Das Monster namens Angst
Jul. 24th, 2012 09:26 pmTeam: Kaléko
Challenge: h/c, angst: Joker (Ja, noch einer. So wie ich mich kenne mache ich die Tabelle eh zweimal ^^°) - Inspiriert von
rei17s großartiger Challenge ♥
Fandom: The Amazing Spiderman
Charaktere: Gwen Stacy
Wörter: 682
Gwen hatte nie wirklich gerne die Nachrichten gesehen. Einfach weil... man wusste nie, was sie einem zeigten. Wenn man Menschen, die einem nahe standen, sich gerne in die vorderste Front begaben.
Wie ihr Vater.
Ihre Mutter hatte immer die Nachrichten angeschaltet. Für den Fall der Fälle. Wenn etwas passiert, will ich es wissen, hatte sie gesagt. Natürlich hatten sie nicht aus den Nachrichten erfahren, dass ihr Vater tot war. Das war ein Kollege gewesen, der angerufen hatte. Merklich überfordert, trotz der Routine, die er mit solchen Nachrichten haben musste. Es war etwas anderes, wenn man die Familie persönlich kannte.
Bei Peter würde das niemand tun. Wenn ihm etwas passierte.
Wenn er sich einmal überschätze. Oder die anderen unterschätzte. Wenn er dem Tod nicht mehr von der Schippe springen konnte.
Die Nachrichten wären der wohl schnellste Weg zu erfahren, dass ihm etwas passiert war, denn natürlich gäbe es einen gewaltigen Aufriss darum, wer sich hinter der Maske von Spiderman befand.
Sie wollte es nicht wissen.
Was sie nicht sah, existierte nicht.
Die Strategie hatte schon als kleines Mädchen nicht funktioniert, als sie noch angst vor dem berüchtigten Monster unter dem Bett hatte. Was man sah, existierte nicht. Was für ein Unsinn.
Die Angst saß am Rand des Bewusstseins. Lauernd. Immer bereit, einen anzuspringen. In einem schwachen Moment.
Sie schob ihr Physikbuch fürs erste zur Seite (sie konnte sich gerade ohnehin nicht darauf konzentrieren), streckte die Hand nach der Fernbedienung aus und schaltete den Fernseher ein.
Gerade rechtzeitig für die Nachrichten.
Spiderman hatte es in die erste Meldung geschafft. Natürlich hatte er das. Superhelden waren wichtig genug dafür, da interessierte der neueste Korruptionsskandal keinen mehr. Die Politiker müssten eigentlich dankbar für seine Existenz sein.
Sie jedenfalls war froh über Spidermans Popularität. So konnte sie schnell sicher gehen, dass es Peter gutging. Dass sie keine angst haben musste, am nächsten Tag in die Schule zu gehen, weil er vielleicht nicht da sein würde.
Da krachte ein Lastkran über ihm zusammen.
In letzter Sekunde schlug sie sich beide Hände über den Mund, um nicht aufzuschreien.
Peter! Oh nein! Neinneinnein!
Das konnte keiner überleben! Selbst Spiderman war nicht unsterblich, der Lastkran musste ihn doch zerquetschen!
Sie sollte ihn anrufen. Was wenig bringen würde, wenn das Handy zu Elektroschrott verarbeitet wurde. Außerdem... das würde ihr nicht reichen. Wenn er da lebend rausgekommen war, dann würde er sie irgendwie abwimmeln und sie wäre nicht wirklich schlauer.
Nein. Sie musste selbst bei ihm vorbeigehen. Ohne, dass ihre Mutter es bemerkte. Die war nach dem Vorfall bei Oscorp etwas überbesorgt geworden, was der rationale Teil von Gwen sogar verstehen konnte. Der hatte aber gerade zugunsten einer vollkommen irrationalen Panik abgedankt. Wäre Peter tot... sie wusste nicht, ob sie das verkraften würde. Erst ihr Vater... dann Peter... nein. Das war einfach keine Option.
Und deswegen musste sie sich selbst überzeugen.
Als sie aus dem Fenster geklettert war und auf der Feuerleiter stand, merkte sie erst, dass es regnete. Egal. Das bisschen Wasser trocknete wieder. Es gab gerade wirklich wichtigeres als das und einen Schirm konnte sie beim Klettern wirklich nicht gebrauchen.
Der Weg zu Peter erschien ihr wie ein Traum. Oder ein Alptraum. Die ganze Zeit versuchte sie sich nicht auszumalen, dass sein Zimmer leer wäre. Seine Tante vielleicht besorgt in der Küche saß und auf seine Rückkehr wartete. Falls sie überhaupt wusste, dass er unterwegs war. Oder schon angerufen worden war, dass ihr Neffe nachts den Helden spielte und jetzt... Nein! Er würde da sein. Und er würde versuchen, sie irgendwie zu beruhigen. Und dabei nicht erfolgreich sein würde, weil sie sich immer Sorgen um ihn machte.
Es war besser, als ahnungslos zu sein. Alles war besser als das.
Der Weg auf das Dach wäre sicher einfacher, wenn es trocken gewesen wäre. Einen Moment glaubte sie, abzurutschten. Für Peter war das sicherlich ein Kinderspiel, aber sie war nur Gwen.
Sechzehn Jahre. Zu Tode erschrocken. Immer noch.
Irgendwie schaffte sie es und nahm sich vor, auf dem Rückweg die Tür zu nehmen.
In Peters Zimmer war es dunkel.
Bitte... lass ihn im Bett liegen!
Leise öffnete sie das Fenster und kletterte hindurch.
Challenge: h/c, angst: Joker (Ja, noch einer. So wie ich mich kenne mache ich die Tabelle eh zweimal ^^°) - Inspiriert von
Fandom: The Amazing Spiderman
Charaktere: Gwen Stacy
Wörter: 682
Gwen hatte nie wirklich gerne die Nachrichten gesehen. Einfach weil... man wusste nie, was sie einem zeigten. Wenn man Menschen, die einem nahe standen, sich gerne in die vorderste Front begaben.
Wie ihr Vater.
Ihre Mutter hatte immer die Nachrichten angeschaltet. Für den Fall der Fälle. Wenn etwas passiert, will ich es wissen, hatte sie gesagt. Natürlich hatten sie nicht aus den Nachrichten erfahren, dass ihr Vater tot war. Das war ein Kollege gewesen, der angerufen hatte. Merklich überfordert, trotz der Routine, die er mit solchen Nachrichten haben musste. Es war etwas anderes, wenn man die Familie persönlich kannte.
Bei Peter würde das niemand tun. Wenn ihm etwas passierte.
Wenn er sich einmal überschätze. Oder die anderen unterschätzte. Wenn er dem Tod nicht mehr von der Schippe springen konnte.
Die Nachrichten wären der wohl schnellste Weg zu erfahren, dass ihm etwas passiert war, denn natürlich gäbe es einen gewaltigen Aufriss darum, wer sich hinter der Maske von Spiderman befand.
Sie wollte es nicht wissen.
Was sie nicht sah, existierte nicht.
Die Strategie hatte schon als kleines Mädchen nicht funktioniert, als sie noch angst vor dem berüchtigten Monster unter dem Bett hatte. Was man sah, existierte nicht. Was für ein Unsinn.
Die Angst saß am Rand des Bewusstseins. Lauernd. Immer bereit, einen anzuspringen. In einem schwachen Moment.
Sie schob ihr Physikbuch fürs erste zur Seite (sie konnte sich gerade ohnehin nicht darauf konzentrieren), streckte die Hand nach der Fernbedienung aus und schaltete den Fernseher ein.
Gerade rechtzeitig für die Nachrichten.
Spiderman hatte es in die erste Meldung geschafft. Natürlich hatte er das. Superhelden waren wichtig genug dafür, da interessierte der neueste Korruptionsskandal keinen mehr. Die Politiker müssten eigentlich dankbar für seine Existenz sein.
Sie jedenfalls war froh über Spidermans Popularität. So konnte sie schnell sicher gehen, dass es Peter gutging. Dass sie keine angst haben musste, am nächsten Tag in die Schule zu gehen, weil er vielleicht nicht da sein würde.
Da krachte ein Lastkran über ihm zusammen.
In letzter Sekunde schlug sie sich beide Hände über den Mund, um nicht aufzuschreien.
Peter! Oh nein! Neinneinnein!
Das konnte keiner überleben! Selbst Spiderman war nicht unsterblich, der Lastkran musste ihn doch zerquetschen!
Sie sollte ihn anrufen. Was wenig bringen würde, wenn das Handy zu Elektroschrott verarbeitet wurde. Außerdem... das würde ihr nicht reichen. Wenn er da lebend rausgekommen war, dann würde er sie irgendwie abwimmeln und sie wäre nicht wirklich schlauer.
Nein. Sie musste selbst bei ihm vorbeigehen. Ohne, dass ihre Mutter es bemerkte. Die war nach dem Vorfall bei Oscorp etwas überbesorgt geworden, was der rationale Teil von Gwen sogar verstehen konnte. Der hatte aber gerade zugunsten einer vollkommen irrationalen Panik abgedankt. Wäre Peter tot... sie wusste nicht, ob sie das verkraften würde. Erst ihr Vater... dann Peter... nein. Das war einfach keine Option.
Und deswegen musste sie sich selbst überzeugen.
Als sie aus dem Fenster geklettert war und auf der Feuerleiter stand, merkte sie erst, dass es regnete. Egal. Das bisschen Wasser trocknete wieder. Es gab gerade wirklich wichtigeres als das und einen Schirm konnte sie beim Klettern wirklich nicht gebrauchen.
Der Weg zu Peter erschien ihr wie ein Traum. Oder ein Alptraum. Die ganze Zeit versuchte sie sich nicht auszumalen, dass sein Zimmer leer wäre. Seine Tante vielleicht besorgt in der Küche saß und auf seine Rückkehr wartete. Falls sie überhaupt wusste, dass er unterwegs war. Oder schon angerufen worden war, dass ihr Neffe nachts den Helden spielte und jetzt... Nein! Er würde da sein. Und er würde versuchen, sie irgendwie zu beruhigen. Und dabei nicht erfolgreich sein würde, weil sie sich immer Sorgen um ihn machte.
Es war besser, als ahnungslos zu sein. Alles war besser als das.
Der Weg auf das Dach wäre sicher einfacher, wenn es trocken gewesen wäre. Einen Moment glaubte sie, abzurutschten. Für Peter war das sicherlich ein Kinderspiel, aber sie war nur Gwen.
Sechzehn Jahre. Zu Tode erschrocken. Immer noch.
Irgendwie schaffte sie es und nahm sich vor, auf dem Rückweg die Tür zu nehmen.
In Peters Zimmer war es dunkel.
Bitte... lass ihn im Bett liegen!
Leise öffnete sie das Fenster und kletterte hindurch.
no subject
Date: 2012-07-24 07:50 pm (UTC)Hach danke fürs schreiben! *__* Und schön, dass dich meine FF inspirieren konnte.
Ich habe so mit Gwen gelitten. Ich glaube es gibt fast nichts schlimmeres auf der ganzen Welt als zuzusehen wie jemand, den man liebt verletzt wird oder zu glauben er sei tot. Gah. Das ist so schrecklich. Es war total schön die ganze Szene aus Gwens Perspektive zu lesen!
Auch wenn ich mir jetzt Comfort ohne Ende wünsche für sie. ;__;
Ich hoffe du schreibst noch mehr zu den beiden! *_*
no subject
Date: 2012-07-24 08:07 pm (UTC)Ich bin immer noch total erleichtert, dass es dir gefällt! ♥ Die arme Gwen... ._. Wir sind aber auch gemein zu ihr...
Du kannst gerne Comfort für sie schreiben. ^.~ Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich noch etwas zu den beiden schreiben werde, sie haben es mir gerade wirklich absolut angetan. *-* Sie sind einfach viel zu entzückend zusammen. ._.
Ich liebe dein Icon!