Zweifel

Aug. 1st, 2012 01:34 am
[identity profile] http://users.livejournal.com/leni_/ posting in [community profile] 120_minuten
Team: Novalis
Challenge: Thriller/Horror - Joker (Helden und Antihelden) (für mich)
Fandom: Original
Wörter: 382
Charaktere Wolf, Fuchs
Anmerkung: Wolf kam bereits in dieser Geschichte vor. Fuchs ist neu.



Am alten Güterbahnhof stellt er sie.
„Das ist ganz einfach“, ruft Wolf ihr zu.
„Du gibst uns den Stick und wir lassen dich gehen!“
Natürlich ist das gelogen.
Die Fremde lächelt, ein dreieckiges Lächeln in einem dreieckigen Gesicht.
„Glaubst du, darauf falle ich rein?“, ruft sie zurück. Sie blickt an Wolf vorbei, als suche sie jemanden. Sein Team. Als wisse sie, dass da mehr von ihnen sein sollten.
„Haben sie euch geschickt um mich gleich zu töten, oder sollt ihr erst raus finden für wen ich arbeite?“, fragt die Fremde. Ihre Augen sind schmal und klein und unverkennbar grün. Ein leuchtender Kontrast zu ihren roten Haaren.
„Vielleicht solltet ihr lieber raus finden für wen ihr arbeitet...“, sagt sie.

Dann geht sie auf Wolf los, der Bruchteil einer Sekunde und die beiden werden zu einem Knäuel.
Sie ist stark. Viel stärker als er zu Anfang gedacht hatte. Und flink. Und sie weiß, wie er kämpft. So jedenfalls kommt es Wolf vor. Wo andere Menschen menschliches Verhalten erwarten, tut sie das nicht, kämpft selbst mit Klauen und Zähnen, bringt Wolf ernsthaft in Bedrängnis.
„Sag mir ehrlich“, faucht sie, als er ihr auf einen Frachtanhänger hinterher springt.
„Hast du jemals hinterfragt warum du für sie arbeitest?“
Sie duckt sich unter seinen Schlägen weg, schlüpft an ihm vorbei – zu schnell.
„Kannst du dich überhaupt erinnern, wie du hier her gekommen bist?“, zischt sie, als sie ihn auf dem Boden festnagelt.
„Wer du vorher warst?“
Der Kampf hat aus ihren Fingern schwarze Krallen gemacht, ihre Zähne zu den Fängen eines Raubtiers. Wie er selbst, denkt Wolf. Er hört ihre Worte in seinem Kopf nachhallen.
Dann ist sie weg, verwandelt sich in einen kleinen, roten Fuchs der so schnell in den Schatten verschwindet, dass Wolf ihm kaum mit den Augen folgen kann.
Für einen Moment bleibt er liegen. Er hätte warten sollen, bis die anderen hier sind.
Mit Mühe setzt er sich auf, betastet seine rechte Seite, wo sie ihm vier blutige Striemen als Andenken gelassen hat.
Da purzelt etwas zu Boden. Klein und Blau, mit ausfahrbarem USB-Stecker.
Wolf hebt den Stick auf, schließt seine Hand darum.
Er kann sich nicht vorstellen, dass sie ihn aus Versehen hier hat liegen lassen.

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