Falsches Timing?
Jul. 15th, 2012 06:26 pmTeam: Kaléko
Challenge: h/c, Angst: Falsche Zeit, falscher Ort (für mich)
Fandom: Digimon
Charaktere: Yamato, Takeru
Wörter: 1000
Warnung: Ich bin eigentlich recht unzufrieden hiermit... es ist einfach so eine undankbare Zwischenepisode *seufz* Aber ich mute es euch trotzdem zu. ^.~
1
Das Gleis war relativ leer, was an der unmenschlichen Uhrzeit liegen konnte, an der Yamatos Zug einfuhr. Nur ein schlanker, blonder junger Mann saß auf einer Bank und weiter hinten verabschiedete sich ein Paar so ausgiebig, als würden sie sich wochenlang nicht mehr sehen. Vielleicht war es sogar so, wer wusste das schon.
Takeru hatte ihn sofort entdeckt und kam etwas zögerlich auf ihn zu. Kein Wunder, sie hatten sich schon lange nicht mehr gesehen. Nur telefoniert. Zwar regelmäßig genug, dass Takeru und seine Mutter sicher sein konnten, dass es ihm gut ging, aber nicht so oft, dass sie wirklich vertraut miteinander waren. Die Zeiten waren schon lange vorbei.
Einen Schritt von Yamato entfernt blieb Takeru stehen und zögerte eine Sekunde, bevor er ihm einfach um den Hals fiel. „Es ist toll, dass du da bist... ehrlich...“
Ein merkwürdiges Gefühl. Im Laufe der letzten Jahre war sein kleiner Bruder ihm endgültig über den Kopf gewachsen. Er hatte so viel verpasst... viel zu viel. Wegen seiner eigenen Schwäche.
Noch etwas unsicher legte Yamato die Arme um Takeru und drückte ihn einen Moment an sich, bevor er ihn wieder losließ. „Ich habe dich vermisst“, gestand er leise, was Takeru zum Grinsen brachte. „Weiß ich doch. Komm, gehen wir nach Hause. Mama wollte eigentlich auch mitkommen dich abholen, aber sie hängt wegen irgendeiner Riesenstory bei der Arbeit fest. Es tut ihr wirklich leid, sie hatte sich schon gefreut, dich zu sehen.“ Erstaunlicherweise wirkte Takeru wirklich verlegen, weil er alleine gekommen war.
„Ich bin ja ein paar Tage da...“ Und er war sich immer noch nicht ganz sicher, ob das so eine gute Idee gewesen war.
„Stimmt. Wir waren wirklich überrascht, weißt du?“ Ohne auf Yamatos Protest zu achten, hatte Takeru seine Reisetasche geschultert und steuerte nun die U-Bahn-Ebene an. „Wir müssen uns etwas beeilen, wegen der letzten Bahn“, erklärte er dabei noch überflüssigerweise. Als ob Yamato das nicht selbst wüsste.
Noch immer war er sich nicht ganz sicher, ob es wirklich so eine gute Idee gewesen war, herzukommen.
Das Gästezimmer verdiente kaum diese Bezeichnung, aber immerhin war Platz zum Schlafen und sogar die Klamotten konnte man irgendwo unterbringen. Yamato fand, dass das für ein Wochenende durchaus zu verkraften war. „Ich schätze mal, Hikari bringst du in deinem Zimmer unter, wenn sie da ist?“, konnte er es sich nicht verkneifen, Takeru zu fragen, als er seine Reisetasche auf dem schmalen Stück Fußboden zwischen Bett und... Aktenschrank oder so abstellte. Takeru setzte schon zu einer empörten Antwort an, überlegte es sich klugerweise aber doch noch anders.
Stattdessen murmelte er: „Tut mir Leid, wie das gelaufen ist... woher hätte ich wissen sollen, dass sie so durchtrieben ist?“
„Hab ich dir irgendeinen Vorwurf gemacht?“ Anfangs hatte er das vorgehabt, aber was konnte Takeru schon dafür?
„Nein... aber...“
„Na also. Jetzt hab ich Hunger.“ Die Fahrt hatte lange genug gedauert und ihn hungrig gemacht. Außerdem schien Takeru einen Themenwechsel gut gebrauchen zu können. Sie hatten sich wohl zu lange nicht mehr gesehen... der vertraute Umgang zwischen ihnen musste irgendwann in den letzten Jahren verschwunden sein. Noch mehr, was Yamato bedauerte. Die Liste wurde immer länger.
Da er nicht das geringste Vertrauen in die Kochkünste seines kleinen Bruders hatte, kümmerte er sich lieber selbst darum, das Essen aufzuwärmen, was ihm natürlich beleidigten Protest einbrachte. In manchen Dingen war Takeru unglaublich berechenbar.
„Ich kann das auch wohl selbst, weißt du?“
„Du hast einmal fast unsere Küche in Flammen aufgehen lassen!“
„Das ist sechs Jahre her, wie lange willst du mir das noch vorwerfen?“ Hinter dem Schmollmund wirkte Takeru aus einem unerfindlichen Grund erleichtert.
„So lange wie ich Lust habe. Wissen die anderen, dass ich komme?“
Beinahe ließ Takeru die beiden Teller fallen, die er aus dem Schrank geholt hatte. „Nein... doch... Sora und Mimi... denen haben wirs gesagt.“ Er hatte sogar den Anstand, schuldbewusst zu klingen.
Irritiert sah Yamato sich um. „Warum? Also... warum nur ihnen?“ Hoffentlich hatte er die beiden dann nicht am nächsten Morgen auf der Matte stehen. Dann würde er sich direkt wieder in den Zug nach Hause setzen. Auf neugierige Fragen hatte er keine Lust.
„Sora hat nach dir gefragt... und wir wollten sie nicht anlügen.“
Warum sollte Sora nach ihm fragen? Nachdem sie kurz zusammen gewesen waren, hatten sie kaum nocht Kontakt zueinander gehabt. Es war ihnen beiden lieber so gewesen.
„Weißt du... es war ein ziemlicher Schock für uns alle, dass du aus Tokyo weg bist... einfach so.“
„Es war nicht einfach so und das weißt du.“ Er wollte nicht über das Thema reden. Er konnte es nicht.
„Ja. Ich weiß es. Aber die anderen nicht! Was meinst du, wie Taichi reagiert hat!“
Musste das jetzt sein? Ausgerechnet dieses Thema? „Ich wollte ja mit ihm reden aber... ich habe es nicht fertiggebracht... wie hätte ich ihm das erklären können? Ausgerechnet... ihm...“ Mit einer unsicheren Bewegung fuhr er sich durch die Haare und Takeru schob ihn vom Herd weg. „Ich übernehme mal... sonst bist am Ende doch derjenige, der hier alles abfackelt.“
Mit einem stummen Nicken machte Yamato Platz und lehnte sich an den Kühlschrank. Eine Minute lang waren das leise Summen hinter ihm und das Brutzeln des Essen die einzigen Geräusche.
Dann murmelte Takeru: „Es ist nicht so, als ob ich dich nicht verstehe. Naja... so halb.“
Yamato schnaubte leise. Wie sollte man es schon verstehen, wenn man es nicht selbst durchgemacht hatte.
„Jetzt schau nicht so.“ Takerus Stimme war leise und ein kleiner Vorwurf schwang darin mit, was Yamato ihm nicht verübeln konnte.
„Tut mir Leid... ich weiß ja selbst, dass ich Fehler gemacht habe.“
„Bei mir musst du dich nicht entschuldigen. Ich hab dich ja erlebt... hinterher. Aber die anderen nicht. Rede wenigstens mit Taichi. Er hat ein Recht auf die Wahrheit. Du kannst da nicht ewig vor weglaufen.“
Als ob er das nicht selbst wusste. Schwieriger war die Frage, wie er alles erklären sollte.
Challenge: h/c, Angst: Falsche Zeit, falscher Ort (für mich)
Fandom: Digimon
Charaktere: Yamato, Takeru
Wörter: 1000
Warnung: Ich bin eigentlich recht unzufrieden hiermit... es ist einfach so eine undankbare Zwischenepisode *seufz* Aber ich mute es euch trotzdem zu. ^.~
1
Das Gleis war relativ leer, was an der unmenschlichen Uhrzeit liegen konnte, an der Yamatos Zug einfuhr. Nur ein schlanker, blonder junger Mann saß auf einer Bank und weiter hinten verabschiedete sich ein Paar so ausgiebig, als würden sie sich wochenlang nicht mehr sehen. Vielleicht war es sogar so, wer wusste das schon.
Takeru hatte ihn sofort entdeckt und kam etwas zögerlich auf ihn zu. Kein Wunder, sie hatten sich schon lange nicht mehr gesehen. Nur telefoniert. Zwar regelmäßig genug, dass Takeru und seine Mutter sicher sein konnten, dass es ihm gut ging, aber nicht so oft, dass sie wirklich vertraut miteinander waren. Die Zeiten waren schon lange vorbei.
Einen Schritt von Yamato entfernt blieb Takeru stehen und zögerte eine Sekunde, bevor er ihm einfach um den Hals fiel. „Es ist toll, dass du da bist... ehrlich...“
Ein merkwürdiges Gefühl. Im Laufe der letzten Jahre war sein kleiner Bruder ihm endgültig über den Kopf gewachsen. Er hatte so viel verpasst... viel zu viel. Wegen seiner eigenen Schwäche.
Noch etwas unsicher legte Yamato die Arme um Takeru und drückte ihn einen Moment an sich, bevor er ihn wieder losließ. „Ich habe dich vermisst“, gestand er leise, was Takeru zum Grinsen brachte. „Weiß ich doch. Komm, gehen wir nach Hause. Mama wollte eigentlich auch mitkommen dich abholen, aber sie hängt wegen irgendeiner Riesenstory bei der Arbeit fest. Es tut ihr wirklich leid, sie hatte sich schon gefreut, dich zu sehen.“ Erstaunlicherweise wirkte Takeru wirklich verlegen, weil er alleine gekommen war.
„Ich bin ja ein paar Tage da...“ Und er war sich immer noch nicht ganz sicher, ob das so eine gute Idee gewesen war.
„Stimmt. Wir waren wirklich überrascht, weißt du?“ Ohne auf Yamatos Protest zu achten, hatte Takeru seine Reisetasche geschultert und steuerte nun die U-Bahn-Ebene an. „Wir müssen uns etwas beeilen, wegen der letzten Bahn“, erklärte er dabei noch überflüssigerweise. Als ob Yamato das nicht selbst wüsste.
Noch immer war er sich nicht ganz sicher, ob es wirklich so eine gute Idee gewesen war, herzukommen.
Das Gästezimmer verdiente kaum diese Bezeichnung, aber immerhin war Platz zum Schlafen und sogar die Klamotten konnte man irgendwo unterbringen. Yamato fand, dass das für ein Wochenende durchaus zu verkraften war. „Ich schätze mal, Hikari bringst du in deinem Zimmer unter, wenn sie da ist?“, konnte er es sich nicht verkneifen, Takeru zu fragen, als er seine Reisetasche auf dem schmalen Stück Fußboden zwischen Bett und... Aktenschrank oder so abstellte. Takeru setzte schon zu einer empörten Antwort an, überlegte es sich klugerweise aber doch noch anders.
Stattdessen murmelte er: „Tut mir Leid, wie das gelaufen ist... woher hätte ich wissen sollen, dass sie so durchtrieben ist?“
„Hab ich dir irgendeinen Vorwurf gemacht?“ Anfangs hatte er das vorgehabt, aber was konnte Takeru schon dafür?
„Nein... aber...“
„Na also. Jetzt hab ich Hunger.“ Die Fahrt hatte lange genug gedauert und ihn hungrig gemacht. Außerdem schien Takeru einen Themenwechsel gut gebrauchen zu können. Sie hatten sich wohl zu lange nicht mehr gesehen... der vertraute Umgang zwischen ihnen musste irgendwann in den letzten Jahren verschwunden sein. Noch mehr, was Yamato bedauerte. Die Liste wurde immer länger.
Da er nicht das geringste Vertrauen in die Kochkünste seines kleinen Bruders hatte, kümmerte er sich lieber selbst darum, das Essen aufzuwärmen, was ihm natürlich beleidigten Protest einbrachte. In manchen Dingen war Takeru unglaublich berechenbar.
„Ich kann das auch wohl selbst, weißt du?“
„Du hast einmal fast unsere Küche in Flammen aufgehen lassen!“
„Das ist sechs Jahre her, wie lange willst du mir das noch vorwerfen?“ Hinter dem Schmollmund wirkte Takeru aus einem unerfindlichen Grund erleichtert.
„So lange wie ich Lust habe. Wissen die anderen, dass ich komme?“
Beinahe ließ Takeru die beiden Teller fallen, die er aus dem Schrank geholt hatte. „Nein... doch... Sora und Mimi... denen haben wirs gesagt.“ Er hatte sogar den Anstand, schuldbewusst zu klingen.
Irritiert sah Yamato sich um. „Warum? Also... warum nur ihnen?“ Hoffentlich hatte er die beiden dann nicht am nächsten Morgen auf der Matte stehen. Dann würde er sich direkt wieder in den Zug nach Hause setzen. Auf neugierige Fragen hatte er keine Lust.
„Sora hat nach dir gefragt... und wir wollten sie nicht anlügen.“
Warum sollte Sora nach ihm fragen? Nachdem sie kurz zusammen gewesen waren, hatten sie kaum nocht Kontakt zueinander gehabt. Es war ihnen beiden lieber so gewesen.
„Weißt du... es war ein ziemlicher Schock für uns alle, dass du aus Tokyo weg bist... einfach so.“
„Es war nicht einfach so und das weißt du.“ Er wollte nicht über das Thema reden. Er konnte es nicht.
„Ja. Ich weiß es. Aber die anderen nicht! Was meinst du, wie Taichi reagiert hat!“
Musste das jetzt sein? Ausgerechnet dieses Thema? „Ich wollte ja mit ihm reden aber... ich habe es nicht fertiggebracht... wie hätte ich ihm das erklären können? Ausgerechnet... ihm...“ Mit einer unsicheren Bewegung fuhr er sich durch die Haare und Takeru schob ihn vom Herd weg. „Ich übernehme mal... sonst bist am Ende doch derjenige, der hier alles abfackelt.“
Mit einem stummen Nicken machte Yamato Platz und lehnte sich an den Kühlschrank. Eine Minute lang waren das leise Summen hinter ihm und das Brutzeln des Essen die einzigen Geräusche.
Dann murmelte Takeru: „Es ist nicht so, als ob ich dich nicht verstehe. Naja... so halb.“
Yamato schnaubte leise. Wie sollte man es schon verstehen, wenn man es nicht selbst durchgemacht hatte.
„Jetzt schau nicht so.“ Takerus Stimme war leise und ein kleiner Vorwurf schwang darin mit, was Yamato ihm nicht verübeln konnte.
„Tut mir Leid... ich weiß ja selbst, dass ich Fehler gemacht habe.“
„Bei mir musst du dich nicht entschuldigen. Ich hab dich ja erlebt... hinterher. Aber die anderen nicht. Rede wenigstens mit Taichi. Er hat ein Recht auf die Wahrheit. Du kannst da nicht ewig vor weglaufen.“
Als ob er das nicht selbst wusste. Schwieriger war die Frage, wie er alles erklären sollte.
no subject
Date: 2012-07-15 08:10 pm (UTC)schön ausgefeilte unangenehme situation...man fühlt direkt wie gern die beiden wieder unbeschwert miteinander wären, aber einfach irgendwas dazwischen steht *seufz*
ich hoffe ja doch, dass es weiter geht XD (*go go go*)
no subject
Date: 2012-07-15 08:16 pm (UTC)Die Fortsetzung ist bereits da. ^.~
no subject
Date: 2012-07-15 08:28 pm (UTC)wo hab ich das schon wieder übersehen??? >.<
das wird ja immer schlimmer mit mir!
geschwisterkisten SIND auch schwer, real life und zum schreiben erst recht...aber wie schon erwähnt: ich fands wirklich gut gelöst!
no subject
Date: 2012-07-15 08:38 pm (UTC)Dankedankedanke! *-* Jetzt kann ich morgen frisch ans Werk gehen und weiterschreiben!
no subject
Date: 2012-07-15 08:41 pm (UTC)freu mich schon!!!
(und ich häng jetz sicher wieder die ganze nacht im netz und such mir digimon fanfics XD du bist schuld!)