Team: Kaleko
Challenge: Crack/Humor- Keine Sorge, das ist noch nie schief gegangen (für mich)
Fandom: Naruto AU (Fortsetzung von http://120-minuten.livejournal.com/743970.html#cutid1)
Charaktere: Naruto, Shikamaru
~
Ein grauer Morgen war angebrochen.
Naruto gähnte, er öffnete den Mund schier unglaublich weit, kniff die Augen zusammen, hob die
Arme um die Muskeln zu strecken, ließ den Kopf leicht nach hinten rollen und gab ein
langgestrecktes, helles Fiepen von sich. Danach schrubbte er sich mit den Fingern beider Hände
den Hinterkopf, kämmte seine langen Haarsträhnen aus der Stirn zurück und schüttelte sich
einmal. Ein zufriedenes Schnaufen beendete die Übung. Sein Schlüssel fand mit mit glattem
Ratschen das Zündschloss, er drehte das Handgelenk und mit gefälligem Brummen sprang der
Motor des Wagens an.
„Du solltest nicht so lang in den Clubs rumhängen wenn wir den nächsten Tag Schicht haben“, kam
der Einwand von der Seite. Shikamaru lag im Beifahrersitz, die Arme vor der Brust verschränkt, die
schweren Stiefel gegen das Armaturenbrett gestützt, die Haare in seiner üblichen Frisur zum
oberen Hinterkopf zusammengebunden, wo ein Nest aus struppigen Zotteln jeder Schwerkraft
trotzte.
„Ist doch irgendwie scheiße, wenn mal echt was passiert und wir beide sitzen hier drin, mit dem
Reaktionsvermögen von ner toten Nacktschnecke“
„Maah, Shikamaru!“, maulte Naruto und überwand sich zu einem ausführlichen Schulterblick bevor
er es wagte, links abzubiegen, „Das ist noch nie schiefgegangen, entspann dich... außerdem,
kannst du nicht nettere Sachen sagen? Das Reaktionsvermögen von nem toten Hamster, vielleicht?“
„Wo ist der Unterschied?“, der Nara rieb sich mit einer Hand durchs Gesicht, rutschte im Sitz etwas
tiefer und seufzte zufrieden.
Naruto blies die Backen auf.
„Ich wär lieber ein toter Hamster als ne tote Nacktschnecke!“
„Kommt doch drauf an woran der Hamster gestorben ist... Und sprich so früh am Tag nicht von
Nagetieren, das zieht Stress an! Kennst du die Geschichte nicht, von der Rennmaus im Arsch von
dem Typen?“
Naruto schüttelte mit skeptischem Blick den Kopf und versuchte im Verkehrschaos der Innenstadt
einen Überblick zu behalten.
„Nein, aber der mit dem Maiskolben letzte Woche war auch originell...“
„Daran merkt man, dass die Grillsaison wieder angebrochen ist, oder?“
Sie teilten ein schmutziges Grinsen, Shikamaru lehnte sich nach vorn und begann am Radio
herumzudrehen. Vom Rückspiegel baumelten flauschige blaue Würfel und ein Wunderbaum. Die
Lautsprecher knarzten und rauschten. Abgehackte Wortfetzen rissen sich aus dem
Schnelldurchlauf der Frequenzen, bis plötzlich fröhliches Klavierstakkato durch die Fahrerkabine
schallte.
„Oh Gott, was ist das?“, stöhnte Naruto, „Wenn du mich wieder mit Schlagern nervst, Nara, ich
schwör dir-...“
„Komm schon, man! Das ist ein Klassiker!“
„Mach nen anderen Sender rein, wir sind nicht beim Karaoke!“
„Du musst das hören! Uzumaki, du bist ein Kulturbanause-“
Naruto versuchte den Knopf zu erwischen, aber Shikamaru hielt längst seine Hand schützend
davor und wehrte jeden Angriff ab. Und damit nicht genug, er drehte lauter, schloss hingebungsvoll
die Augen und begann laut und ungewohnt leidenschaftlich mitzusingen.
„Where are those happy days", heulte er, "they seem so hard to find!“
„Oh Gott“
Naruto kurbelte das Fenster herunter. „Hilfe!“, rief er, während er in den Kreisverkehr einbog und die
Fahrerkabine nur so dröhnte vor alten Synthesizer- Klängen. Eine Menge Passanten drehten sich
sichtlich beunruhigt nach dem schwankenden Rettungswagen um.
„I try to reach for you, but you have closed your mind!“, sang Shikamaru unbekümmert, während er
die Taschenlampe aus der Brusttasche seiner Jacke schamlos als Mikrofon zweckentfremdete.
„So when you´re near me darling, can´t you hear me SOS!“
„Nara!“
The love you gave me, nothing else can save me, SOS!“
„Gnadeee!“
Der Wagen brauste mit lauter Begleitmusik und zeternden, lachenden Insassen den Zubringer
hinauf, über die Autobrücke und seinem Weg in andere Bezirke der Stadt entlang, während das
Leben in den wohlhabenderen Gegenden wieder seinen gewohnten Lauf nahm. Menschen kamen
zu spät, fanden keinen Parkplatz und traten in Hundehaufen. Sie machten sich Gedanken über die
Farbe ihres Lippenstifts, die Weight- Watcher- Punktezahl ihres Mittagessens oder ihr zuhause
vergessenes Handout für die Präsentation im Büro. Es war ein heller, erfreulicher Tag. Die Luft
wirkte nach den kurzen Regenschauern der Nacht wie frisch gewaschen. Eine milde Brise machte
den Smog aus Autoabgasen und Industriestaub leichter, die Sonne glänzte hinter hohen
Bürogebäuden hervor von einem metallgrauen Himmel.
Auf einigen der kargen Gräser und Pflanzen die sich durch den Asphalt gedrückt hatten und ihr
raues Leben neben Litfaßsäulen, Hauswänden und Verkehrsschildern bestritten, glitzerten Tropfen
der nächtlichen Feuchtigkeit. Und in gänzlich anderen Gefilden der Stadt stritten sich streunende
Katzen um Essensreste aus zerrissenen Müllbeuteln, fallen gelassene Zeitungsblätter gehörten zum
Straßenbelag wie zertretener Kaugummi und hinter den vergitterten Scheiben alter Videotheken
vergilbten Filmplakate.
An der breitesten Straße des Viertels lag das Bordell, ein bizarres Gebäude wie ein verdorrtes
Gewächs mit fleischigen Blättern in grauem, erschöpftem Schlaf. Fahnen und Banner in allen
Farben des Abendrots hingen schlapp von den Wänden. Nur hinter wenigen Fenstern in den
oberen Stockwerken waren die dicken, roten Vorhänge schon zurückgezogen. Das zweite von
links im dritten Stock war sogar weit geöffnet.
Gegenüber empfing ein Bäcker die erste Kundschaft, ein altes Mütterchen mit krummem Rücken und
einer halbleeren Flasche Strohrum im Gehwagen. Ein einsamer, letzter Nachtschwärmer taumelte
geblendet vom Licht und halb taub seinem Versteck zu. Aber trotz der Tropfen von
Normalität war es still auf den Straßen. Sehr still. Nicht die Stille von Schlaf.
Eine Aura von kalter Reglosigkeit, die wie ein kriechender Nebel um die Ecken zog und mehr
Raum gewann. Es war als hätte eine Seuche zwei Drittel der Bevölkerung ausgelöscht. So rasch
und so unerwartet, dass der Rest der Bewohner unmöglich ganz begreifen konnte, was
eigentlich wirklich passiert war.
~
Challenge: Crack/Humor- Keine Sorge, das ist noch nie schief gegangen (für mich)
Fandom: Naruto AU (Fortsetzung von http://120-minuten.livejournal.com/743970.html#cutid1)
Charaktere: Naruto, Shikamaru
~
Ein grauer Morgen war angebrochen.
Naruto gähnte, er öffnete den Mund schier unglaublich weit, kniff die Augen zusammen, hob die
Arme um die Muskeln zu strecken, ließ den Kopf leicht nach hinten rollen und gab ein
langgestrecktes, helles Fiepen von sich. Danach schrubbte er sich mit den Fingern beider Hände
den Hinterkopf, kämmte seine langen Haarsträhnen aus der Stirn zurück und schüttelte sich
einmal. Ein zufriedenes Schnaufen beendete die Übung. Sein Schlüssel fand mit mit glattem
Ratschen das Zündschloss, er drehte das Handgelenk und mit gefälligem Brummen sprang der
Motor des Wagens an.
„Du solltest nicht so lang in den Clubs rumhängen wenn wir den nächsten Tag Schicht haben“, kam
der Einwand von der Seite. Shikamaru lag im Beifahrersitz, die Arme vor der Brust verschränkt, die
schweren Stiefel gegen das Armaturenbrett gestützt, die Haare in seiner üblichen Frisur zum
oberen Hinterkopf zusammengebunden, wo ein Nest aus struppigen Zotteln jeder Schwerkraft
trotzte.
„Ist doch irgendwie scheiße, wenn mal echt was passiert und wir beide sitzen hier drin, mit dem
Reaktionsvermögen von ner toten Nacktschnecke“
„Maah, Shikamaru!“, maulte Naruto und überwand sich zu einem ausführlichen Schulterblick bevor
er es wagte, links abzubiegen, „Das ist noch nie schiefgegangen, entspann dich... außerdem,
kannst du nicht nettere Sachen sagen? Das Reaktionsvermögen von nem toten Hamster, vielleicht?“
„Wo ist der Unterschied?“, der Nara rieb sich mit einer Hand durchs Gesicht, rutschte im Sitz etwas
tiefer und seufzte zufrieden.
Naruto blies die Backen auf.
„Ich wär lieber ein toter Hamster als ne tote Nacktschnecke!“
„Kommt doch drauf an woran der Hamster gestorben ist... Und sprich so früh am Tag nicht von
Nagetieren, das zieht Stress an! Kennst du die Geschichte nicht, von der Rennmaus im Arsch von
dem Typen?“
Naruto schüttelte mit skeptischem Blick den Kopf und versuchte im Verkehrschaos der Innenstadt
einen Überblick zu behalten.
„Nein, aber der mit dem Maiskolben letzte Woche war auch originell...“
„Daran merkt man, dass die Grillsaison wieder angebrochen ist, oder?“
Sie teilten ein schmutziges Grinsen, Shikamaru lehnte sich nach vorn und begann am Radio
herumzudrehen. Vom Rückspiegel baumelten flauschige blaue Würfel und ein Wunderbaum. Die
Lautsprecher knarzten und rauschten. Abgehackte Wortfetzen rissen sich aus dem
Schnelldurchlauf der Frequenzen, bis plötzlich fröhliches Klavierstakkato durch die Fahrerkabine
schallte.
„Oh Gott, was ist das?“, stöhnte Naruto, „Wenn du mich wieder mit Schlagern nervst, Nara, ich
schwör dir-...“
„Komm schon, man! Das ist ein Klassiker!“
„Mach nen anderen Sender rein, wir sind nicht beim Karaoke!“
„Du musst das hören! Uzumaki, du bist ein Kulturbanause-“
Naruto versuchte den Knopf zu erwischen, aber Shikamaru hielt längst seine Hand schützend
davor und wehrte jeden Angriff ab. Und damit nicht genug, er drehte lauter, schloss hingebungsvoll
die Augen und begann laut und ungewohnt leidenschaftlich mitzusingen.
„Where are those happy days", heulte er, "they seem so hard to find!“
„Oh Gott“
Naruto kurbelte das Fenster herunter. „Hilfe!“, rief er, während er in den Kreisverkehr einbog und die
Fahrerkabine nur so dröhnte vor alten Synthesizer- Klängen. Eine Menge Passanten drehten sich
sichtlich beunruhigt nach dem schwankenden Rettungswagen um.
„I try to reach for you, but you have closed your mind!“, sang Shikamaru unbekümmert, während er
die Taschenlampe aus der Brusttasche seiner Jacke schamlos als Mikrofon zweckentfremdete.
„So when you´re near me darling, can´t you hear me SOS!“
„Nara!“
The love you gave me, nothing else can save me, SOS!“
„Gnadeee!“
Der Wagen brauste mit lauter Begleitmusik und zeternden, lachenden Insassen den Zubringer
hinauf, über die Autobrücke und seinem Weg in andere Bezirke der Stadt entlang, während das
Leben in den wohlhabenderen Gegenden wieder seinen gewohnten Lauf nahm. Menschen kamen
zu spät, fanden keinen Parkplatz und traten in Hundehaufen. Sie machten sich Gedanken über die
Farbe ihres Lippenstifts, die Weight- Watcher- Punktezahl ihres Mittagessens oder ihr zuhause
vergessenes Handout für die Präsentation im Büro. Es war ein heller, erfreulicher Tag. Die Luft
wirkte nach den kurzen Regenschauern der Nacht wie frisch gewaschen. Eine milde Brise machte
den Smog aus Autoabgasen und Industriestaub leichter, die Sonne glänzte hinter hohen
Bürogebäuden hervor von einem metallgrauen Himmel.
Auf einigen der kargen Gräser und Pflanzen die sich durch den Asphalt gedrückt hatten und ihr
raues Leben neben Litfaßsäulen, Hauswänden und Verkehrsschildern bestritten, glitzerten Tropfen
der nächtlichen Feuchtigkeit. Und in gänzlich anderen Gefilden der Stadt stritten sich streunende
Katzen um Essensreste aus zerrissenen Müllbeuteln, fallen gelassene Zeitungsblätter gehörten zum
Straßenbelag wie zertretener Kaugummi und hinter den vergitterten Scheiben alter Videotheken
vergilbten Filmplakate.
An der breitesten Straße des Viertels lag das Bordell, ein bizarres Gebäude wie ein verdorrtes
Gewächs mit fleischigen Blättern in grauem, erschöpftem Schlaf. Fahnen und Banner in allen
Farben des Abendrots hingen schlapp von den Wänden. Nur hinter wenigen Fenstern in den
oberen Stockwerken waren die dicken, roten Vorhänge schon zurückgezogen. Das zweite von
links im dritten Stock war sogar weit geöffnet.
Gegenüber empfing ein Bäcker die erste Kundschaft, ein altes Mütterchen mit krummem Rücken und
einer halbleeren Flasche Strohrum im Gehwagen. Ein einsamer, letzter Nachtschwärmer taumelte
geblendet vom Licht und halb taub seinem Versteck zu. Aber trotz der Tropfen von
Normalität war es still auf den Straßen. Sehr still. Nicht die Stille von Schlaf.
Eine Aura von kalter Reglosigkeit, die wie ein kriechender Nebel um die Ecken zog und mehr
Raum gewann. Es war als hätte eine Seuche zwei Drittel der Bevölkerung ausgelöscht. So rasch
und so unerwartet, dass der Rest der Bewohner unmöglich ganz begreifen konnte, was
eigentlich wirklich passiert war.
~