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Team: Kaleko
Challenge: Crack/Humor- Joker: "einen Versuch ist es wert", vom 20.1.2012
Fandom: Naruto AU (Fortsetzung von http://120-minuten.livejournal.com/744359.html#cutid1)
Charaktere: Ino, Sakura, Naruto



~

„Sollst du überhaupt rauchen?“, fragte Ino, „Ich meine, in deinem Zustand und so?“ Sie stand ans
Geländer gelehnt auf den Eingangsstufen eines Getränkemarkts und kaute Kaugummi. Ihr Lipgloss
war grellpink und schimmerte leicht in der Sonne. Die langen, blonden Haare hatte sie in einen
Pferdeschwanz hochgebunden, eine ebenfalls glitzernde Spange funkelte seitlich über dem Ohr.

„Ach, ist mir doch egal“, Sakura saugte nervös an ihrer Gauloises und warf immer wieder einen
Blick die Straße hinunter. Ihre Stimme klang leise und bitter. In kleinen, einzelnen Wolken paffte sie
Qualm über ihre dünne Lippen und sah ihm nach, wie er sich vor ihr in der Luft auflöste.
Ino machte eine runde, rosa Kaugummiblase und ließ sie mit einem Plopp zerplatzen. Der Kragen
ihres violetten Oberteil lag locker um ihre Schultern wie ein Schal, dafür war der Rock umso
knapper und endete weit überm Knie. Ein Bein hatte sie angestellt. Die Spitze der schwarzen
Riemchensandalette mit Pfennigabsatz schleifte gedankenverloren über den Asphalt, immer ein
Stückchen vor und zurück.

„Und wenn du ins Heim zurück gehst?“, schlug sie vor, „Ich meine -irgendwas- werden die schon
wissen“

Sakura schnaubte. Der Luftstoß pustete eine rosa Haarsträhne hoch in die helle Morgensonne.
„Würdest du sowas Kakashi erzählen? Hi, ich wollte mal wieder vorbei schauen, ach übrigens- ich
hab meine Ausbildung geschmissen, und raten sie mal was-... ich bin unglücklich verknallt in den Typen
der seit zwei Wochen spurlos verschwunden ist, oh, und raten sie mal noch was-... ich hasse mein
Leben und will sterben. Bitte hauen sie mir irgendwas über den Kopf und ertränken mich in einer
scheiß Badewanne.“
Ino sah sie missbilligend an.

„Das willst du nicht“, sagte sie ihr, „Und sag nicht sowas! Ich meine, du kannst ihm einfach sagen,
dass für dich alles grade schwierig ist, dass du Probleme hast und selbst nicht wirklich weiter
weißt..?“
Sakura warf ihr einen skeptischen Blick zu.

Ino zuckte die Schultern. „Ich würde das sagen“, meinte sie, „Dazu verschmierst du dein Make Up
noch ein bisschen, ziehst den Träger von deinem Top über die Schulter runter und machst diesen
Blick von unten hoch mit der zitternden Unterlippe-... Männer stehen auf sowas.“

„Er ist schwul“, stöhnte Sakura ernüchtert.
„Oh. Hm. Tja... und wenn du zu deiner-... du weißt schon, Patin gehst? Ist sie nicht irgendeine tolle
Ärztin in diesem Krankenhaus?“
„Das ist ja noch schrecklicher! Sie hat so viel in mich investiert, und jetzt?“
„Na hör mal, du bist doch kein Vergnügungspark der irgendwie Profit bringen muss?“
„Darum geht es doch, oder etwa nicht? In dieser ganzen scheiß Welt dreht sich alles nur um den
scheiß Profit. Sag bloß nicht, es würde dir Spaß machen, was du tust.“
Sie warf ihre Kippe auf den Boden.

„Ich bin weg“, murmelte sie, „Wir sehen uns dann. Oder auch nicht“
„Sakura, du Schlampe!“, sie grinste etwas und hob ihre perfekt manikürten Finger um zu winken,
„Wag es bloß nicht, dich irgendwo runterzuschmeißen, sonst komm ich und lach deine hässlichen
Überreste aus!“
Sakura hob im Davonstöckeln einen sehr eindeutigen Mittelfinger, brachte Ino zum Lachen und
konnte selbst ein Grinsen nicht mehr ganz unterdrücken.

In dem Moment bog ein Krankenwagen um die Ecke. Aus der Fahrerkabine drang inzwischen das
gedämpfte Wummern von Clubmusik. Leicht quietschten die Reifen in der Kurve. Sakura
warf einen Blick über die Schulter nach hinten, rollte stöhnend die Augen und beschleunigte ihren
Schritt.
„Nicht der schon wieder...“

Der große Kastenwagen bremste plötzlich, schob sich nah an den Gehsteig und rollte wie ein
großer, zutraulicher Blechhund einen halben Meter hinter Sakuras energischen Schritten her.
Ein Fenster wurde aufgekurbelt, ein blonder Zottelkopf schob sich heraus, lehnte den Arm lässig
über die Tür und zog das Grinsen von Ohr zu Ohr.

„Hey, Sakura-cha~n!“
Naruto hielt den Wagen mit einer Hand in der Spur und strahlte wie ein Plutoniumstab.

„Geht´s dir gut? Du siehst heute wieder echt toll aus!“

Sie schnaubte verächtlich und warf mit einer Hand kurze Haarsträhnen in Bonbobrosa über die
Schulter zurück um das Kinn höher zu recken und sich an ihrer Handtasche festzuhalten, während
sie mit Absatzschuhen die Straße hinunter stöckelte.

Shikamaru knurrte etwas unverständliches vom Beifahrersitz herüber und Naruto sah sich kurz zu
ihm um, bevor er sich Sakura wieder zuwandte.

„Okay, also... sorry, wir sind leider im Dienst! Also dann! Ähm, ein paar Freunde und ich, wir treffen
uns immer Donnerstags im Killkenny´s, komm doch auch mal? Ich würd mich freuen. Bis dann!“,
er winkte kurz aus dem Fenster bevor er es wieder hoch kurbelte.

„Ich steh auf den Rock!“, rief er ihr noch zu und automatisch griff sie danach, um die Ränder des
Kleidungsstücks tiefer zu zerren. Am Ende der Straße blieb sie stehen. Der Krankenwagen ließ
einmal kurz und verspielt das Blaulicht aufheulen, dann gab er mehr Tempo und verschwand ein
paar Einfahrten weiter, wo er abbog.

Sie starrte ihm mit finsterem Blick hinterher. Der Rock war immer noch so kurz, dass er nur knapp
über das Höschen reichte. Schnaufend ließ sie die Schultern sinken und biss sich auf die
Unterlippe. Neben ihr war der Aufgang zum Bordell.

„F.- Paradise“ stand in großen, runden Lettern über dem Eingang.

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