Herz aus Stein
Jul. 10th, 2012 06:06 pmTeam: Novalis
Challenges: fantasy/mysetery - Reliquie/Artefakt (für mich)
Fandom: Original
Wörter: 450
Anmerkung: Ein böser Zauberer, ein Herz aus Stein. Das übliche eben.
Es war einmal ein Mädchen, das kämpfte gegen einen Bösen Zauberer. Mit List und Tücke gelang es ihr, ihm das Herz aus der Brust zu schneiden und sein unsterblicher Körper wurde zu schwarzem Stein. Sein Herz aber verwandelte sich in den Händen des Mädchens in einen roten Rubin.
Da zog das Mädchen los, sein Herz zu zerstören. Hoch in den Bergen suchte sie den Schmied, der den Rubin mit seinem großen Hammer zerschmettern sollte.
„Natürlich mache ich das, mein Kind“, versprach er ihr und platzierte ihn auf seinen Amboss. Doch kaum war sie weg, legte er seinen Hammer beiseite. Es war der schönste Edelstein, den er jemals gesehen hatte, dachte der Schmied. Wie konnte das Mädchen von ihm verlangen so etwas kostbares in Staub zu verwandeln.
In feinen Stoff wickelte er den Stein und legte ihn neben sein Bett. Am nächsten Morgen wollte er sich daran machen die Rüstung, die ihm der junge König in Auftrag gegeben hatte, mit den Splittern dieses Steins zu veredeln.
Am nächsten Morgen, er wollte sich eben an die Arbeit machen, erschien eine junge Frau in seiner Werkstatt. In seinem Leben hatte der Schmied noch kein so hübsches Geschöpf gesehen. Zierlich war sie, wie aus Glas, mit blonden Locken, großen Augen und herzförmigen Lippen. Sie tanzte zwischen seinen Werkzeugen hindurch, bis sie den Schmied erreicht hatte und eine Hand auf die seine legte.
„Solch einen Stein“, sagte sie. Ihre Stimme klang wie ein warmer Sommerregen. Ihr Haar duftete nach Tau und Lindenhonig.
„Solch einen Stein findest du nur ein mal. Es wäre dumm ihn zu zerstören“, sagte sie. Ihre zarten Finger wanderten den Arm des Schmiedes empor und er gab ihr Recht.
Erst als sie wieder fort war begriff der Schmied, dass sie den Rubin mit sich genommen hatte. Zurück zu dem Zauberer brachte sie ihn. Die Statue zitterte fast vor Aufregung. Da lachte die Frau.
„Glaubst du wirklich, Brüderchen“, sagte sie „dass ich es dir so einfach mache?“
Und sie grub ein Loch, zwei Schritte von den Füßen des Bösen Zauberers entfernt, und legte den Rubin hinein. Dann küsste sie ihren Bruder auf die steinerne Wange.
„Viel Glück, mein Kleiner“, flüsterte sie ihm zu.
Seither versucht der Zauberer sein Herz zu erreichen. Er ist schon um ein paar Millimeter gekippt, in den letzten hundert Jahren. Und manchmal, wenn der Mond besonders hell am Himmel steht, kann man sein Herz in der Erde nach ihm rufen hören.
Challenges: fantasy/mysetery - Reliquie/Artefakt (für mich)
Fandom: Original
Wörter: 450
Anmerkung: Ein böser Zauberer, ein Herz aus Stein. Das übliche eben.
Es war einmal ein Mädchen, das kämpfte gegen einen Bösen Zauberer. Mit List und Tücke gelang es ihr, ihm das Herz aus der Brust zu schneiden und sein unsterblicher Körper wurde zu schwarzem Stein. Sein Herz aber verwandelte sich in den Händen des Mädchens in einen roten Rubin.
Da zog das Mädchen los, sein Herz zu zerstören. Hoch in den Bergen suchte sie den Schmied, der den Rubin mit seinem großen Hammer zerschmettern sollte.
„Natürlich mache ich das, mein Kind“, versprach er ihr und platzierte ihn auf seinen Amboss. Doch kaum war sie weg, legte er seinen Hammer beiseite. Es war der schönste Edelstein, den er jemals gesehen hatte, dachte der Schmied. Wie konnte das Mädchen von ihm verlangen so etwas kostbares in Staub zu verwandeln.
In feinen Stoff wickelte er den Stein und legte ihn neben sein Bett. Am nächsten Morgen wollte er sich daran machen die Rüstung, die ihm der junge König in Auftrag gegeben hatte, mit den Splittern dieses Steins zu veredeln.
Am nächsten Morgen, er wollte sich eben an die Arbeit machen, erschien eine junge Frau in seiner Werkstatt. In seinem Leben hatte der Schmied noch kein so hübsches Geschöpf gesehen. Zierlich war sie, wie aus Glas, mit blonden Locken, großen Augen und herzförmigen Lippen. Sie tanzte zwischen seinen Werkzeugen hindurch, bis sie den Schmied erreicht hatte und eine Hand auf die seine legte.
„Solch einen Stein“, sagte sie. Ihre Stimme klang wie ein warmer Sommerregen. Ihr Haar duftete nach Tau und Lindenhonig.
„Solch einen Stein findest du nur ein mal. Es wäre dumm ihn zu zerstören“, sagte sie. Ihre zarten Finger wanderten den Arm des Schmiedes empor und er gab ihr Recht.
Erst als sie wieder fort war begriff der Schmied, dass sie den Rubin mit sich genommen hatte. Zurück zu dem Zauberer brachte sie ihn. Die Statue zitterte fast vor Aufregung. Da lachte die Frau.
„Glaubst du wirklich, Brüderchen“, sagte sie „dass ich es dir so einfach mache?“
Und sie grub ein Loch, zwei Schritte von den Füßen des Bösen Zauberers entfernt, und legte den Rubin hinein. Dann küsste sie ihren Bruder auf die steinerne Wange.
„Viel Glück, mein Kleiner“, flüsterte sie ihm zu.
Seither versucht der Zauberer sein Herz zu erreichen. Er ist schon um ein paar Millimeter gekippt, in den letzten hundert Jahren. Und manchmal, wenn der Mond besonders hell am Himmel steht, kann man sein Herz in der Erde nach ihm rufen hören.
no subject
Date: 2012-07-10 04:24 pm (UTC)no subject
Date: 2012-07-11 10:18 pm (UTC)no subject
Date: 2012-07-10 08:26 pm (UTC)Ich mag deine märchenhaften Kurzgeschichten <3 Die kann man auch toll als Joker verwenden <3
no subject
Date: 2012-07-11 10:17 pm (UTC)