[identity profile] somali77.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten

Team: Kaleko
Challenge: Crack/Humor- "Vielen Dank, das wird mir weitere zehn Jahre Therapie bescheren" (für mich)
Fandom: Naruto AU (Fortsetzung von http://120-minuten.livejournal.com/708400.html#cutid1 -... ich weiß immer noch nicht, wie man Linknamen statt ganze Links einfügt, grah!)
Charaktere: Gaara, Lee, Neji





~

Die Nachtluft war mild.

Hier vor dem Dickicht am Ufer des Stausees tanzten Glühwürmchen im hohen Gras. Aus den
mitgebrachten Boxen rieselte sphärische, verträumte Musik.
Sie saßen auf Campingstühlen neben dem weißen Bentley, zurückgelehnt bis alles was das
Gesichtsfeld umgab nur noch der samtige Nachthimmel war und die Lichtsplitter darauf, die ihr
kaltes Glimmen zur Erde schickten.

Keiner von ihnen sagte ein Wort. Neji atmete langsam und hörbar aus, schloss die Augen,
entspannte die Miene und rutschte tiefer in seinen Sitz. Gaara lag da, den Kopf im Nacken und den
Blick in friedlicher Ruhe ohne zu blinzeln auf die tausend Sterne gerichtet.
Lee beugte sich nach vorn, spähte fasziniert durch das aufgebaute Teleskop vor sich, die Tüte mit
Erdnussflips auf dem Schoß. Nebenbei schob er sich knuspernd ein paar davon zwischen
die Lippen.

„Wahnsinn“, staunte er.

Gaara entwich ein zustimmendes Seufzen. Seine Augen weiteten sich kurz,
„Oh... Sternschnuppe."
Neji neben ihm hob die Lider und sah schweigend zum gleißenden Himmel.

„Das ist -so- cool“, verkündete Lee überzeugt.
„Unter uns-... diese Ufo- Ausflüge jeden Monat sind das Beste was wir je angefangen haben.“

„Ich weiß nicht“, gab Neji zu bedenken, „Wir haben bisher kein einziges Ufo gesehen. Vielleicht
sollten wir es doch unseren Astronomischen Ausflug nennen“
„Das klingt viel zu abgehoben, du Spießer! Ufo- Watch ist cooler! Außerdem -könnten- wir jederzeit
Ufos sehen!“

„Es ist Gold“, sagte Gaara unvermittelt. Er schloss die Augen, sog tief die Luft ein, ließ sie durch den
Mund wieder ausströmen und sein Körper entspannte sich zusehends.
„Wer weiß wo ich ohne die Ufo- Nacht jetzt wieder wäre...“

Nejis Augenbraue zuckte.
„Was fällt Kiba eigentlich ein, diesen Sasuke gleich mit ins Darkside zu schleppen?“

Gaara hob gleichgültig eine Schulter.
„Naruto ist auch da“

„Ja und?!“, Neji hörte auf in den Himmel zu starren. Er wandte den Kopf und funkelte Gaara an.
„Das ist ja gerade das Problem!“

Gaara seufzte leise und blinzelte nur.
„Das mit den Beiden-... ist eben kompliziert“

„Dieser dreckige Uchiha!“,  
Neji hob mit grimmiger Miene seinen Campingbecher vom Boden und schloss die Hände um warmen
Thermoskannentee.
„Der hat ihn gar nicht verdient.“

Gaaras Kopf rollte herum, lange und wie träumend betrachtete er Nejis Profil, seinen Blick der stur
und finster geradeaus gerichtet war.

„Wer von uns verdient so was schon?“, flüsterte er.

Nejis Mundwinkel zuckten ein bitteres, kleines Bisschen.
„Du weißt was ich meine“ er pustete über die heiße Oberfläche und nippte an seiner Tasse.
Gaara schnippte ohne hinzusehen eine Stechmücke von seinem Handrücken.

„Hast du nicht jetzt einen festen Freund?“

Nejis Kopf sank, er seufzte frustriert.
„Ja.“, murmelte er, „Aber der weigert sich, mitzugehen. Sessions sind ihm zu stressig, sagt er...“

„Herrje!“, bemerkte Lee ohne seinen Blick durchs Fernrohr zu unterbrechen, „Könnt ihr mal einen
Abend vielleicht an was Anderes denken...? Gaara, du hast mich zuhause und zur Not sogar Kiba,
ich kanns nicht fassen, dass du von Naruto anfängst! Reicht´s dir immer noch nicht?“

„Was, ich?! Er hat angefangen!“
Gaara verschränkte beleidigt die Arme vor der Brust.

„Also wirklich“, verteidigte sich Neji gereizt, „Erstens, der Uchiha- Typ ist ein kranker Irrer, der
aus irgendeinem Drecksloch gekrochen ist! Zweitens, ihr lasst ihn einfach so bei euch schlafen nur
weil Naruto euch nett darum bittet- seid ihr völlig bescheuert?! Drittens-...“
„Drittens“, ergänzte Lee hilfsbereit, „Bist du eindeutig untervögelt und bereust es grade, dass du
den Vorschlag abgelehnt hast, dich von einer -gewissen- uns bekannten Person vor Publikum
bespaßen zu lassen.“

Neji zog eine saure Miene.
„Uuh...“, grinste Gaara mit Seitenblick zu ihm hin.
„Ihr seid doch blöd“, Neji konzentrierte sich auf seinen Tasseninhalt und versuchte die Umwelt
gekonnt auszublenden.  

„Nicht weinen, Neji“, Lee drehte an der Feineinstellung der Linse,
„Deine Cousine wird dir ewig dankbar sein." Er hob mit einem plötzlichen Ruck den Kopf und strahlte
ihn an, "Und! Du bist herzlich eingeladen, dich stattdessen über meinen Schoß zu legen! Ich versohl´
dir deine hoheitsvollen fünf Buchstaben gleich hier nebenbei, wenn dich das glücklich macht- mit
der Kraft der Jugend! Wohoo!", ein schneller Griff erwischte Neji kurzerhand um den Hals und zog
ihn in etwas zwischen einer Umarmung und einem Schwitzkasten.
"Ack", Nejis Beine suchte vergeblich Halt am Boden, kickten dabei seinen Campingbecher um.
"Für die Freundschaft!“, jubelte Lee und stieß den freien Arm hoch zum Himmel.

Gaaras versautes Grinsen wurde schier unglaublich breit und der Hyuuga gab, sobald Lee von ihm
abließ und er wieder Luft bekam, ein empörtes Keuchen von sich.
„Pah!“, heftig klopfte er seine Kleidung zurecht, versuchte mit giftig funkelnden Augen die paar losen
Strähnen seiner perfekten, seidigen Haare wieder in Ordnung zu bringen.

„Wir sollten vielleicht Plätze tauschen, nur zur Sicherheit.“, säuselte Gaara ihm zu, „Seine Hand ist
zu hart für dein zartes Hinterteil.“
„Hat der mich grade beleidigt?“, rief Neji empört, „Bin ich ein wehleidiger Sub oder was?“
"Neeein!"

„Du? Niemals! Auf keinen Fall!“, Lee warf Neji lachend ein paar Erdnussflips entgegen, „Hier, bitte
steck dir was in den Mund an dem du lutschen kannst und beruhig dich!“
"Spinnst du, das ist Prada! Lass deine Fettflocken bei dir!"
"Kann ich was dafür wenn du dich lieber einsauen lässt, statt zu schlucken?!"
"Wa-... oh! Oh-..! Ich weiß echt nicht warum ich mit so obszönen Pöbeln wie euch befreundet
bin! Das wird meinen Psychiater die nächsten zehn Jahre noch beschäftigen!"

Gaara lachte ebenfalls. Ein leises, melodisches Geräusch mit großem Seltenheitswert. Er griff immer
noch grinsend nach dem Nachtsichtgerät neben seinem Hocker, um damit ans andere Ufer des
Sees zu spähen.

Neji fluchte leise, wenn auch nicht ernsthaft böse.
Eine Fledermaus huschte lautlos vor ihnen durch die Luft. Von Richtung der Stadt her zogen sich
dunkle Wolken über den Himmel.

„Nimms nicht so schwer, Neji“, Gaaras Stimme war weich und murmelnd, während er mit stillem
Lächeln den Wald in der Ferne beobachtete.
„Er muss einen dominanten Kern haben, sonst wär´s ihm nicht eingefallen, dir einen Wunsch
abzuschlagen.“

„Oh! Guter Einwand“, stimmte Lee zu. Noch eine Handvoll Erdnussflips fanden ihr Ende
zwischen seinen Zähnen. Neji schmollte.

Lee hörte endlich auf an dem Fernrohr zu schrauben und hob den Kopf auf der Suche nach
Thermoskannentee, „Wenigstens hat er nicht gesagt: „Aber Schatz, ich will dir doch nicht weh tun“!“

„Das ist das Schlimmste.“, nickte Gaara sehr überzeugt.

„Gut, dass du das Problem nicht mehr hast, hm?“
Lee streckte den Arm kurzerhand über Neji, um Gaara liebevoll mit den Fingern durch das kurze,
rote Haar zu fahren und an den kurzen Strähnen zu zupfen.
„Alle deine Freunde und Mitbewohner zeigen dir sehr spürbar ihre Zuneigung, stimmts?“
Gaara lehnte sich grinsend in die Berührung zurück, schloss die Augen wie eine große, zerzauste
Katze.

„Bin eben ein Glückskind“, murmelte er.
„Kleiner Schmerzfetischist“
„Hrrm...“

Nejis unbegeisterter Blick fiel seitlich auf das Tattoo über Gaaras linkem Auge.
„Liebe“ als chinesisches Schriftzeichen. Mit elektrischen Nadeln und roter Farbe Stich für Stich
unter die Haut gehämmert. Gaara neigte den Kopf so, dass Lees Daumen darüber rieb und er gab
ein genüssliches Schnurren von sich.

Neji rollte die Augen und lehnte sich notgedrungenermaßen weiter vor, um nicht im Weg zu sein.

„Oh man“, bemerkte er dann ernüchtert.

Er nahm dem abgelenkten Gaara das Nachtsichtgerät aus der Hand und spähte selber hindurch.
Hohe Schilfgräser am Ufer.
Scharfe Baumspitzen, hell und grünstichig durch die Gläser.

Und plötzlich ein gleißender Lichtpunkt wie aus dem Nichts.
„Was zum-...“

Er setzte das Fernglas ab. Über den Wald flog etwas wie eine Sternschnuppe, zog einen leichten
Bogen und verschwand wieder in der Dunkelheit.
Neji ließ das Gerät sinken, erhob sich und stand fassungslos da, während hinter ihm seine Freunde
miteinander beschäftigt waren. Sein Mund klappte auf, wieder zu, er starrte vom Waldrand auf die
beiden Anderen und wieder zurück.

„... habt ihr... uh... habt ihr das eben auch gesehen?!“

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