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Team: Kaleko
Challenge: Kink- JOKER ("Kontrolle und/oder der Verlust dieser" vom 4.2.2011) fürs Team
Fandom: Naruto (Shippuuden- Verse)
Charaktere: Naruto, Sasuke
Wörter: ~1300
Warnings: Ein bisschen AU. Ziemlich PWP... womöglich OOC. Dubcon... allgemein ziemlich hardcore.


~

Stumpfe, schwarze Augen fixierten das kleine Tablett aus chirurgischem Stahl auf Augenhöhe.
Dort auf dem Tischchen. Weißer Zellstoff lag da und darauf gebettet die dicke, gebogene Nadel.
Eine große Pinzette. Tupfer und Desinfektionsmittel und ein Ring mit silberner Perle aus Edelstahl. 

Alles noch eingeschweißt in steriler Originalverpackung. Es roch nach Latexhandschuhen und Angstschweiß.

Sasuke hatte die Instrumente schon seit gut einer halben Stunde vor Augen. Ruhig ließ er den Blick
darauf gerichtet und konzentrierte sich auf bedingungslose Akzeptanz von dem was kommen würde.
Es war so entschieden. Es würde passieren.

Er würde nicht im letzten Moment um Gnade und Aufschub betteln.

Ein wenig streckte er die Schultern. Nach so langer Zeit in der selben Position schmerzten die Muskeln.
Die Handschellen klirrten, genau so wie die Fußfesseln. Er achtete darauf sich nicht so zu bewegen,
dass er die Grenzen zu spüren bekam. In diesem Moment war er sich nicht mehr sicher, was das Gefühl
ausgelöst hätte- hilflos auf den Stuhl gefesselt zu sein und warten zu müssen.
Sein Kopf kämpfte den Gedanken nieder. Er akzeptierte ihn nicht.

Es war alles viel einfacher wenn er sich vorhielt, dass er das alles duldete, weil es ihm egal war.
Es konnte ihm nichts anhaben.

Genau so wenig wie Naruto, der wieder neben ihn trat und ihm so irritierend zärtlich die Kehle streichelte.
Er zuckte jedes Mal unter dem Gefühl der Fingerspitzen und verfluchte sich dafür.

„Möchtest du einen Schluck Wasser?“

Die Plastikflasche tauchte in seinem Gesichtsfeld auf. Sasuke drehte den Kopf weg.
Natürlich wollte er nicht.

Narutos Finger kraulten den Haaransatz in seinem Nacken und er wünschte sich er hätte
dem aufgeblasenen Idioten noch einmal kräftig die Hand ins Gesicht dreschen können.
Aber er hütete sich, die Grenzen der kurzen Kette zu spüren.

„Wenn du noch irgendwas brauchst-... Augenbinde, Knebel...? Dann bekommst du das, weißt du?“,
Naruto beugte sich zu ihm herunter,

„Kein Grund sich zu schämen. Das hilft dir doch, oder?“

Ruhig bleiben, gebot sich Sasuke innerlich und wandte den Blick demonstrativ von ihm weg.
Er fixierte weiter die Instrumente auf dem kleinen Tischchen.

Kein Wort, kein Laut, kein verräterisches Schaudern. Vielleicht konnte er nicht nicht kommunizieren,
aber er versuchte es jedenfalls.

Wenn der blonde Mistkerl ihn nur endlich in Ruhe lassen konnte und sie es einfach hinter sich brachten-...

„Deine Antworten sind ziemlich schwer zu verstehen“ , überlegte Naruto, „Vielleicht sollten wir
es einfach ausprobieren.“

Sasuke spürte wie die Wärme seiner Gegenwart von seiner Schulter verschwand.
Sein Puls beschleunigte sich wieder. Lästigerweise. Was konnte er dagegen tun?
Er spürte wie die Häarchen auf seinen Armen sich aufstellten, als Naruto in seinem Augenwinkel
die Ledermaske hochhob.

Es war eine von denen, die jeden winzigen Lichtstrahl ausschalteten.

Sie war gepolstert und lief über Stirn, Schläfen und Wangen, wurde hinter dem Kopf geschlossen
und schmiegte sich dicht über die Nasenwurzel.

Das zu tragen war weniger das Problem. Bequem war es ja. Es scheuerte nicht und drückte nirgendwo.

Die Schwierigkeit war, dass Sasuke nur ein paar Sekunden in dieser Maske aushielt, bevor surreale
Ausmaße von Panik und Desorientierung in ihm hochschwappten. Es war anders als normale Dunkelheit.
Es war eine Dunkelheit mit der Naruto die Kontrolle über ihn hatte. Das ertrug er nicht. 

Er biss die Zähne zusammen, als sich das Leder über sein Gesicht schob.
Seine Kehle wurde eng. Er hätte sich eher die Zunge abgebissen als das Safewort zu sagen.

Und sofort fiel sein Geist in haltlose Finsternis. Da waren keine Grenzen mehr, keine Orientierung.
Die Realität verschwamm, löste sich ab wie ein altes Pflaster in zu viel Wasser.
Übrig blieb das Geräusch von stoßendem Atem und hämmerndem Puls in seinen Ohren.

Das Gefühl von Narutos warmen Fingerspitzen auf seiner nackten Haut, vor dem er zurückschreckte
als würde es kleine Löcher in ihn hinein ätzen.
Wie Säure.

Nackte Zehen krümmten sich auf kaltem Kachelboden. Nägel schrappten über einen dünnen Streifen
Fugenmörtel. Er widerstand dem Drang, sich an seinen eigenen Ketten festzuhalten.

Aber dann fasste er doch zu.
In dem Moment, als Narutos warme Hand sich ihm über Mund und Nase schloss.
Nadelstiche von Panik waren nicht nur eine Emotion. Man fühlte sie in den Muskeln.
Sasuke hatte eine vage Ahnung davon, dass sein Kopf inzwischen viel weiter im Nacken lag
als er sich das normalerweise erlaubt hätte. Naruto war schuld. Dieser beschissene, blonde Scheißkerl.

Er weigerte sich, den Kopf zur Seite zu werfen oder unkontrolliert gegen die Hand zu keuchen
um ihm nicht zu zeigen wie sehr er fiel. Denn das tat er.

Es war ein Sturz in gähnende Dunkelheit, der kein Ende nahm.
Zwar fühlte er irgendwo am Rand seines Bewusstseins den Stuhl unter seinem Hintern,
aber es war eben so wenig greifbar wie der Nebel von Angst und Hilflosigkeit, der sich wie eine Faust
um ihn schloss und nach Öffnungen suchte.

„Ganz ruhig“, gurrte sein Begleiter mit weicher, fürsorglicher Stimme und schob ihm zwei Fingerspitzen
in den Nacken. „Ganz ruhig...“

Sasuke spürte wie das Schlottern einsetzte. Oh Gott, er hasste es. Sein ganzer Körper zuckte.
Er versuchte es zu unterdrücken, aber Naruto kraulte kleine Kreise in dem toten Winkel zwischen
Schultern und Hinterkopf und er schlotterte noch viel mehr.

Seinen Atem spürte er auch, wie er von der lockeren Hand über seiner Nase immer heftiger
auf die Haut zurück geworfen wurde.

Naruto schloss langsam Daumen und Zeigefinger über den Nasenflügeln und in dem Moment jagte
wilder, lodernder Hass in ihm hoch wie die Stichflamme die es gab, wenn man versuchte brennendes Öl
mit Wasser zu löschen.

Sein Kopf schoss nach vorn, seine Zähne klappten zusammen. Der Versuch zuzubeißen, zu vernichten
und Blut zu schmecken war reiner Instinkt. 

Und Narutos warme, gurrende Stimme ganz Zuneigung und süße, klebrige Freundlichkeit.
„Ich wusste, du würdest den Knebel doch haben wollen.“

Das Tempo des Fallens verdoppelte sich. Sasukes Fußketten klirrten.

Er roch Gummi, bevor er es spürte.
Jetzt riss er den Kopf zur Seite weg.

„Keine Angst...“
Säurefinger berührten viel zu zärtlich sein Kinn. Sämtlicher Flaum von Körperbehaarung auf seiner Haut
sträubte sich. Weiches Gummi berührte seine Lippen.

„Mach den Mund auf“

Sasuke zog den Kopf auf die andere Seite. Jetzt lag er so weit im Nacken, dass es nicht mehr weiter ging.
Der Druck vom Gummi auf seinen Lippen nahm zu. Seine Zehen streckten sich, stemmten sich gegen kalten
Fliesenboden. Narutos Faust zog die Halteriemen langsam im Nacken zu.

Paniknadeln drangen tief, hörten nicht auf zu stechen und zu vibrieren. Als die kurze Gummistange zwischen
die Zähne rutschte und seine Zunge nach hinten schob, spürte er etwas in sich knacken.
Er zitterte am ganzen Körper. Etwas in ihm brach. Es würde brechen. Da war ein Riss, ein klaffender Riss der
etwas offen legte.

Er hätte sich um das Gefühl herum gekrümmt, aber das ging jetzt nicht mehr.
Naruto schloss die Riemen eng und vernichtete jede Hoffnung das Ding von selbst wieder loszuwerden.
Fingerspitzen verschwanden. Arme schlossen sich um seinen Oberkörper.

Der freie Fall kam zu einem abrupten Stopp, als hätte jemand die Reißleine gezogen.


Er fühlte sich hängen in einem Albtraum aus Finsternis und es waren ausgerechnet Narutos Arme
die ihn hielten.

Sasuke spürte die Wange an seiner, die Lippen an seinem Ohr.
Das heiße Flüstern.

„Es ist gleich vorbei“

Auf einmal brannten Tränen von Kapitulation in seinen Augen. Seine Kehle zuckte.
Erst an der fremden Stimme wurde ihm klar, dass noch jemand anders den Raum betreten haben musste.

Vielleicht spielte ihm sein Gehirn einen Streich, aber das klang wie Kakashi- sensei. Oh Gott.


„Prince Albert, ja?“

„Genau.“
Narutos Stimme dröhnte im Brustkorb hinter seinem Rücken. Irgendwo klirrten hell und kalt
medizinische Instrumente. Sasuke hatte das Bild der scharfen, gebogenen Nadel vor Augen.
Die wahnsinnig dicke, gebogene Nadel. Seine Bauchmuskeln flatterten.

Jemand griff mit Latexhandschuhen in seinen Schritt, fasste sein Glied, zog die Vorhaut zurück
und goss flüssige Kälte über die Eichel. Vom Kopf bis zu den Zehen wurde er starr vor Entsetzen.
Das passierte nicht. Das konnte nicht passieren.

Sein Atem blieb in der Kehle hängen, seine Augen kniffen sich unter der Maske zusammen.
Er biss fest auf den Knebel.

Narutos Lippen kitzelten seine Ohrmuschel.

„Er braucht was, das ihn daran erinnert“, hallte die Stimme in seinem Kopf,

„Dass er jetzt nicht mehr so einfach verschwinden kann.“

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