Team: Dickinson
Autor: nessaniel
Titel: Billy und die Expendables
Challenge: Hurt/Comfort – Es sieht schlimmer aus als es ist – für mich
Fandom: The Expendables – basierend auf
der_jemands Cowboy-AU
Charaktere: das ganze Team, inklusive Church und Trench und anderen
Disclaimer: Mir gehört gar nichts, nicht mal die Idee zu diesem AU, wie erbärmlich…
Kommentar Aku und ihre AUs tun Dinge mit meinem Kopf… urghs und H/C kommt gaaanz am Ende erst vor, also bleibt bei mir, Freunde xD
Zusammenfassung Zehn kurze Einblicke in das wilde Leben der Expendables und Billys Erlebnisse mit ihnen (Teil 1 von 2)
Gott,ich bin so unzufrieden damit (POV ist all over the place…), aber was man halt so im Rausch produziert… meh.
Billy und die Outlaws
1. Zaungast
„Schau mal. Der Kleine ist schon wieder da.“
Barney drehte sich um – und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
Am Zaun neben der Scheune hing, wie jeden Tag seit gut zwei Wochen, Billy Timmons und schaute ihnen höchst konzentriert bei der Arbeit zu.
„Tse. Der ist ja anhänglicher als’n Welpe“, schnalzte Lee missbilligend, doch Barney wusste, dass es nicht ernst gemeint war, immerhin schob Lee seinen breitkrempigen Hut etwas weiter nach hinten, um den Burschen besser sehen zu können.
„Müsste der nicht in der Schule sein?“, fragte Hale, der neben sie geritten war. Toll schloss das Gatter und warf ebenfalls einen interessierten Blick auf den Besucher.
„War er doch“, fügte er dann hinzu und deutete auf das kleine, kaum sichtbare Bündel aus Büchern und einer Schiefertafel, die neben Billy auf dem Boden lagen.
„Und was macht er dann hier?“
Barney fragte sich, wieso vier erwachsene Männer sich darüber unterhielten, warum ein kleiner Junge bei ihnen über den Zaun guckte, anstatt dass einer von ihnen zu ihm ritt und ihn fragte. Er war Anführer einer Truppe von Idioten, aber das war ihm ja schon immer klar gewesen.
„Hat er jemals was gesagt? Zu irgendeinem von euch?“, fragte er und alle schüttelten die Köpfe. Hale hingegen verdrehte die Augen. Mit ihm sprach sowieso niemand, wenn er in der Stadt auftauchte. Engstirniges Volk, dachte Barney, doch sich über die bigotte Bevölkerung von Mountain Creek aufzuregen, hatte er längst aufgegeben.
„Komisches Kerlchen“, stellte Toll fest und machte sich schulterzuckend auf den Rückweg zum Haus.
„Ja“, stimmte Lee zu. „Soll er am Zaun hängen, mich stört er nicht.“
Barney nickte, doch er konnte seinen Blick nicht von dem Jungen lösen. Normalerweise mieden alle Städter seine Ranch und gerade die Kinder verirrten sich selten hierher. Die Geschichten über den „barbarischen Indianer-Schwarzen, der eine ganze Kuh zum Frühstück aß und abends die Geister beschwor, um Pest und Cholera auf gute Christenmenschen herab zu wünschen“ waren Grund genug, nicht in die Nähe von Barneys Farm zu kommen.
(Hale hatte im Übrigen gelacht, als er die Gerüchte gehört hatte und sich vorgenommen, beim nächsten Vollmond brüllend durch die Stadt zu rennen und ein totes Huhn hinter sich her zu schleifen).
Umso mehr verwunderte es Barney, dass der Timmons-Junge sich nicht beirren ließ.
„Barney! Jetzt komm endlich, bevor du noch vor lauter Altersschwäche vom Gaul fällst“, rief Lee.
Barney machte eine unmissverständliche Geste in seine Richtung, doch er wendete sein Pferd und ließ es gemütlich zu den Stallungen traben.
Der Junge sah ihm nach.
2. Respekt
Als Lee den Jungen das nächste Mal sah, hockte er auf der Veranda vor dem Saloon und knüpfte eine Lassoschlinge.
Normalerweise hätte Lee ihn nicht weiter beachtet – die Kinder lungerten häufig hier rum, immerhin bestand die Chance, dass mal einer der Trunkenbolde durchs Fenster flog – doch er erinnerte sich natürlich an den kleinen Zaunkönig.
Er wog ab, ob er Clarice, die Barfrau, noch ein paar Minuten länger warten lassen konnte. Vermutlich verzehrte sie sich schon nach ihm, doch so hilflos wie der Junge mit der Schlinge umging, konnte er ihn nicht da sitzen lassen.
„Hey, Kleiner“, rief er.
Billy zuckte zusammen und ließ die Schlinge fallen. Als er bemerkte, dass ein Erwachsener mit ihm sprach, stand er blitzschnell auf und hielt brav den Kopf gesenkt.
„Guten Tag, Sir“, piepste er.
Lee winkte ab. „Jaja. Was treibst du hier?“
Billy schluckte, anscheinend nicht sicher, was er sagen sollte.
„Ich warte auf meinen Vater“, murmelte er schließlich. „Er kommt gleich.“
Lee runzelte die Stirn. Mister Timmons war in der Tat bekannt dafür, ein Trinker zu sein, doch normalerweise wagte er sich erst nach Einbruch der Dunkelheit in den Saloon.
Nun gut, das war nicht sein Problem, dachte Lee, dann deutete er auf die Schlinge zu Billys Füßen.
„Was soll das werden, wenn es fertig ist?“, fragte er.
„Oh. Das? Also…“ Billy wurde tatsächlich rot, während er herumdruckste und eine Faust ballte, ganz so, als wisse er nicht, ob er die Schnur aufheben solle oder nicht.
Lee nahm ihm die Entscheidung ab, beugte sich nach vorn und nahm das Seil genau unter die Lupe. „Willst du eine Lassoschlinge knüpfen?“, fragte er verwirrt. Das konnten diese Burschen doch normalerweise im Schlaf.
„J-ja, Sir“, murmelte Billy. „Aber… nicht irgendeine Schlinge, Sir“, fügte er dann hastig hinzu, als er Lees Grinsen sah. „Sondern die, die Ihr Freund immer benutzt!“
„Mein Freund?“, fragte Lee und zog eine Augenbraue in die Höhe. Billy biss sich auf die Lippen.
„Ihr Freund, der… der bei Ihnen auf der Farm… ich meine…“, stammelte er.
Lee dachte kurz nach. „Der Chinese?“, fragte er schließlich.
Billy nickte, doch das Stirnrunzeln war immer noch nicht verschwunden. „Sie nennen ihn nicht so. Ich weiß nicht, wie er heißt“, gab er dann zu.
Lee starrte den Jungen an. „Er heißt Mister Yang“, erklärte er ihm verblüfft.
Sofort fing Billy an zu strahlen. „Mister Yang, genau! Er… er benutzt einen anderen Knoten! Einen besseren.“
Lee nickte geistesabwesend, während er das Seil durch seine Finger gleiten ließ.
Nicht nur, dass der Bursche erkannt hatte, dass Yin eine andere Technik zum Rindereinschnüren verwendete, nein, er hatte sogar versucht, den Fehler zu vermeiden, den die meisten anderen Erwachsenen in diesem gottverdammten Ort machten – nämlich Lees Freunden nicht den gebührenden Respekt entgegen zu bringen.
Donnerwetter, der Junge hatte allerhand auf dem Kasten!
„Du willst also Mister Yangs Knoten nachmachen, ja?“, fragte er und knüpfte das Seil in seiner Hand rasch in die richtige Schlinge.
Billys Augen weiteten sich. „Ich wollte nichts stehlen, Sir“, versicherte er ihm hastig. „Nur…nur…“ Er fuchtelte wild mit den Händen umher, als versuche er die passenden Worte aus der Luft zu klauben.
„Schon gut, Kleiner.“ Lee verdrehte die Augen und reichte ihm das verknotete Seil. „Hier. Erhäng dich nicht.“
Billy fiel die Kinnlade runter. Er schaute ungläubig von dem Seil zu Lee und wieder zurück. „Danke! Vielen, vielen Dank, Sir!“, rief er dann und schnappte sich den Knoten, als sei es sein größter Schatz.
Lee schüttelte den Kopf. Was für ein verrückter Kerl. Guter, aber verrückter Kerl.
Gerade wollte er den Burschen fragen, warum er ständig auf Barneys Zaun hockte, als die Schwingtüren des Saloons aufgingen und Mister Timmons schwankend auf die Veranda trat.
„William!“, brüllte er und stolperte beinah über seine eigenen Füße. Lee packte ihn rasch am Arm.
„Immer langsam, Sir“, sagte er und runzelte die Stirn. Timmons war offensichtlich voll wie der Drei-Uhr-Zug nach Yuma und das am helllichten Tag, mitten in der Woche.
„Fass mich nicht an, du Bandit“, kreischte Timmons und stieß Lee gegen die Brust. Lee biss sich auf die Zunge. Keinen Ärger anfangen, mahnte er sich selbst.
Timmons griente ihn an, dann packte er seinen Sohn grob am Oberarm. „Beweg dich endlich!“, keifte er und schubste ihn von der Veranda.
Billy quiekte überrascht und Lee war schon einen Schritt nach vorn getreten, um Timmons gehörig die Meinung zu geigen, als der Junge sein Gleichgewicht wiederfand und tapfer weiterlief. Er drehte sich rasch um und hielt die Schlinge in die Höhe, während er Lee zulächelte.
Lee sah ihnen stirnrunzelnd nach, doch bevor er weiter darüber nachdenken konnte, haute ihm plötzlich jemand auf die Schulter.
„Was gibt’s denn da zu schauen, Mister Christmas?“
Lee wandte den Kopf. „Tag, Mister Church“, grüßte er den glatzköpfigen Sheriff und versuchte, sich nicht anmerken zu lassen, wie sehr er sich erschrocken hatte. „Gibt’s keine Gauner einzusperren, dass Sie sich einen genehmigen können?“
Church funkelte ihn an. „Quatsch nicht dumm rum, Christmas“, fauchte er leise. „Ich hab was für Ross und seine Bande tollwütiger Kojoten.“
Lee grinste. „Stets zu Diensten, Sheriff. Wollen Sie mich auf einen Drink einladen und mir alles erklären?“
Der Sheriff verdrehte die Augen, doch er wusste, dass Lee nach einem Bier viel aufmerksamer zuhörte.
„Beweg dich schon“, murmelte er und Lee ließ sich breit grinsend hineinführen.
Als Lee am Abend nach Hause kam und die Geschichte mit dem Jungen erzählte, lachte Hale und nannte ihn einen sentimentalen Idioten.
Yin lachte nicht, doch man konnte sehen, dass er gerührt war, davon, wie der Junge sich benommen hatte.
Barney war ebenfalls still und schien in Gedanken versunken zu sein und erst als Lee breit grinsend von Clarice erzählte, meinte er, dass Lee hässlich wie die Nacht sei und in Zukunft besser einem Esel Avancen machen solle, da hätte er mit seinem Gesicht größere Chancen.
3. Hilfsarbeiter
„So langsam wird mir der Kleine unheimlich“, murmelte Gunnar, als er die älteren Bullen zusammentrieb und dabei immer wieder einen Blick über die Schulter warf.
Billy hockte wie üblich auf dem Gatter.
Yin lachte. „Hast du Angst vor kleinen Menschen?“, fragte er.
Gunnar grinste bösartig. „Das müsstest du doch am besten wissen, du Zwerg.“
Yin schüttelte den Kopf – dann beugte er sich blitzschnell von seinem Pferd und schlug Gunnars Hengst auf die Flanke. Das Tier wieherte überrascht, stieg auf die Hinterbeine und rannte davon. Gunnar fluchte lauthals und schwor Yin ewige Rache.
„Warum behalten wir die zwei Idioten nochmal?“, fragte Lee augenverdrehend und achtete darauf, dass die Rinder nicht panisch wurden, während sich das ungleiche Paar über die Felder jagte.
„Naja… du kannst nicht kochen“, gab Barney zur Antwort. Lee stöhnte nur entnervt und verzog sich mit den übrigen Tieren.
Barney fiel zurück – dann gab er sich einen Ruck und ritt in die entgegengesetzte Richtung, zu Billy hin.
Der Junge blieb stocksteif auf dem Zaun sitzen, doch als Barney nah genug heran gekommen war, konnte er sehen, dass sich Billy alles andere als wohl fühlte.
„Tag, Kleiner“, grüßte er ihn freundlich und hielt Abstand.
„Guten Tag, Mister Ross, Sir“, antwortete Billy wie aus der Pistole geschossen, doch er wagte es nicht, den Blick zu heben.
„Wie gehts dir, Billy Timmons?“
„Ähm… gut, Sir?“ Anscheinend hatte ihn noch nie jemand gefragt, wie es ihm ging, so verwirrt wie er Barney nun anstarrte.
„Hmm…“ Barney strich sich über den Bart. „Müsstest du nicht in der Schule sein, Billy?“
„Da war ich schon“, sagte Billy und deutete auf das Täschchen, das neben ihn auf dem Boden stand.
„So, so.“ Er kam sich vor, als müsse er mit einem besonders scheuen Pferd reden, was völlig idiotisch war. „Und dein Vater? Braucht der dich nicht im Laden?“
Billy schüttelte augenblicklich den Kopf. „Er meint, ich sei nicht helle genug für einen Kaufmann“, erwiderte er, doch er klang nicht sonderlich betrübt darüber. Barney musste sich auf die Zunge beißen, um nicht zu grinsen.
„Das tut mir Leid, Kleiner. Aber sag mal…“ er sah ihm direkt in die Augen, ehe er fortfuhr, „was treibst du eigentlich hier?“
Er hatte erwartet, dass Billy rot werden und sich eine Ausrede einfallen lassen würde – doch stattdessen begann der Bursche zu strahlen, als habe er erfahren, dass Weihnachten dieses Jahr früher käme. Barney blinzelte verwirrt.
„Ich möchte auf Ihrer Farm arbeiten, Sir!“, sagte er so rasch, dass er beinah vom Zaun fiel.
„W-was?“ Barney traute seinen Ohren nicht.
„Ich möchte helfen, Sir!“, sprudelte der Junge hervor. „Sie brauchen doch mit Sicherheit noch ein Paar Hände, in ein paar Wochen ist immerhin Kalbzeit, da haben Sie bestimmt genug zu tun und ich kann reiten und mit einem Lasso umgehen, sogar mit dem, das Sie benutzen, Mister Christmas war so freundlich, mir eines zu knüpfen und ich weiß nun auch, wie das geht, ich habe schon mal…“
„Junge, Junge“, gebot Barney ihm Einhalt. „Hol Luft zwischen drin, Himmelarsch.“
Das Schimpfwort zeigte Wirkung, Billy fuhr zusammen und faltete sogar brav die Hände. Doch das eifrige Grinsen blieb.
Barney wusste nicht, was er tun sollte. Er hatte keine Ahnung, woher der Bursche die fixe Idee hatte, auf seiner Farm arbeiten zu wollen, doch er war so überrascht, dass er keinen Ton hervor brachte.
„Wieso… wieso willst du bei mir arbeiten?“, fragte er schließlich, um sich ein wenig Zeit zu verschaffen.
Für einen kurzen Moment hörte Billy auf zu lächeln. „Mein… mein Vater ist krank, Mister Ross, Sir“, erklärte er ruhig, doch er wurde so rot, dass selbst Barneys blinde und taube Großmutter hätte erkennen können, dass er log. „Sehr krank. Das Geschäft läuft nicht sonderlich gut und… ich würde ihm gern helfen. Bitte.“
Barney dachte an Lees Begegnung mit Mister Timmons vor ein paar Tagen. Wenn das nun wirklich kein einmaliger Ausrutscher gewesen war, dann war es glasklar, warum Billy Geld verdienen wollte.
„Warum gehst du nicht zu Mister Trench?“, wollte Barney dann wissen. Mister Trench hatte ebenfalls eine Farm, ein paar Meilen den Fluss hinab. Außerdem war er das ausgekochteste Schlitzohr, das Barney je untergekommen war. „Dort werden doch ständig Hilfsarbeiter gesucht.“
Vermutlich weil Trench jeden Abend einen mit Haut und Haaren verschlang, doch das sagte Barney natürlich nicht.
Billy schluckte und sah Barney direkt an, absolute Entschlossenheit auf seinem jungen Gesicht. „Sie behandeln Ihre Tiere besser, Sir“, erklärte er dann im Brustton der Überzeugung. „Sie schießen nicht aus Spaß auf Kälber.“
„Hast du das bei Trench gesehen, Kleiner?“
„Ja, Sir.“
„Hm.“
Barney schwieg. Normalerweise ließen sie niemand Fremden auf der Farm arbeiten, was jedoch hauptsächlich daran lag, dass sich niemand je als Hilfsarbeiter angeboten hatte.
„Hm…“
Und Billy hatte selbstverständlich Recht, die Kalbzeit war selbst für sechs Männer kaum zu bewältigen.
„Hmmmm….“
Zumal der Sheriff mit einem Auftrag an sie herangetreten war, der bald beginnen würde. Und es wäre doch schön, wenn er einen Burschen hätte, dem er neben Clarice und ihren beiden Freundinnen aus der Stadt die Arbeit anvertrauen konnte, wenn er und seine Leute nicht da waren.
„Bitte, Sir. Ich kann das, ich weiß es“, sagte Billy dann und er klang nur ein winziges bisschen aufgeregt.
Barney seufzte.
„Ich kann dich nicht einstellen, Billy Timmons“, murmelte er schließlich. „Zumindest nicht, ohne mit meinem Vorarbeiter gesprochen zu haben. Außerdem…woher soll ich denn wissen, dass du mich nicht anlügst und du eigentlich völlig nutzlos bist, wenn es um Kühe geht?“
Billy sah aus, als hätte Barney ihm eine Ohrfeige verpasst, doch schon nach ein paar Augenblicken schüttelte er heftig den Kopf.
„Wie wäre es, Sir, wenn ich eine Woche lang zur Probe bei Ihnen arbeiten würde? Dann können Sie sehen, ob ich die Wahrheit sage“, schlug er vor, wobei er kläglich scheiterte, sein breites Lächeln zu verbergen.
Barney stöhnte. „Du gibt’s nicht auf, Junge, hm?“, fragte er.
„Niemals, Sir“, gab Billy zur Antwort.
Barney schwieg. Worauf war er sich gerade im Begriff einzulassen?
„Komm morgen wieder her, Bursche. Dann sage ich dir, was ich davon halte“, sagte er nach einer Weile, woraufhin Billy geschickt vom Zaun sprang und ihn mit leuchtenden Augen ansah.
„Selbstverständlich, Sir! Danke sehr, Sir“, rief er, hob sein Bündel vom Boden auf und rannte über die staubigen Wege hin zur Stadt.
„Ich werde alt“, sagte Barney ungläubig zu seinem Pferd, welches lediglich schnaubte.
4. Tagwerk
Lee hatte Zeter und Mordio geschrien und auch die anderen hatten eher verhalten darauf reagiert, dass ihnen jetzt ein Kind zwischen den Beinen herum laufen würde.
„Boss, der Junge ist so hoch wie mein Schuh“, warf Gunnar ein, während er seinen Bohneneintopf löffelte.
„Bei deinen Plattfüßen reicht das für ‘ne stattliche Größe“, gab er zurück, woraufhin Toll sich verschluckte und Brotkrumen durch den Raum spuckte. Hale verzog angewidert das Gesicht.
„Das ist ‘ne Scheißidee“, knurrte Lee vom anderen Ende des Tisches und haute den Löffel neben seine Schale. „Seit wann trauen wir den Leuten aus der Stadt?“
Barney breitete die Arme aus. „Billy ist ein guter Kerl, das hast du selbst gesagt“, erklärte er. „Außerdem hat er sich nicht von den Gerüchten abschrecken lassen, das sagt doch einiges.“
„Ja, zum Beispiel, dass er keinen Funken Verstand hat“, murrte Lee.
„Den hast du auch nicht, Christmas.“
„Halt den Rand, Toll!“
Barney grinste. „Der Bursche hilft nur ein bisschen aus“, fuhr er fort. „Soll er doch die Scheune fegen und Kälber auf die Welt bringen, wenn er will. Unser Schaden soll’s nicht sein.“
Einen Moment lang schwiegen die anderen. Yin war der Erste, der langsam nickte, woraufhin Lee unwillig fluchte.
„Ich will sehen, ob er den Knoten beherrscht“, erklärte Yin schulterzuckend.
„Zwei Zwerge sind besser als einer“, stimme Gunnar zu, woraufhin Yin ihm vor den Kopf schlug, dass Gunnar hintenüber von der Bank kippte.
Hale und Toll wieherten vor Lachen und erklärten ebenfalls, dass sie einverstanden seien.
„Wenn er von den Schießeisen fernbleibt“, machte Toll zur Bedingung.
„Na klar.“
Als Barney sich schließlich an Lee wandte, knurrte der nur.
„Du tust eh, was du willst“, ließ er Barney wissen. „Egal, was ich sage.“
„Ja, weil ich immer Recht habe“, antwortete Barney, woraufhin Lee aufgebracht die Hände in die Luft warf und fluchend die Küche verließ.
Barney seufzte – das würde eine sehr anstrengende Nacht werden.
Billy blieb natürlich nicht von den Schießeisen fern, denn Barney brachte ihm schon in der ersten Woche bei, wie man auf Konservendosen schoss.
„Wenn er mal nem Kojoten begegnet“, erklärte er schulterzuckend dem aufgebrachten Toll. Billy grinste nur und hielt die Klappe und Toll kam trotz seiner Wut nicht umhin, anerkennend zu nicken, als er feststellte, dass sich der Bursche gar nicht so ungeschickt mit einem Revolver und dem Jagdgewehr anstellte.
Nach drei Wochen war klar, dass Billy absolut unersetzlich geworden war und selbst Gunnar fragte sich, wie sie bisher ohne den Kleinen zu Recht gekommen waren. Einzig Lee blieb mürrisch und jedes Mal, wenn Billy den Mut aufbrachte, eine Frage an ihn zu richten, bekam er einsilbige Antworten oder die Aufforderung, sich an Ross zu wenden, selbst wenn Ross Billy erst zu Lee geschickt hatte.
„Ich glaube, er kann mich nicht sonderlich leiden“, sagte Billy am letzten Abend, bevor Ross und die anderen aufbrechen würden, um Churchs Auftrag zu erfüllen.
Billy lenkte sein Pferd neben das von Ross und hielt Ausschau nach abtrünnigen Rindern. Ein Sturm braute sich am Horizont zusammen und die Tiere waren unruhig.
„Mach dir nichts draus, Billy“, sagte Ross. „Lee taut schon noch auf.“
„Spätestens, wenn mich der Totengräber holt, hoffe ich.“
Ross schnaubte, sagte jedoch nichts. Wenn Lee sich weiterhin so anstellte, dann lag das durchaus im Bereich des Möglichen.
Billy ritt ein paar Meter voraus, beruhigte das Vieh und trieb es mit mittlerweile routinierten Bewegungen in Richtung der Stallungen, wo Gunnar und Hale bereits warteten.
„Beeilt euch“, befahl Ross ihnen, denn im selben Moment zuckten die ersten Blitze über den blauschwarzen Himmel. Gunnar fuhr zusammen und ließ beinah sein Gewehr fallen.
Hale sah ihn verwirrt an.
„Für jemanden, der mit Sprengstoff arbeitet, bist zu ziemlich schreckhaft.“
„Wenn es auf dem Boden knallt, dann weiß ich, woran es liegt“, erklärte Gunnar, während er fahrig nach den Zügeln seines Pferdes griff. „Wenn es blitzt und donnert, jedoch nicht.“
„Spinner.“
Gerade als sie die Gatter geschlossen und die Pferde abgesattelt hatten, brach ein Platzregen wie am Jüngsten Tag über sie herein und die vier rannten wie der Teufel über die Wege hin zum Haus.
Auf der Veranda wartete Lee auf sie, anscheinend völlig unbeeindruckt von dem mörderischen Wetter. Er warf seine Zigarette weg und sprang von seinem Stuhl.
„Wart ihr schwimmen?“, begrüßte er sie spöttisch, als Gunnar seinen patschnassen Hut vom Kopf zog und ihn auswring.
„Halt’s Maul, Christmas“, sagte Ross und verdrehte die Augen. „Hast du wenigstens was gekocht?“
„Aber sicher doch, mein lieber Ehemann“, kam die Antwort und Lee versuchte sich sogar an einem verführerischen Augenaufschlag, woraufhin Hale und Gunnar kopfschüttelnd im Inneren des Hauses verschwanden. „Ganz so, wie du es gern hast.“
„Du bist völlig irre“, stellte Barney fest und wischte sich durchs Gesicht.
Lee lachte nur und machte Anstalten, ebenfalls hineinzugehen. „Kommst du?“, fragte er stirnrunzelnd, als Barney innehielt.
Barney deutete mit dem Kinn auf Billy, der immer noch triefend nass auf der Veranda stand und in den Regen hinausschaute, der den Weg vor dem Haus langsam in einen Sumpf verwandelte.
„Ich komme gleich“, meinte Barney.
Lee verengte die Augen zu Schlitzen und stapfte ohne ein weiteres Wort ins Haus.
Barney beachtete ihn nicht weiter, stattdessen trat er einen Schritt vor und legte Billy die Hand auf die Schulter. Der Junge drehte sich um und lächelte schwach.
„Ich gehe gleich, Sir.“
„Hm. Und wohin?“
Billy sah ihn verwundert an. „Nach Hause, Sir. Oder brauchen Sie mich noch?“
Was für ein Schlitzohr, dachte Barney, der Junge wusste genau, wie er ihn um den Finger wickeln konnte.
„Den Teufel wirst du, Billy Timmons“, fluchte er schließlich und verstärkte seinen Griff um Billys Arm. „Du bleibst hier, bis der Regen aufhört. Du kannst dich nützlich machen beim Abwasch“, fügte er hastig hinzu, als ein breites Lächeln auf Billys Gesicht trat.
„Danke, Sir“, sagte er fröhlich und gemeinsam betraten sie das Haus.
Lee würde ihn umbringen, dachte Barney, doch als er sah, dass Gunnar und Hale dem Jungen ein breites Grinsen zuwarfen, kaum, dass er sich am Tisch niedergelassen hatte, fand er, dass er schon schlechtere Entscheidungen getroffen hatte.
5. Fernweh
Der Morgen graute bereits, als sie endlich bereit zum Aufbruch waren.
Gerade als Barney seine Weste zuknöpfte und sich nach seinen Stiefeln umschaute, hämmerte jemand wie wild an ihre Tür.
Sechs Köpfe schossen hoch – Hale und Toll waren bereits bis unter die Zähne bewaffnet, genauso wie Yin und Gunnar, die sich soeben die Masken überstreiften.
„Soll ich…?“, flüsterte Toll und deutete mit seinem Colt auf die Tür. Barney schüttelte den Kopf und deutete mit dem Kinn auf Lee, der bereits Stellung bezogen hatte. Toll zuckte mit den Schultern und zog sich mit den anderen in die hintere Kammer zurück.
Barney trat neben die Tür.
„Wer ist da?“, rief er.
„Ross? Ich bin’s. Billy.“
Barney entspannte sich augenblicklich. Auch Lee ließ das Messer sinken und unauffällig die Maske hinter seinem Rücken verschwinden.
Barney öffnete die Tür. „Ich dachte, ich hätte dir erklärt, dass du heute nicht kommen musst, Kleiner“, sagte er, doch die erhoffte Strenge konnte er nicht in seine Worte legen – und als er Billy ins Gesicht sah, war er sogar recht froh darüber.
Der Bursche sah aus als sei er unter eine Herde Büffel geraten. Blaues Auge, eine riesige Beule an der Stirn und eine blutige Nase zierten sein Gesicht.
Barney klappte der Unterkiefer runter.
„Tut mir Leid, Sir“, antwortete der Kleine und wischte sich über die aufgeplatzte Unterlippe, verschmierte Blut und Dreck auf seinem Kinn.
„Was zur Hölle ist mit dir passiert?“, fragte Ross und eine tiefe, dunkle Wut machte sich in ihm breit. Lee trat neben ihn und sog scharf die Luft ein, als er den Jungen sah.
Billy fiel augenblicklich in sich zusammen und starrte auf seine bloßen, schlammverkrusteten Füße.
„Es ist nicht so schlimm, wie es aussieht“, sagte er kaum hörbar.
Barney wollte nach Billy greifen und ihn ins Haus ziehen, doch Lee kam ihm zuvor.
„Komm rein, Junge“, sagte er. Sanft strich er Billy über den Schopf, schob ihn an Barney vorbei und bugsierte ihn auf den Stuhl neben der Kochstelle.
Barney zog die Brauen in die Höhe, doch er sagte nichts. Er schloss die Tür und trat neben die beiden.
„Bleib ruhig, Billy. Hier passiert dir nichts“, murmelte Lee, während er die Gaslampe aufdrehte und den Wassereimer unterm Tisch hervorzog.
Billy blieb stumm und folgte Lees Bewegungen mit großen Augen, so als sei er sich nicht ganz sicher, was gerade vor sich ging. Lee schnappte sich einen halbwegs sauberen Lappen, tauchte ihn ins Wasser und drückte ihn Billy in die Hand.
„Wasch das Blut ab.“
Billy ließ sich das nicht zweimal sagen und presste sein Gesicht in den Lappen.
In diesem Moment ging die Tür zur hinteren Kammer auf und Yin spähte in die Küche. Als sein Blick auf Billy fiel, zog er sich hastig zurück. Sie würden durch das Fenster des Hinterzimmers steigen und die Pferde satteln, sodass Lee und Barney ungestört bleiben konnten und der Junge sie nicht sah.
Barney beobachtete Billy, der zu zittern begonnen hatte, das Gesicht hinter dem Lappen verborgen. Er warf Lee einen Blick zu, dann setzte er sich neben den Jungen.
„Kleiner“, begann er leise. „Sieh mich an.“
Billy holte zitternd Luft und schaute auf. Ihm standen Tränen in den Augen, doch er lächelte tapfer.
„Was ist passiert?“
Das Lächeln flackerte. „Ich…bin vor nen Wagen gerannt, Sir.“
Etwas schepperte hinter Barneys Rücken und Billy zuckte heftig zusammen.
„Verarsch uns nicht, Kleiner“, knurrte Lee und beugte sich nach vorn, um den Becher aufzuheben, den er fallengelassen hatte.
„Ja, Sir“, antwortete Billy und fuhr sich durchs Gesicht.
„Also?“
„Mein…mein Vater…verdammt!“ Billy presste die Hände vors Gesicht und zischte vor Schmerzen. „Ich…tut mir Leid, dass ich hergekommen bin. Ich weiß, dass Sie gehen müssen, tut mir so Leid…“
Lee fluchte so heftig, dass Barney das Bedürfnis hatte, dem Jungen die Ohren zuzuhalten.
„Es ist in Ordnung, Billy“, sagte er stattdessen. „Spuck’s schon aus.“
Es dauerte ein paar Augenblicke, dann löste Billy seine verkrampften Fäuste und begann stockend und stammelnd zu berichten.
„Ich… mein Vater hat… er wollte nicht, dass ich bei euch arbeite… und als er die drei Dollar gefunden hat… er hatte getrunken…“
Barney verstand nicht alles, doch es war schlussendlich auch egal, warum Timmons beschlossen hatte, sein Kind zu verprügeln.
Lee hatte zwischenzeitlich sein Messer gezückt und es in die Wand gerammt, dann war er verschwunden und Barney blieb mit Billy zurück.
Ein paar Minuten vergingen, dann brachte Billy ein schwaches Lächeln zustande.
„Tut mir Leid, Ross…“
„Hör auf dich zu entschuldigen, Kleiner. Du kannst nichts dafür“, unterbrach er ihn und strich sich über den Bart.
Verdammt. Er konnte nichts, aber auch gar nichts tun, um die kochende Wut, die sich in ihm breit machte, unter Kontrolle zu bringen. Timmons verdiente eine Kugel zwischen die Augen!
„Ich kann… ich kann nicht mitkommen, oder?“, murmelte Billy nach ein paar Augenblicken. „Mit euch.“
Der hoffnungsvolle Blick brach Barney beinah das Herz.
„Nein, Billy“, sagte er mit Grabesstimme. „das wird nicht funktionieren.“
Billy nickte hastig. „Ich weiß das. Ihr müsst weg. Aber… ihr kommt wieder?“
„Natürlich, Kleiner. New Orleans ist nicht das Ende der Welt.“
„New Orleans?“ Billy horchte auf und das Lächeln verzog sein geschundenes Gesicht auf groteske Weise.
„Warst du schon mal dort?“
„Nein. Aber ich habe gehört, dass es fantastisch sein soll. Man soll überall kandierte Äpfel kaufen können, an jeder Straßenecke.“
Barney lächelte. „Kandierte Äpfel, hm?“
Billy grinste ein wenig beschämt. „Hab ich mal gehört.“
Sie verfielen wieder in Schweigen. Die Sonne ging langsam auf und Barney wusste, dass er nicht mehr lange bleiben konnte. Doch den Jungen so völlig zerstört hier sitzen zu lassen, brachte er auch nicht über sich.
„Willst du, dass ich mit deinem Vater rede, sobald ich wieder da bin?“, fragte er leise und kam sich schrecklich hilflos vor.
„Nein, Sir“, antwortete Billy so erschrocken, als habe Ross ihm Prügel angedroht. „Das… wird nicht nötig sein.“
„Hm.“
In diesem Moment öffnete Lee die Tür.
„Ross. Wir müssen los.“
Barney nickte und Billy stand augenblicklich auf.
„Ich wollte nicht stören, Sir“, sagte er und rieb sich ein letztes Mal über die Augen. Dann hob er den Kopf und lächelte tapfer. „Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Reise.“
Barney wusste nicht, was er sagen sollte und auch Lee brachte keinen Ton hervor, als Billy sich an ihm vorbei nach draußen schob. Gemeinsam beobachteten sie, wie sich der Junge auf den langen Weg in die Stadt machte.
„Scheißidee, hab ich doch gesagt“, knurrte Lee, doch Barney wusste, dass es seinen Freund bitterlich schmerzte, den Jungen gehen lassen zu müssen.
„Lee“, murmelte Barney. „Ich reite mit den anderen voraus. Du gehst in die Stadt. Sag Clarice, sie soll ein Auge auf den Jungen werfen.“
„Was ist mit Timmons?“
Barney seufzte und rieb sich die Stirn. „Das muss warten. Bis nach New Orleans.“
„Dreck.”
„Du sagst es.“
- Wird fortgeführt
Autor: nessaniel
Titel: Billy und die Expendables
Challenge: Hurt/Comfort – Es sieht schlimmer aus als es ist – für mich
Fandom: The Expendables – basierend auf
Charaktere: das ganze Team, inklusive Church und Trench und anderen
Disclaimer: Mir gehört gar nichts, nicht mal die Idee zu diesem AU, wie erbärmlich…
Kommentar Aku und ihre AUs tun Dinge mit meinem Kopf… urghs und H/C kommt gaaanz am Ende erst vor, also bleibt bei mir, Freunde xD
Zusammenfassung Zehn kurze Einblicke in das wilde Leben der Expendables und Billys Erlebnisse mit ihnen (Teil 1 von 2)
Gott,ich bin so unzufrieden damit (POV ist all over the place…), aber was man halt so im Rausch produziert… meh.
Billy und die Outlaws
1. Zaungast
„Schau mal. Der Kleine ist schon wieder da.“
Barney drehte sich um – und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
Am Zaun neben der Scheune hing, wie jeden Tag seit gut zwei Wochen, Billy Timmons und schaute ihnen höchst konzentriert bei der Arbeit zu.
„Tse. Der ist ja anhänglicher als’n Welpe“, schnalzte Lee missbilligend, doch Barney wusste, dass es nicht ernst gemeint war, immerhin schob Lee seinen breitkrempigen Hut etwas weiter nach hinten, um den Burschen besser sehen zu können.
„Müsste der nicht in der Schule sein?“, fragte Hale, der neben sie geritten war. Toll schloss das Gatter und warf ebenfalls einen interessierten Blick auf den Besucher.
„War er doch“, fügte er dann hinzu und deutete auf das kleine, kaum sichtbare Bündel aus Büchern und einer Schiefertafel, die neben Billy auf dem Boden lagen.
„Und was macht er dann hier?“
Barney fragte sich, wieso vier erwachsene Männer sich darüber unterhielten, warum ein kleiner Junge bei ihnen über den Zaun guckte, anstatt dass einer von ihnen zu ihm ritt und ihn fragte. Er war Anführer einer Truppe von Idioten, aber das war ihm ja schon immer klar gewesen.
„Hat er jemals was gesagt? Zu irgendeinem von euch?“, fragte er und alle schüttelten die Köpfe. Hale hingegen verdrehte die Augen. Mit ihm sprach sowieso niemand, wenn er in der Stadt auftauchte. Engstirniges Volk, dachte Barney, doch sich über die bigotte Bevölkerung von Mountain Creek aufzuregen, hatte er längst aufgegeben.
„Komisches Kerlchen“, stellte Toll fest und machte sich schulterzuckend auf den Rückweg zum Haus.
„Ja“, stimmte Lee zu. „Soll er am Zaun hängen, mich stört er nicht.“
Barney nickte, doch er konnte seinen Blick nicht von dem Jungen lösen. Normalerweise mieden alle Städter seine Ranch und gerade die Kinder verirrten sich selten hierher. Die Geschichten über den „barbarischen Indianer-Schwarzen, der eine ganze Kuh zum Frühstück aß und abends die Geister beschwor, um Pest und Cholera auf gute Christenmenschen herab zu wünschen“ waren Grund genug, nicht in die Nähe von Barneys Farm zu kommen.
(Hale hatte im Übrigen gelacht, als er die Gerüchte gehört hatte und sich vorgenommen, beim nächsten Vollmond brüllend durch die Stadt zu rennen und ein totes Huhn hinter sich her zu schleifen).
Umso mehr verwunderte es Barney, dass der Timmons-Junge sich nicht beirren ließ.
„Barney! Jetzt komm endlich, bevor du noch vor lauter Altersschwäche vom Gaul fällst“, rief Lee.
Barney machte eine unmissverständliche Geste in seine Richtung, doch er wendete sein Pferd und ließ es gemütlich zu den Stallungen traben.
Der Junge sah ihm nach.
2. Respekt
Als Lee den Jungen das nächste Mal sah, hockte er auf der Veranda vor dem Saloon und knüpfte eine Lassoschlinge.
Normalerweise hätte Lee ihn nicht weiter beachtet – die Kinder lungerten häufig hier rum, immerhin bestand die Chance, dass mal einer der Trunkenbolde durchs Fenster flog – doch er erinnerte sich natürlich an den kleinen Zaunkönig.
Er wog ab, ob er Clarice, die Barfrau, noch ein paar Minuten länger warten lassen konnte. Vermutlich verzehrte sie sich schon nach ihm, doch so hilflos wie der Junge mit der Schlinge umging, konnte er ihn nicht da sitzen lassen.
„Hey, Kleiner“, rief er.
Billy zuckte zusammen und ließ die Schlinge fallen. Als er bemerkte, dass ein Erwachsener mit ihm sprach, stand er blitzschnell auf und hielt brav den Kopf gesenkt.
„Guten Tag, Sir“, piepste er.
Lee winkte ab. „Jaja. Was treibst du hier?“
Billy schluckte, anscheinend nicht sicher, was er sagen sollte.
„Ich warte auf meinen Vater“, murmelte er schließlich. „Er kommt gleich.“
Lee runzelte die Stirn. Mister Timmons war in der Tat bekannt dafür, ein Trinker zu sein, doch normalerweise wagte er sich erst nach Einbruch der Dunkelheit in den Saloon.
Nun gut, das war nicht sein Problem, dachte Lee, dann deutete er auf die Schlinge zu Billys Füßen.
„Was soll das werden, wenn es fertig ist?“, fragte er.
„Oh. Das? Also…“ Billy wurde tatsächlich rot, während er herumdruckste und eine Faust ballte, ganz so, als wisse er nicht, ob er die Schnur aufheben solle oder nicht.
Lee nahm ihm die Entscheidung ab, beugte sich nach vorn und nahm das Seil genau unter die Lupe. „Willst du eine Lassoschlinge knüpfen?“, fragte er verwirrt. Das konnten diese Burschen doch normalerweise im Schlaf.
„J-ja, Sir“, murmelte Billy. „Aber… nicht irgendeine Schlinge, Sir“, fügte er dann hastig hinzu, als er Lees Grinsen sah. „Sondern die, die Ihr Freund immer benutzt!“
„Mein Freund?“, fragte Lee und zog eine Augenbraue in die Höhe. Billy biss sich auf die Lippen.
„Ihr Freund, der… der bei Ihnen auf der Farm… ich meine…“, stammelte er.
Lee dachte kurz nach. „Der Chinese?“, fragte er schließlich.
Billy nickte, doch das Stirnrunzeln war immer noch nicht verschwunden. „Sie nennen ihn nicht so. Ich weiß nicht, wie er heißt“, gab er dann zu.
Lee starrte den Jungen an. „Er heißt Mister Yang“, erklärte er ihm verblüfft.
Sofort fing Billy an zu strahlen. „Mister Yang, genau! Er… er benutzt einen anderen Knoten! Einen besseren.“
Lee nickte geistesabwesend, während er das Seil durch seine Finger gleiten ließ.
Nicht nur, dass der Bursche erkannt hatte, dass Yin eine andere Technik zum Rindereinschnüren verwendete, nein, er hatte sogar versucht, den Fehler zu vermeiden, den die meisten anderen Erwachsenen in diesem gottverdammten Ort machten – nämlich Lees Freunden nicht den gebührenden Respekt entgegen zu bringen.
Donnerwetter, der Junge hatte allerhand auf dem Kasten!
„Du willst also Mister Yangs Knoten nachmachen, ja?“, fragte er und knüpfte das Seil in seiner Hand rasch in die richtige Schlinge.
Billys Augen weiteten sich. „Ich wollte nichts stehlen, Sir“, versicherte er ihm hastig. „Nur…nur…“ Er fuchtelte wild mit den Händen umher, als versuche er die passenden Worte aus der Luft zu klauben.
„Schon gut, Kleiner.“ Lee verdrehte die Augen und reichte ihm das verknotete Seil. „Hier. Erhäng dich nicht.“
Billy fiel die Kinnlade runter. Er schaute ungläubig von dem Seil zu Lee und wieder zurück. „Danke! Vielen, vielen Dank, Sir!“, rief er dann und schnappte sich den Knoten, als sei es sein größter Schatz.
Lee schüttelte den Kopf. Was für ein verrückter Kerl. Guter, aber verrückter Kerl.
Gerade wollte er den Burschen fragen, warum er ständig auf Barneys Zaun hockte, als die Schwingtüren des Saloons aufgingen und Mister Timmons schwankend auf die Veranda trat.
„William!“, brüllte er und stolperte beinah über seine eigenen Füße. Lee packte ihn rasch am Arm.
„Immer langsam, Sir“, sagte er und runzelte die Stirn. Timmons war offensichtlich voll wie der Drei-Uhr-Zug nach Yuma und das am helllichten Tag, mitten in der Woche.
„Fass mich nicht an, du Bandit“, kreischte Timmons und stieß Lee gegen die Brust. Lee biss sich auf die Zunge. Keinen Ärger anfangen, mahnte er sich selbst.
Timmons griente ihn an, dann packte er seinen Sohn grob am Oberarm. „Beweg dich endlich!“, keifte er und schubste ihn von der Veranda.
Billy quiekte überrascht und Lee war schon einen Schritt nach vorn getreten, um Timmons gehörig die Meinung zu geigen, als der Junge sein Gleichgewicht wiederfand und tapfer weiterlief. Er drehte sich rasch um und hielt die Schlinge in die Höhe, während er Lee zulächelte.
Lee sah ihnen stirnrunzelnd nach, doch bevor er weiter darüber nachdenken konnte, haute ihm plötzlich jemand auf die Schulter.
„Was gibt’s denn da zu schauen, Mister Christmas?“
Lee wandte den Kopf. „Tag, Mister Church“, grüßte er den glatzköpfigen Sheriff und versuchte, sich nicht anmerken zu lassen, wie sehr er sich erschrocken hatte. „Gibt’s keine Gauner einzusperren, dass Sie sich einen genehmigen können?“
Church funkelte ihn an. „Quatsch nicht dumm rum, Christmas“, fauchte er leise. „Ich hab was für Ross und seine Bande tollwütiger Kojoten.“
Lee grinste. „Stets zu Diensten, Sheriff. Wollen Sie mich auf einen Drink einladen und mir alles erklären?“
Der Sheriff verdrehte die Augen, doch er wusste, dass Lee nach einem Bier viel aufmerksamer zuhörte.
„Beweg dich schon“, murmelte er und Lee ließ sich breit grinsend hineinführen.
Als Lee am Abend nach Hause kam und die Geschichte mit dem Jungen erzählte, lachte Hale und nannte ihn einen sentimentalen Idioten.
Yin lachte nicht, doch man konnte sehen, dass er gerührt war, davon, wie der Junge sich benommen hatte.
Barney war ebenfalls still und schien in Gedanken versunken zu sein und erst als Lee breit grinsend von Clarice erzählte, meinte er, dass Lee hässlich wie die Nacht sei und in Zukunft besser einem Esel Avancen machen solle, da hätte er mit seinem Gesicht größere Chancen.
3. Hilfsarbeiter
„So langsam wird mir der Kleine unheimlich“, murmelte Gunnar, als er die älteren Bullen zusammentrieb und dabei immer wieder einen Blick über die Schulter warf.
Billy hockte wie üblich auf dem Gatter.
Yin lachte. „Hast du Angst vor kleinen Menschen?“, fragte er.
Gunnar grinste bösartig. „Das müsstest du doch am besten wissen, du Zwerg.“
Yin schüttelte den Kopf – dann beugte er sich blitzschnell von seinem Pferd und schlug Gunnars Hengst auf die Flanke. Das Tier wieherte überrascht, stieg auf die Hinterbeine und rannte davon. Gunnar fluchte lauthals und schwor Yin ewige Rache.
„Warum behalten wir die zwei Idioten nochmal?“, fragte Lee augenverdrehend und achtete darauf, dass die Rinder nicht panisch wurden, während sich das ungleiche Paar über die Felder jagte.
„Naja… du kannst nicht kochen“, gab Barney zur Antwort. Lee stöhnte nur entnervt und verzog sich mit den übrigen Tieren.
Barney fiel zurück – dann gab er sich einen Ruck und ritt in die entgegengesetzte Richtung, zu Billy hin.
Der Junge blieb stocksteif auf dem Zaun sitzen, doch als Barney nah genug heran gekommen war, konnte er sehen, dass sich Billy alles andere als wohl fühlte.
„Tag, Kleiner“, grüßte er ihn freundlich und hielt Abstand.
„Guten Tag, Mister Ross, Sir“, antwortete Billy wie aus der Pistole geschossen, doch er wagte es nicht, den Blick zu heben.
„Wie gehts dir, Billy Timmons?“
„Ähm… gut, Sir?“ Anscheinend hatte ihn noch nie jemand gefragt, wie es ihm ging, so verwirrt wie er Barney nun anstarrte.
„Hmm…“ Barney strich sich über den Bart. „Müsstest du nicht in der Schule sein, Billy?“
„Da war ich schon“, sagte Billy und deutete auf das Täschchen, das neben ihn auf dem Boden stand.
„So, so.“ Er kam sich vor, als müsse er mit einem besonders scheuen Pferd reden, was völlig idiotisch war. „Und dein Vater? Braucht der dich nicht im Laden?“
Billy schüttelte augenblicklich den Kopf. „Er meint, ich sei nicht helle genug für einen Kaufmann“, erwiderte er, doch er klang nicht sonderlich betrübt darüber. Barney musste sich auf die Zunge beißen, um nicht zu grinsen.
„Das tut mir Leid, Kleiner. Aber sag mal…“ er sah ihm direkt in die Augen, ehe er fortfuhr, „was treibst du eigentlich hier?“
Er hatte erwartet, dass Billy rot werden und sich eine Ausrede einfallen lassen würde – doch stattdessen begann der Bursche zu strahlen, als habe er erfahren, dass Weihnachten dieses Jahr früher käme. Barney blinzelte verwirrt.
„Ich möchte auf Ihrer Farm arbeiten, Sir!“, sagte er so rasch, dass er beinah vom Zaun fiel.
„W-was?“ Barney traute seinen Ohren nicht.
„Ich möchte helfen, Sir!“, sprudelte der Junge hervor. „Sie brauchen doch mit Sicherheit noch ein Paar Hände, in ein paar Wochen ist immerhin Kalbzeit, da haben Sie bestimmt genug zu tun und ich kann reiten und mit einem Lasso umgehen, sogar mit dem, das Sie benutzen, Mister Christmas war so freundlich, mir eines zu knüpfen und ich weiß nun auch, wie das geht, ich habe schon mal…“
„Junge, Junge“, gebot Barney ihm Einhalt. „Hol Luft zwischen drin, Himmelarsch.“
Das Schimpfwort zeigte Wirkung, Billy fuhr zusammen und faltete sogar brav die Hände. Doch das eifrige Grinsen blieb.
Barney wusste nicht, was er tun sollte. Er hatte keine Ahnung, woher der Bursche die fixe Idee hatte, auf seiner Farm arbeiten zu wollen, doch er war so überrascht, dass er keinen Ton hervor brachte.
„Wieso… wieso willst du bei mir arbeiten?“, fragte er schließlich, um sich ein wenig Zeit zu verschaffen.
Für einen kurzen Moment hörte Billy auf zu lächeln. „Mein… mein Vater ist krank, Mister Ross, Sir“, erklärte er ruhig, doch er wurde so rot, dass selbst Barneys blinde und taube Großmutter hätte erkennen können, dass er log. „Sehr krank. Das Geschäft läuft nicht sonderlich gut und… ich würde ihm gern helfen. Bitte.“
Barney dachte an Lees Begegnung mit Mister Timmons vor ein paar Tagen. Wenn das nun wirklich kein einmaliger Ausrutscher gewesen war, dann war es glasklar, warum Billy Geld verdienen wollte.
„Warum gehst du nicht zu Mister Trench?“, wollte Barney dann wissen. Mister Trench hatte ebenfalls eine Farm, ein paar Meilen den Fluss hinab. Außerdem war er das ausgekochteste Schlitzohr, das Barney je untergekommen war. „Dort werden doch ständig Hilfsarbeiter gesucht.“
Vermutlich weil Trench jeden Abend einen mit Haut und Haaren verschlang, doch das sagte Barney natürlich nicht.
Billy schluckte und sah Barney direkt an, absolute Entschlossenheit auf seinem jungen Gesicht. „Sie behandeln Ihre Tiere besser, Sir“, erklärte er dann im Brustton der Überzeugung. „Sie schießen nicht aus Spaß auf Kälber.“
„Hast du das bei Trench gesehen, Kleiner?“
„Ja, Sir.“
„Hm.“
Barney schwieg. Normalerweise ließen sie niemand Fremden auf der Farm arbeiten, was jedoch hauptsächlich daran lag, dass sich niemand je als Hilfsarbeiter angeboten hatte.
„Hm…“
Und Billy hatte selbstverständlich Recht, die Kalbzeit war selbst für sechs Männer kaum zu bewältigen.
„Hmmmm….“
Zumal der Sheriff mit einem Auftrag an sie herangetreten war, der bald beginnen würde. Und es wäre doch schön, wenn er einen Burschen hätte, dem er neben Clarice und ihren beiden Freundinnen aus der Stadt die Arbeit anvertrauen konnte, wenn er und seine Leute nicht da waren.
„Bitte, Sir. Ich kann das, ich weiß es“, sagte Billy dann und er klang nur ein winziges bisschen aufgeregt.
Barney seufzte.
„Ich kann dich nicht einstellen, Billy Timmons“, murmelte er schließlich. „Zumindest nicht, ohne mit meinem Vorarbeiter gesprochen zu haben. Außerdem…woher soll ich denn wissen, dass du mich nicht anlügst und du eigentlich völlig nutzlos bist, wenn es um Kühe geht?“
Billy sah aus, als hätte Barney ihm eine Ohrfeige verpasst, doch schon nach ein paar Augenblicken schüttelte er heftig den Kopf.
„Wie wäre es, Sir, wenn ich eine Woche lang zur Probe bei Ihnen arbeiten würde? Dann können Sie sehen, ob ich die Wahrheit sage“, schlug er vor, wobei er kläglich scheiterte, sein breites Lächeln zu verbergen.
Barney stöhnte. „Du gibt’s nicht auf, Junge, hm?“, fragte er.
„Niemals, Sir“, gab Billy zur Antwort.
Barney schwieg. Worauf war er sich gerade im Begriff einzulassen?
„Komm morgen wieder her, Bursche. Dann sage ich dir, was ich davon halte“, sagte er nach einer Weile, woraufhin Billy geschickt vom Zaun sprang und ihn mit leuchtenden Augen ansah.
„Selbstverständlich, Sir! Danke sehr, Sir“, rief er, hob sein Bündel vom Boden auf und rannte über die staubigen Wege hin zur Stadt.
„Ich werde alt“, sagte Barney ungläubig zu seinem Pferd, welches lediglich schnaubte.
4. Tagwerk
Lee hatte Zeter und Mordio geschrien und auch die anderen hatten eher verhalten darauf reagiert, dass ihnen jetzt ein Kind zwischen den Beinen herum laufen würde.
„Boss, der Junge ist so hoch wie mein Schuh“, warf Gunnar ein, während er seinen Bohneneintopf löffelte.
„Bei deinen Plattfüßen reicht das für ‘ne stattliche Größe“, gab er zurück, woraufhin Toll sich verschluckte und Brotkrumen durch den Raum spuckte. Hale verzog angewidert das Gesicht.
„Das ist ‘ne Scheißidee“, knurrte Lee vom anderen Ende des Tisches und haute den Löffel neben seine Schale. „Seit wann trauen wir den Leuten aus der Stadt?“
Barney breitete die Arme aus. „Billy ist ein guter Kerl, das hast du selbst gesagt“, erklärte er. „Außerdem hat er sich nicht von den Gerüchten abschrecken lassen, das sagt doch einiges.“
„Ja, zum Beispiel, dass er keinen Funken Verstand hat“, murrte Lee.
„Den hast du auch nicht, Christmas.“
„Halt den Rand, Toll!“
Barney grinste. „Der Bursche hilft nur ein bisschen aus“, fuhr er fort. „Soll er doch die Scheune fegen und Kälber auf die Welt bringen, wenn er will. Unser Schaden soll’s nicht sein.“
Einen Moment lang schwiegen die anderen. Yin war der Erste, der langsam nickte, woraufhin Lee unwillig fluchte.
„Ich will sehen, ob er den Knoten beherrscht“, erklärte Yin schulterzuckend.
„Zwei Zwerge sind besser als einer“, stimme Gunnar zu, woraufhin Yin ihm vor den Kopf schlug, dass Gunnar hintenüber von der Bank kippte.
Hale und Toll wieherten vor Lachen und erklärten ebenfalls, dass sie einverstanden seien.
„Wenn er von den Schießeisen fernbleibt“, machte Toll zur Bedingung.
„Na klar.“
Als Barney sich schließlich an Lee wandte, knurrte der nur.
„Du tust eh, was du willst“, ließ er Barney wissen. „Egal, was ich sage.“
„Ja, weil ich immer Recht habe“, antwortete Barney, woraufhin Lee aufgebracht die Hände in die Luft warf und fluchend die Küche verließ.
Barney seufzte – das würde eine sehr anstrengende Nacht werden.
Billy blieb natürlich nicht von den Schießeisen fern, denn Barney brachte ihm schon in der ersten Woche bei, wie man auf Konservendosen schoss.
„Wenn er mal nem Kojoten begegnet“, erklärte er schulterzuckend dem aufgebrachten Toll. Billy grinste nur und hielt die Klappe und Toll kam trotz seiner Wut nicht umhin, anerkennend zu nicken, als er feststellte, dass sich der Bursche gar nicht so ungeschickt mit einem Revolver und dem Jagdgewehr anstellte.
Nach drei Wochen war klar, dass Billy absolut unersetzlich geworden war und selbst Gunnar fragte sich, wie sie bisher ohne den Kleinen zu Recht gekommen waren. Einzig Lee blieb mürrisch und jedes Mal, wenn Billy den Mut aufbrachte, eine Frage an ihn zu richten, bekam er einsilbige Antworten oder die Aufforderung, sich an Ross zu wenden, selbst wenn Ross Billy erst zu Lee geschickt hatte.
„Ich glaube, er kann mich nicht sonderlich leiden“, sagte Billy am letzten Abend, bevor Ross und die anderen aufbrechen würden, um Churchs Auftrag zu erfüllen.
Billy lenkte sein Pferd neben das von Ross und hielt Ausschau nach abtrünnigen Rindern. Ein Sturm braute sich am Horizont zusammen und die Tiere waren unruhig.
„Mach dir nichts draus, Billy“, sagte Ross. „Lee taut schon noch auf.“
„Spätestens, wenn mich der Totengräber holt, hoffe ich.“
Ross schnaubte, sagte jedoch nichts. Wenn Lee sich weiterhin so anstellte, dann lag das durchaus im Bereich des Möglichen.
Billy ritt ein paar Meter voraus, beruhigte das Vieh und trieb es mit mittlerweile routinierten Bewegungen in Richtung der Stallungen, wo Gunnar und Hale bereits warteten.
„Beeilt euch“, befahl Ross ihnen, denn im selben Moment zuckten die ersten Blitze über den blauschwarzen Himmel. Gunnar fuhr zusammen und ließ beinah sein Gewehr fallen.
Hale sah ihn verwirrt an.
„Für jemanden, der mit Sprengstoff arbeitet, bist zu ziemlich schreckhaft.“
„Wenn es auf dem Boden knallt, dann weiß ich, woran es liegt“, erklärte Gunnar, während er fahrig nach den Zügeln seines Pferdes griff. „Wenn es blitzt und donnert, jedoch nicht.“
„Spinner.“
Gerade als sie die Gatter geschlossen und die Pferde abgesattelt hatten, brach ein Platzregen wie am Jüngsten Tag über sie herein und die vier rannten wie der Teufel über die Wege hin zum Haus.
Auf der Veranda wartete Lee auf sie, anscheinend völlig unbeeindruckt von dem mörderischen Wetter. Er warf seine Zigarette weg und sprang von seinem Stuhl.
„Wart ihr schwimmen?“, begrüßte er sie spöttisch, als Gunnar seinen patschnassen Hut vom Kopf zog und ihn auswring.
„Halt’s Maul, Christmas“, sagte Ross und verdrehte die Augen. „Hast du wenigstens was gekocht?“
„Aber sicher doch, mein lieber Ehemann“, kam die Antwort und Lee versuchte sich sogar an einem verführerischen Augenaufschlag, woraufhin Hale und Gunnar kopfschüttelnd im Inneren des Hauses verschwanden. „Ganz so, wie du es gern hast.“
„Du bist völlig irre“, stellte Barney fest und wischte sich durchs Gesicht.
Lee lachte nur und machte Anstalten, ebenfalls hineinzugehen. „Kommst du?“, fragte er stirnrunzelnd, als Barney innehielt.
Barney deutete mit dem Kinn auf Billy, der immer noch triefend nass auf der Veranda stand und in den Regen hinausschaute, der den Weg vor dem Haus langsam in einen Sumpf verwandelte.
„Ich komme gleich“, meinte Barney.
Lee verengte die Augen zu Schlitzen und stapfte ohne ein weiteres Wort ins Haus.
Barney beachtete ihn nicht weiter, stattdessen trat er einen Schritt vor und legte Billy die Hand auf die Schulter. Der Junge drehte sich um und lächelte schwach.
„Ich gehe gleich, Sir.“
„Hm. Und wohin?“
Billy sah ihn verwundert an. „Nach Hause, Sir. Oder brauchen Sie mich noch?“
Was für ein Schlitzohr, dachte Barney, der Junge wusste genau, wie er ihn um den Finger wickeln konnte.
„Den Teufel wirst du, Billy Timmons“, fluchte er schließlich und verstärkte seinen Griff um Billys Arm. „Du bleibst hier, bis der Regen aufhört. Du kannst dich nützlich machen beim Abwasch“, fügte er hastig hinzu, als ein breites Lächeln auf Billys Gesicht trat.
„Danke, Sir“, sagte er fröhlich und gemeinsam betraten sie das Haus.
Lee würde ihn umbringen, dachte Barney, doch als er sah, dass Gunnar und Hale dem Jungen ein breites Grinsen zuwarfen, kaum, dass er sich am Tisch niedergelassen hatte, fand er, dass er schon schlechtere Entscheidungen getroffen hatte.
5. Fernweh
Der Morgen graute bereits, als sie endlich bereit zum Aufbruch waren.
Gerade als Barney seine Weste zuknöpfte und sich nach seinen Stiefeln umschaute, hämmerte jemand wie wild an ihre Tür.
Sechs Köpfe schossen hoch – Hale und Toll waren bereits bis unter die Zähne bewaffnet, genauso wie Yin und Gunnar, die sich soeben die Masken überstreiften.
„Soll ich…?“, flüsterte Toll und deutete mit seinem Colt auf die Tür. Barney schüttelte den Kopf und deutete mit dem Kinn auf Lee, der bereits Stellung bezogen hatte. Toll zuckte mit den Schultern und zog sich mit den anderen in die hintere Kammer zurück.
Barney trat neben die Tür.
„Wer ist da?“, rief er.
„Ross? Ich bin’s. Billy.“
Barney entspannte sich augenblicklich. Auch Lee ließ das Messer sinken und unauffällig die Maske hinter seinem Rücken verschwinden.
Barney öffnete die Tür. „Ich dachte, ich hätte dir erklärt, dass du heute nicht kommen musst, Kleiner“, sagte er, doch die erhoffte Strenge konnte er nicht in seine Worte legen – und als er Billy ins Gesicht sah, war er sogar recht froh darüber.
Der Bursche sah aus als sei er unter eine Herde Büffel geraten. Blaues Auge, eine riesige Beule an der Stirn und eine blutige Nase zierten sein Gesicht.
Barney klappte der Unterkiefer runter.
„Tut mir Leid, Sir“, antwortete der Kleine und wischte sich über die aufgeplatzte Unterlippe, verschmierte Blut und Dreck auf seinem Kinn.
„Was zur Hölle ist mit dir passiert?“, fragte Ross und eine tiefe, dunkle Wut machte sich in ihm breit. Lee trat neben ihn und sog scharf die Luft ein, als er den Jungen sah.
Billy fiel augenblicklich in sich zusammen und starrte auf seine bloßen, schlammverkrusteten Füße.
„Es ist nicht so schlimm, wie es aussieht“, sagte er kaum hörbar.
Barney wollte nach Billy greifen und ihn ins Haus ziehen, doch Lee kam ihm zuvor.
„Komm rein, Junge“, sagte er. Sanft strich er Billy über den Schopf, schob ihn an Barney vorbei und bugsierte ihn auf den Stuhl neben der Kochstelle.
Barney zog die Brauen in die Höhe, doch er sagte nichts. Er schloss die Tür und trat neben die beiden.
„Bleib ruhig, Billy. Hier passiert dir nichts“, murmelte Lee, während er die Gaslampe aufdrehte und den Wassereimer unterm Tisch hervorzog.
Billy blieb stumm und folgte Lees Bewegungen mit großen Augen, so als sei er sich nicht ganz sicher, was gerade vor sich ging. Lee schnappte sich einen halbwegs sauberen Lappen, tauchte ihn ins Wasser und drückte ihn Billy in die Hand.
„Wasch das Blut ab.“
Billy ließ sich das nicht zweimal sagen und presste sein Gesicht in den Lappen.
In diesem Moment ging die Tür zur hinteren Kammer auf und Yin spähte in die Küche. Als sein Blick auf Billy fiel, zog er sich hastig zurück. Sie würden durch das Fenster des Hinterzimmers steigen und die Pferde satteln, sodass Lee und Barney ungestört bleiben konnten und der Junge sie nicht sah.
Barney beobachtete Billy, der zu zittern begonnen hatte, das Gesicht hinter dem Lappen verborgen. Er warf Lee einen Blick zu, dann setzte er sich neben den Jungen.
„Kleiner“, begann er leise. „Sieh mich an.“
Billy holte zitternd Luft und schaute auf. Ihm standen Tränen in den Augen, doch er lächelte tapfer.
„Was ist passiert?“
Das Lächeln flackerte. „Ich…bin vor nen Wagen gerannt, Sir.“
Etwas schepperte hinter Barneys Rücken und Billy zuckte heftig zusammen.
„Verarsch uns nicht, Kleiner“, knurrte Lee und beugte sich nach vorn, um den Becher aufzuheben, den er fallengelassen hatte.
„Ja, Sir“, antwortete Billy und fuhr sich durchs Gesicht.
„Also?“
„Mein…mein Vater…verdammt!“ Billy presste die Hände vors Gesicht und zischte vor Schmerzen. „Ich…tut mir Leid, dass ich hergekommen bin. Ich weiß, dass Sie gehen müssen, tut mir so Leid…“
Lee fluchte so heftig, dass Barney das Bedürfnis hatte, dem Jungen die Ohren zuzuhalten.
„Es ist in Ordnung, Billy“, sagte er stattdessen. „Spuck’s schon aus.“
Es dauerte ein paar Augenblicke, dann löste Billy seine verkrampften Fäuste und begann stockend und stammelnd zu berichten.
„Ich… mein Vater hat… er wollte nicht, dass ich bei euch arbeite… und als er die drei Dollar gefunden hat… er hatte getrunken…“
Barney verstand nicht alles, doch es war schlussendlich auch egal, warum Timmons beschlossen hatte, sein Kind zu verprügeln.
Lee hatte zwischenzeitlich sein Messer gezückt und es in die Wand gerammt, dann war er verschwunden und Barney blieb mit Billy zurück.
Ein paar Minuten vergingen, dann brachte Billy ein schwaches Lächeln zustande.
„Tut mir Leid, Ross…“
„Hör auf dich zu entschuldigen, Kleiner. Du kannst nichts dafür“, unterbrach er ihn und strich sich über den Bart.
Verdammt. Er konnte nichts, aber auch gar nichts tun, um die kochende Wut, die sich in ihm breit machte, unter Kontrolle zu bringen. Timmons verdiente eine Kugel zwischen die Augen!
„Ich kann… ich kann nicht mitkommen, oder?“, murmelte Billy nach ein paar Augenblicken. „Mit euch.“
Der hoffnungsvolle Blick brach Barney beinah das Herz.
„Nein, Billy“, sagte er mit Grabesstimme. „das wird nicht funktionieren.“
Billy nickte hastig. „Ich weiß das. Ihr müsst weg. Aber… ihr kommt wieder?“
„Natürlich, Kleiner. New Orleans ist nicht das Ende der Welt.“
„New Orleans?“ Billy horchte auf und das Lächeln verzog sein geschundenes Gesicht auf groteske Weise.
„Warst du schon mal dort?“
„Nein. Aber ich habe gehört, dass es fantastisch sein soll. Man soll überall kandierte Äpfel kaufen können, an jeder Straßenecke.“
Barney lächelte. „Kandierte Äpfel, hm?“
Billy grinste ein wenig beschämt. „Hab ich mal gehört.“
Sie verfielen wieder in Schweigen. Die Sonne ging langsam auf und Barney wusste, dass er nicht mehr lange bleiben konnte. Doch den Jungen so völlig zerstört hier sitzen zu lassen, brachte er auch nicht über sich.
„Willst du, dass ich mit deinem Vater rede, sobald ich wieder da bin?“, fragte er leise und kam sich schrecklich hilflos vor.
„Nein, Sir“, antwortete Billy so erschrocken, als habe Ross ihm Prügel angedroht. „Das… wird nicht nötig sein.“
„Hm.“
In diesem Moment öffnete Lee die Tür.
„Ross. Wir müssen los.“
Barney nickte und Billy stand augenblicklich auf.
„Ich wollte nicht stören, Sir“, sagte er und rieb sich ein letztes Mal über die Augen. Dann hob er den Kopf und lächelte tapfer. „Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Reise.“
Barney wusste nicht, was er sagen sollte und auch Lee brachte keinen Ton hervor, als Billy sich an ihm vorbei nach draußen schob. Gemeinsam beobachteten sie, wie sich der Junge auf den langen Weg in die Stadt machte.
„Scheißidee, hab ich doch gesagt“, knurrte Lee, doch Barney wusste, dass es seinen Freund bitterlich schmerzte, den Jungen gehen lassen zu müssen.
„Lee“, murmelte Barney. „Ich reite mit den anderen voraus. Du gehst in die Stadt. Sag Clarice, sie soll ein Auge auf den Jungen werfen.“
„Was ist mit Timmons?“
Barney seufzte und rieb sich die Stirn. „Das muss warten. Bis nach New Orleans.“
„Dreck.”
„Du sagst es.“
- Wird fortgeführt
no subject
Date: 2012-09-27 12:57 pm (UTC)no subject
Date: 2012-09-27 01:50 pm (UTC)Das frage ich mich allerdings auch. IM ZWEITEN TEIL SOLL ES SOGAR NOCH MEHR PLOT GEBEN, WENN MICH NICHT ALLES TÄUSCHT... oh mein Gott. XDDD
no subject
Date: 2012-09-28 07:11 am (UTC)Wieso hab ich das noch nicht gelesen? *_*
*Draufstürz*
Zaungast ist total niedlich. Ach Billy! Ach baby! <3 Du süßer, kleiner Bengel, du!
Und natürlich haben alle aufrechten Christenmenschen Angst vor Hale. XD
Respekt - oh nein.... Billys Dad ist Alkoholiker? óò (Okay, innnerlich schreie ich grade HURRAH! Angst! XD). Und er wirkt auch wie ein totaler Arsch ... ach Billy. Aber awwww, Billy und Lee werden niemals nicht total adorable und süß sein. *-* So much love!
Whoops, muss mal was arbeiten, lese gleich weiter. *_*
no subject
Date: 2012-09-28 10:18 am (UTC)Whoops, muss mal was arbeiten, lese gleich weiter. *_*
Ahahahahahah du bist so wundervoll und niedlich, wirklich!!!
*showers you with sparkly glitter hearts*
(Okay, innnerlich schreie ich grade HURRAH! Angst! XD)
Jap. Ich auch. LAUTHALS UND MIT FIESER BÖSEWICHTLACHE MUAHA
no subject
Date: 2012-09-28 10:52 am (UTC)no subject
Date: 2012-09-28 07:18 am (UTC)Und er will seinem Vater helfen .... der garantiert nicht krank, sondern einfach nur ein versoffener Arsch ist. Ach Baby... óò Break my heart, why don't you?!
Tagwerk - Nach drei Wochen war klar, dass Billy absolut unersetzlich geworden war und selbst Gunnar fragte sich, wie sie bisher ohne den Kleinen zu Recht gekommen waren.
DAS WAR DOCH ABSOLUT KLAR, JUNGS! WIE KONNTET IHR JE OHNE BILLY AUSKOMMEN?!
*hust*
Es ist nicht so, als ob ich zu viele Gefühle in diese FF stecke oder so ... nein nein ... heh heh ^^**
Und Lee - hach, der tut doch nur so. ;P Gott ich liebe diese Dynamik zwischen Lee, Ross und Billy - sie sind alle drei so süß und eigentlich mögen sie sich doch alle gerne. Auch wenn Lee suckt es zu zeigen. *g*
no subject
Date: 2012-09-28 10:28 am (UTC)Billys Taktik um grummelige Cowboys um seinen Finger zu wickeln: ununterbrochenes Labern. XD
Auch wenn Lee suckt es zu zeigen. *g*
Oh man ja. Er ist furchtbar mit Kindern, aber Barney ignoriert seine Haltung ja Gott sei Dank XDD
no subject
Date: 2012-09-28 10:54 am (UTC)Und im Vergleich zu Billy's Vater ist Lee ja praktisch Mutter Theresa.
(Der ARSCH! `__´)
no subject
Date: 2012-09-28 07:26 am (UTC)*________________*
Ich äh bin dann mal tot. *hust*
OMGYESPLEASEMORENEVERSTOP!!!! *___* *quiek* *schrei* *kreisch*
Okay, hurt!Billy. Always a good thing. Und Lee und Barney - hach! ♥ ♥ ♥ ♥
Barney wollte nach Billy greifen und ihn ins Haus ziehen, doch Lee kam ihm zuvor.
„Komm rein, Junge“, sagte er. Sanft strich er Billy über den Schopf, schob ihn an Barney vorbei und bugsierte ihn auf den Stuhl neben der Kochstelle.
Ich bin spätestens bei diesem Satz zerflossen (zerflossen!) und hab mich in Pudding aufgelöst. *__* Ach Lee. You DO care. Und Billy ist so compliant und durcheinander - man will ihn nur knuddeln und in eine Decke hüllen und mit Keksen füttern. óò Und dass sein Vater ihn geschlagen hat, weil er bei IHNEN ARBEITET! (Der Arsch!!)
Und Lee's leise Wut im Hintergrund hast du so toll geschrieben. Wie er das Messer in die Wand rammt und den Becher fallen lässt und so. Man spürt richtig wie er vibriert vor Zorn und sich zusammenreißt um Billy nicht noch mehr zu verschrecken. Und Barney ist so toll und so lieb und protective (KINKKINKKINKKINKKINK! *hust* XD)
OH MEIN GOTT, DU KANNST DOCH DA NICHT AUFHÖREN???!!!! *GASP*
WO IST DIE FORTSETZUNG?! *wimmer* WO????
no subject
Date: 2012-09-28 10:54 am (UTC)und in eine Decke hüllen und mit Keksen füttern. óò
Und bei Barney bekommt er grade mal nen nassen Lappen! Tse. Daran müssen wir arbeiten! (Werden wir auch xD)
Und Barney ist so toll und so lieb und protective (KINKKINKKINKKINKKINK! *hust* XD)
*HUSTET MAL DEZENT NE RUNDE MIT*
no subject
Date: 2012-09-28 10:59 am (UTC)La la la la la....
Sehr schön. *-* Protectiveness ist soooo mein kink, es ist schon nicht mehr feierlich. xD Ich bin ja immer ganz erleichtert festzustellen, dass andere auch so drauf sind.