Team: Ovid
Fandom: Original (Papierflugzeuge)
Challenge: Romantik/Intimität: Regen [Für mich]
Personen: Samuel/Rufus + Rufus' leicht hysterische Mutter
Wörter: 766
Kommentar: Pointless. Aber volle Kanne.
Samuel versucht, sich am blauen Zwiebelmuster des Kaffeeservices abzulenken. Die Torte schmeckt säuerlich, draußen regnet es.
Er weiß nicht, was er hier eigentlich tut.
Ihm gegenüber sitzt Rufus' Mutter und schiebt die Cremefüllung der Torte von einer Seite des Tellers auf die andere. Und zurück. Und zurück. Sie streicht sich alle paar Sekunden gedankenverloren über das glatte, graue Haar und prüft mit den feinen Fingerspitzen, ob der Dutt noch richtig sitzt.
„Ich möchte mich nicht einmischen“, sagt sie und ihre Stimme klingt belegt.
„Was Rufus macht, ist ja seine Sache. Aber nun ja, Sie werden bemerkt haben, dass Rufus besonders ist.“
Samuel kaut umständlich auf seiner Unterlippe herum und wirft Rufus nervöse Seitenblicke zu.
Was tut er hier? Warum?
Weil Rufus' Mutter sie vorgestern gesehen hat. In der Unterführung neben Rufus' Aufgang, wo sie an den Lippen zusammengehangen haben. Nur eine halbe Sekunde lang, aber diese Sekunde war eben jene gewesen, in denen Rufus' Mutter vor ihnen gestanden hatte. Es regnete. So wie jetzt.
„Mama“, setzt Rufus an.
„Du musst dir wirklich keine Sorgen machen. Es war total okay mit Sammy.“
Er schlägt schüchtern die Augen nieder.
„Es wird immer okay sein mit ihm.“
Samuel fühlt seine Ohrenspitzen rot werden.
„Du bist noch jung, da erscheinen solche Dinge einfacher als sie sind.“
Rufus' Mutter rührt in ihrem Kaffee.
„Für dich sowieso.“
„Mama.“
Da räuspert Samuel sich.
„Mir ist klar, worum es Ihnen geht, Frau...“
Sie sieht ihn schweigend an und hilft ihm nicht mit ihrem Nachnamen aus.
„Sie brauchen sich keine Gedanken zu machen. Ich habe wirklich nicht vor, Ihren Sohn irgendwie zu...ähm...belästigen.“
Er will sagen 'Ich bin nicht pädophil', aber Rufus ist bereits über zwanzig Jahre alt und kaum jünger als er selbst. Er will sagen 'Ich bin kein Vergewaltiger', aber es ist Rufus' gewesen, der ihn vorgestern an sich zog und küsste.
„Das haben Sie doch aber schon längst“, entgegnet sie gepresst und überprüft ihren Dutt.
„Sie können von Glück reden, dass ich so liberal bin und Sie zur Rede stelle statt gleich Anzeige bei der Polizei zu erstatten.“
„Wieso denn Polizei?“, mischt sich Rufus ein.
„Ich versteh das nicht.“
„Natürlich nicht, mein Schatz.“
Samuel spürt, wie ihm kalter Schweiß ausbricht;
„Hören Sie, deswegen sage ich ja, ich habe keine Absicht- hab ich nie gehabt, ich versichere Ihnen-“
„Das sagen Sie jetzt schon zum fünften Mal!“
„Ja, weil ich sonst nicht weiß, was ich sagen soll!“
„Wie wär's damit, dass Sie mir versichern, etwas gegen Ihre- Ihre Neigungen zu unternehmen?!“
Samuel knallt die Kuchengabel auf den Tisch und fährt von dem seidendeckchenbelegten Stuhl hoch;
„So, jetzt ist Schluss!“
Rufus' Mutter blinzelt ihn mit großen Augen an.
„Meine Neigungen, gnädige Frau, sind vollkommen normal!“, grollt Samuel und nun sind nicht nur seine Ohren rot.
„Das nennt man bisexuell, schlagen Sie's mal nach, Sie alte Schachtel! Falls Sie's nicht mitbekommen haben sollten, Ihr Sohn hier ist geschlechtsreif und Herr seiner Sinne. Nur weil er vielleicht mal auf 'ne Sonderschule gehen musste, heißt das nicht, dass Sie ihn behandeln können wie ein Baby- Der Mann weiß, wie sein Körper funktioniert. Oh ja, und wie er das weiß.“
Damit lässt er sie sitzen. Er fühlt sich gut als er auf den Flur tritt, zwischen Schweizer Kuckucksuhren, Nippesfiguren und alten Familienfotos in goldenen Stuckrahmen. Scheiß auf sexuelle Verwirrung, denkt er, wenn er die benutzen kann um gegen alte, eingestaubte Mütter rebellieren zu können. Bi, ha, scheiß drauf, bi ist badass. Rebellion kann so einfach sein.
Als er die Tür hinter sich zuknallt und die Treppen hinunterpoltert, fällt ihm ein, dass er seinen Schirm vergessen hat. Als er draußen auf die Straße tritt, ist all die Hitze des Momentes dahin.
Bis vor wenigen Wochen noch hat er eine Freundin gehabt. Bis vor wenigen Wochen ist alles einfach und übersichtlich gewesen. Arbeit in der Woche, Clubbing am Wochenende, Bitches abschleppen, ein paar One Night Stands, Desperados und der ganze Scheiß. Jetzt ist da nur Verwirrung. Keine Freundin- Vielleicht nie wieder eine Freundin. Oder doch? Er ist der falsche für so etwas.
Dann tippt ihm etwas an die Schulter und er wendet sich um. Zwischen den Regenfäden kommt Rufus' Gesicht in sein Blickfeld, grinsend und mit Samuels Schirm.
„Das war soo cool!“, jauchzt er.
„Du bist soo cool!“
Und er wirft seine Arme um Samuel und drückt ihm einen Kuss auf die Lippen.
„Achja?“
Er schüttelt hilflos den Kopf.
„Ja, natürlich.“
Rufus lächelt ihn an und irgendetwas schmilzt in ihm. Für immer.
„Mein cooler Freund.“
Fandom: Original (Papierflugzeuge)
Challenge: Romantik/Intimität: Regen [Für mich]
Personen: Samuel/Rufus + Rufus' leicht hysterische Mutter
Wörter: 766
Kommentar: Pointless. Aber volle Kanne.
Samuel versucht, sich am blauen Zwiebelmuster des Kaffeeservices abzulenken. Die Torte schmeckt säuerlich, draußen regnet es.
Er weiß nicht, was er hier eigentlich tut.
Ihm gegenüber sitzt Rufus' Mutter und schiebt die Cremefüllung der Torte von einer Seite des Tellers auf die andere. Und zurück. Und zurück. Sie streicht sich alle paar Sekunden gedankenverloren über das glatte, graue Haar und prüft mit den feinen Fingerspitzen, ob der Dutt noch richtig sitzt.
„Ich möchte mich nicht einmischen“, sagt sie und ihre Stimme klingt belegt.
„Was Rufus macht, ist ja seine Sache. Aber nun ja, Sie werden bemerkt haben, dass Rufus besonders ist.“
Samuel kaut umständlich auf seiner Unterlippe herum und wirft Rufus nervöse Seitenblicke zu.
Was tut er hier? Warum?
Weil Rufus' Mutter sie vorgestern gesehen hat. In der Unterführung neben Rufus' Aufgang, wo sie an den Lippen zusammengehangen haben. Nur eine halbe Sekunde lang, aber diese Sekunde war eben jene gewesen, in denen Rufus' Mutter vor ihnen gestanden hatte. Es regnete. So wie jetzt.
„Mama“, setzt Rufus an.
„Du musst dir wirklich keine Sorgen machen. Es war total okay mit Sammy.“
Er schlägt schüchtern die Augen nieder.
„Es wird immer okay sein mit ihm.“
Samuel fühlt seine Ohrenspitzen rot werden.
„Du bist noch jung, da erscheinen solche Dinge einfacher als sie sind.“
Rufus' Mutter rührt in ihrem Kaffee.
„Für dich sowieso.“
„Mama.“
Da räuspert Samuel sich.
„Mir ist klar, worum es Ihnen geht, Frau...“
Sie sieht ihn schweigend an und hilft ihm nicht mit ihrem Nachnamen aus.
„Sie brauchen sich keine Gedanken zu machen. Ich habe wirklich nicht vor, Ihren Sohn irgendwie zu...ähm...belästigen.“
Er will sagen 'Ich bin nicht pädophil', aber Rufus ist bereits über zwanzig Jahre alt und kaum jünger als er selbst. Er will sagen 'Ich bin kein Vergewaltiger', aber es ist Rufus' gewesen, der ihn vorgestern an sich zog und küsste.
„Das haben Sie doch aber schon längst“, entgegnet sie gepresst und überprüft ihren Dutt.
„Sie können von Glück reden, dass ich so liberal bin und Sie zur Rede stelle statt gleich Anzeige bei der Polizei zu erstatten.“
„Wieso denn Polizei?“, mischt sich Rufus ein.
„Ich versteh das nicht.“
„Natürlich nicht, mein Schatz.“
Samuel spürt, wie ihm kalter Schweiß ausbricht;
„Hören Sie, deswegen sage ich ja, ich habe keine Absicht- hab ich nie gehabt, ich versichere Ihnen-“
„Das sagen Sie jetzt schon zum fünften Mal!“
„Ja, weil ich sonst nicht weiß, was ich sagen soll!“
„Wie wär's damit, dass Sie mir versichern, etwas gegen Ihre- Ihre Neigungen zu unternehmen?!“
Samuel knallt die Kuchengabel auf den Tisch und fährt von dem seidendeckchenbelegten Stuhl hoch;
„So, jetzt ist Schluss!“
Rufus' Mutter blinzelt ihn mit großen Augen an.
„Meine Neigungen, gnädige Frau, sind vollkommen normal!“, grollt Samuel und nun sind nicht nur seine Ohren rot.
„Das nennt man bisexuell, schlagen Sie's mal nach, Sie alte Schachtel! Falls Sie's nicht mitbekommen haben sollten, Ihr Sohn hier ist geschlechtsreif und Herr seiner Sinne. Nur weil er vielleicht mal auf 'ne Sonderschule gehen musste, heißt das nicht, dass Sie ihn behandeln können wie ein Baby- Der Mann weiß, wie sein Körper funktioniert. Oh ja, und wie er das weiß.“
Damit lässt er sie sitzen. Er fühlt sich gut als er auf den Flur tritt, zwischen Schweizer Kuckucksuhren, Nippesfiguren und alten Familienfotos in goldenen Stuckrahmen. Scheiß auf sexuelle Verwirrung, denkt er, wenn er die benutzen kann um gegen alte, eingestaubte Mütter rebellieren zu können. Bi, ha, scheiß drauf, bi ist badass. Rebellion kann so einfach sein.
Als er die Tür hinter sich zuknallt und die Treppen hinunterpoltert, fällt ihm ein, dass er seinen Schirm vergessen hat. Als er draußen auf die Straße tritt, ist all die Hitze des Momentes dahin.
Bis vor wenigen Wochen noch hat er eine Freundin gehabt. Bis vor wenigen Wochen ist alles einfach und übersichtlich gewesen. Arbeit in der Woche, Clubbing am Wochenende, Bitches abschleppen, ein paar One Night Stands, Desperados und der ganze Scheiß. Jetzt ist da nur Verwirrung. Keine Freundin- Vielleicht nie wieder eine Freundin. Oder doch? Er ist der falsche für so etwas.
Dann tippt ihm etwas an die Schulter und er wendet sich um. Zwischen den Regenfäden kommt Rufus' Gesicht in sein Blickfeld, grinsend und mit Samuels Schirm.
„Das war soo cool!“, jauchzt er.
„Du bist soo cool!“
Und er wirft seine Arme um Samuel und drückt ihm einen Kuss auf die Lippen.
„Achja?“
Er schüttelt hilflos den Kopf.
„Ja, natürlich.“
Rufus lächelt ihn an und irgendetwas schmilzt in ihm. Für immer.
„Mein cooler Freund.“