[identity profile] http://users.livejournal.com/leni_/ posting in [community profile] 120_minuten
Team: Novalis
Challenge: Thriller/Horror - Gesetzesbruch (für mich)
Fandom: Original (Echte Helden hätten sowas nicht nötig!)
Charaktere: Paul - ein auserwählter Held, der irgendwann die Welt retten soll; Elin - eine Halbelfe und seine mystische Mentorin
Wörter: 810
Anmerkung: Ja... im weitesten Sinne... Einer der weiteren Versuche meinerseits Abenteuergeschichten zu schreiben.
Der Titel ist von einer Masters of the Univers Folge geklaut. (Die im Übrigen sehr, sehr, sehr hörenswürdig ist!)

Es gab Augenblicke in seinem Leben, in denen Paul sich fragte ob Elin wirklich seine durchs Schicksal vorbestimmte, mystische Verbindung zur Anderswelt war. In Wirklichkeit, dachte er in solchen Momenten, war sie aus der Klapse entlaufen und der Zufall hatte ihn zu jenem armen Menschen gemacht, der fortan von ihrem Wahnsinn terrorisiert werden sollte.
Jetzt, schwarz gekleidet eine (glücklicherweise) stuck-reiche Hauswand empor kletternd, drauf und dran in eine der prachtvollsten Villen der Stadt einzubrechen, war einer dieser Augenblicke.
Natürlich gab es schlagfertige Argumente gegen seine Theorie. Nicht unbedingt die Zauberkräfte, die Elin an den Tag legte. Wer sagte, dass das keine einfachen Tricks waren. Aber tote Seelen die aus dem Abflussrohr kriechen, um einem das Leben zu nehmen, Schwarzmagier, die im Haus gegenüber einziehen, mit keinem anderen Ziel als ihn – Paul – zu pulverisieren, magische Riesenschlangen, die sich im Stadtpark an Spaziergängern vergreifen … hätte Elin all das inszeniert, sie hätte überhaupt keine Zeit mehr ihm jede nicht von Monstern geplagte Minute seines Lebens auch noch zur Hölle zu machen.

„Einbrechen gehört also auch zu den heldenhaften Taten, die ich vollbringen muss?“, hatte er gefragt, als sie ihm erklärte was er zu tun habe.
Elin zuckte mit den Schultern. Ob er sich in seinen Comics immer nur die Bilder ansähe, gab sie zurück. Sonst würde er wohl wissen, dass ein Einbruch selbstverständlich als heldenhaft eingestuft werden konnte, wenn man nur das richtige Ding im richtigen Moment und aus den richtigen, will sagen falschen, Händen entwendete.
„Gut – was ist das richtige Ding?“
„Das Zepter der unendlichen Macht.“
Es war beeindruckend, wirklich beeindruckend, mit welcher Ernsthaftigkeit Elin solche Dinge sagen konnte.

Wie es so mit Artefakten großer Wichtigkeit war, hatte ein reicher Sammler es ersteigert. Und es wäre nur eine Frage der Zeit bis die Mächte des Bösen zuschlagen würden.
Wieso die Mächte des Bösen das Zepter nicht einfach selbst ersteigert hätten, gab Paul zu bedenken. Elin gab ihm einen irritierten Blick.
„Das ist vollkommen unwichtig!“, hatte sie gesagt, aber, als Paul keine Ruhe gab, doch erklärt. Vorher gehört es einem großen Weißmagier. Aber der ist gestorben. Der Schutzzauber, der das Zepter für die Mächte des Bösen unsichtbar gemacht hat, war so lange wirksam gewesen, bis es in den Besitz eines anderen über gegangen ist.

Und so kletterte er also jetzt die stuck-verzierte Fassade einer der prachtvollsten Villen der ganzen Stadt empor. Immerhin war Elin freundlich genug gewesen die Alarmanlage außer Gefecht zu setzen.
Selbst wenn er akzeptierte, dass sie keine Psychopathin war, es fiel Paul schwer zu glauben, dass sie ihm an die Seite gestellt worden war um sein Leben einfacher zu machen. Wie sonst sollte er sich erklären, dass sie nicht in der Lage war sich auf den Dachboden (dort befand sich angeblich die Sammlung des Sammlers), zu teleportieren, wenn sie im alltäglichen Leben Dimensionskrümmungen benutzte um Kuchen vom Küchentisch zu klauen, ohne dabei ihr Zimmer zu verlassen.


Als er, das Zepter der unendlichen Macht umständlich in seinen Gürtel gehakt, durch die Gartenhecke und zu ihrem vereinbarten Treffpunkt zurück kehrte, gingen die Alarmsirenen los.
„Was zum – ich dachte du hättest den Alarm verzaubert.“
„Die Anlage, ja“, nickte Elin und zog Paul zu sich unter einen Hollunderstrauch.
„Aber wenn du so laut bist, dass irgendjemand meint nachsehen zu müssen kann ich da nichts für.“
Während sie noch so dastanden und zankten, kamen die Polizeiautos.
„Halt dich an mir fest“, zischte Elin.
Paul sah sie verwirrt an (im Normalfall würde sie alles tun um jede Form von körperlichem Kontakt mit ihm zu vermeiden), da griff sie ihn schon um die Hüfte, murmelte auf Isländisch –

Im nächsten Moment standen sie in Elins Zimmer. Sofort ließ sie von Paul ab. So schnell, dass er – vom plötzlichen Ortswechsel überrumpelt – zu Boden fiel.
„Und das“, fragte er, als er sich wieder aufrappelte „hättest du nicht machen können, um das Zepter der unendlichen Macht zu entwenden?“
„Natürlich hätte ich das."
Sie zog ihm das Zepter aus seinem Gürtel
Bei genauerer Betrachtung sah das Zepter der unendlichen Macht, wenn man ganz ehrlich sein sollte, ein bisschen so aus, als habe es seinen mystischen Ursprung bei Toys'r'Us gehabt.
„Aber ich musste mir sicher sein, dass du im Zweifelsfall deine Bestimmung über die gängigen Gesetze stellst.“
Paul überlegte einen Moment.
„Das Zepter ist nicht echt“, stellte er schließlich fest.
Elin verzog das Gesicht.
„Kann ich was dafür, wenn im Moment nirgendwo Wertvolle Artefakte in immanenter Gefahr schweben?“
Paul hätte sie gerne geohrfeigt. Aber nach seinem letzten, derartigen Versuch hatte er eine ganze Woche als Frosch verbringen müssen.
„...aber der, äh, rechtmäßige Besitzer des Zepters, hat es wirklich ersteigert?“, erkundigte er sich statt dessen.
Elin zuckte mit den Schultern. Sie warf das vermeintliche Artefakt auf ihren Kleiderschrank.
„Mach dir darum keine Gedanken, der Typ hat mehr Geld als gut für ihn ist.“

Date: 2012-08-14 08:50 am (UTC)
From: [identity profile] rei17.livejournal.com
*lol*
Elin und Paul sind wirklich ganz entzückend. *g*
Elin ist ein bisschen schrecklich, aber sehr beeindruckend. Und klar, was kann sie denn dafür wenn grade ausnahmsweise mal keine wertvollen Arteakte in unmittelbarer Gefahr schweben, hm?
Armer Paul. Nein, wirklich. Arme Paul. XD

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