Team: Dickinson
Challenge: Hurt/Comfort/Angst - Nahtoderfahrung (für mich)
Fandom: Disneys Prinzessinnen - Steampunk AU
Charaktere: Jasmin, Rapunzel, Aladdin, (Aurora)
Worte: ~850
Chronologie: 1, 2, 3, 4
Alles war weiß.
Nein, eigentlich nicht weiß, sondern irgendwie blass-hellgrau-bläulich, diese Farbe von nicht-ganz-Schlechtwetterwolken, die gerade nicht mehr in den Augen weh tat.
Jasmin blinzelte.
Eigentlich hätte sie Angst haben müssen. Immerhin war sie an irgendeinem seltsamen Ort, von dem sie weder genau wusste, wo noch was er war, und sie hatte nicht die geringste Ahnung, wie sie hierher gekommen war. Nach allem, was sie wusste, konnte sie auch von der Regierung gekidnappt worden sein und an irgendeine seltsame Gedankenkontrollmaschine angeschlossen worden. (Sie wusste nicht, ob die Regierung so etwas hatte und ehrlich gesagt hoffte sie sehr, dass das nicht der Fall war, auch wenn sie es ihnen durchaus zutrauen würde.) Aber sie hatte keine Angst. Eigentlich fühlte sie sich sogar relativ wohl hier. Immerhin war es angenehm warm. Und trocken. Und sie hatte nicht das Gefühl, vor irgendwem weglaufen oder sich verstecken zu müssen. Im Gegenteil. Zum ersten Mal seit sehr, sehr langer Zeit hatte sie das Gefühl, genau dort vollkommen richtig zu sein, wo sie sich jetzt in diesem Augenblick befand. Und das war ein verdammt schönes Gefühl.
Wobei… Jasmin schaute sich um. Sie hätte schwören können, dass gerade irgendjemand ihren Namen gerufen hatte, aber in ihrer grau-blassblau-unscharfen Umgebung war niemand zu erkennen.
Da! Schon wieder! Das war seltsam. Vor allem, weil sie dieses Mal das ganz sichere Gefühl hatte, dass das Aladdin gewesen war, und den hatte sie auch schon seit sehr langer Zeit nicht mehr gesehen. Etwa genau so lange, wie sie sich nicht mehr irgendwo sicher gefühlt hatte. Eigentlich war er noch genau das, was ihr fehlte.
„Aladdin?“ Wenn sie ihn rufen hören konnte, konnte er sie sicherlich auch hören.
Jasmin lief los. Sie war nicht vollkommen sicher, ob es die richtige Richtung war, aber irgendetwas sagte ihr, dass sie zumindest nicht vollkommen falsch liegen konnte.
„Jasmin!“
Diesmal war es ganz deutlich gewesen. So etwas konnte sie sich gar nicht mehr einbilden. Und sie hatte auch genau gehört, aus welcher Richtung es gekommen war.
„Ich bin hier!“
Um sie herum begann dichter Nebel aufzusteigen. Das Licht um sie herum wurde heller und brannte in ihren Augen. Eigentlich gefiel ihr das alles ganz und gar nicht, aber sie hatte ganz genau gehört, dass dort Aladdin war und sie wollte zu ihm, sie hatte die ganze Zeit gar nicht gemerkt, wie sehr sie ihn vermisste, weil sie immer mit etwas anderem beschäftigt war, damit, jemanden zu beschatten, Gerüchte aufzuschnappen oder schlicht und einfach zu überleben.
Es kam ihr vor, als ob der Nebel an ihr kleben würde, ihre Kleider durchnässte, sie nach hinten zog. Er kroch in ihre Nase, in ihren Mund, machte ihr das Atmen schwer. Aber je stärker der Nebel sie zurückhielt, desto mehr kämpfte sie sich nach vorne. Wäre sie der Typ, aufzugeben, wäre sie schon lange nicht mehr am Leben.
Immer heller wurde das Licht, dichter der Nebel. Sie kniff die Augen zusammen, zwang sich Schritt für Schritt weiter nach vorne.
Und dann stürzte sie.
Ein schwaches Stöhnen kam mühevoll über Jasmins Lippen, und dann schlug sie endlich, endlich die Augen auf. Rapunzel hatte das Gefühl, ein ganzes Gebirge würde ihr vom Herzen fallen.
„Mach das nie. Wieder. Hörst du? Nie. Wieder.“
Jasmin blinzelte. Irgendwie konnte sie das alles nicht so wirklich einordnen. Der Boden unter ihr schwankte. Und war hart. Wo war sie heruntergefallen. Was war überhaupt passiert? Irgendetwas passte nicht zusammen, aber sie konnte nicht genau sagen, was.
„Aladdin?“ Ihre Stimme war seltsam erstickt. Aladdin grinste und sah dabei fast genauso schelmisch und jungenhaft aus wie immer. Vielleicht war er noch ein bisschen dünner, und der Stoffaffe, der wie immer aus einer Westentasche schaute, hatte irgendwo ein Ohr verloren. „Lange nicht gesehen, Prinzessin.“
„Ja, wirklich.“ Irgendetwas passte daran nicht. Irgendetwas… „Moment. Aladdin!“ Plötzlich war ihr alles wieder eingefallen und sie wollte sich aufrichten und ihm um den Hals fallen und da war Aurora und wo sie war wusste sie immernoch nicht, aber Aladdin!
Rapunzels Hand auf ihrer Schulter hielt sie zurück. „Langsam. Du bist ein bisschen eingefroren, du solltest dich noch nicht zu viel bewegen. Ich hol dir etwas zu trinken.“ Aladdin grinste noch ein bisschen breiter, tauschte einen Blick mit Rapunzel und nahm ihr dann das Aufrichten ab, indem er sie einfach in den Arm nahm. Er strahlte eine angenehme Wärme aus und Jasmin fühlte sich sofort besser, ihr war wirklich noch ziemlich kalt gewesen. „Wie kommst du hier her?“, fragte sie leise, nachdem sie den Kopf an seine Schulter gekuschelt hatte.
„Nicht ich bin gekommen, ihr seid gekommen. Ihr habt es wirklich geschafft. Aurora ist vor zwei Tagen gekommen, und sie hatte wunderbare Informationen dabei. Und jetzt seid ihr wieder da, das ist wunderbar. Meine tapfere Prinzessin. Du hast mich am meisten erschreckt.“
Schon wieder im Halbschlaf zuckte Jasmin die Schultern. „Wenn ich das nächste Mal vor irgendetwas fliehe, nehme ich eine zweite Decke mit.“
Rapunzel, die mit einer dampfenden Tassen in der Hand zurückgekommen war und gerade die letzten Worte mitbekommen hatte, lachte. „Darauf bestehe ich. Das mach ich nicht nochmal mit.“
Und damit war eigentlich alles gut.
Challenge: Hurt/Comfort/Angst - Nahtoderfahrung (für mich)
Fandom: Disneys Prinzessinnen - Steampunk AU
Charaktere: Jasmin, Rapunzel, Aladdin, (Aurora)
Worte: ~850
Chronologie: 1, 2, 3, 4
Alles war weiß.
Nein, eigentlich nicht weiß, sondern irgendwie blass-hellgrau-bläulich, diese Farbe von nicht-ganz-Schlechtwetterwolken, die gerade nicht mehr in den Augen weh tat.
Jasmin blinzelte.
Eigentlich hätte sie Angst haben müssen. Immerhin war sie an irgendeinem seltsamen Ort, von dem sie weder genau wusste, wo noch was er war, und sie hatte nicht die geringste Ahnung, wie sie hierher gekommen war. Nach allem, was sie wusste, konnte sie auch von der Regierung gekidnappt worden sein und an irgendeine seltsame Gedankenkontrollmaschine angeschlossen worden. (Sie wusste nicht, ob die Regierung so etwas hatte und ehrlich gesagt hoffte sie sehr, dass das nicht der Fall war, auch wenn sie es ihnen durchaus zutrauen würde.) Aber sie hatte keine Angst. Eigentlich fühlte sie sich sogar relativ wohl hier. Immerhin war es angenehm warm. Und trocken. Und sie hatte nicht das Gefühl, vor irgendwem weglaufen oder sich verstecken zu müssen. Im Gegenteil. Zum ersten Mal seit sehr, sehr langer Zeit hatte sie das Gefühl, genau dort vollkommen richtig zu sein, wo sie sich jetzt in diesem Augenblick befand. Und das war ein verdammt schönes Gefühl.
Wobei… Jasmin schaute sich um. Sie hätte schwören können, dass gerade irgendjemand ihren Namen gerufen hatte, aber in ihrer grau-blassblau-unscharfen Umgebung war niemand zu erkennen.
Da! Schon wieder! Das war seltsam. Vor allem, weil sie dieses Mal das ganz sichere Gefühl hatte, dass das Aladdin gewesen war, und den hatte sie auch schon seit sehr langer Zeit nicht mehr gesehen. Etwa genau so lange, wie sie sich nicht mehr irgendwo sicher gefühlt hatte. Eigentlich war er noch genau das, was ihr fehlte.
„Aladdin?“ Wenn sie ihn rufen hören konnte, konnte er sie sicherlich auch hören.
Jasmin lief los. Sie war nicht vollkommen sicher, ob es die richtige Richtung war, aber irgendetwas sagte ihr, dass sie zumindest nicht vollkommen falsch liegen konnte.
„Jasmin!“
Diesmal war es ganz deutlich gewesen. So etwas konnte sie sich gar nicht mehr einbilden. Und sie hatte auch genau gehört, aus welcher Richtung es gekommen war.
„Ich bin hier!“
Um sie herum begann dichter Nebel aufzusteigen. Das Licht um sie herum wurde heller und brannte in ihren Augen. Eigentlich gefiel ihr das alles ganz und gar nicht, aber sie hatte ganz genau gehört, dass dort Aladdin war und sie wollte zu ihm, sie hatte die ganze Zeit gar nicht gemerkt, wie sehr sie ihn vermisste, weil sie immer mit etwas anderem beschäftigt war, damit, jemanden zu beschatten, Gerüchte aufzuschnappen oder schlicht und einfach zu überleben.
Es kam ihr vor, als ob der Nebel an ihr kleben würde, ihre Kleider durchnässte, sie nach hinten zog. Er kroch in ihre Nase, in ihren Mund, machte ihr das Atmen schwer. Aber je stärker der Nebel sie zurückhielt, desto mehr kämpfte sie sich nach vorne. Wäre sie der Typ, aufzugeben, wäre sie schon lange nicht mehr am Leben.
Immer heller wurde das Licht, dichter der Nebel. Sie kniff die Augen zusammen, zwang sich Schritt für Schritt weiter nach vorne.
Und dann stürzte sie.
Ein schwaches Stöhnen kam mühevoll über Jasmins Lippen, und dann schlug sie endlich, endlich die Augen auf. Rapunzel hatte das Gefühl, ein ganzes Gebirge würde ihr vom Herzen fallen.
„Mach das nie. Wieder. Hörst du? Nie. Wieder.“
Jasmin blinzelte. Irgendwie konnte sie das alles nicht so wirklich einordnen. Der Boden unter ihr schwankte. Und war hart. Wo war sie heruntergefallen. Was war überhaupt passiert? Irgendetwas passte nicht zusammen, aber sie konnte nicht genau sagen, was.
„Aladdin?“ Ihre Stimme war seltsam erstickt. Aladdin grinste und sah dabei fast genauso schelmisch und jungenhaft aus wie immer. Vielleicht war er noch ein bisschen dünner, und der Stoffaffe, der wie immer aus einer Westentasche schaute, hatte irgendwo ein Ohr verloren. „Lange nicht gesehen, Prinzessin.“
„Ja, wirklich.“ Irgendetwas passte daran nicht. Irgendetwas… „Moment. Aladdin!“ Plötzlich war ihr alles wieder eingefallen und sie wollte sich aufrichten und ihm um den Hals fallen und da war Aurora und wo sie war wusste sie immernoch nicht, aber Aladdin!
Rapunzels Hand auf ihrer Schulter hielt sie zurück. „Langsam. Du bist ein bisschen eingefroren, du solltest dich noch nicht zu viel bewegen. Ich hol dir etwas zu trinken.“ Aladdin grinste noch ein bisschen breiter, tauschte einen Blick mit Rapunzel und nahm ihr dann das Aufrichten ab, indem er sie einfach in den Arm nahm. Er strahlte eine angenehme Wärme aus und Jasmin fühlte sich sofort besser, ihr war wirklich noch ziemlich kalt gewesen. „Wie kommst du hier her?“, fragte sie leise, nachdem sie den Kopf an seine Schulter gekuschelt hatte.
„Nicht ich bin gekommen, ihr seid gekommen. Ihr habt es wirklich geschafft. Aurora ist vor zwei Tagen gekommen, und sie hatte wunderbare Informationen dabei. Und jetzt seid ihr wieder da, das ist wunderbar. Meine tapfere Prinzessin. Du hast mich am meisten erschreckt.“
Schon wieder im Halbschlaf zuckte Jasmin die Schultern. „Wenn ich das nächste Mal vor irgendetwas fliehe, nehme ich eine zweite Decke mit.“
Rapunzel, die mit einer dampfenden Tassen in der Hand zurückgekommen war und gerade die letzten Worte mitbekommen hatte, lachte. „Darauf bestehe ich. Das mach ich nicht nochmal mit.“
Und damit war eigentlich alles gut.
no subject
Date: 2012-09-30 11:53 pm (UTC). Er kroch in ihre Nase, in ihren Mund, machte ihr das Atmen schwer. Aber je stärker der Nebel sie zurückhielt, desto mehr kämpfte sie sich nach vorne. Wäre sie der Typ, aufzugeben, wäre sie schon lange nicht mehr am Leben.
Das ist sooo ein tolles Bild, ehrlich! *__* Vor allem weil man ja weiß, dass Jasmin die Wüstenprinzessin ist und mit Kälte nur bedingt was zu tun hat...
und der Stoffaffe, der wie immer aus einer Westentasche schaute, hatte irgendwo ein Ohr verloren.
Awwwww, ABU HILFT AUCH MIT <333333