Team: Dickinson
Autor: Jenchan
Titel: Der weiße Tod
Challenge: H/C/Angst - Alptraum (und Wirklichkeit) (für mich)
Fandom: Original
Charaktere: ein Mann
Wörter: ~850
Warnings: unbetaed, nicht Korrektur gelesen
Disclaimer: Alles meins.
Kommentar: Nachdem ich diese Idee schon seit Ende August habe, war es wirklich schon notwendig, es endlich niederzuschreiben. Eigentlich bin ich auch recht zufrieden damit und ich hoffe, dass ich in den nächsten Tagen auch nochmal Zeit und Energie finde, einige andere Ideen niederzuschreiben.
Der weiße Tod
Es war ein sonniger Tag. Noch genau erinnere ich mich daran, wie blau der Himmel gestrahlt hatte und der Schnee die Sonne so hell reflektierte, dass es schon fast weh tat, wenn man direkt hinsah. Am Vortag hatte es heftige Schneefälle gegeben und von unserem Hotel aus konnte man schön die tiefverschneiten Pistenlandschaft sehen.
Der Skiurlaub war lange geplant gewesen. Wir - meine Frau und ich - hatten sich das schon vor Jahren vorgenommen. Aber unsere Arbeitszeiten ließen es nie zu, dass wir einmal gemeinsam Urlaub hatten.
Umso größer war meine Freude, als wir tatsächlich ein Hotel buchen konnten.
An besagten Tag war unser Urlaub zur Hälfte rum. Gestern, aufgrund der starken Schneefälle, hatten wir uns einen gemütlichen Tag im Hotel gemacht. Ich glaube, wir hatten es beide schon notwendig, dass wir wieder Freizeit mit einander verbringen.
Jedenfalls fühlten wir uns beide erfrischt und energiegeladen, als wir in der Früh mit den ersten Sonnenstrahlen erwachten und feststellten, dass diesmal ein traumhaft schöner Tag werden würde.
Dennoch ließen wir uns Zeit. Wir zogen uns in Ruhe an, gingen entspannt und lange Frühstücken, bevor wir unsere Schi aus dem Hoteldepot holten. Wir gingen noch einmal durch, zu welchen Pisten wir wollten, schnallten vor dem Hotel die Schier an und dann ging es auch schon los. Natürlich war die Piste zum Hotel und vom Hotel zum nächsten Lift schon präpariert und es war wirklich toll auf ihnen zu fahren.
Generell war der Tag sehr super. Meine Frau und ich waren sehr geübt in diesem Sport und so konnten wir beinahe jede Piste testen. Die Roten waren am angenehmsten zu fahren.
Auf unserer Pistentour wagten wir es sogar einmal bis zum Gipfel. Ein Anblick, den ich nie vergessen werden. Ich dachte mir damals, dass genau das so ein Moment war, den man für die Ewigkeit festhalten wollte. Was gab es auch besseres, als mit seiner geliebten Frau auf einem Gipfel zu stehen?
Dann ging es bergab. Wir hatten uns eine recht schwierige Route gewählt, die uns letztlich zurück zum Hotel führen sollte. Ein Teil der Pisten war als schwer gekenntzeichnet, aber das störte uns nicht viel. Wir fuhren ohnehin in Etappen und ließen immer wieder mal die Landschaft auf uns wirken.
Die Strecke, die wir wählten war wenig frequentiert und das machte es nur angenehmer. Wir trafen nur eine handvoll Leute. Die Abfahrt war sehr anstrengend und wir gönnten uns häufiger Pause. Eine war direkt nach einer Waldschneise, die uns zu einer anderen schwarzen Piste führte.
Da diese wirklich steil und unwegsam aussah, beschlossen wir, dass ich vorfahren würde, um einen angenehmen Weg zu finden.
Ich war etwa bei der Mitte, als ich ein Grollen hörte, ähnlich wie ein leises Donnern. Aber am Himmel war keine Wolke zu sehen und ich dachte mir noch, dass ich jetzt vollkommen verrückt werde.
Ich sah zu meiner Frau, die weiter oben noch mit ein paar Schneehügel kämpfte und dann war es zu spät. Das Grollen wuchs zu einem Donner heran und als ich die Schneewolke sah, die auf uns zugerast kam, war eine vollständige Flucht unmöglich. Ich rief meiner Frau noch eine Warnung zu und versuchte selbst den Rand der Piste zu erreichen, aber im nächsten Moment wurde ich schon mitgerissen.
Als ich wieder zu mir kam, war mir kalt. Einen Moment wusste ich nicht so recht, wo ich war und was passiert war. Es war dunkel, kalt und ungemütlich. Ich dachte sogar einen langen Moment, dass es einer dieser bescheuerten realitätsnahen Träume war.
Ich versuchte mich zu bewegen, aber das gelang mir nur sehr schwer. Dennoch war mir klar, dass ich etwas unternehmen musste. Wenn ich hier blieb - egal ob Traum oder nicht - würde ich sterben. Erfrieren oder Ersticken waren beides keine Sterbemöglichkeiten, die mich groß reizten. Generell wollte ich eigentlich aus Alterschwäche einfach gemeinsam mit meiner Frau einschlafen. Und das hatte noch viele Jahre Zeit.
Es machte sich Panik in mir breit und ich versuchte mich vehementer aus diesem kalten Loch zu befreien. Ich schaffte es, mir ein wenig mehr Platz zu schaffen, aber letztlich war es zu anstrengend.
Ich schlief ein oder wurde bewusstlos. So genau kann ich das nicht mehr beurteilen. Ich weiß nur, dass mich irgendwann ein wiederholtes Pieksen weckte. Kurz danach hörte ich Scharrgeräusche. Es wurde heller und heller, bis ich geblendet meine Augen schließen musste. Die Stimmen der anderen Menschen waren gedämpft, als hätte ich Watte in den Ohren oder wir befänden uns unter Wasser.
Ich wurde auf eine Bahre geschnallt und mit vielen Decken verschnürt. Trotztdem war mir weiterhin kalt und ich war desorientiert. Aber ich war auch nicht fähig eine Frage zu stellen. Erst als ich in einen Hubschrauber verfrachtet wurde, brachte ich eine Frage nach meiner Frau zustande. Aber ich klang erschreckend schwach und da ich keine Antwort bekam - oder einfach nicht wahrnahm - war sie wahrscheinlich wirklich nicht gehört worden.
Erst ein paar Tage später, als es mir langsam besser ging, kamen meine Erinnerungen wieder auf gleich. Mir wurde klar, dass es kein Alptraum gewesen war, sondern ich und meine Frau wirklich von einer Lawine überrollt worden waren. Meine Frau... hat den Traumurlaub nicht überlebt.
Autor: Jenchan
Titel: Der weiße Tod
Challenge: H/C/Angst - Alptraum (und Wirklichkeit) (für mich)
Fandom: Original
Charaktere: ein Mann
Wörter: ~850
Warnings: unbetaed, nicht Korrektur gelesen
Disclaimer: Alles meins.
Kommentar: Nachdem ich diese Idee schon seit Ende August habe, war es wirklich schon notwendig, es endlich niederzuschreiben. Eigentlich bin ich auch recht zufrieden damit und ich hoffe, dass ich in den nächsten Tagen auch nochmal Zeit und Energie finde, einige andere Ideen niederzuschreiben.
Der weiße Tod
Es war ein sonniger Tag. Noch genau erinnere ich mich daran, wie blau der Himmel gestrahlt hatte und der Schnee die Sonne so hell reflektierte, dass es schon fast weh tat, wenn man direkt hinsah. Am Vortag hatte es heftige Schneefälle gegeben und von unserem Hotel aus konnte man schön die tiefverschneiten Pistenlandschaft sehen.
Der Skiurlaub war lange geplant gewesen. Wir - meine Frau und ich - hatten sich das schon vor Jahren vorgenommen. Aber unsere Arbeitszeiten ließen es nie zu, dass wir einmal gemeinsam Urlaub hatten.
Umso größer war meine Freude, als wir tatsächlich ein Hotel buchen konnten.
An besagten Tag war unser Urlaub zur Hälfte rum. Gestern, aufgrund der starken Schneefälle, hatten wir uns einen gemütlichen Tag im Hotel gemacht. Ich glaube, wir hatten es beide schon notwendig, dass wir wieder Freizeit mit einander verbringen.
Jedenfalls fühlten wir uns beide erfrischt und energiegeladen, als wir in der Früh mit den ersten Sonnenstrahlen erwachten und feststellten, dass diesmal ein traumhaft schöner Tag werden würde.
Dennoch ließen wir uns Zeit. Wir zogen uns in Ruhe an, gingen entspannt und lange Frühstücken, bevor wir unsere Schi aus dem Hoteldepot holten. Wir gingen noch einmal durch, zu welchen Pisten wir wollten, schnallten vor dem Hotel die Schier an und dann ging es auch schon los. Natürlich war die Piste zum Hotel und vom Hotel zum nächsten Lift schon präpariert und es war wirklich toll auf ihnen zu fahren.
Generell war der Tag sehr super. Meine Frau und ich waren sehr geübt in diesem Sport und so konnten wir beinahe jede Piste testen. Die Roten waren am angenehmsten zu fahren.
Auf unserer Pistentour wagten wir es sogar einmal bis zum Gipfel. Ein Anblick, den ich nie vergessen werden. Ich dachte mir damals, dass genau das so ein Moment war, den man für die Ewigkeit festhalten wollte. Was gab es auch besseres, als mit seiner geliebten Frau auf einem Gipfel zu stehen?
Dann ging es bergab. Wir hatten uns eine recht schwierige Route gewählt, die uns letztlich zurück zum Hotel führen sollte. Ein Teil der Pisten war als schwer gekenntzeichnet, aber das störte uns nicht viel. Wir fuhren ohnehin in Etappen und ließen immer wieder mal die Landschaft auf uns wirken.
Die Strecke, die wir wählten war wenig frequentiert und das machte es nur angenehmer. Wir trafen nur eine handvoll Leute. Die Abfahrt war sehr anstrengend und wir gönnten uns häufiger Pause. Eine war direkt nach einer Waldschneise, die uns zu einer anderen schwarzen Piste führte.
Da diese wirklich steil und unwegsam aussah, beschlossen wir, dass ich vorfahren würde, um einen angenehmen Weg zu finden.
Ich war etwa bei der Mitte, als ich ein Grollen hörte, ähnlich wie ein leises Donnern. Aber am Himmel war keine Wolke zu sehen und ich dachte mir noch, dass ich jetzt vollkommen verrückt werde.
Ich sah zu meiner Frau, die weiter oben noch mit ein paar Schneehügel kämpfte und dann war es zu spät. Das Grollen wuchs zu einem Donner heran und als ich die Schneewolke sah, die auf uns zugerast kam, war eine vollständige Flucht unmöglich. Ich rief meiner Frau noch eine Warnung zu und versuchte selbst den Rand der Piste zu erreichen, aber im nächsten Moment wurde ich schon mitgerissen.
Als ich wieder zu mir kam, war mir kalt. Einen Moment wusste ich nicht so recht, wo ich war und was passiert war. Es war dunkel, kalt und ungemütlich. Ich dachte sogar einen langen Moment, dass es einer dieser bescheuerten realitätsnahen Träume war.
Ich versuchte mich zu bewegen, aber das gelang mir nur sehr schwer. Dennoch war mir klar, dass ich etwas unternehmen musste. Wenn ich hier blieb - egal ob Traum oder nicht - würde ich sterben. Erfrieren oder Ersticken waren beides keine Sterbemöglichkeiten, die mich groß reizten. Generell wollte ich eigentlich aus Alterschwäche einfach gemeinsam mit meiner Frau einschlafen. Und das hatte noch viele Jahre Zeit.
Es machte sich Panik in mir breit und ich versuchte mich vehementer aus diesem kalten Loch zu befreien. Ich schaffte es, mir ein wenig mehr Platz zu schaffen, aber letztlich war es zu anstrengend.
Ich schlief ein oder wurde bewusstlos. So genau kann ich das nicht mehr beurteilen. Ich weiß nur, dass mich irgendwann ein wiederholtes Pieksen weckte. Kurz danach hörte ich Scharrgeräusche. Es wurde heller und heller, bis ich geblendet meine Augen schließen musste. Die Stimmen der anderen Menschen waren gedämpft, als hätte ich Watte in den Ohren oder wir befänden uns unter Wasser.
Ich wurde auf eine Bahre geschnallt und mit vielen Decken verschnürt. Trotztdem war mir weiterhin kalt und ich war desorientiert. Aber ich war auch nicht fähig eine Frage zu stellen. Erst als ich in einen Hubschrauber verfrachtet wurde, brachte ich eine Frage nach meiner Frau zustande. Aber ich klang erschreckend schwach und da ich keine Antwort bekam - oder einfach nicht wahrnahm - war sie wahrscheinlich wirklich nicht gehört worden.
Erst ein paar Tage später, als es mir langsam besser ging, kamen meine Erinnerungen wieder auf gleich. Mir wurde klar, dass es kein Alptraum gewesen war, sondern ich und meine Frau wirklich von einer Lawine überrollt worden waren. Meine Frau... hat den Traumurlaub nicht überlebt.