luinaldawen: (Default)
[personal profile] luinaldawen posting in [community profile] 120_minuten
Team: Kaléko
Challenge: Fantasy/Mystery: Erste Verwandlung (fürs Team)
Fandom: Original ([livejournal.com profile] aleas Nocturne Whispers)
Charakter: Faith
Wörter: 440

Als es das erste Mal passiert war, hatte Faith gar nicht gewusst, was da mit ihr passierte. Sie hatte krank im Bett gelegen, die Eltern mit der jüngeren Schwester über das Wochenende bei der Großmutter. Nur Aidan war dageblieben, weil er sich auch nicht ganz fit gefühlt hatte und Faith hatte das Gefühl, dass ihre Eltern erleichtert gewesen waren, nicht zum 60. Geburtstag absagen zu müssen.
Den Geschwistern war es nur Recht gewesen, Aidan verstand sich nicht mit dieser Seite der Familie und nutzte jeden Grund, sich von ihnen fernzuhalten. Und Faith war in einem Alter, in dem Familienfeiern allein aus Prinzip langweilig waren.
Fieber zu haben war aber nicht gerade der perfekte Tausch gewesen.
Das war noch ihr Gedanke gewesen, als sie aus dem Schlaf geschreckt war. Und dass Magenkrämpfe jetzt nicht auch noch dazukommen mussten.
Irgendwo hörte sie einen Schrei. War es ihre Stimme? Sie wusste es nicht.
Dann musste sie das Bewusstsein verloren haben. Oder so etwas ähnliches. Die Veränderung ihres Körpers hatte sie nur am Rande miterlebt. Ein verschwindend kleiner Teil von ihr war noch wach genug um zu spüren was da geschah. Wie ihr Lieblingspyjama zerriss, überall helles Fell wuchs, Knochen ihre Form veränderten.
Und plötzlich war ihre Welt eine andere.
Nein.
Nicht anders.
Schärfer. Nicht auf visuelle Art, sondern... diese Gerüche... die Geräusche...
Der unglaubliche Drang, rauszukommen und diese neue Welt zu erkunden. Ihre Glieder zu strecken und zu laufen. Einfach zu laufen.
Freiheit spüren.
Erstmal aber begann sie in ihrem Zimmer herumzuschnüffeln. Sie witterte nichts wirklich neues, aber es war so aufregend. Diese neue Wahrnehmung... diese vielen Facetten...
Sie kläffte leise. Es klang fast wie ein Lachen, aber niemand war da, um darüber wirklich urteilen zu können.
Als sie sich umdrehte, fiel etwas von ihrem Nachttisch. Sie hatte den Schwanz vergessen. Klar. Da musste man aufpassen.
Wieder kläffte sie.
Ihr Fenster war doch offen. Nun ja... angelehnt.
Aber der leichte Luftstrom, der dadurch an ihre Nase drang war zu verlockend.
Ihr Blumentopf mit dem Efeu fiel krachend zu Boden, aber das störte sie nur so weit, dass es in ihren nun sehr empfindlichen Ohren unangenehm laut klang.
Das Fenster war nicht ganz so einfach zu öffnen, aber irgendwie schaffte sie es, den schmalen Spalt mit ihrer Pfote zu verbreitern und herauszuspringen. Dass sie im zweiten Stock wohnten, war da erstmal kein Hindernis.
Mit einem freudigen Bellen verschwand sie in der Nacht.

Und als sie sich schließlich splitternackt (aber wenigstens in eine Decke gewickelt) in einer fremden Wohnung wiederfand, deren Bewohner sie mit einem merkwürdigen Mitleid musterte und fragte, ob es ihre erste Verwandlung gewesen war, wusste sie, dass sie ein verdammtes Problem hatte.

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