[identity profile] chija.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Dickinson
Challenge: Horror/Thriller - Spuren (für's Team)
Fandom: Assassin's Creed (braucht noch nen tag)
Charaktere: Sofia (und Ela) - OCs
Wörter: 1094
Warnings: unbetaed, ein bisschen Gewalt
Disclaimer: Assassin's Creed gehört Ubisoft, die Charaktere sind meine.
Kommentar: Desmond Miles ist sicher nicht der einzige, der irgendwo in einem Animus steckt oder gesteckt hat.

„Okay… wir sind drin. Alles läuft bisher wie geplant, Wache eins ist auf Pinkelpause, Wache zwei ist im anderen Bereich. Beeil dich trotzdem ein bisschen, ja? Viel Glück.“ Durch das Knacken und Rauschen des Funkgeräts klang Elas Stimme seltsam verzerrt, aber Sofia beschloss, sich keine weiteren Gedanken über abbrechenden Empfang oder sonstige Probleme zu machen. Sie hatte genug Probleme vor ihrer Nase. Beispielsweise einen Museumsraum, der komplett mit Laser-Bewegungsmeldern gesichert war und den sie irgendwie durchqueren musste, um an das Bild zu kommen, von dem sie sich so viel erhofften. Oder einen Boden, der vermutlich mit Drucksensoren ausgestattet war, was sie nicht genau wussten aber weswegen sie gerade auf einem Wandvorsprung etwa zwei Meter über besagtem Boden hockte. Aber wenn sie Zeichen wirklich darauf waren, dann hatten sie den letzten Hinweis, die letzte Spur. Wenn. Und wenn Sofia vor lauter Grübeln nicht geradewegs in einen der Bewegungsmelder hineinlief.

Komm schon, Sof. Konzentrier dich.

Sie schloss die Augen. Wartete einen Augenblick. Öffnete sie wieder. Manchmal fragte sie sich, ob es ihr eigentlich seltsam vorkommen sollte, dass sie sich in der seltsam verzerrten, bläulichen Welt, die das Adlerauge ihr eröffnete, wohler fühlte als wenn sie nur das wahrnahm, was andere Menschen auch sahen. Vermutlich sollte es das. Aber eigentlich war es ihr egal. Ein bisschen mehr sehen als alle anderen, das war in ihren Augen immernoch eine unzureichende Entschädigung für das, was sie in den letzten Jahren von ihr verlangt hatten. Sie hatte gar nicht wirklich gewusst, wie ihr geschehen war, als sie eines Tages vor ihrer Tür gestanden hatten, sie gepackt und ohne viel Erklärung mitgenommen, nur „du bist eine von uns, du bist in Gefahr, sie werden dich finden.“ Und dann hatten sie sie in dieses komische Versteck in der alten Kanalisation gebracht und in den Animus gesteckt. Ohne ihr damals zu erklären, was ein Animus überhaupt war und was mit ihr passierte, das hatte sie nach und nach herausgefunden. Während sie sie durch Erinnerungen gejagt hatten, eine nach der anderen, wieder und wieder. Erinnerungen ihrer Vorfahrinnen. Die Zeit der Kreuzzüge. Maria. Die italienische Renaissance. Claudia Auditore. Die französische Revolution. Margarit Arnaud. Und so weiter. Und je länger sie Zeit in diesem Gerät verbracht hatte, umso mehr waren diese seltsamen Fähigkeiten auf sie übergegangen. So als hätte sie sie nicht gelernt, sondern sich nur an sie erinnert und…

„Sag mal, Sof, träumst du?!“

Elas Stimme riss sie unsanft aus ihren Gedanken. Ja, das mit dem Grübeln sollte sie wohl irgendwann mal lassen. „Bin schon unterwegs.“
„Ich bitte darum.“

Gut. Los. Hellblau schimmerten die dünnen Strahlen des Bewegungsmelders unter ihr. Es sah ein wenig aus wie ein Spinnennetz. Aber es war für Eindringlinge auf dem Boden gedacht. Sofia stieß sich von ihrem Mauervorsprung ab, bekam eine alte Fahnenstange zu fassen, schwang sich von durch aus weiter an ein Banner, das die Decke dekorierte und von dort auf den nächsten Mauervorsprung. Sehr schön. Von hier konnte sie das Bild fast schon genau genug sehen. Und es war ihr, als schimmerte auch dort etwas hell auf der alten Leinwand. Oh bitte, bitte, bitte…

Sie ließ sich ein Stück fallen, hielt sich an der Kante des Vorsprungs fest und hangelte sich geschickt weiter. Füße an die Wand, ein Stück abspringen. An einer Lampe vorbei, hochziehen auf den nächsten Vorsprung und bloß nicht abrutschen, sonst brach hier gleich die Hölle los.

Jetzt war sie nah genug dran. Warum suchen die sich eigentlich immer die kleinsten Gemälde aus? Warum krieg ich nicht mal nen Rembrandt? schoss es ihr durch den Kopf. Aber eigentlich hätte das Gemälde gar nicht größer sein müssen, denn sie sah die Spuren ganz deutlich. Assassinensymbole. Überall. Und die Konstellation war ganz außergewöhnlich und-

„Kacke, Sof, du musst da raus!“

Ela klang so panisch, dass Sofia vor Schreck fast von ihrem Vorsprung gefallen wäre. „Was? Was ist passiert?“
„Aus irgend einem Grund hat sich der Wachplan geändert. Da sind fünf Leute, und sie kommen direkt auf dich zu. Raus, Sof, beweg dich!“
„Aber wohin?“
„Nach oben. Über die Oberlichter kommst du aufs Dach, und von dort geht es sicher irgendwie weiter!“
„Dir ist klar, dass das eine Kuppel ist?“
„Du schaffst das. Du bist sowas schonmal hochgekommen.“
„Ja, im Animus. Das waren nicht meine Armmuskeln.“
„Sof, los jetzt! Sie kommen.“
Und Ela hatte recht. Jetzt hörte sie auch die schweren Schritte, die bedrohlich näher kamen. Vor allem bedrohlich schnell. Und als plötzlich neben ihr ein Stück Mauer absplitterte und Sofia realisierte, dass man gerade auf sie geschossen hatte, wurde ihr doch ziemlich mulmig. Sie angelte in ihrem Gürtel nach ein paar Wurfmessern (die Dinger mochten vielleicht altmodisch sein, aber sie waren praktisch) und feuerte sie blind nach unten, während sie begann, sich an der immer schräger werdenden Decke hochzuziehen. Jetzt nicht schlapp machen. Auf geht’s.

Wie genau sie das Dach erreicht hatte, konnte sie später nicht mehr wirklich sagen. Nur, dass sie sich aus dem schmalen Oberlicht gezogen hatte und erwartet worden war von viel zu vielen viel zu bewaffneten Menschen. Einige trugen das Abstergo-Symbol.
Kacke.

Sofia rannte los. Wäre sie voll bewaffnet gewesen, hätte sie vielleicht eine Chance gehabt, sie erinnerte sich an einen Kampf in den Straßen Roms, in dem sie – Claudia – es mit mehr Gegnern aufgenommen hatte, aber da hatte sie ein Schwert gehabt und die anderen Äxte, die man ihnen so wunderbar klauen konnte. Und nicht… sowas, was auch immer es war, dessen Kugel gerade fast ihr Ohr gestreift hätte.
Kacke, Kacke, Kacke!
Aus dem Funkgerät drang auch nur noch Rauschen, vermutlich hatte sie sich irgendwo beim Klettern ein Kabel abgerissen. Sofia sah sich um. Langsam schlossen sich die Reihen der Templer um sie. Ausweichen war nicht mehr. Und die Dachkante kam bedrohlich näher.

Die Sache mit dem Adlersprung war das einzige gewesen, was ihr im Animus immer sehr gruselig vorgekommen war. Und vom dem sie auch nicht glaubte, dass sich das irgendwie übertragen, lernen, erinnern ließ. So etwas konnte einfach nicht funktionieren. Es konnte nicht.

Sie hatte die Kante erreicht. Kugeln zischten um sie herum, es war ein Wunder, dass sie noch nicht getroffen worden war. Ohne viel Hoffnung auf Erfolg warf sie ihre letzten drei Wurfmesser auf ihre Verfolger. Dann sah sie über die Kante. Und hätte fast gelacht. Viele Meter unter ihr befand sich zwar kein Heuhaufen, aber am Straßenrand parkte ein LKW, dessen Fahrer sich offensichtlich gerade einen Kaffee holte. Und er hatte Mulch geladen. Sie atmete tief durch.
Entweder, ich verrecke hier oben oder da unten. Gut sieht es nirgendwo aus.

Und Sofia sprang.

Date: 2012-07-01 01:34 pm (UTC)
servena: (Dalek bringing tea)
From: [personal profile] servena
Also wenn das kein Thriller war, dann weiß ich auch nicht. Sehr schön die Spannung aufgebaut und Tempo reingebracht. Ich habe nicht den blassesten Schimmer von Assassin's Creed, aber das tat dem Vergnügen keinen Abbruch. ^^

Date: 2012-07-01 02:04 pm (UTC)
der_jemand: (velo)
From: [personal profile] der_jemand
Assassin's Creed! <3
Und ich liebe, liebe, liebe das Ende mit dem Sprung. Weil toll. Und der Heuhaufen. OMG.

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