Falsche Zeit, falscher Ort
Sep. 15th, 2012 04:36 pmTeam: Kaléko
Challenge: h/c, angst - Falsche Zeit, Falscher Ort (für mich)
Fandom: Original
Charaktere: Veit (ehemals Henry. Mit dem neuen Namen lässt er sich sehr viel besser schreiben) und Ilay
Wörter: 935
Anmerkung: Eine kleine Szene wird wohl nur die
appletensai verstehen, sorry an alle anderen. XD Ich werde das hoffentlich im nächsten Teil aufklären. Aber da sie mein Hauptopfer sein wird, wenn es um Fragen zur Bundeswehr geht (die das Vorbild für die militärischen Strukturen hier sein wird), musste es einfach sein. *winkt in Katas Richtung*
Für biologische und sonstige Fehler bitte ich schon im Vorfeld um Entschuldigung, aber leider muss es so sein wie es... ist. Sonst funktioniert der ganze Plot nicht. Außerdem spielt das in der Zukunft, genau! Die können das! >3<
Der quasi-Prolog, Teil 1
Jemand schnarchte leise, als Veit endlich das dunkle Zimmer betrat, dass er sich mit drei anderen Offizieren teilte. Die gewöhnlichen Soldaten konnten sich glücklich schätzen, wenn sie nur zu zehnt waren und die Generäle hatten natürlich Einzelzimmer. Veit bezweifelte, dass er es jemals so weit schaffen würde.
Vermutlich war es Ilay. Der war der Einzige, der immer im Stützpunkt war, der Glückliche, die anderen beiden waren öfter mal für einige Tage weg. Aber für Ingenieure hatte man im Kampf nur wenig Verwendung, vor allem wenn dieser Ingenieur aus unerfindlichen Gründen regelmäßig zu Migräneattacken neigte. Warum man Ilay nicht schon längst wieder Hause geschickt hatte, war Veit schleierhaft. Vielleicht waren Freiwillige zu schwer zu finden.
Ganz sicher sogar.
Niemand glaubte mehr an diesen Krieg. Er selbst am allerwenigsten. Er war nur schlau genug, diese Meinung für sich zu behalten, ebenso wie alle anderen Offiziere die nicht gerade ganz an der Spitze der Rangordnung standen.
Und die waren es ja, die diesen verdammten Krieg immer weitertrieben. Die Francowürthenberger hatten mit der letzten Attacke nur noch einen draufgesetzt. Seine eigene Seite war kein Stück besser, da machte er sich keine Illusionen. Aber solange er lebend wieder nach Hause kam, war ihm das ziemlich schnuppe.
Befehle ausführen. Nicht drüber nachdenken.
So kam man in der Armee am weitesten.
Das Mädchen kam ihm wieder in den Sinn.
Er hätte sie nicht mitnehmen dürfen, das wusste er selbst. Aber wie hätte er sie in dieser Hölle zurücklassen können? Seinem Vorgesetzten hatte er aber lieber nur das offensichtliche gesagt: Sie war noch bei Verstand, wenn auch völlig verängstigt. Allein das hätte sie ja interessant machen können.
Dumm nur, dass sie nur deswegen immun war, weil sie taub war.
„Achtung!“
Ohne nachzudenken nahm Veit Haltung an, nur um gleich darauf seine Uniformjacke nach Ilay zu werfen, der lachte und das kleine Licht an seinem Bett anschaltete. „Damit wirst du ja wohl kaum rausgegangen sein. Hast du was ausgefressen oder Heldentaten vollbracht?“ Ilay legte das Jackett zusammen und stand auf, um es neben seine eigenen Klamotten auf die Kommode zu legen, in der alle vier Bewohner des Zimmers ihre Sachen aufbewahrten. Es war zu unordentlich um den Regeln zu entsprechen aber für Inspektionen hatte hier niemand Zeit oder Lust.
„Idiot. Wie lange willst du mir das noch vorhalten?“, murrte Veit erstmal, was Ilay wieder zum Lachen brachte, und zog den Rest aus. Natürlich hatte er seinen Bericht wegen des Mädchens nicht Felduniform abgeben können. Wenigstens nicht bei General Merten. Ilay wusste das ganz genau. „Ich denke, morgen erfahre ich, ob es ne Heldentat oder ne Dummheit war, dass ich ein Mädchen aus der Stadt mitgebracht habe.“
Jetzt hatte er die Aufmerksamkeit seines Kollegen endgültig von seinem Fauxpax von seinem ersten Tag mit ihm im selbten Zimmer abgelenkt. „Ein Mädchen?“
„Ja, ein Mädchen. Ich hab sie in der 14. Straße gefunden, wo sie beinahe von einer durchgeknallten Frau umgebracht wurde. Aber die Kleine war klar im Kopf. Also so klar man sein kann, wenn man sich mitten in einem Hexenkessel wiederfindet.“
Ilay runzelte die Stirn und setzte sich auf seine Bettkante. „Also war dieser Angriff ein Fehlschlag? Das wäre ja mal ne gute Nachricht.“
„Nein. Sie war die Einzige. Sei froh, dass du nicht da warst...“ Veit räumte noch die Uniform weg und setzte sich dann neben Ilay. Da man noch immer auf die platzsparenden Eigenschaften von Stockbetten schwor und er natürlich das über Ilay hatte, war das die beste Möglichkeit, sich zu unterhalten. Vor allem, weil Ilay es nicht ausstehen konnte, wenn er mit jemanden sprach, den er nicht sehen konnte.
„Ich habe ein paar Bilder von meiner Drohne gesehen. Bevor die Verbindung abriss. Das hat mir gereicht.“
„Glaub ich. Das Mädchen ist circa 12 oder 13... und taub. Dr. van Bergen vermutet, dass sie darum immun war.“
„Also arbeiten sie mit Schallwellen, die über den Hörnerv ans Gehirn weitergeleitet werden. Das ist gut zu wissen. Auch wenn ich nicht wusste, dass sowas geht.“ Ilay rutschte bis zur Wand und zog dort die Knie an seinen Körper. In Momenten wie diesen fiel es Veit wirklich schwer zu glauben, dass dieser Kerl wirklich Soldat war und dazu noch ranghöher als er. Wirklich schlau wurde er aus Ilay nicht, aber er hatte auch noch nie versucht, wirklich Zugang zu ihm zu bekommen.
Warum auch? Im Moment noch war er zwar eine beruhigende Konstante trotz seines schrägen Humors und seiner großen Klappe, das konnte sich aber jederzeit ändern. Freundschaften waren nichts, was hier Bestand hatte.
„Es würde jedenfalls einen gewissen Sinn ergeben. Dann könnte man ohne Probleme Leute mitten reinschicken um zu beobachten was passiert. Mit verdammt gutem Hörschutz.“
Ilay nickte. „Das ist jedenfalls der einzige Weg, was herauszufinden, so ziemlich jede Art von Technik wird da nämlich sofort zerschossen, von Übertragungen und Speichermedien ganz zu schweigen. Und ich dachte, unsere Leute wären krass drauf.“ Bei diesen Worten rieb Ilay sich die Schläfe, was Veit aufmerken ließ. Beinahe instinktiv rechnete er zurück, wann die letzte Migräneattacke gewesen war. „Kopfschmerzen?“, fragte er zögernd. Er hatte eigentlich keine Lust, jetzt auch noch mit Ilay im Krankenflügel aufzukreuzen. Der aber schüttelte den Kopf. Etwas zu hastig, darüber sah Veit aber gerne hinweg.
„Nein. Alles okay. Aber wir sollten langsam schlafen. Nur weil du dich bis Nachts herumtreibst heißt das noch lange nicht, dass wir ausschlafen können.“
Veit hatte keine Einwände. Selten gingen Gespräche über recht oberflächliche Themen hinaus. Sie beide vermieden eine zu große Nähe.
Natürlich taten sie das.
Es war weder die Zeit noch der Ort für Freundschaften.
Ebenso wenig wie für kleine Mädchen.
Challenge: h/c, angst - Falsche Zeit, Falscher Ort (für mich)
Fandom: Original
Charaktere: Veit (ehemals Henry. Mit dem neuen Namen lässt er sich sehr viel besser schreiben) und Ilay
Wörter: 935
Anmerkung: Eine kleine Szene wird wohl nur die
Für biologische und sonstige Fehler bitte ich schon im Vorfeld um Entschuldigung, aber leider muss es so sein wie es... ist. Sonst funktioniert der ganze Plot nicht. Außerdem spielt das in der Zukunft, genau! Die können das! >3<
Der quasi-Prolog, Teil 1
Jemand schnarchte leise, als Veit endlich das dunkle Zimmer betrat, dass er sich mit drei anderen Offizieren teilte. Die gewöhnlichen Soldaten konnten sich glücklich schätzen, wenn sie nur zu zehnt waren und die Generäle hatten natürlich Einzelzimmer. Veit bezweifelte, dass er es jemals so weit schaffen würde.
Vermutlich war es Ilay. Der war der Einzige, der immer im Stützpunkt war, der Glückliche, die anderen beiden waren öfter mal für einige Tage weg. Aber für Ingenieure hatte man im Kampf nur wenig Verwendung, vor allem wenn dieser Ingenieur aus unerfindlichen Gründen regelmäßig zu Migräneattacken neigte. Warum man Ilay nicht schon längst wieder Hause geschickt hatte, war Veit schleierhaft. Vielleicht waren Freiwillige zu schwer zu finden.
Ganz sicher sogar.
Niemand glaubte mehr an diesen Krieg. Er selbst am allerwenigsten. Er war nur schlau genug, diese Meinung für sich zu behalten, ebenso wie alle anderen Offiziere die nicht gerade ganz an der Spitze der Rangordnung standen.
Und die waren es ja, die diesen verdammten Krieg immer weitertrieben. Die Francowürthenberger hatten mit der letzten Attacke nur noch einen draufgesetzt. Seine eigene Seite war kein Stück besser, da machte er sich keine Illusionen. Aber solange er lebend wieder nach Hause kam, war ihm das ziemlich schnuppe.
Befehle ausführen. Nicht drüber nachdenken.
So kam man in der Armee am weitesten.
Das Mädchen kam ihm wieder in den Sinn.
Er hätte sie nicht mitnehmen dürfen, das wusste er selbst. Aber wie hätte er sie in dieser Hölle zurücklassen können? Seinem Vorgesetzten hatte er aber lieber nur das offensichtliche gesagt: Sie war noch bei Verstand, wenn auch völlig verängstigt. Allein das hätte sie ja interessant machen können.
Dumm nur, dass sie nur deswegen immun war, weil sie taub war.
„Achtung!“
Ohne nachzudenken nahm Veit Haltung an, nur um gleich darauf seine Uniformjacke nach Ilay zu werfen, der lachte und das kleine Licht an seinem Bett anschaltete. „Damit wirst du ja wohl kaum rausgegangen sein. Hast du was ausgefressen oder Heldentaten vollbracht?“ Ilay legte das Jackett zusammen und stand auf, um es neben seine eigenen Klamotten auf die Kommode zu legen, in der alle vier Bewohner des Zimmers ihre Sachen aufbewahrten. Es war zu unordentlich um den Regeln zu entsprechen aber für Inspektionen hatte hier niemand Zeit oder Lust.
„Idiot. Wie lange willst du mir das noch vorhalten?“, murrte Veit erstmal, was Ilay wieder zum Lachen brachte, und zog den Rest aus. Natürlich hatte er seinen Bericht wegen des Mädchens nicht Felduniform abgeben können. Wenigstens nicht bei General Merten. Ilay wusste das ganz genau. „Ich denke, morgen erfahre ich, ob es ne Heldentat oder ne Dummheit war, dass ich ein Mädchen aus der Stadt mitgebracht habe.“
Jetzt hatte er die Aufmerksamkeit seines Kollegen endgültig von seinem Fauxpax von seinem ersten Tag mit ihm im selbten Zimmer abgelenkt. „Ein Mädchen?“
„Ja, ein Mädchen. Ich hab sie in der 14. Straße gefunden, wo sie beinahe von einer durchgeknallten Frau umgebracht wurde. Aber die Kleine war klar im Kopf. Also so klar man sein kann, wenn man sich mitten in einem Hexenkessel wiederfindet.“
Ilay runzelte die Stirn und setzte sich auf seine Bettkante. „Also war dieser Angriff ein Fehlschlag? Das wäre ja mal ne gute Nachricht.“
„Nein. Sie war die Einzige. Sei froh, dass du nicht da warst...“ Veit räumte noch die Uniform weg und setzte sich dann neben Ilay. Da man noch immer auf die platzsparenden Eigenschaften von Stockbetten schwor und er natürlich das über Ilay hatte, war das die beste Möglichkeit, sich zu unterhalten. Vor allem, weil Ilay es nicht ausstehen konnte, wenn er mit jemanden sprach, den er nicht sehen konnte.
„Ich habe ein paar Bilder von meiner Drohne gesehen. Bevor die Verbindung abriss. Das hat mir gereicht.“
„Glaub ich. Das Mädchen ist circa 12 oder 13... und taub. Dr. van Bergen vermutet, dass sie darum immun war.“
„Also arbeiten sie mit Schallwellen, die über den Hörnerv ans Gehirn weitergeleitet werden. Das ist gut zu wissen. Auch wenn ich nicht wusste, dass sowas geht.“ Ilay rutschte bis zur Wand und zog dort die Knie an seinen Körper. In Momenten wie diesen fiel es Veit wirklich schwer zu glauben, dass dieser Kerl wirklich Soldat war und dazu noch ranghöher als er. Wirklich schlau wurde er aus Ilay nicht, aber er hatte auch noch nie versucht, wirklich Zugang zu ihm zu bekommen.
Warum auch? Im Moment noch war er zwar eine beruhigende Konstante trotz seines schrägen Humors und seiner großen Klappe, das konnte sich aber jederzeit ändern. Freundschaften waren nichts, was hier Bestand hatte.
„Es würde jedenfalls einen gewissen Sinn ergeben. Dann könnte man ohne Probleme Leute mitten reinschicken um zu beobachten was passiert. Mit verdammt gutem Hörschutz.“
Ilay nickte. „Das ist jedenfalls der einzige Weg, was herauszufinden, so ziemlich jede Art von Technik wird da nämlich sofort zerschossen, von Übertragungen und Speichermedien ganz zu schweigen. Und ich dachte, unsere Leute wären krass drauf.“ Bei diesen Worten rieb Ilay sich die Schläfe, was Veit aufmerken ließ. Beinahe instinktiv rechnete er zurück, wann die letzte Migräneattacke gewesen war. „Kopfschmerzen?“, fragte er zögernd. Er hatte eigentlich keine Lust, jetzt auch noch mit Ilay im Krankenflügel aufzukreuzen. Der aber schüttelte den Kopf. Etwas zu hastig, darüber sah Veit aber gerne hinweg.
„Nein. Alles okay. Aber wir sollten langsam schlafen. Nur weil du dich bis Nachts herumtreibst heißt das noch lange nicht, dass wir ausschlafen können.“
Veit hatte keine Einwände. Selten gingen Gespräche über recht oberflächliche Themen hinaus. Sie beide vermieden eine zu große Nähe.
Natürlich taten sie das.
Es war weder die Zeit noch der Ort für Freundschaften.
Ebenso wenig wie für kleine Mädchen.