen.
„Natürlich mag ich dich“, sagte er schwach und es klang aus seinem Mund wie der reine Hohn. Eine Sekunde lang wünschte er sich, dass Daisuke ihn wirklich schwer verletzt hätte, um irgendwie einen Ausgleich herzustellen.
„Ich weiß doch.“
Daisuke schaute ihn an und griff nach der Hand an seiner unverletzten Schulter.
„Aber ich mag dich eben mehr. So sehr, dass ich nicht schlafen kann, dass ich mich auf nichts anderes konzentrieren kann.“ Er tippte an seine Brust.
„Es tut da weh, wenn du nicht da bist. Und noch mehr, wenn du da bist. Weil es dir nicht genauso geht.“
Das war es also. Es gab nichts, was er hätte sagen können. Zumindest nichts Diplomatisches, mit dem er sich aus der Situation würde winden können. Es war alles ihm zuzuschreiben. Takeru strich sanft mit dem Daumen über Daisukes Finger.
„Es tut mir leid“, sagte er.
„Wirklich und aufrichtig.“
Sein Freund lächelte schwach.
„Schon okay. Aber mach sowas nie wieder.“
Takeru sah ihm lange nach. Daisukes Rücken war gekrümmt, seine Hände in den Hosentaschen. Er lief ein bisschen breitbeiniger als nötig war.
Das Schlimmste an der ganzen Sache war, dass Daisuke natürlich einer seiner besten Freunde bleiben würde. Dass er ihm irgendwann verzeihen würde. Das lag in seiner Natur – wer einem Digimonkaiser verzieh, dass der alle seine Freunde töten hatte wollen, verzieh auch so etwas. Es war nur alles eine Frage der Zeit.
Das machte es bequem.
Das machte es noch schmerzhafter.
Takeru nahm den Fahrstuhl und trat in das Apartment seiner Mutter, welches ruhig und uhrentickend vor ihm lag. Er packte die verschriebenen Schmerzmittel aus seiner Tasche und stellte sie auf den Küchentisch.
Er hätte sie besser Daisuke mitgegeben.
Fandom: Digimon 02
Personen: Daisuke, Takeru
Challenge: Kink: Pannen [Für mich] - Damit hab ich ein Weltherrschafts-Bingo =D
Wörter: 989
Kommentar: Das Ende der DaiKeru-Geschichte, welche ich zu Beginn der Sommerchallenges geschrieben habe, nachzulesen hier: 1,2, 3. Ein Kreis schließt sich. xD
Daisuke blätterte durch eine Frauenzeitschrift mit Amuro Namie auf dem Cover als Takeru aus dem Behandlungsraum der Notaufnahme zurückkehrte. Sein linkes Bein wippte mit der geschätzten Geschwindigkeit eines Computer-Prozessors auf und ab.
Takeru schaute ihm still einige Sekunden lang zu. Die Nervosität hing über seinem Freund wie eine Gewitterwolke. Er seufzte innerlich.
„Ich bin fertig“, sagte er und Daisuke schreckte hoch.
„Oh..okay. Was? Schon? Bist du sicher?“
„Ja, ganz sicher.“
Sie traten in den Sonnenschein hinaus. Die Straßen waren leerer zu dieser Tageszeit und kaum jemand begegnete ihnen in der Fußgängerzone. Eigentlich hatte Daisuke ihm einen atemberaubenden unifreien Tag versprochen. Von Notaufnahme hatte er allerdings nichts erwähnt.
„Verklagst du mich jetzt?“, fragte Daisuke nach einigen Minuten unangenehmen Schweigens.
„Das waren doch bestimmt so fünf bis sechs Stiche.“
Takeru rollte die Augen.
„Vier“, entgegnete er und schaute sich vorsichtshalber noch einmal um zur Sicherheit. Daisuke musste solche Sachen immer in der Öffentlichkeit besprechen.
„Und natürlich nicht. Obwohl es schwierig war, eine Geschichte für den Arzt zu erfinden, die nicht der Wahrhaft entspricht und gleichzeitig den Gebissabdruck eines erwachsenen Mannes erklärt.“
Daisuke schaute auf den Boden.
„Was hast du ihm erzählt?“
„Oh, frag nicht.“
Wieder Schweigen. Nein, das war wirklich nicht der „siebte Himmel der Ekstase“, zu dem ihn sein Freund eingeladen hatte, beschloss Takeru.
„Warum überhaupt?“
„Warum was?“
„Warum hattest du geplant, mir ein Stück Fleisch aus der Schulter zu reißen?“
Daisuke blieb stehen und hob verständnislos die Handflächen gen Himmel;
„Es war ein Versehen! Ich wollt' es etwas intensivieren. Ich dachte, das würdest du mögen!“
„Nein“, schüttelte Takeru den Kopf,
„Ich mag es nicht, Fasern meines Körpers zu verlieren. Schmerz erregend zu finden und durch Blutverlust sterben, das sind immer noch zwei völlig verschiedene Dinge. Davon abgesehen-“
Sie waren inzwischen beide stehengeblieben. In der Ferne rauschten zwei Autos vorüber.
„- was hat dich überhaupt auf die Idee gebracht? Neulich hat das doch auch funktioniert.“
Daisuke sah ihn mit gesenktem Kopf durch seine Ponysträhnen an und kaute auf der Unterlippe herum wie ein verschüchterter Schuljunge.
„Das neulich war aber nicht ich“, murmelte er.
In diesem Augenblick fragte sich Takeru, warum er nicht viel früher darauf gekommen war.
Er rieb sich mit der linken Hand über das Gesicht. Zu dem dumpfen Schmerz in der Schulter gesellte sich langsam ein ekelhaftes Pochen unter seiner Schädeldecke.
„Ernsthaft?“, brummte er und ließ den Kopf hängen.
„Ich bin grade halb invalide, weil du deine Eifersucht auf Ken nicht kontrollieren kannst? Nach dieser Dreier-Geschichte die du angeleiert hast?“
„Man kann auch mal schlechte Ideen haben, mach mich nich' fertig!“
Daisuke massierte seine Schläfen und atmetet übertrieben tief ein und aus.
„Im Internet wirkt sowas viel einfacher.“
„Die im Internet sind keine echten Menschen. Lerne, zwischen Pornographie und echtem Leben zu unterscheiden“, sagte Takeru trocken.
Seine Kopfschmerzen hatten sich verstärkt. Er hatte keine sonderlich große Lust, sich weiter mit Daisuke auseinanderzusetzen, ihm stand der Sinn vielmehr nach einer Tasse Tee, noch mehr Schmerzmitteln und seinem Bett.
„Du machst das alles doch eh nur, weil du nett zu mir sein willst“, platzte Daisuke plötzlich hervor und da wusste Takeru, dass sich diese Diskussion nicht so einfach erledigen würde.
„Du magst mich nicht. Also, nicht so jedenfalls.“
Sie waren um die Ecke gebogen und im Hintergrund erschien der Häuserkomplex, in dem Takeru wohnte.
„Du tust so unglaublich rotzig und erhaben, aber du bist genauso wie Hikari- du willst nur nett zu deinen Freunden sein. Deswegen wolltest du es „ausprobieren“ mit der Beziehung. Ich merk das doch.“
Wow. Ein zweifach motivierter Biss. Takeru schluckte und dachte kurz darüber nach.
Hatte er deswegen diesem zugegebenermaßen komischen Testlauf zugestimmt? Hatte er sich nur schlecht gefühlt für Daisuke nach der Ken-Affäre? War das seine Affekthandlung gewesen, weil er es nicht ertragen hatte, wie herzgebrochen Daisuke ausgesehen hatte?
Einen Augenblick lang musste er sich zusammenreißen damit er seinem Freund nicht den Klischee-Satz „Ich bin Scheidungskind, du Arsch“ entgegenrief. Das entschuldigte nichts. Es würde nur alles schlimmer machen.
Im Grunde war er es gewesen, der alles zum Schlimmeren geführt hatte. Als Nichtverliebter hätte er vernünftig sein und die Notbremse ziehen müssen.
„Natürlich mag ich dich“, sagte er schwach und es klang aus seinem Mund wie der reine Hohn. Eine Sekunde lang wünschte er sich, dass Daisuke ihn wirklich schwer verletzt hätte, um irgendwie einen Ausgleich herzustellen.
„Ich weiß doch.“
Daisuke schaute ihn an und griff nach der Hand an seiner unverletzten Schulter.
„Aber ich mag dich eben mehr. So sehr, dass ich nicht schlafen kann, dass ich mich auf nichts anderes konzentrieren kann.“ Er tippte an seine Brust.
„Es tut da weh, wenn du nicht da bist. Und noch mehr, wenn du da bist. Weil es dir nicht genauso geht.“
Das war es also. Es gab nichts, was er hätte sagen können. Zumindest nichts Diplomatisches, mit dem er sich aus der Situation würde winden können. Es war alles ihm zuzuschreiben. Takeru strich sanft mit dem Daumen über Daisukes Finger.
„Es tut mir leid“, sagte er.
„Wirklich und aufrichtig.“
Sein Freund lächelte schwach.
„Schon okay. Aber mach sowas nie wieder.“
Takeru sah ihm lange nach. Daisukes Rücken war gekrümmt, seine Hände in den Hosentaschen. Er lief ein bisschen breitbeiniger als nötig war.
Das Schlimmste an der ganzen Sache war, dass Daisuke natürlich einer seiner besten Freunde bleiben würde. Dass er ihm irgendwann verzeihen würde. Das lag in seiner Natur – wer einem Digimonkaiser verzieh, dass der alle seine Freunde töten hatte wollen, verzieh auch so etwas. Es war nur alles eine Frage der Zeit.
Das machte es bequem.
Das machte es noch schmerzhafter.
Takeru nahm den Fahrstuhl und trat in das Apartment seiner Mutter, welches ruhig und uhrentickend vor ihm lag. Er packte die verschriebenen Schmerzmittel aus seiner Tasche und stellte sie auf den Küchentisch.
Er hätte sie besser Daisuke mitgegeben.