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Team: Kaléko
Challenge: Romantik/Intimität- "Hände"
Fandom: Gundam Wing
Charaktere: Heero Yui/ Duo Maxwell
Wörter: 539
Kommentar: Nach der Serie- vor Endless Waltz



~

Hände

~

Es gab dieses völlig abgefahrene Bild in seinem Kopf von Heeros Fingern als er fünfzehn gewesen war
und sie beide in diesem Bürgerkrieg gekämpft hatten. Seine Finger, wie sie über die Schaltzentrale seines
Gundams flogen. Tapp, tapp tapp- bäm, und das riesige Ding aus Metall und Treibstoff und jeder Menge
Munition startete senkrecht wie eine fette, gigantische Schneegans.

Wow.

Wenn er daran dachte wie oft er in den endlosen Wochen Einsamkeit in seinem engen Cockpit von
diesen Händen geträumt hatte. Sie hatten ihm Angst gemacht. Aber irgendwie war es auch geil gewesen.
Was konnte man erwarten von Händen, mit denen ein Kerl seinen eigenen Beinbruch richtete und sich
aus medizinischen Fesseln riss.

Und jetzt-... wunderte er sich, wie sehr Heero -seine- Hände mochte. Duo gab sich alle
Mühe ihn nicht zu enttäuschen.

„Du bist ein Künstler“, murmelte Heero jetzt. Die kleine Einzimmerwohnung unter dem Dach, die sie
zusammen hatten, war aufgeheizt von der Sonne obwohl es inzwischen Nacht draußen war. Das Fenster
stand offen, die Gardinen blähten sich unter dem Luftzug nach innen.

Duo lachte- ein Reflex- und hatte sofort Selbstzweifel- auch ein Reflex.
„Wie meinst du das?“, wisperte er.

„Deine Hände“, Heero umfasste eine davon. Er streichelte mit dem Daumen fasziniert über die Handfläche.
„Du bist so geschickt.“

„Kommt vom Schlösser knacken“, Duo grinste verlegen und ließ sich peinlich berührt am Zeigefinger knabbern.
„Shit, das kitzelt!“

„Mmmh...“ Heeros Zunge glitt hingebungsvoll in den Spalt zwischen Zeige- und Mittelfinger, Duos Arm
zuckte in seinem Griff.

„Hör auf damit! Wehe du beißt!“

Heero lachte. Es rollte dunkel und melodisch aus seinem Brustkorb.

„Paranoider Freak.“

„Oh, ich bin paranoid, ja?“, Duo kuschelte sich mit nacktem Hintern auf dem zu schmalen Bett zurecht.
Selbst mit dem dünnem Tuch als Decke war es noch viel zu heiß. „Selber“

„Ich vertraue dir.“

„Ach ja?“, Duo legte den Kopf schief. Er zog beide Hände unter sich und schob den Oberköper darüber.
„Glaubst du doch selbst nicht... würdest du mich ein Schiff fliegen lassen?“

„Na klar.“

„Während du auf dem Beifahrersitz hockst?“

„... ja.“

„Tatsächlich?“

Sie sahen sich lange an. Blaue Augen im Halbdunkeln vor dem milchigen Licht das durchs Fenster fiel.
Heero hob seine Hand. Er strich dem Anderen ein paar Haarsträhnen von der Wange die sich aus dem
Zopf gelöst hatten. Duo schloss die Augen und spürte die Gänsehaut dabei. So warm, diese Finger.
So rau und sicher. Beinahe erwartete er irgendetwas. Eine geheime Art von Berührung, tapp- tapp- bäm,
die ihn in zwei Sekunden von Null auf Hundert brachte wie diesen Gundam.

Aber Heero tat nichts. Nicht jetzt.

Er streichelte nur seinen Nacken und als Duo die Augen öffnete, lächelte er. Ganz kurz nur, ganz sparsam,
aber er lächelte. „Ich mag deine Hände.“ klang die Stimme durch die Dunkelheit.


Duo spürte sein Gesicht prickeln. Seine Kehle war trocken, aber vielleicht kam das von der Hitze im Zimmer.
Er wich mit den Augen aus, ließ Heero den Arm um seinen Hals schlingen und sich näher ziehen, ganz nah,
bis sie Brust an Brust aufeinander lagen und Heero seine Schläfe küsste.


„Dito“, brachte er kaum hörbar hervor.

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