[identity profile] nessaniel.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Dickinson
Autor: nessaniel
Titel: Einmal Stausee und zurück
Challenge: Kink – Erstes Mal – fürs Team
Fandom: Fußball (und Original?) und AU? Oh Gott... XDD
Charaktere/Pairing: Robin/Georg (jap, Slash, aber nicht explizit!)
Disclaimer: Mir gehört gar nichts.
Kommentar (Alter, ich hätte vom zweiten Energydrink die Finger lassen sollen, ich bin seit gefühlten 36 Stunden wach...) Jedenfalls ist das hier ein Teil meines epischen Bundesliga=Schule!-AUs, an dem ich seit hundert Jahren rumbastele (meistens in Tagträumen, während ich in der Vorlesung hocke). Da ich immer noch Hemmungen habe, die richtigen Namen zu verwenden, habe ich die Herren mal spontan umgetauft in Robin und Georg (echte Namen gibts für Interessenten hier auf meinem tumblr =3). Eigentlich ist es auch total unwichtig, dass das Ganze was mit Fußball zu tun hat, aber ich wollte es erwähnen. Man muss eigentlich nur wissen, dass Robin 18 ist *Schweiß von der Stirn wisch* und schon eine Menge katastrophal schief gelaufener Beziehungen hinter sich hat – und Georg ist sein Chemielehrer...Und egal, was ich jetzt noch sage, es wird sich alles wie eine billige Pornozusammenfassung anhören, also uhm... viel Spaß? XDDD



Einmal Stausee und zurück

Robin zog wieder die Hand aus der Hosentasche und spähte auf seine Uhr.
Es waren ungefähr dreißig Sekunden vergangen, seit er das letzte Mal drauf geguckt hatte und demnach wurde seine Ungeduld nicht kleiner.
„Ist doch sonst nicht seine Art“, murmelte er leise und zog den Mantel fester um sich. Es war zwar noch nicht so kalt, dass er wirklich einen Wintermantel benötigt hätte, doch anders hatte er sich nicht aus dem Haus schleichen können, ohne dass seiner Mutter aufgefallen wäre, wie schick er sich angezogen hatte.
Er sah sich nach links und rechts um, doch der Stadtpark lag ruhig und völlig verlassen da. Robin zog das Handy aus der Hosentasche und durchsuchte seine SMS. Vielleicht hatte er doch etwas falsch verstanden? Vielleicht hatte er das falsche Datum im Kopf, oder die falsche Uhrzeit oder den falschen Treffpunkt?
"Freitag, 18 Uhr, Friedhofsecke. Wir gehen essen. Schlaf bei mir? Gruß G."
Es war Freitag, hinter Robin quietschte die gusseiserne Pforte des städtischen Friedhofs und mittlerweile war es viertel nach Sechs.
Er starrte noch eine Weile auf das Handydisplay und grinste ein wenig. Obwohl Georg nie mehr als das Nötigste schrieb, achtete er dennoch auf die Zeichensetzung.
"Alter Mann", murmelte Robin, dann warf er das Handy zurück in seinen Rucksack. Natürlich hatte er nichts falsch verstanden. Seit er die Nachricht vor ein paar Tagen bekommen hatte, hätte er wahrscheinlich eher seinen eigenen Geburtstag vergessen, als dieses…Treffen. Date. Was auch immer.
Er hatte niemandem davon erzählt. Wem auch, es durfte schließlich niemand wissen, dass er und Georg…
Robin schloss die Augen.
Er konnte es immer noch nicht so ganz fassen, dass er tatsächlich auf Georg wartete.
Georg, der ihn liebte. Oder so. Der ihn küsste und berührte, wenn er bei ihm war, der ihm zuhörte und Robin nicht das Gefühl gab, überflüssig zu sein oder naiv.
Er schluckte, machte die Augen wieder auf und starrte auf seine Schuhe.
Urplötzlich hatte er das Bedürfnis, Georg zu umarmen und ihn wenn es ging nie wieder loszulassen.
„Jetzt komm endlich“, murmelte er schließlich, um sich abzulenken. Das fehlte noch, dass er anfing, zu heulen, wenn Georg auftauchte.
Falls er auftauchte.
Er dachte erneut an die SMS.
„Schlaf bei mir“, hatte Georg geschrieben, mit einem Fragezeichen, so als wolle er einen Vorschlag machen.
Robin ahnte, was das hieß, er war schließlich nicht blöd; Georg hätte ebenso gut schreiben können, dass Robin Kondome einpacken solle.
Verdammt.
Ihm fiel ein Gespräch ein, das er vergangenes Jahr mit Patrick und Susanne geführt hatte, kurz nach den Sommerferien. Sie hatten auf dem Pausenhof gestanden und als Tanja und Paul an ihnen vorbeigegangen waren, hatte Patrick gegrinst.
„Die haben erst jetzt miteinander geschlafen, wusstet ihr das?“
„Hä?“ Robin sah seinen Kumpel stirnrunzelnd an. Er wollte auf gar keinen Fall wissen, woher Patrick das schon wieder wusste.
„Na, die sind seit zwei Monaten zusammen und haben erst jetzt…“ Er stieß übertrieben mit dem Becken nach vorne und zwinkerte Robin zu. Der stöhnte entnervt.
„Was hat das denn damit zu tun?“, fragte er, doch als er Susannes und Patricks überraschte Blicke bemerkte, wusste er, dass er etwas Falsches gesagt hatte.
„Ähm…alles?“, sagte Patrick dann auch spöttisch. „Wie willst du denn sonst wissen, ob du mit jemandem ‘ne Beziehung hast.“
Robin wollte etwas erwidern, doch Susanne kam ihm zuvor.
„Ich finde auch, dass man das vorher nicht sagen kann. Es kann doch auch eine enge Freundschaft sein, mit ein bisschen Knutschen und Fummeln… aber wenn man bumst, dann ist man auf jeden Fall zusammen!“
„Ihr spinnt ja“, antwortete Robin und merkte, dass er rot wurde.
„Ach? Woran machst du denn fest, ob du mit jemanden was hast?“, wollte Patrick grinsend wissen.
„Weiß nicht“, meinte Robin ausweichend. „Tanja und Paul müssen das ja auch gewusst haben.“
„Wie sie das festgestellt haben, ist mir ein Rätsel. Vielleicht haben sie sich einmal geküsst und meinten dann, dass sie es ausprobieren könnten.“
„Und wenn sie einfach gemerkt haben, dass sie sich lieben?“
Robin ärgerte sich, dass sein Einwand so leise klang, doch er war verunsichert durch das, was Susanne und Patrick sagten.
„Ja klar, lieben die sich“, meinte Patrick jedoch nur lapidar. „Daher kommt ja dann auch der Sex.“
Robin starrte ihn an. „Was?“
„Na, Liebe ist doch eigentlich nur ‚Freundschaft mit Anfassen‘!“, erklärte Patrick dann und schaute Robin seltsam an. „Wenn ich geil drauf bin, jemanden anzufassen, dann liebe ich ihn, so einfach ist das. Was soll Liebe denn sonst sein?“
„Ja“, murmelte Robin und schaute rasch weg, rüber zu Tanja und Paul, die händchenhaltend in Richtung des Sportplatzes gingen. „Was denn sonst.“
Dachte Georg auch so, fragte sich Robin, während er es vermied, ein weiteres Mal auf seine Uhr zu schauen. Und überhaupt, was machte Liebe denn nun aus? Robin seufzte. Weder das Desaster mit Simon und Stefan noch diese…Sache mit Manuel hatten ihm Aufschluss darüber geben können.
Bei Georg hingegen…
Robin seufzte schwer, dann schaute er erneut auf seine Armbanduhr. Zu seiner großen Überraschung waren erst drei Minuten vergangen, während sich sein Kopf mittlerweile so schwer anfühlte, als hätte er eine dreistündige Klausur hinter sich.
Er sah wieder auf und plötzlich hörte er ein Auto heran rauschen. Erfreut bückte er sich und hob seinen Rucksack auf, doch als er hochkam, stellte er enttäuscht fest, dass es ein roter Sportwagen war, der an ihm vorbeifuhr.
Keine Spur von Georgs blauem Kombi.
Robin runzelte die Stirn, während er die Straße hinauf starrte. So langsam wurde er sauer. War es wirklich so schwer, kurz anzurufen? Er zweifelte nicht daran, dass Georg irgendeinen wichtigen Grund für seine Verspätung hatte, doch er stand sich hier die Beine in den Bauch, machte sich einen Haufen Gedanken, die mit jeder Minute drängender und unschöner wurden und…
Zwei große, raue Hände legten sich plötzlich über seine Augen.
„Tut mir Leid“, wurde in sein Ohr gehaucht.
Robin erschrak, doch dann ließ er seinen Rucksack fallen, riss Georgs Hände weg und trat einen Schritt nach vorn – obwohl er das beinah überwältigende Bedürfnis verspürte, sich auf ihn zu stürzen und ihn zu umarmen.
„H-hey“, murmelte er, räusperte sich dann und sah Georg an. Er wollte ihn anschnauzen und fragen, ob er plötzlich Robins Nummer vergessen hatte oder ihm irgendwas ähnlich Zickiges an den Kopf werfen, doch dann kam nur ein krächzendes „Hättest… hättest ja mal anrufen können“, aus seinem Mund, kaum, dass er Georg ansah.
Wie er lächelte.
Wie gut er aussah.
Wie er vor ihm stand, groß, breit, und mit ausgebreiteten Armen.
„Entschuldige, ich weiß“, sagte Georg dann, doch Robin konnte ihm gar nicht richtig zuhören, so sehr starrte er ihn an. „Aber ich musste noch etwas besorgen.“
„Schon…schon okay.“
Er sollte sich dringend wieder beruhigen, andernfalls würde er ihm noch auf die Schuhe sabbern.
„Nein, wirklich, es tut mir ehrlich Leid.“ Georg sah plötzlich wieder ernst aus. „Ich kann mir schöneres vorstellen, als hier warten zu mü-“
Robin hatte sich heftig gegen ihn geworfen, die Arme um seinen Nacken geschlungen und presste ihm nun hungrig die Lippen auf den Mund.
Er schmeckte so gut, er roch so fantastisch, Robin spürte und fühlte viel mehr, als er wahrscheinlich durch ihre Kleider hindurch spüren und fühlten sollte, doch es war ihm völlig egal.
Georg war da, war bei ihm, er schloss die Arme um ihn, grinste Robins Mund entgegen, ehe er den Kuss erwiderte und plötzlich war alles andere unwichtig. Und wenn er noch zwei Stunden hätte hier stehen müssen, er hätte es auf jeden Fall getan.
Es dauerte eine Weile, bis Robin sich von ihm löste, doch nun war es Georg, der ihn festhielt und an sich presste.
„Gott, ich hab dich so vermisst“, murmelte er noch, dann ließ er Robin los, allerdings ohne ihm ins Gesicht zu sehen. Robin grinste. War das Georg etwa peinlich? „Und jetzt, komm, ich habe etwas gut zu machen.“
Er bückte sich und hob Robins Tasche auf. Robin wollte protestieren. „Nein, sei still“, verlangte Georg, doch er lächelte. „Lass dich einfach verwöhnen, ja?“
Robin schloss den Mund wieder, stopfte die Hände in die Taschen und zuckte mit den Schultern.
„Wenn du meinst.“
Er folgte ihm bis zu den Parklücken in der Seitenstraße.
„Wohin fahren wir eigentlich?“
„Das siehst du dann.“
Robin verdrehte die Augen. Er hatte gelernt, Überraschungen zu hassen und auch wenn er wusste, dass Georg niemals eine schlechte Wahl getroffen hätte, so blieb dieses unangenehm ziepende Misstrauen trotz allem in seinem Kopf.
Er seufzte leise und beschloss, heute ausnahmsweise positiv an die Sache heranzugehen.
„Wo hast du denn geparkt?“, fragte Robin, als sie die Seitenstraße erreicht hatten und sah sich suchend um. „Und überhaupt, wo bist du langgefahren? Hab dein Auto gar nicht…“
Robin wurde immer leiser. Dann klappte ihm der Mund auf, denn Georg steuerte mitnichten einen blauen Kombi an sondern das rote Cabrio, das vor wenigen Augenblicken noch an Robin vorbei gezischt war.
„Das ist nicht dein Ernst“, flüsterte Robin, ehe er stehen blieb und den Wagen wie eine Erscheinung anstarrte.
„Ich hab doch gesagt, dass ich noch etwas abholen musste", murmelte Georg und Robin konnte hören, wie stolz er auf diese gelungene Überraschung war. „Das haben wir uns verdient."
Robin brachte nur ein jämmerliches Fiepsen hervor, dann warf er sich zum zweiten Mal an diesem Tag an Georgs Hals. "Du bist so geil!", brüllte er ihm ins Ohr und drückte ihm einen fetten Schmatzer auf die Wange.
Georg lachte bloß und umarmte ihn. "Man könnte meinen, ich hätte dir den Wagen geschenkt", sagte er kopfschüttelnd, dann schob er Robin eine Armeslänge von sich. "Naja, zumindest heute Abend gehört er uns."
„Okay!“
Robin merkte plötzlich, wie unglaublich eifrig er klang und biss sich rasch auf die Unterlippe. Georg sollte ihn schließlich nicht für einen kompletten Vollidioten halten.
„Also… dann mal los?“, sagte er und bemühte sich, um ein ironisches, distanziertes Lächeln. „Ich nehme mal an, dass du fährst?“
Georg fing an zu grinsen und zog den Schlüssel aus der Hosentasche.
„Eigentlich wollte ich, dass du dich hinters Steuer setzt, aber ich kann auch…?“
Der Rest des Satzes ging in einem gellenden Jubelschrei unter.


„Sollen wir auf dem Rückweg bei der Notapotheke halten und dir ein paar Herztropfen besorgen? Du bist reichlich blass.“
„So eine Frechheit…“ Georg fluchte und tat so, als wolle er Robin eine überziehen, während der den Motor abstellte und die Handbremse anzog.
„Ich bin nur besorgt um dich, alter Mann.“
Robin grinste. Ihm schwamm der Kopf vor lauter Glücksgefühlen und er musste die Fäuste ballen, um seine zitternden Finger unter Kontrolle zu bringen. Georg musste völlig irre gewesen sein, ihn hinters Steuer zu lassen.
Seit zwei Stunden saßen sie im Wagen und Robin holte aus dem Motor raus, was ging. Sie fegten über die Autobahn und Landstraßen und über den Parkplatz hinterm Baumarkt, weil man dort driften konnte, wobei Georg wirklich kurz gebrüllt und Robin ewige Höllenqualen angedroht hatte.
Danach hatte Robin ein Einsehen und lenkte den Wagen auf die beschauliche Strecke zum Stausee. Dort standen sie nun und sahen auf die stille Wasserfläche hinab.
„Ich war schon lange nicht mehr hier“, sagte Georg nach einer Weile und schaute sich interessiert um, obwohl das spärliche Licht der untergehenden Sonne die Szenerie eher schauerlich verzerrte.
„Wie lange?“, fragte Robin und streckte sich so gut es ging im Fahrersitz aus.
„Naja. Ungefähr einhundert Jahre.“
Robin schnaubte. „Spaßvogel.“
„Danke. Ich gebe mir die größte Mühe.“
Langsam beruhigte sich sein Herzschlag wieder und sein Hirn, das vom Geschwindigkeitsrausch herrlich frei gepustet worden war, füllte sich mit dem üblichen Chaos aus unsicheren Fragen und Misstrauen. Er ging sich selbst auf die Nerven, doch er kam nicht davon weg. Sogar Georgs SMS ging ihm immer noch im Kopf herum und das obwohl er sich bei ihm so wohl fühlte wie nie zuvor. Vielleicht sollte er doch nicht bei ihm übernachten und einfach sagen, dass er den Rucksack ohne besonderen Grund mitgebracht hatte. Aber eigentlich hatte er selbst doch darauf gedrängt, dass sie sich endlich mal ein Wochenende freinehmen sollten. War es feige, jetzt abzusagen? Würde Georg enttäuscht sein? Robin biss sich auf die Lippe und sah zu Georg hinüber. Wieso stellte er sich eigentlich so an? Es war doch nicht sein allererstes Mal und so wie er Georg einschätzte, würde er ihn zu nichts drängen. Und wenn er ehrlich war, dann träumte er doch mittlerweile schon ununterbrochen von Georgs Händen und seinem Mund und seiner tiefen Stimme und den klaren Augen…
Robin zuckte zusammen, als er sich dabei ertappte, wie er die Beine fester zusammenpresste. Er wusste anscheinend wirklich nicht, was er wollte und das ständige Grübeln bereitete ihm Kopfschmerzen.
„In welchen Sphären schwebst du denn?“
„Hm? Was?“ Robin richtete sich ein Stück auf und lächelte ganz automatisch. Georg zwinkerte ihm zu.
„Wenn du noch ein bisschen intensiver durch die Scheibe gestarrt hättest, wäre da jetzt ein Loch drin.“
„Den chemischen Vorgang dazu erklärst du dann am Montag im Grundkurs, oder wie?“
„Würdest du zuhören?“
„Nur wenn du Cyclops als Beispiel bringst.“
„Wen?“
Robin stöhnte und wand sich theatralisch hin und her. „Man, du bist so alt. Wir müssen dringend ein paar Videoabende machen.“
„Können wir gern tun. Ob du es glaubst oder nicht, ich besitze sogar einen Farbfernseher.“
Georgs gespielt stolzer Blick bei dieser Aussage war zu viel des Guten. Robin prustete los.
„Ich weiß gar nicht, was du hast“, empörte sich Georg, doch er schaffte es nicht, eine ernste Miene zu behalten und schließlich saßen sie gemeinsam lachend in dem roten Sportwagen.
„Du spinnst“, stellte Robin schließlich fest und schüttelte fassungslos den Kopf. Es war mittlerweile stockdunkel geworden und Robin schaltete das Licht an. Als hätte er auf dieses Stichwort gewartet, räusperte sich Georg.
„Hör mal, Großer.“ Er setzte sich ein wenig aufrechter hin. „Du weißt, ich habe dir angeboten, bei mir zu übernachten.“
Robin horchte auf. Das klang ganz nach einer Absage und er schämte sich jetzt schon für die Erleichterung, die er gleich empfinden würde.
„Ja. Was ist damit?“, fragte er dennoch. „Klappt das nicht?“
„Was?“ Georg sah ihn überrascht an. „Nein, natürlich klappt das. Doch ich … hmm, wie sage ich das am besten…“
Georg schien in der Tat nervös zu sein, eine Haltung, die Robin noch nie bei ihm gesehen hatte und sein Kopftheater gleich um das Hundertfache beschleunigte.
„Spuck’s aus?“, bot er ein wenig hilflos an und hob die Schultern. Georg lachte.
„Ja, das wird wohl das Beste sein. Was ich meine, Robin, ist, dass ich nicht will, dass du dich… gedrängt fühlst, bei mir zu übernachten oder schlichtweg länger bei mir zu bleiben, als du möchtest. Mir ist klar, dass das alles noch sehr neu ist, für uns beide, und ich möchte sichergehen, dass du dir die Zeit nimmst, die du brauchst. Ich will nicht, dass du glaubst, du seist mir irgendetwas schuldig. Das wäre absurd.“
Robin starrte ihn mit offenem Mund an, so lange, dass Georg unruhig zu werden begann.
„Ich hoffe, ich habe nichts Falsches gesagt?“, fragte er mit einem schiefen Grinsen und Robin wusste plötzlich nicht mehr, wo oben und unten war. Er packte Georg am Kragen, zog ihn zu sich und presste ihm einen innigen Kuss auf die Lippen.
„Nein, oh Gott, man, du… du hast alles richtig…“, stammelte er, kaum, dass er ihn losgelassen hatte und dann wusste er nicht mehr, was er noch sagen sollte und grinste nur noch völlig verschämt.
Soviel zum cool und souverän rüberkommen wollen, dachte er sich, doch als er Georgs breites, leicht verwirrtes Lächeln sah, war es ihm völlig egal.
„Okay“, sagte Georg dann und holte tief Luft. „Das war unerwartet. Aber nicht unwillkommen.“
Robin starrte grinsend auf seine Hände. Er fühlte sich, als sei eine tonnenschwere Last von ihm genommen worden und er konnte seiner Euphorie kaum Ausdruck verleihen. Wie konnte Georg nur so perfekt sein?
„Ich würde total gern bei dir übernachten“, sprudelte er dann hervor und er hatte plötzlich gar keine Angst mehr. „Nur…vielleicht nicht heute.“
Ein kleiner, sehr bösartiger Teil seines Hirns zwang ihn, trotz allem nach dem leisesten Hauch von Enttäuschung in Georgs Gesicht zu suchen doch da war nichts. Georg nickte bloß und streichelte Robin rasch über die Schulter und den Arm.
„Das ist völlig okay“, sagte er und Robin glaubte ihm, dass er es einhundert Prozent ehrlich meinte. Es war lange her, dass er das mit jemandem erlebt hatte. „Wie wärs, wenn wir ausprobieren, was der Wagen noch so alles kann?“
„Darauf kannst du wetten“, sagte Robin begeistert. „Aber können wir vorher was essen gehen?“
Plötzlich fiel Georg die Kinnlade runter.
„Verdammt! Ich hab die Reservierung total vergessen! Verdammt!“, rief er und starrte völlig verblüfft auf seine Armbanduhr. Robin beobachtete das Spektakel mit einem kaum verhohlenen Grinsen und als sich Georg schließlich seufzend geschlagen gab, klopfte er ihm auf die Schulter.
„Im Alter lässt das Gedächtnis schon mal nach, hm?“
„Ach, Ruhe. Und jetzt fahr endlich.“
„Wohin?“
„Zum McDonalds. Drive-In. Und du zahlst!“
Und in diesem Moment, als Georg leicht verstimmt neben ihm saß und sie auf dem Weg zum Drive-In vom Mäcces waren – da war Robin plötzlich ziemlich sicher, dass Liebe auch ohne Sex prima funktionierte.


- Ende


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