Kink - Handschellen (Team)
Sep. 24th, 2012 05:38 pmChallenge: Kink - Handschellen (fürs Team)
Fandom: Original
Wörter: ~650
Anmerkung: Eine Sekretärin, ihr Chef, ein Blick, Kopfkino und jede Menge Ellipsen.
Nicht gegengelesen.
Es sind die kurzen Blicke, die unauffälligen, unscheinbaren, unbedachten – auch unschuldigen Blicke, die Blicke die keinen Schaden anrichten sollen. Es sind diese Blicke, die am gefährlichsten sind.
„Können Sie das noch abtippen?“, er hält ihr ein zerknittertes Din-A4 Blatt entgegen, seine Schrift ignoriert die geraden Linien, die das Millimeter-Papier vorgibt. Dazwischen Kringel, Kreise, nachgezogene und schraffierte Kästchen.
„Und machen Sie ganze Sätze draus!“
Sie nimmt den Zettel entgegen, lächelt ihr höfliches, blass-rot angemaltes Sekretärinnen-Lächeln. Sie hält die schwer-geschwärzten Lider gesenkt. Seine Stimme ist kühl, immer, weit weg. Gar nicht mal unfreundlich nur eben nicht ansprechend, obwohl das dann schon auch doch wieder. Auf eine nicht ansprechende Art und Weise.
Es ist nur ein Blick, die Sekunde die verstreicht bevor er Hemds- und Jackenärmel zurück in Position bringt, Manschetten verstecken was eben durch angedeutetes Handausstrecken entblößt war. Blass-rot aber nicht angemalt, am Ofen verbrannt – an welchem Ofen sollte er sich verbrennen.
„Natürlich“, sie nickt, überfliegt seine Notizen, wünscht ihm einen schönen Feierabend. Er greift nach seinem Hut – der liegt über der Garderobe – wieder rutschen Ärmel zurück, wieder wird etwas sichtbar, wird sichtbarer, nur kurz, diesmal die andere Hand, die Linke – wenn er nicht drüber nachdenkt tut er die meisten Dinge mit links – blass-rot, ein Streifen, wie ein Armband, schon ist er wieder verschwunden, ist der Hut aufgesetzt, die Tür zwischen Flur und Vorzimmer geöffnet.
„Bis Morgen“, erinnert er sich zu sagen. Dann ist er weg und lässt sie alleine mit seinen Notizen und mit dem, was sie gesehen hat; Mit ihren Erklärungsversuchen, die allesamt gegen eine Wand rennen, eine Wand, die – sie weiß schon – selbst errichtet, dahin darf kein Gedanke sich, darüber würde sie nie – auch nur im Traum, erst recht nicht über ihn. Sie würde sagen, er ist der angenehmste Chef, den sie jemals hatte, wäre dies hier nicht ihre erste Einstellung, das erste mal, dass sie einen Chef hat, den sie ganz und gar den ihren nennen könnte. Natürlich tut sie das nicht, niemals – sie ist seine Sekretärin und damit sind alle Besitzansprüche und Machtgefälle geklärt. Sie ist seine Sekretärin und ist es gerne, genießt seine stille Distanz – professionelle Unterkühlung – würde ihm nie etwas Schlechtes – blass-rot der Lippenstift, während sie ihn nachzieht, blass-rot die Striemen, wunde Armreife, die sie nichts angehen, alles was draußen passiert – auf dem Flur, spätestens der Straße, bei ihm Zuhause – sie erinnert sich an den Sohn, den er einmal mit ins Büro brachte, die Frau, die für sie und ein paar andere Mitarbeiter gekocht hatte, so ein zartes Wesen – in irgendeinem Hotel, vielleicht – es ist nicht – es geht sie nichts an.
Sie sammelt seine Worte aus Telefon-Kritzelein, fügt zusammen was zusammen gehört, knüpft Ketten aus Gedanken, ihre eigenen Notizen, ob er jetzt schon bei sich zu Hause? Oder ganz woanders. Es wäre ihr doch früher aufgefallen, muss neu sein, eine neue – eine neue Anwandlung, neue Entdeckung – in ihrer Phantasie hat sie rote Haare, grün lackierte Nägel, in ihrer Vorstellung wartet sie – die Worte aneinander kleben, puzzeln, Sätze finden wo nur Fragmente sind. Den eigenen Text noch einmal durchlesen, abgleichen mit seinen Notizen, abtippen.
Die eigene Jacke von der Garderobe nehmen – am Kragen mischen sich ihr Parfüm mit einem Hauch seines Rasierwassers – in Gedanken streckt sie sich, greift auf den Hutständer, nicht nach einer Kopfbedeckung, empfindet seine Bewegung nach, auch wenn sie sich – natürlich – weiter strecken muss, die Absätze vom grauen Teppichboden heben. Die Bluse spannt ein wenig, ist nicht zum auf Hutständer greifen geschnitten, der Ärme rutscht hoch, zieht den Jackenärmel mit sich. Sie sieht sein Handgelenk in ihrem. Mit dem Zeigefinger ihrer rechten Hand fährt sie über ihre Lippen, ganz langsam, streichelt über die entdeckte Haut, legt sich – ihm in Gedanken – ein neues Armband an – blass-rot, wie jenes – nur neuer, frischer. Nur ihrs.
no subject
Date: 2012-09-27 08:32 pm (UTC)Ich darf mich davon für meine Thrillerweltherrschaft inspirieren lassen, ja *-*?
no subject
Date: 2012-09-27 08:38 pm (UTC)