h/c, angst: Blutspende/Blutverlust
Sep. 5th, 2012 07:14 pmTeam: Kaléko
Challenge: h/c, angst - Blutspende/Blutverlust (wenn man mit der Lupe danach sucht... *hust* Für mich)
Fandom: Original (Our Own World)
Charaktere: Verena, Sabine
Wörter: 1429
Anmerkung: Mit dem Anfang bin ich nicht besonders zufrieden... aber gut, was solls. Besser kriege ichs im Moment nicht hin.
Direkte Fortsetzung hiervon
Verliebte Pärchen waren eine schreckliche Erfindung. Das jedenfalls fand Verena. Konnte daran liegen, dass sie immer noch Single war. Nicht, dass sie an dem Zustand etwas ändern wollte, ihr Leben bestand aus Lernen, Arbeiten und zwischendurch noch etwas Sozialleben. Ein Kerl hatte da beim besten Willen keinen Platz zwischen.
Aber so überflüssig sie sich bei Liang und Oliver auch gefühlt hatte, sie war froh, dass er da war und ihrem Bruder Gesellschaft leistete. Dass er überhaupt gekommen war obwohl man zum Semesterende wirklich kein Übermaß an Zeit hatte. Sie selbst hatte die Seminare in diesem Tag ohne zu zögern sausen lassen, als sie den Anruf von einer vollkommen aufgelösten Nathalie bekommen hatte, dass Liang im Krankenhaus war.
Inzwischen hatte Nathalie sich wieder eingekriegt und hatte sich überzeugen lassen, zu ihrer Vietnamesisch-Lerngruppe zu gehen. Das hielt sie beschäftigt und Verena musste sich nicht auch noch darauf konzentrieren, sie zu beruhigen.
Was aber bedeutete, dass sie sich jetzt etwas überflüssig fühlte. Auch wenn sie wusste, dass ihr Bruder froh war, dass sie gekommen war, hatte er eher Augen für Oliver.
Verena war ohnehin nicht der Typ, der stundenlang an einem Krankenbett sitzen konnte, wenn sie wusste, dass der Betreffende wieder in Ordnung kommen würde. Vor allem dann, wenn es sich dabei um ihren Zwilling handelte. Wenn er sie brauchte, meldete er sich. Zum Beispiel um dafür zu sorgen, dass die aufgelösten Eltern die wohl irgendwann am nächsten Tag auf der Matte stehen würden, davon abzuhalten ihn in den Wahnsinn zu treiben. Es hatte schon seine Gründe, warum sie nicht ihren Vater sondern ihre Mutter angerufen hatte.
Das Blöde war: Sie langweilte sich.
Zur Uni brauchte sie jetzt auch nicht mehr zu gehen, und lernen würde sie nicht können. Dafür saß der Schreck dann doch noch zu tief. Morgen war immer noch genug Zeit.
Sie lehnte sich an die kühle Flurwand und schloss die Augen.
Vielleicht sollte sie doch wieder reingehen.
Aber warum? Weil es von ihr erwartet wurde?
Liang würde es nicht erwarten. Und er war der Einzige, der zählte.
Dort würde sie außerdem sowieso nur sinnlos herumsitzen.
Ach, das war doch alles scheiße.
„Verena!“ Überrascht stieß sie sich wieder an der Wand ab und öffnete die Augen.
Sabine stand neben ihr, die roten Haare noch unordentlicher hochgesteckt als sonst. Ansonsten wirkte sie zwar etwas neben der Spur aber auf jeden Fall weniger aufgelöst als Nathalie.
„Ich hab die Nachricht grade erst gehört. Wie geht’s ihm?“ Gott war das angenehm, diese Frage in diesem beinahe sachlichen Tonfall zu hören. Vermutlich konnte Sabine sich aber denken, dass Verena hier nicht so ruhig stehen würde, wenn es Liang richtig mies ging.
„Er war vorhin wach und konnte sich schon wieder beschweren. Also wohl ganz gut. Alles wichtige ist heil geblieben. Halbwegs jedenfalls. Oliver ist gerade bei ihm.“
„Also sind wir überflüssig?“ Sabine grinste. Das kleine Monster zu dem sie in den Prüfungsphasen wurde war für den Moment offenbar gut weggesperrt.
„So ziemlich, ja.“ Verena spürte, wie ihre Lippen sich zu einem Lächeln verzogen. „Er hatte echt Glück. Ausgerechnet die verdammte Treppe...“
„Wie ist das eigentlich passiert?“ Wie selbstverständlich nahm Sabine ihre Hand und führte sie zu den Aufzügen. „Ich brauch nen Kaffee und du was zu Essen“, erklärte sie, als Verena sie fragend ansah.
„Öh...“ Besser nicht widersprechen. Das Frühstück war wirklich die einzige Mahlzeit heute gewesen, was in Anbetracht der Tatsache, dass es inzwischen Nachmittag war, wohl doch etwas wenig war. „Ich weiß es nicht genau. Liang meinte, er wäre gestolpert. Aber er erinnert sich nicht genau. Der Arzt meint, das wäre nicht weiter dramatisch und abgesehen von einer Gehirnerschütterung ist mit seinem Kopf auch alles okay. Das hätte auch anders ausgehen können.“
Sabine drückte den Knopf um den Aufzug zu rufen und nickte leicht. „Ja, das kommt vor. Ich kann mir eh denken, worüber er gefallen ist. Vor der Tür der Innichs liegt immer die Schuhe von Rebecca und Thorsten rum. Es war klar, dass das nicht ewig gutgehen kann. Wenn ich nach Hause komme, rede ich mal ein paar Takte mit denen. Wissen die schon, was passiert ist?“
Lautlos glitten die Türen des Lifts auf und Verena konnte in der verspiegelten Rückwand ihr blasses Gesicht sehen. Lag das am Licht? Oder sah sie wirklich aus wie der Tod auf Latschen? Entschlossen wandte sie sich von ihrem Spiegelbild ab und sah stattdessen Sabine an. „Keine Ahnung. Aber ich kann mir vorstellen, dass Liang auf der Treppe ne ziemliche Sauerei angerichtet hat. Platzwunde. Und es ist wohl auch schwer zu übersehen wenn jemand mit einem Krankenwagen abtransportiert wird.“
„Irgendwer wird’s jedenfalls mitgekriegt und weitergetratscht haben. Neugieriges Pack. Verklagen sollte man sie!“
„Die Innichs?“
„Wen sonst? Zivilrechtlich ist da sicher was zu machen. Fahrlässig ist das auf jeden Fall gewesen mit den blöden Schuhen.“
„Ich denke mal, im Moment haben wir da andere Sorgen.“ Sabine war irgendwie doch neben der Spur, wenn sie mit solchen Überlegungen um die Ecke kam.
Der Aufzug hielt und ein älteres Paar trat ein, was dafür sorgte, dass Verena und Sabine den Rest der Fahrt über schwiegen. Es waren ohnehin nur noch zwei Stockwerke bis zum Erdgeschoss.
Keine fünf Minuten später war Sabine mit einem ihrer Aussage nach schlechten Kaffee und Verena mit einem sogenannten Sandwich versorgt. Hoffentlich war das Brötchen überhaupt durchgebacken, so pappig wie es sich anfühlte hatte sie da gewisse Zweifel.
Andererseits... wenn sie sich hier einen Lebensmittelvergiftung holte was sie schon vor Ort. Außerdem meldete sich nun doch der Hunger.
„Seit wann ist Oliver da?“, fragte Sabine merkwürdig kleinlaut, was Verena aufsehen ließ.
„Er stand kurz nachdem ich da war auf der Matte. Entweder hatte er gerade nichts zu tun oder ist aus einem Seminar verschwunden.“ Liang kannte seinen Stundenplan sicher, sie selbst wusste nur, dass er heute irgendwas hatte. Und wohl sowieso im Stress war weil. Ende der Vorlesungszeit eben. Sie kannte bis auf ein paar Ausnahmen aus den anderen Orchideenfächern niemanden, der dann keine Panik vor seinen Klausuren schob.
„Und ich habs erst vorhin mitgekriegt...“ Sabine kippte so viel Zucker in ihren Kaffee, dass wohl nicht mehr viel fehlte damit sie Sirup hatte.
Jetzt also aufpassen, was sie sagte. Spontan wünschte Verena sich Nathalie her, die hatte doch sicher mehr Übung als sie selbst. „Du hast eben viel zu tun. Da macht dir doch keiner nen Vorwurf.“
„Das ist ja wohl kein Grund!“
„Ähm... doch? Liang meinte, du bist fast nur in der Bibliothek und er und die anderen müssen über Post-Its mit dir kommunizieren!“
„Das ist zu ihrer eigenen Sicherheit! Ich werde zum Hulk wenn ich Prüfungen schreibe!“
Ja... das merkte sie gerade selbst. Als ob sie nicht genug damit zu tun hätte, sich Gedanken um ihren Bruder zu machen. Sabine klang jedenfalls beunruhigend... aufgebracht. Verena konnte die Tonlage nicht so recht einordnen, beschloss aber, dass sich darum vielleicht doch besser jemand anderes kümmern sollte. Sie war für Liang hier. Nicht für Sabine.
Andererseits hätte sie dann was zu tun...
Dann aber fuhr Sabine sich mit einer Hand über die Augen. „Sorry... du weißt ja wohl, wie ich in der Prüfungsphase drauf bin.“
„Ähm... ich glaube, dir zu einer Pause raten bringt nichts, oder?“
Sabines Mundwinkel zucken, als wüsste sie nicht ob sie lachen oder weinen sollte. Zum Glück tat sie keines von beidem. „Nein. Hör mal... du isst... ähm... das da“, sie gestikulierte auf das Sandwich, „auf und ich gehe mal eben die Turteltäubchen oben stören. Wenigstens vorbeischauen muss ich. Dann bin ich wieder weg. Scheiße, ich bin echt eine miese Freundin...“
„Ich glaube, wenn du nen Nervenzusammenbruch kriegst, hilfst du auch keinem. Vor allem nicht Liang. Oliver und ich kümmern uns wohl um ihn, du schreibst deine Prüfungen und machst dir keinen Kopf um den Rest. Liang ist krank ohnehin unaustehlich und wird lieber in Ruhe gelassen.“
„Aber du willst dich mit dem armen Oliver um ihn kümmern?“ Immerhin. Mit viel gutem Willen konnte man den Schatten eines Grinsens erkennen.
„Ich bin dummerweise seine Schwester und Oliver sein Freund. Da müssen wir durch.“ Verena jedenfalls grinste. „Also ab mit dir. Beruhig dein Gewissen.“
„Man könnte meinen, du willst mich loswerden...“
„Nein, ich unterstütze nur deinen Vorsatz.“
„Jaja, bin ja schon weg.“ Jetzt lachte Sabine leise, weswegen Verena aus irgendeinem Grund unverschämt stolz auf sich selbst war. „Ich komm nochmal kurz vorbei, bevor ich gehe. Bis gleich.“ Sie stand auf und ließ den fast noch vollen Kaffee einfach stehen. Der musste ja wirklich furchtbar sein.
Challenge: h/c, angst - Blutspende/Blutverlust (wenn man mit der Lupe danach sucht... *hust* Für mich)
Fandom: Original (Our Own World)
Charaktere: Verena, Sabine
Wörter: 1429
Anmerkung: Mit dem Anfang bin ich nicht besonders zufrieden... aber gut, was solls. Besser kriege ichs im Moment nicht hin.
Direkte Fortsetzung hiervon
Verliebte Pärchen waren eine schreckliche Erfindung. Das jedenfalls fand Verena. Konnte daran liegen, dass sie immer noch Single war. Nicht, dass sie an dem Zustand etwas ändern wollte, ihr Leben bestand aus Lernen, Arbeiten und zwischendurch noch etwas Sozialleben. Ein Kerl hatte da beim besten Willen keinen Platz zwischen.
Aber so überflüssig sie sich bei Liang und Oliver auch gefühlt hatte, sie war froh, dass er da war und ihrem Bruder Gesellschaft leistete. Dass er überhaupt gekommen war obwohl man zum Semesterende wirklich kein Übermaß an Zeit hatte. Sie selbst hatte die Seminare in diesem Tag ohne zu zögern sausen lassen, als sie den Anruf von einer vollkommen aufgelösten Nathalie bekommen hatte, dass Liang im Krankenhaus war.
Inzwischen hatte Nathalie sich wieder eingekriegt und hatte sich überzeugen lassen, zu ihrer Vietnamesisch-Lerngruppe zu gehen. Das hielt sie beschäftigt und Verena musste sich nicht auch noch darauf konzentrieren, sie zu beruhigen.
Was aber bedeutete, dass sie sich jetzt etwas überflüssig fühlte. Auch wenn sie wusste, dass ihr Bruder froh war, dass sie gekommen war, hatte er eher Augen für Oliver.
Verena war ohnehin nicht der Typ, der stundenlang an einem Krankenbett sitzen konnte, wenn sie wusste, dass der Betreffende wieder in Ordnung kommen würde. Vor allem dann, wenn es sich dabei um ihren Zwilling handelte. Wenn er sie brauchte, meldete er sich. Zum Beispiel um dafür zu sorgen, dass die aufgelösten Eltern die wohl irgendwann am nächsten Tag auf der Matte stehen würden, davon abzuhalten ihn in den Wahnsinn zu treiben. Es hatte schon seine Gründe, warum sie nicht ihren Vater sondern ihre Mutter angerufen hatte.
Das Blöde war: Sie langweilte sich.
Zur Uni brauchte sie jetzt auch nicht mehr zu gehen, und lernen würde sie nicht können. Dafür saß der Schreck dann doch noch zu tief. Morgen war immer noch genug Zeit.
Sie lehnte sich an die kühle Flurwand und schloss die Augen.
Vielleicht sollte sie doch wieder reingehen.
Aber warum? Weil es von ihr erwartet wurde?
Liang würde es nicht erwarten. Und er war der Einzige, der zählte.
Dort würde sie außerdem sowieso nur sinnlos herumsitzen.
Ach, das war doch alles scheiße.
„Verena!“ Überrascht stieß sie sich wieder an der Wand ab und öffnete die Augen.
Sabine stand neben ihr, die roten Haare noch unordentlicher hochgesteckt als sonst. Ansonsten wirkte sie zwar etwas neben der Spur aber auf jeden Fall weniger aufgelöst als Nathalie.
„Ich hab die Nachricht grade erst gehört. Wie geht’s ihm?“ Gott war das angenehm, diese Frage in diesem beinahe sachlichen Tonfall zu hören. Vermutlich konnte Sabine sich aber denken, dass Verena hier nicht so ruhig stehen würde, wenn es Liang richtig mies ging.
„Er war vorhin wach und konnte sich schon wieder beschweren. Also wohl ganz gut. Alles wichtige ist heil geblieben. Halbwegs jedenfalls. Oliver ist gerade bei ihm.“
„Also sind wir überflüssig?“ Sabine grinste. Das kleine Monster zu dem sie in den Prüfungsphasen wurde war für den Moment offenbar gut weggesperrt.
„So ziemlich, ja.“ Verena spürte, wie ihre Lippen sich zu einem Lächeln verzogen. „Er hatte echt Glück. Ausgerechnet die verdammte Treppe...“
„Wie ist das eigentlich passiert?“ Wie selbstverständlich nahm Sabine ihre Hand und führte sie zu den Aufzügen. „Ich brauch nen Kaffee und du was zu Essen“, erklärte sie, als Verena sie fragend ansah.
„Öh...“ Besser nicht widersprechen. Das Frühstück war wirklich die einzige Mahlzeit heute gewesen, was in Anbetracht der Tatsache, dass es inzwischen Nachmittag war, wohl doch etwas wenig war. „Ich weiß es nicht genau. Liang meinte, er wäre gestolpert. Aber er erinnert sich nicht genau. Der Arzt meint, das wäre nicht weiter dramatisch und abgesehen von einer Gehirnerschütterung ist mit seinem Kopf auch alles okay. Das hätte auch anders ausgehen können.“
Sabine drückte den Knopf um den Aufzug zu rufen und nickte leicht. „Ja, das kommt vor. Ich kann mir eh denken, worüber er gefallen ist. Vor der Tür der Innichs liegt immer die Schuhe von Rebecca und Thorsten rum. Es war klar, dass das nicht ewig gutgehen kann. Wenn ich nach Hause komme, rede ich mal ein paar Takte mit denen. Wissen die schon, was passiert ist?“
Lautlos glitten die Türen des Lifts auf und Verena konnte in der verspiegelten Rückwand ihr blasses Gesicht sehen. Lag das am Licht? Oder sah sie wirklich aus wie der Tod auf Latschen? Entschlossen wandte sie sich von ihrem Spiegelbild ab und sah stattdessen Sabine an. „Keine Ahnung. Aber ich kann mir vorstellen, dass Liang auf der Treppe ne ziemliche Sauerei angerichtet hat. Platzwunde. Und es ist wohl auch schwer zu übersehen wenn jemand mit einem Krankenwagen abtransportiert wird.“
„Irgendwer wird’s jedenfalls mitgekriegt und weitergetratscht haben. Neugieriges Pack. Verklagen sollte man sie!“
„Die Innichs?“
„Wen sonst? Zivilrechtlich ist da sicher was zu machen. Fahrlässig ist das auf jeden Fall gewesen mit den blöden Schuhen.“
„Ich denke mal, im Moment haben wir da andere Sorgen.“ Sabine war irgendwie doch neben der Spur, wenn sie mit solchen Überlegungen um die Ecke kam.
Der Aufzug hielt und ein älteres Paar trat ein, was dafür sorgte, dass Verena und Sabine den Rest der Fahrt über schwiegen. Es waren ohnehin nur noch zwei Stockwerke bis zum Erdgeschoss.
Keine fünf Minuten später war Sabine mit einem ihrer Aussage nach schlechten Kaffee und Verena mit einem sogenannten Sandwich versorgt. Hoffentlich war das Brötchen überhaupt durchgebacken, so pappig wie es sich anfühlte hatte sie da gewisse Zweifel.
Andererseits... wenn sie sich hier einen Lebensmittelvergiftung holte was sie schon vor Ort. Außerdem meldete sich nun doch der Hunger.
„Seit wann ist Oliver da?“, fragte Sabine merkwürdig kleinlaut, was Verena aufsehen ließ.
„Er stand kurz nachdem ich da war auf der Matte. Entweder hatte er gerade nichts zu tun oder ist aus einem Seminar verschwunden.“ Liang kannte seinen Stundenplan sicher, sie selbst wusste nur, dass er heute irgendwas hatte. Und wohl sowieso im Stress war weil. Ende der Vorlesungszeit eben. Sie kannte bis auf ein paar Ausnahmen aus den anderen Orchideenfächern niemanden, der dann keine Panik vor seinen Klausuren schob.
„Und ich habs erst vorhin mitgekriegt...“ Sabine kippte so viel Zucker in ihren Kaffee, dass wohl nicht mehr viel fehlte damit sie Sirup hatte.
Jetzt also aufpassen, was sie sagte. Spontan wünschte Verena sich Nathalie her, die hatte doch sicher mehr Übung als sie selbst. „Du hast eben viel zu tun. Da macht dir doch keiner nen Vorwurf.“
„Das ist ja wohl kein Grund!“
„Ähm... doch? Liang meinte, du bist fast nur in der Bibliothek und er und die anderen müssen über Post-Its mit dir kommunizieren!“
„Das ist zu ihrer eigenen Sicherheit! Ich werde zum Hulk wenn ich Prüfungen schreibe!“
Ja... das merkte sie gerade selbst. Als ob sie nicht genug damit zu tun hätte, sich Gedanken um ihren Bruder zu machen. Sabine klang jedenfalls beunruhigend... aufgebracht. Verena konnte die Tonlage nicht so recht einordnen, beschloss aber, dass sich darum vielleicht doch besser jemand anderes kümmern sollte. Sie war für Liang hier. Nicht für Sabine.
Andererseits hätte sie dann was zu tun...
Dann aber fuhr Sabine sich mit einer Hand über die Augen. „Sorry... du weißt ja wohl, wie ich in der Prüfungsphase drauf bin.“
„Ähm... ich glaube, dir zu einer Pause raten bringt nichts, oder?“
Sabines Mundwinkel zucken, als wüsste sie nicht ob sie lachen oder weinen sollte. Zum Glück tat sie keines von beidem. „Nein. Hör mal... du isst... ähm... das da“, sie gestikulierte auf das Sandwich, „auf und ich gehe mal eben die Turteltäubchen oben stören. Wenigstens vorbeischauen muss ich. Dann bin ich wieder weg. Scheiße, ich bin echt eine miese Freundin...“
„Ich glaube, wenn du nen Nervenzusammenbruch kriegst, hilfst du auch keinem. Vor allem nicht Liang. Oliver und ich kümmern uns wohl um ihn, du schreibst deine Prüfungen und machst dir keinen Kopf um den Rest. Liang ist krank ohnehin unaustehlich und wird lieber in Ruhe gelassen.“
„Aber du willst dich mit dem armen Oliver um ihn kümmern?“ Immerhin. Mit viel gutem Willen konnte man den Schatten eines Grinsens erkennen.
„Ich bin dummerweise seine Schwester und Oliver sein Freund. Da müssen wir durch.“ Verena jedenfalls grinste. „Also ab mit dir. Beruhig dein Gewissen.“
„Man könnte meinen, du willst mich loswerden...“
„Nein, ich unterstütze nur deinen Vorsatz.“
„Jaja, bin ja schon weg.“ Jetzt lachte Sabine leise, weswegen Verena aus irgendeinem Grund unverschämt stolz auf sich selbst war. „Ich komm nochmal kurz vorbei, bevor ich gehe. Bis gleich.“ Sie stand auf und ließ den fast noch vollen Kaffee einfach stehen. Der musste ja wirklich furchtbar sein.