[identity profile] somali77.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten

Team: Kaléko
Challenge: Kink- Handschellen (fürs Team)
Fandom: Digimon (leicht AU-... also ohne Monster im RL. Außerdem nach dem Zeitsprung beim Serienfinale.)
Charaktere: Ken Ichijouji, ...?
Wörter: ca 700
Warnings: eigentlich nix. Es sei denn der Kink an sich ist schon ne Warnung wert 8D Ah ja, und es hilft zu wissen,
dass Ken zu dem Zeitpunkt als tapferer Verbrecherjäger sein Unwesen treibt. Guckstu: http://images.wikia.com/digimon/de/images/d/d3/Ken_36.jpg
Klar, es ist nicht Digimonkaiser- Niveau. Aber sich von allem Kink- Potential zu befreien hat er irgendwie nie ganz geschafft~...



~

Kens Herz schlug bis zum Hals. Mit schwitzigen Fingern betastete er wieder einmal seine Handschellen.
Er strich zärtlich über das glatte Metall, öffnete eine der Schnallen, führte sie zu seinem Arm und
ließ sie ganz sanft, mit behutsamem Druck der anderen Hand einrasten. Leise ratschend schloss
sie sich um sein Handgelenk. Er schob zu bis er den Druck ahnen konnte. Nicht fest, aber da war er.
Und dann zog er ein wenig daran.

Ein warmer Schauder durchrann ihn. Komisch, er konnte sich vorstellen, dass viele Menschen Angst
davor hatten- er benutzte seine Handschellen äußerst ungern gegen andere Personen und nur
wenn es sein musste, so sanft und sicher er konnte- mit ein oder zwei beruhigenden Worten und
ohne unnötig groben Griff.

Diese Fesseln waren ein Machtinstrument. Man konnte die Endgültigkeit förmlich fühlen
die von ihnen ausstrahlte.

Jemand den man damit festschnallte war unschädlich gemacht, „gesichert“-... aber auch hilflos
und unterworfen. Und egal was er getan hatte, er verdiente Respekt und Verantwortung
in dieser Lage-...

Ken hatte kein gutes Gefühl wenn er sah, wie manche Kollegen mit dieser Macht grob und
rücksichtslos umgingen. Er wusste dass es falsch war, weil er die Erfahrung schon vor langer
Zeit gemacht hatte. Damals hatte er hoch und heilig geschworen, jede Überlegenheit die er
in seinem Leben bekam nur noch verantwortungsvoll einzusetzen, sanft und zurückhaltend-...
und heute noch spürte er einen kalten Klumpen im Bauch, wenn Kollegen über „den Abschaum“
herzogen und damit Menschen meinten, die ihr Leben in eine Sackgasse aus Verbrechen
geführt hatte. Sie mussten gestoppt werden- das war klar. Aber sie verdienten auch fairen
Umgang und eine zweite Chance- so wie er damals. Es war leicht, den Stachelpanzer aus
Verletzlichkeit als schlechten Charakter und „unverbesserlich“ abzuhaken...

Ken wusste, dass man böse sein und sich trotzdem nach Halt und Zuneigung sehnen konnte.

Und die Handschellen waren wunderschön. Fein gearbeitet, glänzend und stabil.
Das kleine Geräusch der kurzen Kette, wenn er ruckartig daran zog, war hell und klirrend...
Irgendwie reichte ihm das noch nicht.
Er sah sich kurz um. Die Querstange am Kopfgitter des Betts war die logische Lösung.
Er schloss die zweite Schnalle um das Metall, ließ sie einrasten und zerrte noch einmal
prüfend an seiner Hand.

Die Fesseln hielten. Sicher und unerbittlich. Ein kleines, angenehmes Kribbeln rann
zwischen seinen Schulterblättern hinunter, verteilte sich irgendwo auf dem Weg abwärts.
Aber irgendwie war das auch noch nicht genug.
Kurzerhand schloss er die zweite Schnalle wieder auf, fädelte sie unter der Querstange
hindurch und oben wieder zurück. Stützte sie mit der zweiten, schon gefesselten Hand
und schob seinen anderen Arm gegen den Ring.

Er hatte gar keine Angst vor Handschellen. Seltsam, oder? Auch nicht vor Ketten
oder Gitterstäben. Natürlich war das Metall irgendwie kalt, aber er liebte die Ruhe
und Klarheit die von dem Material ausging. Wenn es lange genug Kontakt mit bloßer
Haut hatte, wurde es warm.

Kens Herz pochte wieder schwerer, rascher. Ein nervöses Kribbeln schwärmte durch
seinen Bauch. Sanft schloss er die zweite Metallspange- ratschend rastete sie ein
und er hing auf einmal mit sehr eingeschränkter Bewegungsfreiheit am Bett fest.

Tief atmete er durch, schmeckte die Mischung aus „Zur Hölle, bist du wahnsinnig?“
und „Das fühlt sich toll an, zieh noch mal ein bisschen“ direkt auf der Zunge.
Natürlich war ihm klar, dass ein normaler, erwachsener Mann sich nicht dabei erwischen
lassen sollte, wie er sich mit seinen eigenen Diensthandschellen ans Bett kettete.
Aber diese unwiderstehliche Möglichkeit es doch einmal auszuprobieren
war viel zu verlockend und naheliegend gewesen.

Und mit jeder Sekunde verschwand etwas von seinen Bedenken und ein herrliches
Prickeln von Aufregung gewann die Oberhand. So eng...
Er zog noch einmal ein bisschen- nicht um freizukommen natürlich, nur um die
Einschränkung stärker zu spüren- die Kette war angenehm kurz. Vielleicht war es das,
was man einen Fetisch nannte. Ganz sicher war er sich nicht, warum er dieses Gefühl
auf Anhieb so sehr mochte- aber dass er es mochte war einfach klar. Am liebsten hätte
er sich dort in den Kissen zusammengerollt, die Augen geschlossen und das Gefühl
seiner gefesselten Hände einfach nur eine Weile genossen... Nichts weiter.

Und er spielte schon mit dem Gedanken aus den Hausschuhen zu schlüpfen
und seinen Plan wahr zu machen- als plötzlich ein Schlüssel in der Haustür rasselte...

~



Date: 2012-07-05 04:17 pm (UTC)
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From: [personal profile] luinaldawen
Na wer kommt denn da? XD
Es hat mir wirklich gut gefallen, vor allem wie du Kens Gefühle und Gedankengänge beschrieben hast. Sehr gut getroffen. Auch seine Vergangenheit hast du da sehr gut eingeflochten.
Geht es noch weiter? ^.~

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