Horror/Thriller - Joker
Sep. 28th, 2012 12:24 amTeam: Kaléko
Challenge: Horror/Thriller – Joker: Selektive Wahrnehmung
Fandom: Prince of Tennis (AU)
Charaktere: Fuji, Atobe
Wörter: 890
Teil 1, Teil 2
Das Wetter passte zu seiner Stimmung. Trüb. Sehr trüb.
Immer wieder hatte es geregnet, aber mit Sonnenuntergang hatte sich wenigstens das erledigt. Vermutlich war das vor allem deswegen gut, damit Atobe sich nicht beklagen konnte, dass seine teuren Schuhe von dem Regen ruiniert würden. So würde... er sich nur wegen der Pfützen beschweren.
Wenigstens war Atobe pünktlich. Überpünktlich sogar. Es gelang ihm sogar, Fuji einen Blick zuzuwerfen, als hätte er ihn stundenlang warten lassen.
Fuji tat, als hätte er es nicht bemerkt. Es war immer gefährlich, Atobe mehr Aufmerksamkeit zu schenken als nur irgend nötig. Dann fühlte er sich bestätigt und wenn er sich bestätigt fühlte... wurde er unerträglich. Unerträglicher als sonst.
„Können wir gehen?“ Atobe betrachtete die Straße als wäre sie seiner Anwesenheit nicht würdig. Erwartete er eine Sänfte, die von gut gebauten Männern getragen wurde?
Vermutlich.
Es würde Fuji nicht einmal wundern, wenn Atobe so etwas sein Eigen nannte. Unter normalen Umständen würde er sich wohl darüber amüsieren, aber hier war nichts normal. Nichts, was mit Tezuka zu tun hatte, war normal. Vor allem nicht jetzt.
„Natürlich...“, antwortete Fuji liebenswürdig und musterte dabei Atobes Schatten. Wäre nicht der unverwechselbare Geruch, hätte er den Riesen für einen seiner eigenen Artgenossen gehalten, aber Kabaji war unverwechselbar ein Vampir. „Interessant, was man immer wieder deiner Begleitung findet. Monster... Riesen... Glaubst du, Tezuka mit ihm beeindrucken zu können?“
„Das muss ich glücklicherweise nicht.“
„Es würde dir auch nicht gelingen.“ Fuji hielt sich für einen der Wenigen, die wussten, womit man Tezukas Aufmerksamkeit auf sich lenken konnte. Was wohl ein Grund war, warum Yukimura und Sanada ihm und seinem Bruder gestattet hatten, zu bleiben. Inzwischen hatten sie wohl begriffen, dass er sich nicht benutzen ließ.
Zumindest nicht gegen Tezuka.
Er war sich sicher, dass Atobe auch einige brennende Fragen auf der Zunge lagen, Fuji hatte aber nicht vor, diese zu beantworten. Damit er auch ganz sicher nicht in die Verlegenheit kommen würde, auch noch für Atobe Ausreden zu finden, schlug er ein schärferes Tempo an als nötig.
Eigentlich brauchte er gar keine Ausreden. Er war kein Teil von Atobes Gefolge und ihm daher keinerlei Rechenschaft schuldig. Das musste man dem aber auch erstmal klarmachen. Wenn es um Tezuka ging, legte Atobe eine beängstigende Besessenheit an den Tag, das hatte er schon bei dem ersten Treffen der beiden bemerkt. Bei dem Atobe ihn offenbar nicht einmal bemerkt hatte.
Kein Wunder.
Auch jetzt schien er es nicht für nötig zu halten, ihm weitere Beachtung zu schenken. Es hatte schon seine Vorteile, wenn man für einen einfachen Handlanger gehalten wurde. Niemand kümmerte sich um einen. Man war praktisch unsichtbar.
Nun... Atobe schien eher verstimmt zu sein, aber seine Vorfreude über das Treffen mit Tezuka war vermutlich groß genug, um das zu überspielen. Noch brauchte Atobe ihn. Allerdings machte Fuji sich Sorgen was passierte, wenn das nicht mehr der Fall war. Wenn er den Puffer zwischen seinem und Tezukas Gebiet nicht mehr brauchte. Es hatte schön öfter Revierkämpfe gegeben und auch wenn Atobe niemand war, der auf Blutvergießen Wert legte (eine interessante Eigenschaft für einen Vampir), wenn es nötig war, würde er ebenso wenig davor zurückschrecken wie alle anderen.
„Da wären wir. Hier endet unser Gebiet“, erklärte Fuji, als sie eine harmlos aussehende Kreuzung erreicht hatten. „Ich sollte dir wohl Glück wünschen, aber das würde nichts bringen.“
„Wirke ich wie jemand, der es nötig hat, auf Glück zu vertrauen?“
Fuji lächelte nur. „Du solltest dich beeilen. Sonst schafft ihr es bis zum Morgengrauen nicht hierher zurück. Ich werde warten.“
Für ihn stand fest, dass Tezuka Atobe so eiskalt abweisen würde, wie alle anderen die sich Hoffnungen auf eine Zusammenarbeit mit ihm machten. Es war schwer, sein Vertrauen zu gewinnen. Dafür war er zu stolz... und zu stur auf seine Prinzipien bedacht.
Ein stechender Schmerz in seiner Handfläche holte ihn in die Realität zurück. Mit Mühe lockerte er die verkrampfte Faust und spürte ein paar Bluttropfen über seine Finger rinnen, ohne sich weiter darum zu kümmern. Verletzungen heilten schnell bei ihm.
Inzwischen war er allein. Ein paar Fenster in den umstehenden Häusern waren erleuchtet, aber es war spät geworden, viele schliefen bereits. Und er sollte sich besser irgendwohin zurückziehen, bevor er unwillkommene Aufmerksamkeit auf sich zog. Eigentlich hatten sie nicht allzu viele Probleme mit Jägern, aber zu sicher durfte man sich nie sein.
In der Nähe gab es ein Versteck, das nur selten genutzt wurde... dort könnte er zumindest ein paar Stunden schlafen. Und dem Regen ausweichen, der wohl im Laufe der Nacht nochmal anfangen würde. Die Vorzeichen lagen jetzt schon in der Luft.
Seine Schritte waren leise, aber in der stillen Seitenstraße erschienen sie seinem scharfen Gehör unnatürlich laut. Selbst der Verkehrslärm schien unterzugehen.
Etwas stimmte nicht.
Zögernd hielt er inne und sah sich um.
Nichts.
Aber seine Instinkte hatten ihn noch nie getäuscht.
Er wartete einige Minuten und ging dann ein paar Schritte weiter.
Da. Ein Geruch, der nicht hierhergehörte.
Es dauerte eine endlos lange Sekunde, bis er ihn zuordnen konnte.
Menschen. Vier.... mindestens. Vielleicht mehr, er war sich nicht sicher.
Und eigentlich wollte er es gar nicht so genau wissen.
Er wirbelte herum und ergriff die Flucht.
Nur wenig später hörte er einen gedämpften Schuss und wusste, dass er gewaltig in der Klemme steckte. Jäger ließen nicht von ihrer Beute ab, bis sie sie erlegt hatten.
Challenge: Horror/Thriller – Joker: Selektive Wahrnehmung
Fandom: Prince of Tennis (AU)
Charaktere: Fuji, Atobe
Wörter: 890
Teil 1, Teil 2
Das Wetter passte zu seiner Stimmung. Trüb. Sehr trüb.
Immer wieder hatte es geregnet, aber mit Sonnenuntergang hatte sich wenigstens das erledigt. Vermutlich war das vor allem deswegen gut, damit Atobe sich nicht beklagen konnte, dass seine teuren Schuhe von dem Regen ruiniert würden. So würde... er sich nur wegen der Pfützen beschweren.
Wenigstens war Atobe pünktlich. Überpünktlich sogar. Es gelang ihm sogar, Fuji einen Blick zuzuwerfen, als hätte er ihn stundenlang warten lassen.
Fuji tat, als hätte er es nicht bemerkt. Es war immer gefährlich, Atobe mehr Aufmerksamkeit zu schenken als nur irgend nötig. Dann fühlte er sich bestätigt und wenn er sich bestätigt fühlte... wurde er unerträglich. Unerträglicher als sonst.
„Können wir gehen?“ Atobe betrachtete die Straße als wäre sie seiner Anwesenheit nicht würdig. Erwartete er eine Sänfte, die von gut gebauten Männern getragen wurde?
Vermutlich.
Es würde Fuji nicht einmal wundern, wenn Atobe so etwas sein Eigen nannte. Unter normalen Umständen würde er sich wohl darüber amüsieren, aber hier war nichts normal. Nichts, was mit Tezuka zu tun hatte, war normal. Vor allem nicht jetzt.
„Natürlich...“, antwortete Fuji liebenswürdig und musterte dabei Atobes Schatten. Wäre nicht der unverwechselbare Geruch, hätte er den Riesen für einen seiner eigenen Artgenossen gehalten, aber Kabaji war unverwechselbar ein Vampir. „Interessant, was man immer wieder deiner Begleitung findet. Monster... Riesen... Glaubst du, Tezuka mit ihm beeindrucken zu können?“
„Das muss ich glücklicherweise nicht.“
„Es würde dir auch nicht gelingen.“ Fuji hielt sich für einen der Wenigen, die wussten, womit man Tezukas Aufmerksamkeit auf sich lenken konnte. Was wohl ein Grund war, warum Yukimura und Sanada ihm und seinem Bruder gestattet hatten, zu bleiben. Inzwischen hatten sie wohl begriffen, dass er sich nicht benutzen ließ.
Zumindest nicht gegen Tezuka.
Er war sich sicher, dass Atobe auch einige brennende Fragen auf der Zunge lagen, Fuji hatte aber nicht vor, diese zu beantworten. Damit er auch ganz sicher nicht in die Verlegenheit kommen würde, auch noch für Atobe Ausreden zu finden, schlug er ein schärferes Tempo an als nötig.
Eigentlich brauchte er gar keine Ausreden. Er war kein Teil von Atobes Gefolge und ihm daher keinerlei Rechenschaft schuldig. Das musste man dem aber auch erstmal klarmachen. Wenn es um Tezuka ging, legte Atobe eine beängstigende Besessenheit an den Tag, das hatte er schon bei dem ersten Treffen der beiden bemerkt. Bei dem Atobe ihn offenbar nicht einmal bemerkt hatte.
Kein Wunder.
Auch jetzt schien er es nicht für nötig zu halten, ihm weitere Beachtung zu schenken. Es hatte schon seine Vorteile, wenn man für einen einfachen Handlanger gehalten wurde. Niemand kümmerte sich um einen. Man war praktisch unsichtbar.
Nun... Atobe schien eher verstimmt zu sein, aber seine Vorfreude über das Treffen mit Tezuka war vermutlich groß genug, um das zu überspielen. Noch brauchte Atobe ihn. Allerdings machte Fuji sich Sorgen was passierte, wenn das nicht mehr der Fall war. Wenn er den Puffer zwischen seinem und Tezukas Gebiet nicht mehr brauchte. Es hatte schön öfter Revierkämpfe gegeben und auch wenn Atobe niemand war, der auf Blutvergießen Wert legte (eine interessante Eigenschaft für einen Vampir), wenn es nötig war, würde er ebenso wenig davor zurückschrecken wie alle anderen.
„Da wären wir. Hier endet unser Gebiet“, erklärte Fuji, als sie eine harmlos aussehende Kreuzung erreicht hatten. „Ich sollte dir wohl Glück wünschen, aber das würde nichts bringen.“
„Wirke ich wie jemand, der es nötig hat, auf Glück zu vertrauen?“
Fuji lächelte nur. „Du solltest dich beeilen. Sonst schafft ihr es bis zum Morgengrauen nicht hierher zurück. Ich werde warten.“
Für ihn stand fest, dass Tezuka Atobe so eiskalt abweisen würde, wie alle anderen die sich Hoffnungen auf eine Zusammenarbeit mit ihm machten. Es war schwer, sein Vertrauen zu gewinnen. Dafür war er zu stolz... und zu stur auf seine Prinzipien bedacht.
Ein stechender Schmerz in seiner Handfläche holte ihn in die Realität zurück. Mit Mühe lockerte er die verkrampfte Faust und spürte ein paar Bluttropfen über seine Finger rinnen, ohne sich weiter darum zu kümmern. Verletzungen heilten schnell bei ihm.
Inzwischen war er allein. Ein paar Fenster in den umstehenden Häusern waren erleuchtet, aber es war spät geworden, viele schliefen bereits. Und er sollte sich besser irgendwohin zurückziehen, bevor er unwillkommene Aufmerksamkeit auf sich zog. Eigentlich hatten sie nicht allzu viele Probleme mit Jägern, aber zu sicher durfte man sich nie sein.
In der Nähe gab es ein Versteck, das nur selten genutzt wurde... dort könnte er zumindest ein paar Stunden schlafen. Und dem Regen ausweichen, der wohl im Laufe der Nacht nochmal anfangen würde. Die Vorzeichen lagen jetzt schon in der Luft.
Seine Schritte waren leise, aber in der stillen Seitenstraße erschienen sie seinem scharfen Gehör unnatürlich laut. Selbst der Verkehrslärm schien unterzugehen.
Etwas stimmte nicht.
Zögernd hielt er inne und sah sich um.
Nichts.
Aber seine Instinkte hatten ihn noch nie getäuscht.
Er wartete einige Minuten und ging dann ein paar Schritte weiter.
Da. Ein Geruch, der nicht hierhergehörte.
Es dauerte eine endlos lange Sekunde, bis er ihn zuordnen konnte.
Menschen. Vier.... mindestens. Vielleicht mehr, er war sich nicht sicher.
Und eigentlich wollte er es gar nicht so genau wissen.
Er wirbelte herum und ergriff die Flucht.
Nur wenig später hörte er einen gedämpften Schuss und wusste, dass er gewaltig in der Klemme steckte. Jäger ließen nicht von ihrer Beute ab, bis sie sie erlegt hatten.
no subject
Date: 2012-09-27 10:30 pm (UTC)Schreib bald weiter *-*!!! Das ist wirklich eine coole AU <3
no subject
Date: 2012-09-28 10:14 am (UTC)Aber es geht noch heute weiter, versprochen! Ich muss mir nur noch über ein paar Details klarwerden. *hüstel*
Und: Danke! *-* ♥