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[personal profile] luinaldawen posting in [community profile] 120_minuten
Team: Kaléko
Challenge: h/c, angst: zu heiß/zu kalt (für mich)
Fandom: Spiderman
Charaktere: Peter, Gwen
Wörter: 1180

Es fing zu harmlos an, als dass man es ernst nehmen könnte. Ein Niesen. Zwischendurch mal Nase putzen und hin und wieder schlich sich ein Husten ein. Nichts, was man ernst nehmen müsste.
Gwen hatte das natürlich anders gesehen. Vorwurfsvoll hatte sie ihn nach dem Matheunterricht angesehen und eine Hand auf seine Stirn gelegt. „Geh nach Hause“, hatte sie gesagt. „Und bleib die nächsten Tage da.“
Peter hatte abwehrend die Hände gehoben. „Hey, seit wann hast du Medizin studiert?“ Gott, vermutlich würde sie neben der Schule sogar ein Medizinstudium hinbekommen ohne dass er es merkte.
„Mach darüber keine Witze! Ich meine das ernst!“ Sie hatte merkwürdig ungehalten geklungen, als wäre sein kleiner Witz wirklich schlecht angekommen. Aber warum machte sie wegen einer schlappen Erkältung so einen Aufstand? Sie war ja schlimmer als Tante May!
Der war er nach der Schule lieber aus dem Weg gegangen und hatte sich mit der Ausrede, viele Hausaufgaben aufzuhaben, in sein Zimmer verkrümelt. Großen Hunger hatte er sowieso nicht, vermutlich war das Kantinenessen nicht mehr ganz gut gewesen. Irgendwie hatte er sich nämlich dann doch nicht mehr so wirklich gut gefühlt.
Aber das war sicher nichts, was ein paar Stunden Schlaf nicht regeln konnten. Schlafen klang überhaupt super. Es war zwar Nachmittags und er hatte wirklich viele Hausaufgaben, aber die waren wie immer ein Witz. Das konnte er auch vor dem Unterricht noch machen.
Irgendwann in der Nacht war er wieder aufgewacht und jetzt saß er im strömenden Regen auf irgendeinem Dach und pflegte eine tiefe Schnittwunde an seinem Arm. Irgendwie war ihm kalt. Musste am Regen liegen.
Generell war er in dieser Nacht schlecht in Form. Er konnte ja damit leben, wenn eine riesige Echse ihn aufschlitzte, aber ein einfacher Gelegenheitsdieb? Das war schon wirklich peinlich. Hoffentlich bekam Gwen das nicht raus, das würde sie ihn nie vergessen lassen. Und wohl auch noch weiter auf ihrer unsinnigen Grippe-Theorie herumreiten. Zum Glück heilte er schnell.
Mit dem Heimweg ließ er sich mehr Zeit als sonst. Warum sich beeilen? Er hatte am Nachmittag geschlafen und musste sich daher keine Sorgen machen, dass er in der Schule einfach einschlafen würde. Was schon oft genug passiert war, so unangenehm es auch war, das zuzugeben. Leugnen konnte er es aber auch nur schwer. Immer spürte er dann Gwens besorgten Blick auf sich.
Zu Hause angekommen war er so durchnässt und durchgefroren, dass er erstmal doch lieber heiß duschte. Am Ende bekam Gwen noch Recht und er wurde krank. Die Genugtuung wollte er ihr nun wirklich nicht geben.
Irgendwie wurde es aber nicht wirklich besser, auch als er im Bett war. Sollte ihm dann nicht wieder warm werden? Vielleicht hätte er einfach zu Hause bleiben sollen. Die Polizei wäre sicher auch eine Nacht ohne ihn zurechtgekommen, bei dem Wetter hätte wohl jeder Verständnis gehabt.
Vielleicht auch nicht. Jetzt war es sowieso zu spät und er sollte wirklich versuchen, noch ein wenig zu schlafen. Sonst schlief er am Ende doch wieder im Unterricht ein.

Er hatte beschissen geschlafen. Und er wusste nicht einmal, warum. Immer wieder hatte er sich herumgewälzt und zwischendurch war ihm auch noch richtig heiß gewesen! Was war denn jetzt kaputt? Wurde er am Ende etwa doch krank?
Quatsch. Er hatte eine super Selbstheilung, und davon sollte ausgerechnet sein Immunsystem ausgenommen sein? Das würde gar keinen Sinn ergeben.
Tante May würde das sicher anders sehen, daher wartete Peter bis zur allerletzten Sekunde, um dann mit der Ausrede, verschlafen zu haben, ganz schnell zu verschwinden.
Schlechte Idee.
Richtig schlechte Idee.
So schlecht, dass ihm nach der ersten Ecke schwindelig wurde.
Vielleicht sollte er doch wieder umdrehen...
Nichts da! Ein paar Viren oder Bakterien hauten ihn doch nicht um!
Gwen sah aber aus, als könnte sie es.
Mit in die Hüften gestemmten Hände stand sie neben dem Eingang und starrte ihn in Grund und Boden. Nun ja... fast jedenfalls. „Hast du was an den Ohren? Ich hab dir gestern schon gesagt, dass du ins Bett gehörst! Und schon gar nicht mitten im Regen irgendwo in die Stadt!“
Natürlich hatte sie erfahren. Peter verdrehte die Augen. „Gwen, es ist wirklich nicht schlimm. Nur eine Erkältung.“
Ihr Hand landete zu schnell schon wieder auf seiner Stirn, als das er hätte ausweichen können. Oookay... das sollte so nicht funktionieren. Sie war kalt auf seiner Haut.
„Du bist total heiß! Also... ich... du glühst!“ Gwen musterte ihn missbilligend.
„So schlimm wird’s ja wohl nicht sein, ich habs schließlich hergeschafft.“
„Aber siehst aus, als würdest du gleich aus den Latschen kippen.“
Echt? Er hatte sich bisher noch nicht wirklich getraut, in den Spiegel zu schauen, vielleicht sah er deswegen auch so sccheiße aus. Jedenfalls fühlte er sich topfit. Wirklich.
Der Boden begann zu wanken. Komisch... hier gab es doch keine Erdbeben?
Gwens Mund bewegte sich, aber er verstand kein Wort. „-eter! Peter!!“
„Ja? Was ist los?“ Er fuhr sich mit einer Hand durch die Haare. Irgendwie fühlte seine Haut sich schon recht heiß an...
„Das fragst du noch? Du bist ganz blass geworden! Also noch blasser als vorher. Ich dachte, du kippst mir hier wirklich um!“
Sollte er sich nun doch Sorgen machen?
„Ich bringe dich nach Hause. Keine Widerrede.“
„Ja... vielleicht ist das keine schlechte Idee...“ Aber mit einem Mal war er sich gar nicht mal so sicher, ob er den Heimweg überhaupt schaffen würde. Gwen war nicht zufällig mit dem Auto da?
Bevor er sich der Schmach ergeben musste, diese Frage zu stellen, überkam ihn ein neuer Schwindelanfall und als er das nächste Mal die Augen öffnete, war er merkwürdigerweise ganz woanders.
Weiße Decke.
Nun ja, nicht ganz weiß.
Mehr grau als weiß.
Eigentlich doch nur grau, wenn er es recht bedachte.
Scheiße. Er war doch wohl nicht im Krankenzimmer, oder?
Stimmen im Hintergrund.
Bittebitte, lass niemanden Tante May angerufen haben... Die würde ihm eine gewaltige Predigt halten. Auf sowas stand er gar nicht.
Aber bei näherem Hinhören erkannte er doch nur Gwen. Gut.
Sie kam zu ihm.
Nicht gut.
Sie war stinksauer.
Gar nicht gut.
„Ich würde dir ja gerne sagen, ich habs dir gesagt, aber das weißt du hoffentlich selbst! Nur weil du... weil du...“ Sie fluchte und wandte sich einen kurzen Moment ab. Peter fand es gerade sehr praktisch, dass sie hier nicht frei reden konnte. Das würde ihm einiges ersparen.
„Du bist nicht unkaputtbar, weißt du das?“
„Ja... ich habs gemerkt.“
„Kannst du mal aufhören, so dumm zu grinsen?“
Er grinste dumm? „Sorry... Muss das Fieber sein.“
„Na wenigstens gibst du endlich zu, dass du krank bist. Es sind übrigens 40°! Wie hast du es nur zur Schule geschafft? Nein, ich will es gar nicht wissen. Deine Tante kommt dich gleich abholen und heute nachmittag komme ich bei dir vorbei, damit das klar ist!“
Heute blieb ihm auch gar nichts erspart.
„Und wenn ich in der nächsten Woche auch nur einen Pieps von Spiderman in den Nachrichten höre, bringe ich dich höchstpersönlich um“, zischte Gwen ihm dann auch noch ins Ohr. Ihr traute er es ohne Probleme zu.

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