Team: Novalis
Challenge: Horror/Thriller - Spuren (für mich)
Fandom: Original
Charaktere: Wolf, Rabe, Elster, Spinne, Wagner, Betti
Wörter: 734
Anmerkung: 1 2
Es sieht Wolf ganz und gar nicht ähnlich zu spät zu kommen. Das weiß nicht nur Rabe. Aber Rabe ist der Einzige, der sich daran stört. Elster nimmt es hin, und ihr Buch wieder vor die Nase. Spinne findet womöglich sogar Gefallen daran, dass ausgerechnet Wolf, der sonst stets höchsten Wert auf Pünktlichkeit in seinem Team legt, nicht zur verabredeten Zeit im BeZi erscheint.
Es sind noch zehn Minuten bis Herr Wagner sich zu ihnen gesellt, und eigentlich wollten sie davor noch einmal unter sich bereden, was Wolf heraus gefunden hatte.
„Aber er ist wieder zurück?“, fragt Rabe schließlich in den Raum hinein. Er erhält gemeinschaftliches Schulterzucken als Antwort, überlegt ob es an der Zeit wäre sich Sorgen zu machen. Aber Rabe gehört nicht zu den Menschen, die sich leicht Sorgen machen – jedenfalls nicht, solange es noch eine praktische Alternative gibt – und so macht er sich statt dessen auf den Weg um nach Wolf zu suchen.
Seine Stiefel stehen matsch-verschmiert unter der Garderobe. Seine Jacke hängt ordentlich an ihrem Haken. Rabe runzelt die Stirn, weil er meint getrocknetes Blut an ihrem Innenfutter zu erkennen.
Er geht zu Wolfs Zimmer, klopft ein paar mal ehe er die Klinke runter drückt.
Wolf liegt auf seinem Bett. Blass mit blassen Lippen. Er hält etwas in seiner Hand, Rabe kann nicht erkennen was es ist. Als er seinen Besuch bemerkt, lässt er es in dem Schlitz zwischen Bettkasten und Matratze verschwinden. Mit seinen Armen verdeckt er seinen Oberkörper.
„Was gibt’s?“, fragt er, ohne sich dabei groß zu bewegen.
Rabe bleibt an der offenen Tür stehen.
„Vor zehn Minuten wolltest du uns treffen“, gibt er zurück.
„Ist irgendwas passiert?“
Wolf schüttelt den Kopf. Aber er bleibt liegen.
Entgegen seiner Natur findet Rabe das höchst besorgniserregend. Er schließt die Tür hinter sich und tritt näher an Wolf heran. Jetzt erkennt er, unter dessen verschränkten Armen, dunkles Rot, das runde Blumen in den Stoff seines Hemdes und in den Bettbezug gemalt hat.
„Ich dachte, das Prügeln machen wir später zusammen“, stellt Rabe mit einem halben Lächeln fest.
Wolf macht ein Geräusch, das vielleicht ein Lachen ist. Vielleicht auch nicht.
„Warst du bei Betti?“
Betti heißt eigentlich Doktor Bettina Krauner, aber wird von kaum jemandem so genannt.
Wolf schüttelt seinen Kopf. Es sei Nichts, versichert er Rabe und Rabe hebt eine Augenbraue um seiner Skepsis Ausdruck zu verleihen.
Verletzungen runter zu spielen sieht Wolf ungefähr genauso wenig ähnlich wie zu spät zu einer Verabredung zu erscheinen.
„Soll ich sie her holen, oder dich hinbringen?“, fragt er schließlich.
Spätestens auf ihrem Weg zu Betti muss Wolf sich eingestehen, dass seine Verletzung nicht Nichts ist. Auch wenn er bemüht ist sich das nicht anmerken zu lassen.
„Sag mal“, spricht er durch zusammengebissene Zähne und bleibt stehen. (Rabe flucht innerlich – schließlich ruht der Großteil Wolfs Körpergewicht derzeit auf seinen, Rabes, Schultern – da muss man keine unnötigen Pausen einlegen.)
„Kannst du dich an dein Leben früher erinnern?“
Bevor Rabe Gelegenheit hat über die Frage nachzudenken, kommt Betti ihnen schon entgegen, dicht gefolgt von Herrn Wagner und den anderen.
„Hattet er nicht gesagt, er wolle erst auskundschaften, und ihr würdet sie dann zu viert stellen?“, fragt Wagner, kaum dass Betti mit Wolf verschwunden ist.
„Vielleicht hat sie ihn entdeckt“, schlägt Elster vor. Wagner ignoriert sie und wendet sich Rabe zu. Ob Wolf den USB-Stick mit den Daten mitgebracht habe, will er wissen, aber Rabe ist abgelenkt – selbst wenn er es nicht wäre, wüsste er die Antwort nicht. Hinter Wagner, im Schatten versteckt steht Spinne. Sie hält die Arme vor ihrem Körper verschränkt, den Blick gesenkt. Da ist nichts von der Genugtuung, von der Schadenfreude, die sie sonst an den Tag legt, wenn Wolf irgend einen Fehler begeht. Ja, sie scheint nahezu verkrampft, als Betti aus ihrem Behandlungszimmer auf den Gang tritt.
„Die Verletzung ist halb so wild...“, sagt sie, klingt als wolle sie mehr sagen aber entscheidet sich dann doch, zu schweigen. Wäre ihre linke Gesichtshälfte nicht von fünf krallenscharfen Narben zerfurcht – sie wäre bildschön. Ihr rechtes, gutes, Auge wandert an Elster, Rabe und Wagner vorbei zu Spinne, verweilt dort für einige Zeit (Spinne verlagert unruhig ihr Gewicht vom einen auf den anderen Fuß), und kehrt dann zu Wagner zurück.
„Ich weiß, wer unsere Einbrecherin war“, sagt siel
„Wolf hat es dir gesagt?“, gibt Wagner zurück, aber Betti schüttelt ihren Kopf.
„Es gibt Spuren“, sagt sie „die vergisst man nie mehr.“
Challenge: Horror/Thriller - Spuren (für mich)
Fandom: Original
Charaktere: Wolf, Rabe, Elster, Spinne, Wagner, Betti
Wörter: 734
Anmerkung: 1 2
Es sieht Wolf ganz und gar nicht ähnlich zu spät zu kommen. Das weiß nicht nur Rabe. Aber Rabe ist der Einzige, der sich daran stört. Elster nimmt es hin, und ihr Buch wieder vor die Nase. Spinne findet womöglich sogar Gefallen daran, dass ausgerechnet Wolf, der sonst stets höchsten Wert auf Pünktlichkeit in seinem Team legt, nicht zur verabredeten Zeit im BeZi erscheint.
Es sind noch zehn Minuten bis Herr Wagner sich zu ihnen gesellt, und eigentlich wollten sie davor noch einmal unter sich bereden, was Wolf heraus gefunden hatte.
„Aber er ist wieder zurück?“, fragt Rabe schließlich in den Raum hinein. Er erhält gemeinschaftliches Schulterzucken als Antwort, überlegt ob es an der Zeit wäre sich Sorgen zu machen. Aber Rabe gehört nicht zu den Menschen, die sich leicht Sorgen machen – jedenfalls nicht, solange es noch eine praktische Alternative gibt – und so macht er sich statt dessen auf den Weg um nach Wolf zu suchen.
Seine Stiefel stehen matsch-verschmiert unter der Garderobe. Seine Jacke hängt ordentlich an ihrem Haken. Rabe runzelt die Stirn, weil er meint getrocknetes Blut an ihrem Innenfutter zu erkennen.
Er geht zu Wolfs Zimmer, klopft ein paar mal ehe er die Klinke runter drückt.
Wolf liegt auf seinem Bett. Blass mit blassen Lippen. Er hält etwas in seiner Hand, Rabe kann nicht erkennen was es ist. Als er seinen Besuch bemerkt, lässt er es in dem Schlitz zwischen Bettkasten und Matratze verschwinden. Mit seinen Armen verdeckt er seinen Oberkörper.
„Was gibt’s?“, fragt er, ohne sich dabei groß zu bewegen.
Rabe bleibt an der offenen Tür stehen.
„Vor zehn Minuten wolltest du uns treffen“, gibt er zurück.
„Ist irgendwas passiert?“
Wolf schüttelt den Kopf. Aber er bleibt liegen.
Entgegen seiner Natur findet Rabe das höchst besorgniserregend. Er schließt die Tür hinter sich und tritt näher an Wolf heran. Jetzt erkennt er, unter dessen verschränkten Armen, dunkles Rot, das runde Blumen in den Stoff seines Hemdes und in den Bettbezug gemalt hat.
„Ich dachte, das Prügeln machen wir später zusammen“, stellt Rabe mit einem halben Lächeln fest.
Wolf macht ein Geräusch, das vielleicht ein Lachen ist. Vielleicht auch nicht.
„Warst du bei Betti?“
Betti heißt eigentlich Doktor Bettina Krauner, aber wird von kaum jemandem so genannt.
Wolf schüttelt seinen Kopf. Es sei Nichts, versichert er Rabe und Rabe hebt eine Augenbraue um seiner Skepsis Ausdruck zu verleihen.
Verletzungen runter zu spielen sieht Wolf ungefähr genauso wenig ähnlich wie zu spät zu einer Verabredung zu erscheinen.
„Soll ich sie her holen, oder dich hinbringen?“, fragt er schließlich.
Spätestens auf ihrem Weg zu Betti muss Wolf sich eingestehen, dass seine Verletzung nicht Nichts ist. Auch wenn er bemüht ist sich das nicht anmerken zu lassen.
„Sag mal“, spricht er durch zusammengebissene Zähne und bleibt stehen. (Rabe flucht innerlich – schließlich ruht der Großteil Wolfs Körpergewicht derzeit auf seinen, Rabes, Schultern – da muss man keine unnötigen Pausen einlegen.)
„Kannst du dich an dein Leben früher erinnern?“
Bevor Rabe Gelegenheit hat über die Frage nachzudenken, kommt Betti ihnen schon entgegen, dicht gefolgt von Herrn Wagner und den anderen.
„Hattet er nicht gesagt, er wolle erst auskundschaften, und ihr würdet sie dann zu viert stellen?“, fragt Wagner, kaum dass Betti mit Wolf verschwunden ist.
„Vielleicht hat sie ihn entdeckt“, schlägt Elster vor. Wagner ignoriert sie und wendet sich Rabe zu. Ob Wolf den USB-Stick mit den Daten mitgebracht habe, will er wissen, aber Rabe ist abgelenkt – selbst wenn er es nicht wäre, wüsste er die Antwort nicht. Hinter Wagner, im Schatten versteckt steht Spinne. Sie hält die Arme vor ihrem Körper verschränkt, den Blick gesenkt. Da ist nichts von der Genugtuung, von der Schadenfreude, die sie sonst an den Tag legt, wenn Wolf irgend einen Fehler begeht. Ja, sie scheint nahezu verkrampft, als Betti aus ihrem Behandlungszimmer auf den Gang tritt.
„Die Verletzung ist halb so wild...“, sagt sie, klingt als wolle sie mehr sagen aber entscheidet sich dann doch, zu schweigen. Wäre ihre linke Gesichtshälfte nicht von fünf krallenscharfen Narben zerfurcht – sie wäre bildschön. Ihr rechtes, gutes, Auge wandert an Elster, Rabe und Wagner vorbei zu Spinne, verweilt dort für einige Zeit (Spinne verlagert unruhig ihr Gewicht vom einen auf den anderen Fuß), und kehrt dann zu Wagner zurück.
„Ich weiß, wer unsere Einbrecherin war“, sagt siel
„Wolf hat es dir gesagt?“, gibt Wagner zurück, aber Betti schüttelt ihren Kopf.
„Es gibt Spuren“, sagt sie „die vergisst man nie mehr.“