[identity profile] chija.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Dickinson
Challenge: Hurt/Comfort/Angst - Alptraum (und Wirklichkeit) (h/c Weltherrschaftsbingo für mich)
Fandom: Original | Schattenspiele
Charaktere: Damien, Thomas
Worte: ~350

Damien Lucas rannte. Innerhalb von wenigen Minuten von jedem Punkt im Haus in Thomas’ Zimmer sein zu können, war eine wirklich praktische Fähigkeit, die er über Jahre hinweg perfektioniert hatte, aber sie nutzte ihm leider überhaupt nichts, wenn er nicht im Haus war. Und sie brachte schon gar nichts auf der hintersten Koppel, auf der er gerade einen Zaun ausgebessert hatte (oder hatte er? Es war ihm eigentlich auch vollkommen egal), als Doktor Morris’ Auto an ihm vorbeigefahren war, schwarz und bedrohlich und so absolut falsch.
Noch 200 Yards bis zum Haus, vorbei an den Stallungen und dem verdutzten Stallmeister. Er sah den Doktor aussteigen. Sah, wie Winston ihn an der Tür erwartete und hinein bat. Aber egal, wie er sich bemühte, er schien dem allen nicht näher zu kommen, so als würde der Boden unter seinen Füßen ihn immer weiter nach hinten ziehen.
Die Silhouette des Doktors erschien im einzigen geöffneten Fenster im ersten Stock. Damien wollte etwas rufen, er wollte schreien aus Wut und Angst und Verzweiflung, aber seine Lippen waren wie verklebt. Er wusste, dass er es nicht mehr rechtzeitig schaffen würde. Dass es vorbei war. Der Doktor sah nach hinten, dorthin, wo Thomas’ Bett stand. Dann schloss er langsam das Fenster.

Und Damien wachte keuchend auf. Tastete zitternd neben sich, wo Thomas friedlich schlief.

Diesmal war es also die Koppel gewesen. Manchmal befand er sich in diesen Träumen in den Ställen, manchmal unten in der Küche, manchmal im Dorf, manchmal bei Alexander. Aber im Grunde war es immer das gleiche. Er kam zu spät.
Er atmete ein paar Mal tief durch, um das beklemmende Gefühl zu vertreiben. Nur mit Mühe widerstand er dem Drang, Thomas einfach in die Arme zu schließen. Aber er wollte ihn nicht wecken. Also blieb er einfach still liegen und starrte an die Decke. Bis er wieder schlafen konnte würde es noch eine ganze Weile dauern. Das tat es immer.

Dass genau diese wiederkehrenden Träume einer der Gründe waren, warum er in Thomas’ letzten Wochen nicht mehr von seiner Seite wich, war eines der vielen Geheimnisse, die Damien wohl mit sich ins Grab nehmen würde.

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