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[personal profile] luinaldawen posting in [community profile] 120_minuten
Team: Kaléko
Challenge: Hurt/Comfort: „Es sieht schlimmer aus als es ist“ (für mich)
Fandom: Digimon
Charaktere: Ruki Makino, Ryo Akiyama
Wörter: ~700


Es hatte alles ganz harmlos angefangen. Ein Kartenspiel. Eins in dem sie gut gewesen war. So gut, dass sie zu den wenigen Auserwählten gehört hatte, die von einem Digimon ausgewählt worden. Ja, Renamon hatte sie ganz bewusst ausgewählt, weil sie die beste gewesen war.
Und mit einem Mal war aus diesem Spiel Ernst geworden. Bitterer Ernst. Sie hatten gelernt, mit den anderen zu lachen. Und mit ihnen zu weinen. Sie hatte gelernt, dass sie eine Verantwortung trug. Nicht nur für sich. Sondern auch für ihren Partner. Und für ihre Freunde.
Freunde, die sie immer seltener sah.
Sie ging ihnen aus dem Weg. Sie gingen einander aus dem Weg.
Warum die anderen es taten, wusste sie nicht. Ihr reichten ihre eigenen Gründe.
Nicht an das erinnert werden, was sie verloren hatte.
Das Wissen, dass sie nicht auf weitere Abenteuer mit den Digimon hoffen brauchte. Das Tor war zu. Es war Zeit, erwachsen zu werden und in der Realen Welt zu leben.
Aber war die Zeit mit den Digimon nicht real gewesen? Ihr Aufenthalt in dieser fremden, aufregenden Welt? Die Dinge, die sie dort gelernt hatte?
Fünf Jahre war es her, dass sie Renamon das letzte Mal gesehen hatte.
„Hey...“ Die Stimme drang kaum durch die laute Musik ihres mp3-Players, aber diese Stimme würde sie jederzeit wiedererkennen. Sie schaltete ihn aus und sah zur Seite.
Wie lange saß Ryo schon neben ihr?
„Was willst du?“, fragte sie aber nur kühl. Sie wollte keine Gesellschaft. Darum war sie hier in den Park gekommen. Darum hatte sie sich eine Ecke gesucht, wo in einem weiteren Umkreis niemand zu sehen gewesen war. Natürlich schützte sie das nicht vor Ryo Akiyama. Wie auch immer der sie gefunden hatte.
„Deine Großmutter hat gesagt, dass du vermutlich hier bist.“ Strahlemann wie immer. Aber wenigstens wusste sie jetzt, wem sie später die Vorwürfe machen musste.
„Hat sie auch gesagt, dass ich alleine sein will?“
„Ja... da war so was. Und dass du in letzter Zeit bedrückt bist.“
„Sie übertreibt. Es ist nicht...“ so schlimm wie es aussieht, hatte sie sagen wollen. Aber als sie Ryo ansah, konnte sie es nicht mehr. Der murmelte nur: „Ich verstehe dich. Damals erschien alles einfacher, oder? Die Welt retten... mit unseren Digimon und ein paar Karten.“
„Ja... aber wir müssen erwachsen werden.“
Da war wieder sein Grinsen. Etwas schief, aber vorhanden. „Predigt man dir das auch immer wieder?“
„Jeder kriegt das zu hören, glaub ich. Vielleicht haben sie recht...“
„Quatsch.“ Er klang so überzeugt... Etwas zu überzeugt. Als wollte er es selbst noch nicht so recht glauben.
„Das glaubst du doch selbst nicht.“
„Bald hab ich mich überzeugt.“
„Du warst schon immer ein Schwätzer.“
„Das mögen die Frauen an mir.“
„Dann haben sie einen schlechten Geschmack.“
„Findest du?“
„Auf jeden Fall.“
„Was magst du denn an mir?“
Sie starrte ihn an. Was sollte denn diese dämliche Frage? Und irgendwie... „Wer sagt, dass ich überhaupt was an dir mag, Schönling?“, platzte sie heraus.
„Mein Aussehen ist auch nicht schlecht, das stimmt. Gehen wir morgen essen?“
„Essen?“
„Klar. Ich lad dich ein. Eis, Abendessen... was du willst. Oder hast du schon was vor?“
„Äh... nein.“
„Aber?“ Er kannte sie immer noch recht gut.
„Warum sollten wir essen gehen?“, fragte sie misstrauisch. Der sollte sich bloß nicht einfallen lassen, irgendwelche Spielchen mit ihr zu spielen.
„Warum nicht? Wir haben einiges zusammen erlebt und uns lange nicht mehr gesehen. Und ich für meinen Teil sehe dich als eine Freundin.“
Jetzt war sie erstmal sprachlos. Eine Freundin? Seit wann waren sie... Freunde? Aber vielleicht wäre es ganz angenehm, mit jemanden über die alten Zeiten sprechen zu können.
„Ich hab morgen noch AG... danach können wir irgendwo hingehen.“
„Cool. Hast du die Nummern der anderen noch? Dann mache ich mit denen was aus und sag dir dann Bescheid.“
Ach, es war gar nicht nur um sie gegangen? Irgendwie war Ruki nun doch ein wenig enttäuscht.
Ryo war und blieb einfach ein Idiot. Aber es wäre sicher schön, die anderen mal wiederzusehen. Ob sie es nun wahrhaben wollte oder nicht, Ryo hatte es tatsächlich geschafft, sie aufzuheitern.

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