Moonlight shadows
Jul. 1st, 2007 04:47 pmOkay, und wieder hat Tsumi was Neues ausprobiert. Ich hoffe mal, ich stoße damit nicht auf einen Spiderman-Kenner, das wäre mir ziemlich peinlich. Ich weiß nämlich nicht wirklich, wie das nun heißt, was Harry da später wird. Auf imdb.com nennen sie ihn nur den "New Goblin". o.O Ich habe mich entschlossen, ihn einfach den "Kobold" zu nennen wie das, glaub ich, im Film hierzulande war. Diese ganze Peter-Harry-Kiste hat mich schon lange gethrillt, vor allem weil Harry fast bis zum Ende dachte, dass Spiderman seinen alten Herren auf dem Gewissen hätte. *schnüff*
Challenge: #1 "Ich hasse dich" + #2 "Mir geht es gut"
Fandom: Spiderman 3 (Ich orientiere mich ausschließlich am Film, nicht an den Comics)
Charaktere: Peter aka Spiderman, Harry aka teh Kobold
Er saß an die Hauswand gelehnt und schöpfte schwer nach Atem. Schmerzen brannten zwischen seinen Rippen, an den Schläfen- er hatte heute Nacht wegen dieser Physikprüfung kaum geschlafen- sein Brustkorb pumpte angestrengt.
Vor ihm lag Harry, verletzt und erschöpft, und keuchte.
Über ihnen schien ein Mond, wie man ihn sich für sein erstes Date wünschte.
Eine Weile schwindelte Peter und hatte das Gefühl, zur Seite zu kippen. Auf diesem Dach war es so ruhig, dass er sein Blut laut in den Ohren tosen hörte. Es war ein harter Kampf gewesen, vielleicht deswegen, weil er ihn so halbherzig geführt hatte. Weil er müde und erschöpft war, verwirrt und frustriert.
„Peter, hast du Stress?“, hatte ihn Tante May heute Nachmittag gefragt.
„Du siehst so blass aus.“
Und er hatte getan, was er immer tat-gelächelt und den Kopf geschüttelt;
„Nein, Tante, mir geht´s wirklich gut.“
Der Kobold rührte sich nur langsam und keuchte angestrengt.
Peter musste daran denken, wie Harry ihn damals in der High School beschützt hatte. Damals waren sie noch einfache, ganz normale Jungen gewesen. Er, der Nerd mit der Brille und Harry mit dem Zahnpastagrinsen und dem Modelkörper. Zugegeben, sie waren schon immer etwas seltsam zusammen gewesen, doch jetzt, da sie sich bekämpften, hatte dies ein Ausmaß, welches Peter nicht einmal im Ansatz zu verstehen imstande war.
Er hatte damals Harrys Brot mit der abgeschnittenen Kruste genommen, weil sich das Hausmädchen der Osborns nie hatte merken können, dass Harry die Kruste im Gegensatz zu seinem Vater liebte.
„Mir geht´s gut.“, murmelte Peter sich selbst zu und hielt sich kurz an der Wand fest, um nicht umzukippen. Er wusste nicht, ob Harry nicht doch in der Lage war, gleich aufzuspringen und ihm eine weitere seiner Klingen oder Bomben in die Brust zu bohren.
„Mir geht´s gut, wirklich. Das schaff ich doch mit links...“
Harry lag lang und reglos auf dem Rücken, an seiner linken Seite klaffte eine verschorfte Wunde. Er hatte eine aufgeschlagene Unterlippe und eine aufgeplatzte Schläfe. Blutig hingen winzige Strähnchen seiner lockigen Haare darin.
„Ich hasse dich.“, presste er zwischen den Zähnen hervor.
Mit einer lahmen Handbewegung führte er von irgendwoher eine kleine Klinge, gezackt und tückisch. Peter hatte das Gefühl, die ganze Welt würde um ihn herumschaukeln, als er losrobbte und nach der Hand des Kobolds griff, sie niederdrückte um den Dolch unschädlich zu machen. Wer wusste schon, wie viele dieser Waffen noch in dem schwarzen Anzug seines Freundes verborgen waren.
Sie hatten keinerlei Energiereserven mehr.
„Sag das nicht!“, flehte Peter mit von vor Anstrengung gekräuselter Stirn. Schweiß stand ihm auf der Stirn- seine Maske hatte Harry ihm wegvaporisiert- mal wieder.
„Das meinst du doch gar nicht so!“
Er hoffte, dass es vielleicht helfen würde, Harry gut zuzureden. Der Kerl war im Grunde seines Herzens liebenswert und gut; vielleicht war es nur eine Sache der Überredungskunst, seine Mordlust abzuschalten. Auf der anderen Seite fühlte Peter sich wütend.
Wie konnte Harry nur dem Schatten seines Vaters hinterherlaufen? Einem Vater, dem sein Sohn doch immer egal gewesen war?
„Doch!“, spuckte Harry ihm entgegen und entwickelte ungeahnte Kräfte.
Die Klinge schwebte zwischen ihnen, zitternd.
„Ich hasse dich! Ich hasse dich, du Mörder!“
Peter hatte große Mühe, Harrys Arm wieder runterzudrücken, damit er weder ihn noch sich selbst verletzte. Inzwischen benutzte er beide Hände dafür und immer wieder ergriff ihn der Schwindel wie eine Verzerrung der Realität zwischen zwei Welten.
Sie waren selbst nur noch zitternde Schatten.
„Lügner!“, flüsterte Peter verzweifelt.
„Komm endlich zu dir!“
Und dann, weil er sich ja mit allem was er hatte, Peter widersetzen musste, wurde Harry ob der Anstrengung ohnmächtig.
Der Mond schien fahl und nüchtern auf sie herab.
Irgendwo in der Ferne waren Polizeisirenen zu hören. Es war ein ganz normaler Tag in New York City. Und doch...
In seiner Ausrüstung sah Harry Osborn breitschultrig und mächtig aus.
Doch als Peter jetzt vor ihm kniete, sich über ihn beugte in der fast paranoiden Befürchtung, sein Freund könnte tot sein, und sein Ohr an dessen Brust legte, wirkte der Kobold schwächlich und ausgezehrt. Sein Herzschlag war nur leise zu hören durch den Anzug.
In diesem Moment gestand Peter sich ein, dass es ihm nicht wirklich gut ging. Er, der er etwas dagegen hatte, wenn die Menschen logen, tat es doch selbst immer wieder. So wie er sich sicher war, dass Harry ihn nicht hasste... Nein, Harry konnte das nicht ernst meinen.
Sie lagen in einer Welt voller Lügner und mussten sich damit arrangieren. Miteinander arrangieren.
Aber wie sollte er sich mit seinem Freund arrangieren, wie nur?
Peter wünschte sich so sehr, dass es zu regnen begänne. Regen hätte zu seiner Stimmung gepasst, zu seinem zerkratzten Gesicht, Harrys aufgeplatzter Stirn und dieser vermaledeiten Stadt. Er spürte sich erschlaffen, sein Körper kam an Harrys zum Liegen. Einen Arm um den Kobold geschlungen lag Peter da. Der Mond über ihnen tauchte das Dach in ein hartes Licht.
Er vergrub verzagt den Kopf in Harrys Armbeuge. Spiderman und der Kobold teilten sich nun mal keine Brote. Egal ob mit oder ohne Kruste.
Die Schulzeit war ein Schatten, der irgendwo in der Vergangenheit verblasste.
Schatten waren alles, woraus diese Welt noch bestand.
Challenge: #1 "Ich hasse dich" + #2 "Mir geht es gut"
Fandom: Spiderman 3 (Ich orientiere mich ausschließlich am Film, nicht an den Comics)
Charaktere: Peter aka Spiderman, Harry aka teh Kobold
Er saß an die Hauswand gelehnt und schöpfte schwer nach Atem. Schmerzen brannten zwischen seinen Rippen, an den Schläfen- er hatte heute Nacht wegen dieser Physikprüfung kaum geschlafen- sein Brustkorb pumpte angestrengt.
Vor ihm lag Harry, verletzt und erschöpft, und keuchte.
Über ihnen schien ein Mond, wie man ihn sich für sein erstes Date wünschte.
Eine Weile schwindelte Peter und hatte das Gefühl, zur Seite zu kippen. Auf diesem Dach war es so ruhig, dass er sein Blut laut in den Ohren tosen hörte. Es war ein harter Kampf gewesen, vielleicht deswegen, weil er ihn so halbherzig geführt hatte. Weil er müde und erschöpft war, verwirrt und frustriert.
„Peter, hast du Stress?“, hatte ihn Tante May heute Nachmittag gefragt.
„Du siehst so blass aus.“
Und er hatte getan, was er immer tat-gelächelt und den Kopf geschüttelt;
„Nein, Tante, mir geht´s wirklich gut.“
Der Kobold rührte sich nur langsam und keuchte angestrengt.
Peter musste daran denken, wie Harry ihn damals in der High School beschützt hatte. Damals waren sie noch einfache, ganz normale Jungen gewesen. Er, der Nerd mit der Brille und Harry mit dem Zahnpastagrinsen und dem Modelkörper. Zugegeben, sie waren schon immer etwas seltsam zusammen gewesen, doch jetzt, da sie sich bekämpften, hatte dies ein Ausmaß, welches Peter nicht einmal im Ansatz zu verstehen imstande war.
Er hatte damals Harrys Brot mit der abgeschnittenen Kruste genommen, weil sich das Hausmädchen der Osborns nie hatte merken können, dass Harry die Kruste im Gegensatz zu seinem Vater liebte.
„Mir geht´s gut.“, murmelte Peter sich selbst zu und hielt sich kurz an der Wand fest, um nicht umzukippen. Er wusste nicht, ob Harry nicht doch in der Lage war, gleich aufzuspringen und ihm eine weitere seiner Klingen oder Bomben in die Brust zu bohren.
„Mir geht´s gut, wirklich. Das schaff ich doch mit links...“
Harry lag lang und reglos auf dem Rücken, an seiner linken Seite klaffte eine verschorfte Wunde. Er hatte eine aufgeschlagene Unterlippe und eine aufgeplatzte Schläfe. Blutig hingen winzige Strähnchen seiner lockigen Haare darin.
„Ich hasse dich.“, presste er zwischen den Zähnen hervor.
Mit einer lahmen Handbewegung führte er von irgendwoher eine kleine Klinge, gezackt und tückisch. Peter hatte das Gefühl, die ganze Welt würde um ihn herumschaukeln, als er losrobbte und nach der Hand des Kobolds griff, sie niederdrückte um den Dolch unschädlich zu machen. Wer wusste schon, wie viele dieser Waffen noch in dem schwarzen Anzug seines Freundes verborgen waren.
Sie hatten keinerlei Energiereserven mehr.
„Sag das nicht!“, flehte Peter mit von vor Anstrengung gekräuselter Stirn. Schweiß stand ihm auf der Stirn- seine Maske hatte Harry ihm wegvaporisiert- mal wieder.
„Das meinst du doch gar nicht so!“
Er hoffte, dass es vielleicht helfen würde, Harry gut zuzureden. Der Kerl war im Grunde seines Herzens liebenswert und gut; vielleicht war es nur eine Sache der Überredungskunst, seine Mordlust abzuschalten. Auf der anderen Seite fühlte Peter sich wütend.
Wie konnte Harry nur dem Schatten seines Vaters hinterherlaufen? Einem Vater, dem sein Sohn doch immer egal gewesen war?
„Doch!“, spuckte Harry ihm entgegen und entwickelte ungeahnte Kräfte.
Die Klinge schwebte zwischen ihnen, zitternd.
„Ich hasse dich! Ich hasse dich, du Mörder!“
Peter hatte große Mühe, Harrys Arm wieder runterzudrücken, damit er weder ihn noch sich selbst verletzte. Inzwischen benutzte er beide Hände dafür und immer wieder ergriff ihn der Schwindel wie eine Verzerrung der Realität zwischen zwei Welten.
Sie waren selbst nur noch zitternde Schatten.
„Lügner!“, flüsterte Peter verzweifelt.
„Komm endlich zu dir!“
Und dann, weil er sich ja mit allem was er hatte, Peter widersetzen musste, wurde Harry ob der Anstrengung ohnmächtig.
Der Mond schien fahl und nüchtern auf sie herab.
Irgendwo in der Ferne waren Polizeisirenen zu hören. Es war ein ganz normaler Tag in New York City. Und doch...
In seiner Ausrüstung sah Harry Osborn breitschultrig und mächtig aus.
Doch als Peter jetzt vor ihm kniete, sich über ihn beugte in der fast paranoiden Befürchtung, sein Freund könnte tot sein, und sein Ohr an dessen Brust legte, wirkte der Kobold schwächlich und ausgezehrt. Sein Herzschlag war nur leise zu hören durch den Anzug.
In diesem Moment gestand Peter sich ein, dass es ihm nicht wirklich gut ging. Er, der er etwas dagegen hatte, wenn die Menschen logen, tat es doch selbst immer wieder. So wie er sich sicher war, dass Harry ihn nicht hasste... Nein, Harry konnte das nicht ernst meinen.
Sie lagen in einer Welt voller Lügner und mussten sich damit arrangieren. Miteinander arrangieren.
Aber wie sollte er sich mit seinem Freund arrangieren, wie nur?
Peter wünschte sich so sehr, dass es zu regnen begänne. Regen hätte zu seiner Stimmung gepasst, zu seinem zerkratzten Gesicht, Harrys aufgeplatzter Stirn und dieser vermaledeiten Stadt. Er spürte sich erschlaffen, sein Körper kam an Harrys zum Liegen. Einen Arm um den Kobold geschlungen lag Peter da. Der Mond über ihnen tauchte das Dach in ein hartes Licht.
Er vergrub verzagt den Kopf in Harrys Armbeuge. Spiderman und der Kobold teilten sich nun mal keine Brote. Egal ob mit oder ohne Kruste.
Die Schulzeit war ein Schatten, der irgendwo in der Vergangenheit verblasste.
Schatten waren alles, woraus diese Welt noch bestand.
no subject
Date: 2007-07-01 08:52 pm (UTC)Es ist dir wirklich wundervoll gelungen. Und dabei hab ich arme Sau den 3. Film von Spiderman noch nicht mal gesehen >_<
*Selia*
no subject
Date: 2007-07-01 10:02 pm (UTC)Wirklich schön beschrieben, die ganze Stimmung. Man möchte sie alle beide von ihren Alter Egos befreien und ganz fest umarmen.
Auch wenn es mich ganz furchtbar traurig macht, ich mag es total. *schnüff*