[identity profile] chija.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Dickinson
Challenge: Romantik/Intimität - Beschützerinstinke (für's Team)
Fandom: Original | Schattenspiele
Worte: 581
Kommentar: Das Genre findet man auch nur mit zusammengekniffenen Augen, aber ich behaupte einfach mal, beim Schreiben war es noch da. Oder so.

„Ich glaub das nicht!“ Damien Lucas saß am Tisch in der kleinen Küche des Pfarrhauses, starrte auf irgendeinen unbestimmten Punkt an der Wand und schüttelte immer wieder den Kopf.
„Was?“
„Ich reite seit… keine Ahnung, länger als ich denken kann. Ich klettere in regelmäßigen Abständen auf Kirsch- und andere Bäume. Ich habe keine Ahnung, wie viele Stufen unsere Treppen haben, weil ich ohnehin immer die Hälfte auslasse. Und dann rutsche ich in deiner Einfahrt aus? Ernsthaft?“
Irgendwo aus dem Gewühl von überzähligen Töpfen, Tellern und ein paar Salbentuben von zweifelhafter Haltbarkeit tauchte Alexander Fauconer, seines Zeichens Pfarrer der Gemeinde, aus dem Küchenschrank auf. In der Hand hielt er einen grünlich-grauen Verbandskasten. „Da bist du ja. …Mach dir nichts draus. Das passiert den Besten. Jetzt gib mir deine Hand.“
„Nein.“ Damien, der vorher halb über dem Tisch gehangen hatte, setzte sich augenblicklich aufrecht und umklammerte das rechte Handgelenk fester mit der linken.
„Bitte?“ Alexander kam zum Tisch. „Ich habe nicht gerade meine halbe Küche auf den Kopf gestellt und vermutlich den ewigen Zorn meiner Haushälterin auf mich gezogen, um mich dann nicht um deine Hand zu kümmern.“
„Wenn ich mit einer verbundenen Hand nach Hause komme, wird Thomas sich Sorgen machen!“
Der Pfarrer zog die Augenbrauen hoch. „Ernsthaft? Und wenn du mit einem Handgelenk nach Hause kommst, das nicht nur die Farbe, sondern auch noch die Form einer reifen Aubergine hat, wird er das nicht tun? Ich halte Lord Audley eigentlich nicht für dumm und ich hätte auch nicht erwartet, dass du das tust.“
„Was… ich…“, für einen Augenblick sah Damien aus, als wolle er Alexander anspringen, dann sackten seine Schultern nach unten. Vermutlich auch, weil dieses Handgelenk wirklich weh tat. „Du hast ja Recht. Aber…“
Alexander hatte sich inzwischen ihm gegenüber niedergelassen und war gerade dabei, das Verbandszeug zu sortieren. „Kein aber mehr. Jetzt her mit der Hand. Das wird ein bisschen weh tun, das kann ich nicht verhindern, aber danach geht es besser.“
Widerwillig ließ Damien zu, dass der Pfarrer seine Hand zu sich zog und fachmännisch begann, sie zuerst mit einer fürchterlich stinkenden Salbe einzureiben, um sie dann zu verbinden. Der Schmerz wich nach kurzer Zeit einer gewissen Faszination. „Wo hast du das gelernt? Das gehört meines Wissens nach nicht zur Grundausbildung von Pfarrern.“
Alexanders antwortendes Grinsen war etwas verunglückt. „Feldlazarett. Wir hatten nicht alle das Glück, von einem reichen Adeligen vor dem Kriegsdienst bewahrt zu werden. Und jetzt halt still.“ Er steckte den Verband zusammen und fing dann an, den Verbandskasten wieder einzuräumen. „Sag mal, wann hast du eigentlich aufgehört, dich um dich selbst zu kümmern, sobald es um Thomas geht.“
„Bitte?“ Damien blinzelte.
„Du wolltest dir gerade eine offensichtlich verstauchte Hand nicht verbinden lassen, weil sich Thomas Sorgen um den Verband gemacht hätte. Ich will nicht wissen, was in dieser Richtung du bisher alles gemacht hast und was du noch bereit bist, zu tun. Wann ist das für dich so normal geworden?“
Damien blinzelte erneut. Er war ernstlich erstaunt. „Ich… weiß es nicht. Es ist einfach so. Ich muss ihn doch beschützen, weißt du?“
„Weiß ich das?“ Alexander stand auf und holte endlich das Schachbrett, das Anlass des Besuches und damit Auslöser des ganzen Dilemmas gewesen war. „Ich bin gerade nur wieder einmal froh, dass ich in eure Gemeinde versetzt wurde. So ist endlich jemand da, der auch ein Auge auf dich hat. Schau nicht so. Und jetzt bau auf, deswegen bist du doch hier. Das geht auch mit einer Hand. Ich mache derweil schonmal Tee.“

Date: 2012-08-23 09:17 pm (UTC)
der_jemand: (green)
From: [personal profile] der_jemand
Alexander! <3
Und Fangirl-Modus aus. Gott, wieso liebe ich den Kerl so und warum bricht mir das verunglückte Grinsen in Kombination mit dem "Feldlazarett" ein klitzekleines bisschen das Herz?

Und awwww, ich bin auch froh, dass Alexander sich um Damien kümmern kann. Das ist einfach ein sehr, sehr beruhigender Gedanke. Und ich find das Genre absolut getroffen. Wunderbar.^^

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