[identity profile] nessaniel.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Dickinson
Autor: nessaniel
Titel: Spaghetti
Challenge: Romantik/Intimität – Joker und Inspiration von [livejournal.com profile] nachanca – für mich
Fandom: Fußball (und Original)
Charaktere/Pairing: Sascha (Stürmer) und Timo (Torwart)
Disclaimer: Mir gehört gar nichts.
Kommentar Hng. Okay. Eigentlich beruht das Ganze auf einem meiner absoluten Lieblings-OTPs im Fußball-RPS-Fandom. Da das aber eine heikle Sache ist, habe ich die Namen geändert. Wer wissen möchte, wer da eigentlich hintersteckt, kann einen Blick hier auf diesen tumblr werfen? =3
Ach und zur Inspiration... [livejournal.com profile] der_jemand und [livejournal.com profile] nachanca haben sich so reizend um Oliver Wood und Charlie Weasley gekümmert, dass meine Liebe zu sporttreibenden Menschen auch wieder erwacht ist. Außerdem: WM-FEELS. ALL OF THEM. BUHUUU. Q___Q



Spaghetti

„Na?“
„Selber na, du Pappnase. Mach Platz.“
Sascha lachte und trat zur Seite, um den anderen in die Wohnung zu lassen. Es war ein ziemlich missmutiges Gesicht, das Timo da zur Schau trug, doch Sascha konnte es ihm nicht übel nehmen – er selbst war schließlich auch nicht besser, wenn er eine Niederlage einstecken musste. Das hinderte ihn allerdings nicht daran, Timo weiterhin aufzuziehen.
„Ach, komm schon. Hast doch gut gehalten… zumindest bis zum Gegentreffer“.
Timo stöhnte genervt, während er sich bückte und seine Schuhe auszog. Sascha lehnte sich spitzbübisch grinsend gegen die Wand. Er wartete auf eine bissige Antwort, doch als Timo sich aufrichtete, grinste der ebenfalls.
„Na wenigstens hab ich mir von dir keinen reindrücken lassen“, antwortete er gedehnt und zwinkerte Sascha zu. Der verdrehte nur die Augen.
„Kommt noch, versprochen.“
„Träum weiter. Bis zur Rückrunde bist du doch eh wieder verletzt.“
„Und du wieder drei Wochen gesperrt.“
„Mistkerl.“
„Selber.“
Sie musterten sich gegenseitig eine Weile und Sascha fiel nicht zum ersten Mal auf, wie offen Timo ihn ansah: funkelnde Augen, hochgezogene Augenbraue und dieses Grinsen, das nicht spöttisch sondern liebevoll war.
Ergeben schüttelte Sascha den Kopf, drehte sich um und bedeutete Timo, ihm zu folgen.
„Komm, du Spinner. Essen ist fertig.“
„Was gibt’s?“
„Spaghetti.“
„Kohlehydrate und das so kurz nach’m Spiel. Du bist so’n Streber.“
Sascha sparte sich eine Antwort. Richtige Entspannung fand Timo nur, wenn er meckern konnte, das hatte er mittlerweile gelernt.
Sie ließen sich am Esstisch nieder, Sascha griff nach der Nudelzange, doch Timo schlug ihm sanft auf die Finger.
„Ich mach das“, sagte er, dann häufte er Pasta auf Saschas Teller.
„Hast du Soße?“, fragte Timo.
„All'arrabiata.“
„Gesundheit.“
„Ketchup ist im Kühlschrank, du Bauer.“
Timo streckte ihm die Zunge raus.
„Ich ess deine Pampe schon“, sagte er, und füllte ebenfalls seinen Teller.
„Ich freu mich jedes Mal über deinen Gourmetgaumen, wirklich.“
Es war eigentlich wie immer und Sascha konnte nicht fassen, wie wohl er sich fühlte, nur weil Timo da war. Sie hatten sich nicht einmal verabredet, aber das war auch seit rund einem Jahr nicht mehr nötig. Man verstand sich ohne Worte – wer ein Auswärtsspiel hatte, kam danach zu Besuch und blieb über Nacht, auch wenn man dafür oft Kollegen und den Trainer belügen musste, bis sich die Balken bogen. Sascha wusste nicht, wie Timo es dieses Mal angestellt hatte, doch das war schließlich auch egal. Sie hatten sich natürlich ab und zu während der Sommerpause getroffen, doch die Verabredung nach den Spielen brachte jedes Mal eine ganz besondere Atmosphäre mit sich… die Aura und den Reiz des Verbotenen, des Geheimen.
Sascha grinste, während er kaute. Das musste Timos schlechter Einfluss sein, früher hätte er so etwas nie gemacht.
Es war auch immer Timo gewesen, der in Südafrika während der WM zu viel zu später Stunde an seiner Tür geklopft hatte, um Sascha einzuladen, noch ein bisschen die frische, klare Luft zu genießen oder Kicker zu spielen oder das Hotel zu erkunden. Sascha hatte sich am Anfang darüber gewundert – und sich dann mühelos auf die angenehme, spaßige Zweisamkeit eingelassen.
Sie führten lange Gespräche, neckten und hänselten sich gegenseitig, sprachen über ihre Ziele in der nächsten Saison, aber auch darüber, was sie generell vom Leben wollten. Timo war überraschend optimistisch, wie Sascha feststellte, das hätte er ihm bei der rauen Schale nicht zugetraut.
Und irgendwann war es dann gekommen, wie es kommen musste, und obwohl Sascha eigentlich vermutet hatte, dass sich das Ganze im Sande verlaufen würde, sobald die WM vorbei war, hatten sie ihre gelegentlichen Treffen und regelmäßigen Telefonate beibehalten.
Ein schönes Gefühl.
„Was grinst du denn schon wieder so?“, riss ihn Timo plötzlich aus seinen Gedanken. „Hast wieder schmutzige Gedanken, was?“
„Schließ nicht immer von dir auf andere“, konterte Sascha. Er musste lächeln, als er sah, dass Timo sich noch mehr Nudeln nahm und sie in Soße ertränkte.
„Ich weiß, was du hören willst“, kommentierte Timo, als er Saschas Blick sah, und leckte den Löffel ab.
„So?“
„Ja. Aber ich sag es nicht.“
„Worauf willst du hinau…?“
„Du fragst nachher eh wieder ‚Und, wie war ich?‘. Ich spare mir die Antwort bis dahin auf.“
Empört öffnete Sascha den Mund, doch ihm fiel keine Erwiderung ein und Timos lautes Lachen ersparte ihm das sowieso.
„Du bist anstrengend“, konstatierte Sascha dann und wollte sich ein wenig Würde bewahren, indem er den Tisch abräumte, doch Timo war schneller.
„Ich mach das“, bestimmte er.
Während Timo also mit dem Geschirr in der Küche herum klapperte, spazierte Sascha ins Wohnzimmer und warf sich aufs Sofa.
„Film?“, rief er Timo zu, ehe er es sich gemütlich machte.
„Jap. Aber ich suche aus!“
„Banause.“
Grinsend schloss Sascha die Augen und lehnte sich zurück. Er fühlte die Müdigkeit seine Beine hinaufkriechen und ärgerte sich darüber. Er hatte nicht die vollen 90 Minuten durchgespielt und trotzdem fühlte er sich schlapp. Das durfte eigentlich nicht sein. Seine Form war nicht gerade die Beste und so langsam gingen Sascha die Ideen aus, was er dagegen unternehmen konnte. Verdammt.
Frustriert schwang er die Beine aufs Sofa, machte sich lang und legte den Arm über die Augen. Hoffentlich würde er nicht einschlafen, ehe Timo fertig - ein Kissen traf ihn am Kopf.
„Ey!“
Er strampelte sich hoch und funkelte den Übeltäter wütend an. Doch als er Timos Grinsen sah, verrauchte sein Zorn so schnell, wie er gekommen war. „Du spinnst wohl“, maulte er halbherzig und stieß das Kissen auf den Fußboden.
„Och. Es geht“, antwortete Timo nur, dann schwang er sich über die Lehne, obwohl er wissen musste, dass Sascha das hasste und setzte sich Sascha im Schneidersitz gegenüber.
„Also?“, forderte er. „Was hast du im Angebot?“
Sascha wusste im ersten Moment nicht, worauf Timo anspielte, dann fiel ihm das Angebot mit den DVDs wieder ein.
Er deutete nach vorn.
„Da, steht alles im Regal.“
„Nach Alphabet sortiert, so wie ich dich kenne.“ Timo schüttelte belustigt den Kopf.
„Natürlich. Aber da du Gorilla sowieso nicht lesen kannst, such dir einfach das schönste Bildchen aus.“
Timo bedachte ihn mit einer unmissverständlichen Geste, doch dann stand er tatsächlich auf und begab sich ans Regal.
Sascha schloss die Augen und genoss die satte Schwärze hinter seinen Augenlidern. Wahrscheinlich würde Timo wieder irgendeinen Action-Film aussuchen, mit viel Geballer und wenig Dialog. Nicht, dass er die nicht auch gerne guckte, sonst stünden sie wohl kaum in seinem Regal, doch so kurz nach einem Spiel hätte er etwas Ruhigeres bevorzugt. Timo hingegen schien aus purem Adrenalin zu bestehen, von den gegelten Haarspitzen über die unzähligen Tattoos bis zu seinen dunkelgrauen Socken...Vielleicht war der Actionfilm doch keine so schlechte Idee. Lange würde er eh nicht mehr wach bleiben können. Seine Gedanken waren schon zäh wie Sirup... Hatte er überhaupt noch welchen? Diesen klebrig-süßen Kram, den Timo immer zum Frühstück aß? Hm. Würde er morgen wohl doch noch eine Dose kaufen müssen. Wobei morgen...war da nicht Sonntag? Da hatte doch kein Laden auf. Was ganz gut war, so bekam er wenigstens am Wochenende einen Parkplatz...
"-scha. Hey!"
Sascha schrak zusammen und schlug die Augen auf. Timo hockte direkt vor ihm, sein Gesicht nur Zentimeter von seinem entfernt.
"Hm? Was?", fragte Sascha und war überrascht, wie schwer seine Zunge auf einmal war.
"Du bist fast eingeschlafen", meinte Timo und ein sanftes Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus.
"Hmm. Kann sein", gab Sascha zu und gähnte herzhaft. "Ich hab über Sirup nachgedacht."
"Alles klar, das war's", sagte Timo, stand auf und streckte die Hand aus. "Kein Film für dich. Das Sandmännchen ist ja auch schon längst vorbei."
"Halt die Klappe." Sascha lachte und griff nach Timos Hand, um sich hochzuziehen. Wenn er ehrlich war, dann freute er sich sehr auf sein Bett, insbesondere wenn Timo mit drin liegen würde.
Timo grinste nur und mit einem Ruck zog er Sascha fest an sich.
"Komm, Prinzessin. Zeit fürs Bettchen."
"Ich geb dir gleich Prinzessin, du Penner."
Sascha wollte wenigstens anstandshalber Gegenwehr leisten, doch dann stellte er fest, wie einladend Timos Schulter aussah und legte seinen Kopf darauf ab.
"Hü, du stolzes Ross", murmelte er in die weiche Haut an Timos Hals.
"Trottel", kam es trocken zurück und dann führte Timo ihn ins Schlafzimmer, wo nicht mehr viel aber genügend passierte.
Der kann auch mal Nutella essen, dachte Sascha noch ehe er eng an Timo gekuschelt einschlief.

- Ende


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