der_jemand: (Default)
[personal profile] der_jemand posting in [community profile] 120_minuten
Team: Dickinson
Challenge: Horror/Thriller - „Hast du das auch gehört?“ (fürs Team)
Fandom: Original (Crash, aka das vom Kuchenbuffet)
Charaktere: Patrick Saulters, Logan Deshaies, Miranda... und alle anderen. - Braucht man aber nicht kennen.
Wörter: ~ 1300
A/N: Ich hab Horror versucht. Ernsthaft. Betonung auf "versucht".
Ich hoffe es passt irgendwie. *drop*


Es war bei weitem der seltsamste Camping-Ausflug, an dem Patrick je teilgenommen hatte. – Was nur zum Teil daran lag, dass er das letzte mal mit neun Jahren campen gewesen war. Viel ausschlaggebender war da wohl der Fakt, dass er mit dem Theater-Club (und Begleitung) auf einer Lichtung mitten im Wald saß. Die Mitglieder des Theater-Clubs waren... seltsam.
Zum etwa hundertsten Mal, seit er heute Nachmittag in Miranda Bradfords Pickup geklettert war, fragte er sich, warum genau er eigentlich hier war. Und wie bei den neunundneunzig Malen zuvor lautete die Antwort: Weil Logan ihn eingeladen hatte. Es war traurig, was er alles für diesen Nerd und sein niedliches Grinsen tun würde...
Zum Beispiel auf einem Baumstamm zwischen ihm und Janet Allinder eingezwängt rumsitzen und aufmerksam ins Feuer starren, damit er nicht Mathew und seinem On-Off-Freund Alex beim Rumknutschen zugucken musste.
Die meisten der anderen waren schon vor Stunden in ihre Zelte verschwunden und seit mindestens einer spielte Patrick selbst mit dem Gedanken, sich zurückzuziehen, aber dafür war es am Feuer einfach zu warm und außerdem war da Logan. Genau.
Als hätte der seine Gedankengänge gehört, stand er auf und streckte die Arme. „So, meine Damen, ich pack's dann“, verkündete er und gähnte ausgiebig. „Verstört mir meinen Gast nicht zu sehr.“
Grinsend legte er Patrick eine Hand auf die Schulter. Mat nutzte die Gelegenheit, seine Zunge aus Alex Hals zu entfernen und grinste seinen besten Freund an. „Saulters verstören? Wir?“
Logan grinste zurück. „Ich dachte tatsächlich eher an die Mädels.“
Patrick spürte, wie seine Wangen flammend rot wurden. Zwar verstörte ihn das Rumgelecke der beiden Kerle deutlich mehr, als Hände, die unauffällig über Oberschenkel oder Rücken glitten, aber irgendwie tat ihm die Leichtigkeit, mit der diese Verrückten über seine (und ihre) sexuelle Orientierung witzeln konnten gut. Logan hatte recht gehabt, ein paar bekloppte neue Freunde waren das beste, was ihm passieren konnte.
Miri warf einen Kiesel nach Alex, der inzwischen offenbar auch einen dummen Kommentar losgeworden war. „Verzieht euch bloß in euer Zelt, Perverslinge!“ Sie lachte.
„Hm... Perverslinge...“ Alex grinste. „Und mit der warst du mal zusammen?“
Mat verdrehte die Augen. „Ungefähr fünf Minuten lang...“
„Ja ja... Aber ich mag die Art, wie sie denkt.“ Alex sprang auf und zog seinen Freund mit sich. „Gute Nacht, ihr Süßen!“
„Seid bloß leise, ja?“, verlangte Trevor, einer ihrer beiden Kulissenmaler.
Alex und Mat lachten bloß. Und Patrick fiel plötzlich auf, dass Logans Hand immer noch auf seiner Schulter lag, als gehöre sie irgendwie dahin.
Er lächelte den anderen schräg von unten an. „Was ist los? Festgewachsen?“
Logan runzelte bloß die Stirn. „Hast du das auch gehört?“
„Was?“
„So ein... Rascheln. Und Knurren.“ Er schüttelte den Kopf. „War wahrscheinlich nur irgendein Tier. - Also. Nacht!“
Er ließ Patricks Schulter los, grinste, als Miri ihm eine Kusshand zuwarf und schlenderte in Richtung des Zeltes, bei dessen Aufbau er mehr Patricks nicht vorhandenes Geschick kommentiert, als selbst irgendetwas getan hatte. Patrick lächelte versonnen. Es war so einfach, mit Logan–
Jetzt hörte er auch ein Rascheln. Und ein tiefes Knurren. Und dann einen lauten Schrei und Logan war verschwunden.
Er sprang auf.
„Was war das?“
„Wo ist Logie?“
„Was zur Hölle?!“
Ein weiterer Schrei und dann das Geräusch brechender Äste und das Reißen von Zeltplane. Jemand bohrte seine Fingernägel in seinen Arm. Miri.
Eine Gestalt sprintete aus der Richtung des zerstörten Zeltes und bevor Patrick erkennen konnte, wer es war, wurde sie in die Büsche gezerrt. „Da!“ Er rannte los, aber noch Meter vor dem Gebüsch packte etwas seinen Fuß und riss ihn zu Boden. Sein Gesicht landete in feuchtem Laub, und ein stechender Schmerz raste durch seinen linken Arm.
Um ihn herum trampelten Füße, erklangen weitere Schreie, ein Heulen und dann riss etwas an seinem Arm. Er brüllte vor Schmerzen, schlug mit der unverletzten Hand in die Richtung seines Angreifers.
Saulters!“ Es war Alex, der ihn wieder auf die Füße und jetzt in eine feste Umarmung, die ihn ohne Zweifel an weiteren Schlägen hindern sollte, gezogen hatte. „Ich bin's nur. Alles okay?“
Patrick atmete tief ein. „...Ja. Mein Fuß...“
„Zeltschnüre.“ Alex ließ ihn los.
„Was ist hier los?“
„Ich hab keine Ahnung...“ Er packte Patricks linke Hand und bemerkte die Schmerzenslaute, die der dabei ausstieß, offenbar gar nicht. Er zog ihn wieder in Richtung Feuer.
Janet und Miranda standen dort mit den Rücken aneinander und starrten in den Wald, während Trevor vor einem der Zwillinge kniete und mit einer Taschenlampe ihr Bein beleuchtete. Patrick konnte einen blutigen Schnitt vom Knie bis fast zum Knöchel erkennen. „Der ist tief, was ist passiert?!“
Das Mädchen zitterte. „Es hatte mich, aber dann hat Maria geschrien und ist losgerannt und... Wo ist sie?“ Panisch sah sie sich nach ihrer Schwester um. Alex legte ihr die Hände auf die Schultern, sagte aber nichts.
„Was...“ Patrick musste schlucken. „Was ist hier los? Was ist da draußen? Wo...“ Wo ist Logan? Er brachte die Worte nicht heraus.
„Na ja...“, Theresas Stimme bebte. „Es gibt da diese... Geschichte, dass hier im Wald Wölfe leben...“
Alex schüttelte den Kopf. „Das ist so ne Horrorstory, riesige russische Wölfe, die als Kampfhunde gehalten wurden und jetzt hier Wanderer fressen...“ Er war bleich. „Totaler Schwachsinn, aber...“
„Es sind Werwölfe“, flüsterte Theresa.
„Da!“, rief Janet und deutete auf das Gebüsch, wo sich gerade einige Äste bewegten, im selben Moment, als Miranda eine Bewegung auf der anderen Seite bemerkte.
„Sie kreisen uns ein...“ Ihre Stimme war heiser.
Kurz entschlossen bückte Patrick sich und zog einen Ast aus dem Feuer. Er packte ihn wie einen Baseballschläger. „Wenn es wirklich Wölfe sind, sollten sie Angst vor Feuer haben, oder?“ Er klang nicht halb so sicher, wie er das gerne hätte.
Eiliges Nicken und auch die anderen griffen nach Ästen.
„Gott, ich hasse Horrorfilme“, flüsterte Trevor.
„Red keinen Schwachsinn...“
„Du hast leicht reden, ich bin schließlich schwarz und geh als erstes drauf...“
Janet sah aus, als wollte sie ihn töten, bevor das irgendwelchen mysteriösen Wolfmonster konnten. „Schaffen wir es irgendwie zu den Autos?“
„Nie im Leben.“
„Ich glaube, sie kommen näher...“
Etwas raschelte. Wieder das Knurren. Und direkt vor Patricks Augen bewegten sich die Zweige eines Gebüschs. Etwas knackte, mehr Rascheln. Er packte seine Fackel fester. Ein Rudel Werwölfe...
Krachend brachen Äste, als etwas aus dem Gebüsch sprang. Janet schrie. Patrick wahrscheinlich auch, er war sich nicht sicher.
„Ihr glaubt doch nicht echt an Werwölfe, oder?“, Mat grinste über das ganze Gesicht. „Ernsthaft? Werwölfe?“
Patrick ließ die Fackel sinken. „Was zur...“ Maria konnte sich das Lachen kaum verkneifen. Und jetzt trat auch Logan aus dem Gebüsch, seinen Laptop unter dem Arm und mit einem unverschämt breiten Grinsen für jemanden, der noch vor Minuten schreiend von einem Werwolf verschleppt worden war.
Es stoben Funken auf, als Patrick die Fackel fallen ließ, aber das war ihm egal, er stürmte über die Lichtung und packte Logan am verdammten Kragen seiner lächerlichen Jacke. „ICH BRING DICH UM, DU ARSCH!“
„Hey, hey, ganz ruhig, Saulters, das ist nur ein Initiationritus, das haben wir alle hinter uns...“
Er hörte Alex nicht und auch nicht Janets Flüche und das Lachen der anderen. „Du Arsch. Du verficktes Arschloch.“ Er wusste nicht, was er noch hatte sagen wollen. Irgendwas mit vielen Schimpfworten...
„Kannst du mich runter lassen?“
„Was?“
Logan grinste schwach und schielte nach unten. Tatsächlich hatte Patrick ihn am Jackenkragen ein paar Zentimeter vom Boden gehoben. Er ließ ihn fallen und wandte sich wieder zu den anderen. Janet, die außer ihm die einzige Nicht-Eingeweihte zu sein schien, sah aus, als könnte sie sich nicht entscheiden, ob sie irgendjemanden töten oder weinen sollte. Patrick wusste genau, wie es ihr ging.
„Ihr seid alle solche Arschlöcher.“

Date: 2012-07-03 05:01 am (UTC)
From: [identity profile] exiles-diary.livejournal.com
Also ich fand das sehr spannend!
So ein Wald-Camping kann schon sehr gruselig sein XD

Date: 2012-07-03 07:28 am (UTC)
From: [identity profile] chija.livejournal.com
Ich weiß nicht, was du hast, ich fand es stellenweise echt gruselig. Und abgesehen davon: hach, Theatermenschen! Hach Menschen, die in kürzester Zeit fiese Wunden zaubern können.

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