der_jemand: (Default)
[personal profile] der_jemand posting in [community profile] 120_minuten
Team: Dickinson
Challenge: H/C: Narben (für mich)
Fandom: Harry Potter
Wörter: 1584
Pairing: Charlie Weasley/Oliver Wood
Warnungen: Crack-Pairing, H/C, bereits verheilte schwere Verletzungen?
Widmung: Für [livejournal.com profile] nachanca, weil sie sich Mathe angeguckt hat. :)
A/N: Für diese Fic habe ich mir mehr Gedanken über Medimagie gemacht, als ich je wollte. Nicht, dass man es am Ergebnis sehen würde.


"Er sitzt da schon seit ner Woche, Bill. Ich glaube wirklich, dass er sich in der ganzen Zeit nicht bewegt hat."
"Hm..." Bill starrte aus dem Küchenfenster in den Garten, während seine Mutter hektisch mit einem Geschirrtuch imaginäre Flecken auf der Arbeitsplatte attackierte. Tatsächlich saß Charlie in der Sonne auf einem der klapprigen alten Gartenstühle, das Gesicht zur Sonne gedreht und in der Hand eine Zigarette, die langsam abbrannte.
"Ich weiß nicht, was ich tun soll... Ich..." Seine Mutter brach ab, wischte sich mit dem Geschirrtuch durchs Gesicht. "Rede du mit ihm. Niemand... Ihr habt euch immer am besten verstanden."
Bill nickte. Natürlich musste er mit Charlie reden. Er wusste nur wirklich nicht, was er hätte sagen können.

"Was machst du denn hier?" Charlie sah erst auf, als Bill sich schon auf einen der Gartenstühle neben ihm gesetzt hatte.
"Das selbe könnte ich dich fragen", lächelte Bill.
Charlie antwortete nicht, sondern starrte einfach ins Leere. "Könntest du. Aber ich habe keine Frau und Tochter, die zu hause auf mich warten", stellte er schließlich fest und schob die Zigarette wieder zwischen seine Lippen.
Bill schüttelte den Kopf. "Charlie..."
"Glaub mir, es gibt nichts, was du sagen könntest."
Bill seufzte. "Ich weiß."
Charlie stützte die rechte Hand schwer auf den kleinen Holztisch und drückte sich in die Höhe. "Dann lass mich doch einfach in Ruhe, ja? Ich kann deinen scheiß mitleidigen Blick wirklich nicht gebrauchen und ich will nur meine verschissene Ruhe haben."
"Charlie..."
"Nein, ernsthaft. Ich war unvorsichtig. Und wenn man unvorsichtig ist, beißen einem Drachen nun mal den Arm ab, so läuft das verdammt! Und keiner weiß das so gut wie ich, also..." Er gestikulierte in Richtung des Armstumpfes. "Also lass mich einfach in Ruhe darüber nachdenken, womit ich die nächsten Jahre meines Lebens verschwenden kann, okay?"
"Charlie..." Bill streckte die Hand aus, aber sein Bruder stampfte ohne einen weiteren Blick auf das Haus zu. Nun ja, immerhin hatte er sich bewegt, nicht wahr?


Es klopfte an der Zimmertür. "Lass mich in Ruhe!"
Noch bevor Charlie den Satz beendet hatte, flog die Zimmertür auf. "Ja, nee, ich glaube nicht."
"Was...?!" Der Mann, der sich jetzt ihm gegenüber auf Bills Bett fallen ließ, kam Charlie vage bekannt vor. Er war groß, ein gutes Stück größer als Charlie, und durchtrainiert. Seine Schultern waren ein bisschen zu breit für das Hemd, das er trug, und eine breite Bandnarbe zierte die rechte Seite seines Gesichts. "Wer... Wood? Oliver Wood?"
Der Mann grinste schwindelerregend breit. "Du erinnerst dich an mich? Ich bin beeindruckt."
Charlie grinste. "Du bist schon ein bisschen älter geworden, seit ich dich das letzte Mal gesehen habe..."
"Ja, ich bin nicht mehr vierzehn, das fällt mir auch jeden Morgen auf."
"Mensch... Schön dich zu sehen!" Charlie war kurz davor, aufzustehen und den anderen zu umarmen. „Aber was willst du hier?“ Er blieb sitzen, wo er war.
Wood zuckte mit den Achseln. "George hat mir von deinem Unfall erzählt."
Charlie griff nach dem vernarbten Stumpf seines linken Arms. "Oh..."
"Und er hat erzählt, dass du seit du aus dem Krankenhaus raus bist, nur Löcher in die Luft starrst. Ein bisschen armselig, meinst du nicht?"
Das war... Charlie schluckte schwer. "Was soll das?"
"Ich mein ja nur."
"Nein, ernsthaft, was fällt dir ein?! Ich habe nur noch einen verschissenen Arm, weißt du, wie viele Drachenhüter es mit einem Arm gibt? - Keinen! Weil man mit einem Arm nicht gleichzeitig fliegen und einen Zauberstab halten kann! Ich..." Er war aufgesprungen ohne es zu bemerken und ließ sich jetzt wieder auf das Bett sinken. "Sorry. Nett, dass du vorbeigekommen bist, jetzt lass mich wieder in Ruhe."
Wood verschränkte die Arme vor der Brust. "Armselig."
"Wenn du das sagst. Und jetzt verpiss dich."
"Damit du weiter hier rumliegen und dich selbst bemitleiden kannst?"
"Ja, das ist der Plan." Charlie griff nach der Zigarettenpackung auf dem Nachttisch.
"Krieg ich auch eine?"
"Ich hab doch gesagt, du sollst dich verpissen." Mit einem Wink seines Zauberstabs zündete er sich die Zigarette an. "Und ich dachte, du wärst Quidditchspieler."
"War ich mal." Wood stand auf, aber statt endlich zu gehen, zog er sich das Hemd über den Kopf.
Charlie starrte ihn einen Moment nur an. "Ähm, ich hab ja grundsätzlich nichts dagegen, wenn sich attraktive junge Kerle in meinem Schlafzimmer ausziehen, aber es nicht ganz das, was ich mir unter 'verpissen' vorgestellt hatte."
Wood antwortete nicht, sondern drehte sich vor ihm ins Profil. Charlie sog scharf die Luft ein. Über die gesamte rechte Seite von Woods Oberkörper zog sich eine hässliche Brandnarbe. Sie bedeckte den ganzen Arm und verschwand am Hüftknochen unter dem Hosenbund ohne wesentlich schmaler geworden zu sein.
"Wow."
"Fluchnarbe, mein Andenken an die Schlacht von Hogwarts. Hab nen halbes Jahr in St. Mungos gelegen, und jetzt..." Er hob den rechten Arm. "Kann den Ellbogen nicht mehr bewegen und das Knie ist auch hin."
"Das..." Charlie wusste nicht, was er sagen sollte.
Wood zog eine Augenbraue hoch. "Das ist scheiße. Ich kann mich nicht mal auf nem Besen halten."
"Scheiße..."
"Sag ich doch." Mit einem Grinsen setzte Wood sich wieder auf Bills Bett und jetzt fiel Charlie auch auf, dass er das rechte Bein ausgestreckt ließ.
"Und... was machst du jetzt?"
"Ministerium. Abteilung für magische Spiele und Sportarten. Scheiß Schreibtischjob, aber irgendwie muss man die Miete bezahlen." Auf einmal wirkte Wood viel weniger selbstsicher und abschätzig, mehr als wollte er sich wie Charlie in einem Bett zusammenrollen und nie wieder aufstehen. Und wer wollte es ihm verdenken?
Charlie erinnerte sich an den überenthusiastischen Vierzehnjährigen, der mitten in der Nacht im Gemeinschaftsraum gesessen und Spielstrategien entwickelt hatte, statt seine Zaubertränkehausaufgaben zu machen. Erinnerte sich daran, wie der Junge einem Mädchen, das nach einem Spiel auf ihn gewartet hatte, einen anderthalbstündigen Vortrag über Suchermanöver gehalten hatte, ohne zu merken, dass sie ihm nur zuhörte, weil er so breite Schultern und dieses niedliche Grinsen hatte. Quidditch war tatsächlich das einzige, worüber er ihn in den drei Jahren, die sie sich gekannt hatten, hatte sprechen hören.
"Und du... du kannst wirklich nicht mehr fliegen?"
"Ich bin froh, dass ich inzwischen wieder zaubern kann. Die rechte Hand ziemlich nutzlos, ich musste jede Bewegung neu lernen."
Charlie fühlte sich auf einmal noch beschissener als vorher. Er war wirklich armselig...
"Also, wie war das jetzt mit der Zigarette?"
"Oh, ja, klar." Charlie reichte ihm die Packung und ließ die Spitze seines Zauberstabs glühen, um ihm Feuer zu geben.
Eine ganze Weile saßen sie einander nur gegenüber und rauchten, bis Charlie die Stille nicht mehr aushielt. "Und George hat dich gerufen, damit du mir Vernunft einbläust?"
"So ziemlich. Er sagte, ich dürfte auch Gewalt benutzen."
"Warum tust du das?"
Wood grinste. "Ich hab momentan nicht viel besseres zu tun..."
"Danke."
Er reagierte nicht drauf, sondern begann sich im Zimmer umzusehen. "Dein Kinderzimmer?"
"Bills. Mein altes Zimmer hat Ginny bekommen, als ich ausgezogen bin. Meine Poster und Quidditchfiguren sind dafür hierhin gewandert."
"Also sind das deine?" Wood hob eine der kleinen Figuren von dem Regalbrett über Charlies Kopf. "Dangerous Dai Llewellyn. Warum wundere ich mich nicht?"
Charlie zuckte mit den Achseln. "Weil er sich von einer Chimära hat fressen lassen?"
Wood lachte. "Stimmt, das passt auch. Aber, nein, ich dachte mehr daran, dass er geflogen ist, als wäre er absolut lebensmüde. Du bist auch immer geflogen wie ein Wahnsinniger. Und dann auch noch mit Drachen... Ne echte Schande, dass du nicht Profi geworden bist."
"Ernsthaft, das Thema schon wieder?" Das letzte mal hatten sie dieses Gespräch vor zwölf Jahren geführt, aber Charlie hatte noch immer nichts zu diesem Thema zu sagen. Er liebte Quidditch. Aber Drachen... "Ich hätte mich nie im Leben anders entscheiden können."
"Ich weiß."
"Und jetzt... Ach scheiße. Ich kann ja ins Reservat zurück. In der Aufzuchtstation oder so arbeiten. Irgendwo, wo ich nicht fliegen muss..." Aber das war eigentlich keine Alternative. Nicht, wenn man schon einmal mit Drachen geflogen war. "Ich sollte mich wirklich nicht so anstellen. Das ist wirklich armselig."
Wood schüttelte den Kopf und setzte Llewellyn vorsichtig wieder auf dem Regalbrett ab. "Quatsch. Ich hab fast zwei Jahre bei meinen Eltern rumgesessen und die Decke angestarrt." Er fuhr sich mit der Hand durchs Haar. "Und ich weiß immer noch nicht, warum ich überhaupt jeden Tag aufstehe."
"Wood..." Einem Impuls folgend, stand Charlie auf. "Komm, ich will etwas ausprobieren."
"Etwas ausprobieren?"
"Du weißt doch, im Grunde bin ich Forscher."
"Das ist der Punkt, wo ich schreiend wegrennen sollte, oder?"
"Stimmt. Also, los, komm mit."

"Was ist denn da los?"
Molly stand am Küchenfenster und drehte sich nicht einmal zu Bill um. "Das glaubst du mir eh nicht."
Ein erneutes Krachen aus dem Garten ließ Bill ebenfalls ans Fenster eilen. Draußen, neben dem Besenschuppen, stand Charlie mit einem alten Sauberwisch 4 in der Hand und beobachtete über das ganze Gesicht grinsend, wie Oliver Wood sich aus einem Feuerholzstapel befreite und dann seinem davonfliegenden Besen hinterher humpelte.
Gemeinsam schafften sie es, den Besen wieder einzufangen und dann hielt Wood den Sauberwisch fest, während Charlie sich auf ihn schwang. Einen knappen Meter über dem Boden schwebend passierte er den Holzstapel ohne Schwierigkeiten und fiel erst ein paar Meter weiter einfach nach links vom Besenstiel. Wood brach in schallendes Gelächter aus, bevor er ihm die Hand hinstreckte und Bill konnte nicht verhindern, dass er anfing zu lächeln.
"George ist genial."
Mit Tränen in den Augen nickte Molly.
"Obwohl er sich das so wahrscheinlich nicht vorgestellt hat."
Statt sich aufhelfen zu lassen, hatte Charlie Wood zu sich auf den Boden gezogen und jetzt wälzten sich die beiden Männer lachend im Gras.

Date: 2012-09-10 07:09 pm (UTC)
From: [identity profile] ina-chan0808.livejournal.com
*________*
anfangs war ich ein bisschen geschockt, ist charlie doch einer meiner lieblinge, aber du hast oliver alles so schnell aufwärmen lassen und so hat er nicht nur charlies tag gerettet :D
okay, eigentlich steh ich heimlich doch ziemlich auf drastisch und allein schon weil du dich getraut hast richtig reinzuhauen bin ich hell auf begeistert <3 (und weil du die beiden sich hast finden lassen <3 <3 <3)
danke, danke, danke für einfach mal was neues und dem highlight meines verkorksten tages!!!!

Date: 2012-09-12 10:52 am (UTC)
From: [identity profile] ina-chan0808.livejournal.com
so lang es so gut ausgeht: nur zu XD eine herrliche vorstellung wie die zwei durch den garten krachen XD

heftig ist es auf jeden fall, aber so unwahrscheinlich ist es nicht...im leben passieren nun mal auch dinge die einem nicht gefallen, dinge die nicht schön sind und die man eben bewältigen muss, darum gefällt es mir auch so gut, dass du dich getraut hast :)

XD der nächste war besser, danke!

Date: 2012-09-10 07:15 pm (UTC)
servena: (Dalek bringing tea)
From: [personal profile] servena
Aku, du tötest mich! Ernsthaft! Oh Gott, wie konntest du Wood nicht mehr fliegen lassen?! Und wieso sind sie trotzdem so herzallerliebst niedlich! Jetzt kann ich dich nichtmal hassen! .___. (Und außerdem hab ich dich angespornt, also bin ich Schuld...)
Und Liebe für das Ende, ganz viel Liebe!

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