Hurt/Comfort- Ausnahmezustand (für mich)
Sep. 24th, 2012 07:02 pmTeam: Kaleko
Challenge: Hurt/Comfort- Ausnahmezustand (für mich)
Fandom: Naruto AU (Fortsetzung zu http://120-minuten.livejournal.com/743141.html#cutid1 )
Charaktere: Sasuke
Challenge: Hurt/Comfort- Ausnahmezustand (für mich)
Fandom: Naruto AU (Fortsetzung zu http://120-minuten.livejournal.com/743141.html#cutid1 )
Charaktere: Sasuke
~
Blonde Haare und durchdringend blaue Augen flackerten in seinem Kopf als es um ihn herum
wieder dunkel war. Narutos Stimme schmeichelte immer noch seinen Gehörgang, pochte sanft an
einem tiefen, gut verschlossenen Bereich seines Gehirns, als Sasuke schon längst wieder allein
war und auf dem Weg zu seinem früheren Unterschlupf. Geröll knirschte unter den Sohlen seiner
Schuhe. Es stank nach verschüttetem Bier und menschlichen Ausdünstungen. Um ihn herum
flackerte brüchiges Neonlicht von einer einzelnen, spinnenumschwärmten Leuchte. All das Graffiti
an den Wänden mischte bunte, scharfkantige Schrift mit tanzenden Schatten.
Der Klang seiner Schritte hallte von kahlen Wänden wider. Er stieg eine enge Wendeltreppe hinauf,
seine Hände tief in den klammen Taschen der Kunstlederjacke vergraben. Flaschensplitter, benutzte
Kanülen, Papierschnipsel. Müll.
Die Luft war kälter. Sie fühlte sich feucht an und klebrig. An den Wänden hing der Geruch von altem
Zigarettenrauch. Er wusste nicht was er erwartet hatte, als er endlich die oberste Stufe erreichte
und den Blick hob. Fremde Männer, einen Hinterhalt, irgendetwas. Aber da war einfach nichts.
Gar nichts.
Vor ihm erstreckte sich sein Versteck. Eine alte Bauruine, die nie fertig gestellt worden war. Es hätte
ein Bürogebäude werden können, rechteckig und weitläufig, mit einzelnen Betonpfeilern die die
Decke abstützten. Etwa zwanzig Meter gegenüber von ihm fehlte ein Teil von Wand und Decke.
Mondlicht fiel hindurch und beleuchtete ein Rattennest aus alten Teppichen, einem modrigen Sofa,
sogar einem kleinen Couchtisch. Überall leere Flaschen die herumlagen. Zerknüllte, leere
Zigarettenschachteln in jeder Ecke. Benutzte Kondome. Dosen von Energydrinks.
Und über allem diese lähmende, völlige Stille.
Sasuke wagte ein paar Minuten lang gar nicht, weiter zu gehen oder auch nur einen Muskel zu
rühren. Er ließ den Eindruck auf sich wirken, der ihn mit der schalen Erkenntnis konfrontierte, dass
es nach einem totalen Krieg keine Sieger zu feiern gab. Es war jeder fort, für den es einen
Unterschied gemacht hätte.
Schließlich ging er unentschlossen, mit langsamen Schritten zum Sofa hinüber. Die Hände in den
Taschen seiner Jeans, die Schultern hochgezogen. Sein dunkler, gefährlicher Blick war leer und
haltlos. Mit den Füßen schob er Müll zur Seite.
Und dann ließ er sich auf das Polster sinken.
Es war feucht vom Tau und der Nachtluft und gab unter ihm nach. Kurzes Aufflackern von
Erinnerung an Szenen die sich an diesem Ort abgespielt hatten, mischte sich in seine Gedanken.
Juugos stoische Miene. Suigetsus ausgelassenes Lachen als die rothaarige Nutte aus dem Bordell
einen Block weiter ihn beim Versuch, halb betrunken irgendeine verrückte Geschichte zu erzählen,
fast über den Haufen gerannt hatte. Er selbst, zurückgepresst in dieses Sofa, mit heißen Schenkeln
und einem willigen Körper über sich, keuchend und für einen kurzen Moment nicht ganz so bitter
und wütend wie sonst.
Der Moment, als er die Mordwaffen hier an diesem Tisch das erste Mal geladen und sich mit
Munition präpariert hatte. Systematisch und mit diesem kalten, verrückten Entschluss zu Töten. Erst
die Overlords. Dann die Handlanger. Jede kleine Schachfigur in diesem kranken Spiel und mit jedem
Schuss ein Stück von sich selbst. Er stützte die Ellenbogen auf seine Knie, grub die Stirn in seine
Hand. Am Ende des Weges brach die Illusion von Gerechtigkeit und Genugtuung in sich zusammen.
Er hätte gern geweint. Ein Meer von Verzweiflung und Einsamkeit grub ihn unter sich.
Aber er konnte nicht. Er hatte es sich so lange verboten, dass er ausgetrocknet war.
In sich spürte er die bittere Erkenntnis, dass Naruto recht gehabt hatte. Und das war vielleicht das
Schlimmste daran. Gerade eben war es auch so gewesen. Etwas in ihm musste immer noch
kämpfen und vernichten, etwas das nicht verstanden hatte, dass es womöglich keinen Grund mehr
zu kämpfen gab. Dieses Ding in ihm akzeptierte nicht, dass es vorbei war. Es brauchte einen Feind,
es wollte schreien und wüten und gegen irgendjemanden anrennen, bis-... er wusste selbst nicht
mit welchem Ziel. Vielleicht gab es überhaupt keins.
Unendlich leer, mit dem ziehenden Gefühl von Phantomschmerz in seiner Brust, ließ er sich nach
hinten gegen die Lehne sinken. Er spürte es jetzt. Ganz deutlich. Sein Monster. Es zog schwarze
Schlingen um seinen Brustkorb, versuchte jeden Funken von Wärme, jedes Zucken von Widerstand,
den sein kleines Abenteuer in diesem Club womöglich geweckt haben konnte, wieder aus ihm
heraus zu quetschen.
Es blutete Finsternis, verseuchte alles was er berührte, fraß alles und jeden um ihn herum auf. Und
es verschlang jede Spur von Nähe und Mitgefühl, jede Hoffnung auf Hilfe wie eine kalte, hässliche
Anakonda.
~
Blonde Haare und durchdringend blaue Augen flackerten in seinem Kopf als es um ihn herum
wieder dunkel war. Narutos Stimme schmeichelte immer noch seinen Gehörgang, pochte sanft an
einem tiefen, gut verschlossenen Bereich seines Gehirns, als Sasuke schon längst wieder allein
war und auf dem Weg zu seinem früheren Unterschlupf. Geröll knirschte unter den Sohlen seiner
Schuhe. Es stank nach verschüttetem Bier und menschlichen Ausdünstungen. Um ihn herum
flackerte brüchiges Neonlicht von einer einzelnen, spinnenumschwärmten Leuchte. All das Graffiti
an den Wänden mischte bunte, scharfkantige Schrift mit tanzenden Schatten.
Der Klang seiner Schritte hallte von kahlen Wänden wider. Er stieg eine enge Wendeltreppe hinauf,
seine Hände tief in den klammen Taschen der Kunstlederjacke vergraben. Flaschensplitter, benutzte
Kanülen, Papierschnipsel. Müll.
Die Luft war kälter. Sie fühlte sich feucht an und klebrig. An den Wänden hing der Geruch von altem
Zigarettenrauch. Er wusste nicht was er erwartet hatte, als er endlich die oberste Stufe erreichte
und den Blick hob. Fremde Männer, einen Hinterhalt, irgendetwas. Aber da war einfach nichts.
Gar nichts.
Vor ihm erstreckte sich sein Versteck. Eine alte Bauruine, die nie fertig gestellt worden war. Es hätte
ein Bürogebäude werden können, rechteckig und weitläufig, mit einzelnen Betonpfeilern die die
Decke abstützten. Etwa zwanzig Meter gegenüber von ihm fehlte ein Teil von Wand und Decke.
Mondlicht fiel hindurch und beleuchtete ein Rattennest aus alten Teppichen, einem modrigen Sofa,
sogar einem kleinen Couchtisch. Überall leere Flaschen die herumlagen. Zerknüllte, leere
Zigarettenschachteln in jeder Ecke. Benutzte Kondome. Dosen von Energydrinks.
Und über allem diese lähmende, völlige Stille.
Sasuke wagte ein paar Minuten lang gar nicht, weiter zu gehen oder auch nur einen Muskel zu
rühren. Er ließ den Eindruck auf sich wirken, der ihn mit der schalen Erkenntnis konfrontierte, dass
es nach einem totalen Krieg keine Sieger zu feiern gab. Es war jeder fort, für den es einen
Unterschied gemacht hätte.
Schließlich ging er unentschlossen, mit langsamen Schritten zum Sofa hinüber. Die Hände in den
Taschen seiner Jeans, die Schultern hochgezogen. Sein dunkler, gefährlicher Blick war leer und
haltlos. Mit den Füßen schob er Müll zur Seite.
Und dann ließ er sich auf das Polster sinken.
Es war feucht vom Tau und der Nachtluft und gab unter ihm nach. Kurzes Aufflackern von
Erinnerung an Szenen die sich an diesem Ort abgespielt hatten, mischte sich in seine Gedanken.
Juugos stoische Miene. Suigetsus ausgelassenes Lachen als die rothaarige Nutte aus dem Bordell
einen Block weiter ihn beim Versuch, halb betrunken irgendeine verrückte Geschichte zu erzählen,
fast über den Haufen gerannt hatte. Er selbst, zurückgepresst in dieses Sofa, mit heißen Schenkeln
und einem willigen Körper über sich, keuchend und für einen kurzen Moment nicht ganz so bitter
und wütend wie sonst.
Der Moment, als er die Mordwaffen hier an diesem Tisch das erste Mal geladen und sich mit
Munition präpariert hatte. Systematisch und mit diesem kalten, verrückten Entschluss zu Töten. Erst
die Overlords. Dann die Handlanger. Jede kleine Schachfigur in diesem kranken Spiel und mit jedem
Schuss ein Stück von sich selbst. Er stützte die Ellenbogen auf seine Knie, grub die Stirn in seine
Hand. Am Ende des Weges brach die Illusion von Gerechtigkeit und Genugtuung in sich zusammen.
Er hätte gern geweint. Ein Meer von Verzweiflung und Einsamkeit grub ihn unter sich.
Aber er konnte nicht. Er hatte es sich so lange verboten, dass er ausgetrocknet war.
In sich spürte er die bittere Erkenntnis, dass Naruto recht gehabt hatte. Und das war vielleicht das
Schlimmste daran. Gerade eben war es auch so gewesen. Etwas in ihm musste immer noch
kämpfen und vernichten, etwas das nicht verstanden hatte, dass es womöglich keinen Grund mehr
zu kämpfen gab. Dieses Ding in ihm akzeptierte nicht, dass es vorbei war. Es brauchte einen Feind,
es wollte schreien und wüten und gegen irgendjemanden anrennen, bis-... er wusste selbst nicht
mit welchem Ziel. Vielleicht gab es überhaupt keins.
Unendlich leer, mit dem ziehenden Gefühl von Phantomschmerz in seiner Brust, ließ er sich nach
hinten gegen die Lehne sinken. Er spürte es jetzt. Ganz deutlich. Sein Monster. Es zog schwarze
Schlingen um seinen Brustkorb, versuchte jeden Funken von Wärme, jedes Zucken von Widerstand,
den sein kleines Abenteuer in diesem Club womöglich geweckt haben konnte, wieder aus ihm
heraus zu quetschen.
Es blutete Finsternis, verseuchte alles was er berührte, fraß alles und jeden um ihn herum auf. Und
es verschlang jede Spur von Nähe und Mitgefühl, jede Hoffnung auf Hilfe wie eine kalte, hässliche
Anakonda.
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