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Team: Kaleko
Challenge: Romantik/Intimität- Regen (für mich)
Fandom: Naruto AU! (wer hätte das gedacht? Fortsetzung zu http://120-minuten.livejournal.com/704892.html#cutid1)
Charaktere: Sasuke, Naruto
Anmerkung: ... äh ja, sie hauen sich romantisch eins in die Fresse. Intimer Straßenkampf. Fast wie Sex. Echt jetzt!



~

Der Satz berührte etwas tief in ihm.

In einer gähnenden Schlucht aus Finsternis, noch tiefer als dort wo sein Instinkt saß und ihn dazu
kitzeln wollte, wieder wie ein Raubtier die Zähne zu fletschen. Nur ein kleines, kurzes Klopfen an
diese besondere Stelle und es war wie ein Treffer auf einen Gong. Ein tiefer Impuls der ein
Dröhnen, ein Vibrieren durch Mark und Bein gehen ließ das von den Fußsohlen bis zu den
Fingerspitzen nachhallte und jede Zelle erschütterte.

Sasuke hatte die Augen weit aufgerissen. Sein Blick war irgendwo in der Schwebe zwischen
ertappt und wutentbrannt.

Von den nächtlichen Straßen der Stadt kam ein brausender Wind auf, brachte schwarze Haare zum
Flattern als würde sich all die Dunkelheit in ihm auf einmal wach und lebendig nach außen strecken
und in blindem Tasten nach Kontakt und Berührung um seinen Kopf lodern.

Seine Kehle zuckte. Er wollte gleich reagieren- ihm sagen was er von solchen Ideen hielt und was
der blonde Wichser ihn mal konnte. Aber noch während er daran dachte wurde ihm klar, dass es zu
spät war. Dieser atemlose Moment von Sprachlosigkeit ließ sich nicht mehr zurücknehmen.

Das Brausen wurde stärker. Wahrscheinlich brachte der Wind Regen mit sich und sie würden
demnächst sicher nass werden, wenn sie sich nicht entschließen konnten irgendwo Schutz zu
suchen. Staub, Blätter und Zeitungspapier glitten raschelnd in weichen Wirbeln über den dunklen
Asphalt. Vor dem Eingang des Clubs lachten Menschen.  

Naruto hielt den Blickkontakt ohne zu blinzeln, blonde Strähnen flogen ihm ins Gesicht, peitschten
ihm über die Nase aber er rührte sich nicht. Nur das kleine, verstehende Lächeln setzte sich kaum
erkennbar in seinem Ausdruck fest. Und hinter den Pupillen glomm etwas auf. Etwas fremdes,
hungriges.

Sasuke schnaubte, drehte den Kopf weg, grub seine Hände tief in die Jackentaschen und suchte
Halt indem er sich mit dem Rücken an die Mauer hinter ihm lehnte.  
„Spinnst wohl“, knurrte er.

„Ach so, ja“
Jetzt war es an Naruto schimmernde Zähne zu zeigen. In den Augen glitzerte etwas, das Spaß
sein konnte-... oder Jagdlust.

„Du gehst lieber auf Nummer sicher...“
„Was soll denn das heißen?“, murrte Sasuke gereizt.

„Oh“, gurrte der Blonde übertrieben verständnisvoll und strahlend wie ein Plutoniumstab, „Ist doch
logisch. Hey. Ein Typ wie du kann eben kein Risiko eingehen.“

Instinkt brachte Sasuke dazu den Kopf zu heben, die Schultern zu straffen. Eine fein
geschwungene Augenbraue zu krümmen. Ihm war die Veränderung in Narutos Aura nicht
entgangen. Man sah es kaum. Aber irgendetwas waberte unter der harmlosen Oberfläche. Etwas,
so gleißend und mächtig, dass er davor zurückwich, ohne zu wissen was es überhaupt war.

„Du weißt nichts über mich“, flüsterte er.
Sein Tonfall war flach, aber in seiner Miene lag alle Verachtung die er im Laufe der Zeit zu
Artgenossen angehäuft hatte.

„Ich kann´s rausfinden“ Narutos provozierendes Lächeln verschwand.

Und dann fiel der erste Regen. Zuerst nur vereinzelt, mit einem Geräusch als würde jemand
Luftpolsterfolie knacken. Satte, nasse Tropfen schlugen auf Schultern, Haare, streiften die
Nasenspitze. Sasuke wich dem glühenden, tiefen Blick noch immer nicht aus. Er weigerte sich. Jede
Bewegung wäre als würde er offiziell aufgeben. Er gab sich niemals geschlagen. Nicht hier und vor
allem nicht vor diesem Kerl- Naruto Uzumaki...

Aber die Präsenz des Anderen schien sich vor ihm auszudehnen und stärker zu werden. Trotz des
Regens schien man das Wallen von Hitze und Macht beinahe spüren zu können. Und aus den
Tiefen der schwarzen Pupillen sah ihn etwas an, das ihn stocken ließ- eine gleißende, animalische
Kraft die ihm tief in die Seele sah und seinem Monster, der Dunkelheit in ihm von Gleich zu Gleich
gegenübertrat. Naruto streckte den Nacken, dehnte knackend die Halswirbel, machte einen
lauernden Schritt auf ihn zu...
Die Häarchen an Sasukes Unterarmen sträubten sich.

„Lass den Scheiß“, warnte er leise.

„Was tu ich denn?“
So ein harmloser Ton.

Sasukes Oberlippe zuckte.

„Willst du dich hier draußen Prügeln? Im Regen?“ Naruto legte den Kopf schief, verlagerte sein
Gewicht auf ein Bein, genau wie als Kind früher, tippte ungeduldig die Spitze seines Schuhs auf
den Boden.

Ein so plötzliches Ziehen von glühendem, überwältigendem Verlangen ließ Sasukes Adamsapfel bei
den Worten reflexartig hüpfen. Der Vorschlag war bescheuert, aber-... oh Gott, er wollte das.
Dieser plötzliche Schwall von Gefühl war irritierend. Aber ihm fiel nichts ein zu dem es ihn in diesem
verlorenen Augenblick so sehr hingezogen hätte, wie zu der Aussicht Naruto an die Kehle zu
gehen und zu wissen, dass er diesmal darauf gefasst war und ihm nichts schenken würde.

Der Himmel öffnete seine Schleusen. Außer ihnen suchte jeder Zuflucht unter dem nächsten Dach,
Menschen flohen von der offenen Straße. Dicke Wassertropfen liefen ihnen beiden übers Gesicht.

„Schon gut, vielleicht besser wenn wir´s nicht tun“, meinte Naruto endlich, die Oberlippe zum
Grinsen über gefletschte Zähne gezogen. Er warf sich mit einem Kopfrucken nasses Haar aus der
Stirn,

„Ich meine, immerhin kann mich anscheinend selbst Hinata im Vollkontakt besser händeln als-...“

Der plötzliche, wilde Aufschrei tat so gut.
Es war wie eine Erlösung.

Sasukes Hand schoss vor, packte in Narutos schwarzes Oberteil, riss ihn zu sich und warf sich
ihm entgegen so dass sie auf halbem Weg kollidierten und Sasukes blinder, entfesselter Hass sie
beide niederriss. Naruto flog hart auf den Boden. Sein Rücken dämpfte den Aufprall, aber noch
bevor Sasuke Abstand gewinnen und Zuschlagen konnte, packte er seinerseits zu. Im
regenverschwommenen Flackern der Straßenlaterne glaubte Sasuke fast, auch bei dem Blonden
Reißzähne blitzen zu sehen. Wie bei Kiba. Dann hatte Naruto ihn an Kragen und Schulter, riss ihn
unter sich, warf sich mit ihm herum und sie rollten ineinander verbissen über die Straße wie zwei
kämpfende Kater. Sasuke spürte sein Blut rauschen. Sein Körper bewegte sich fast von selbst. Er
fühlte keinen Schmerz- überhaupt nichts. Jeder Schlag den er abbekam stachelte ihn nur weiter an.
Blanke, rohe Lust sich zu sträuben, zu kämpfen, zu vernichten, sich gegen jemanden zu werfen
der ihm mit gleicher Gewalt entgegenkam pulste durch seine Venen. Und irgendetwas daran machte
Narutos vertrauten Körper an seinem, die grimmige Wucht die ihm entgegenschlug zu dem Besten
daran. Blut im Mund zu schmecken, seinen eisernen Griff zu spüren, die pure Entschlossenheit
seiner Fäuste, das volle Gewicht seines Körpers. Und überall sein Geruch. Es war pure Extase.
Kein anderer Kampf war je so gut und so schrecklich gewesen, wie einer von denen mit oder
gegen Naruto.

Er hatte...
… es so vermisst.

Platschend wurde sein Kopf in eine der flachen Pfützen geschleudert. Naruto über ihm der plötzlich
doppelt so stark und schnell zu sein schien als sonst, riss den verdrehten Arm hoch bis über die
Schulterblätter, presste sein volles Gewicht auf ihn, heiße, brodelnde Energie- er drückte ihm
grollend das Knie ins Kreuz und griff nach dem anderen Handgelenk. Sasuke schnappte nach Luft,
ein Zucken in Reaktion auf den blendenden Schmerz, das automatisch durch seinen Körper lief.
Kein Laut kam ihm über die Lippen. Selbst wenn der Idiot ihm den Arm auskugelte, auf ein Geräusch
konnte er lange warten.

Sie hielten inne, keuchend und durchnässt und trotzdem dampfend vor Hitze. Ein Wunder, dass
noch niemand die Polizei gerufen hatte.

Sasuke war so befriedigt von dem Moment den sie hatten, dass er einfach schwer blinzelnd
liegenblieb und mit grimmigem Lächeln auf den nächsten Impuls wartete.
„Willst du?“, wiederholte Naruto stattdessen atemlos und mit merkwürdig gepresster Stimme seine
Frage von vorhin nahe an seinem Ohr. Sasuke wurde sehr still. Sein tiefstes Inneres bebte vor
Resonanz.
Gleichzeitig schien sich alles an seinem Körper zusammenzuziehen. Er musste ein paar Momente
die Luft anhalten, bis das erstickende Gefühl von-... er hatte keine Ahnung was das war-... wieder
nachließ.

„Kein Sex“, warnte er leise und atemlos, „Fass mich einmal komisch an und du bist tot.“
„Du musst die Hosen nicht ausziehen“

„Und nicht-... auf der Bühne“

Langsam ließ Naruto seinen Griff locker.
„...Deal“, sagte er.

Sasukes Knie waren weicher als sonst, als er auf die Beine kam.


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