Wie man Schuhe verkauft
Jun. 24th, 2007 04:12 pmFandom: Disney
Challenge: #3
Warnungen: Goofy *lol*
A/N: Ich weiß nicht, ob ich mich dafür schämen sollte, eine Fanfic mit Goofy geschrieben zu haben, aber bei Nr. 3 fiel er mir gleich ein. Wer die alten Goofy-Videos kennt, der sollte auch wissen wieso. XD
Wie man Schuhe verkauft
Goofy stand an ein Regal gelehnt und lauschte der Fahrstuhlmusik. Sein Fuß tappte im Takt auf den Boden, was man aber nicht hörte, da es dicker Teppichboden war. Unabdingbar für ein gutes Schuhgeschäft. Man wollte ja schließlich nicht, dass die Käufer ausrutschten. So verkaufte man keine Schuhe. Plötzlich erschallte eine Stimme aus den Lautsprechern.
„Heute wollen wir lernen, wie man Schuhe verkauft.“
Einen Moment lang tappte Goofy unter Glucksen weiter.
„Ein guter Schuhverkäufer sollte immer gut angezogen sein.“
Goofy sah an sich herunter. Er schlug die Hände überm Kopf zusammen. Sein grauer Anzug war neu und schick, doch hatte er in der morgendlichen Eile vergessen, etwas wichtiges anzulegen. Ohne diesen Zusatz sah er aus wie ein Penner! Seine Beine überschlugen sich, als er in die Klamottenabteilung des Kaufhauses wetzte. Immer wieder schrie er „Oh Gott, oh Gott, oh Gott!“
„Eine Krawatte oder auch eine Fliege ist unabdingbar, möchte man ernstgenommen werden – nicht so eine!“
Goofy betrachtete die blaugepunktete Fliege mit den kleinen Engelchen darauf, die er gerade hatte anlegen wollen. Arglos warf er sie zurück auf den Stapel Fliegen, die in einem riesigen Becken voller Accessoires darauf warteten, dass ein schnieker Kerl wie er sie alle kaufte.
„Schon besser.“
Vor Stolz schwoll ihm die Brust. Die grüne Krawatte, die er gewählt hatte, passte ausgezeichnet zu seinem grauen Anzug.
„Ein guter Verkäufer lässt seine Kasse niemals aus den Augen.“
Goofys Augen weiteten sich. „Oh nein!“ Mit schlackernden Beinen wetzte er zurück zu seinem Geschäft. Einige Leute schauten sich die Schuhe an, und ein kleiner Junge rannte heulend vor seiner Mutter herum.
„Wer Schuhe verkaufen will, sollte Kontakt zu den Kunden suchen.“
Er nickte; das leuchtete ein. Schwungvoll zog er seinen Hut vor der jungen Dame. Ihr Sohn sah ihn einen Moment verdutzt an und brüllte ihm dann mit aller Lungenkraft ins Gesicht. Ihm flog sein Hut weg, direkt einer alten Dame ins Gesicht.
„Entschuldigen Sie, meine Dame! Entschuldigen Sie vielmals!“
Die kleine dicke Dame schnaufte, drückte Goofy die violetten Pantoffeln in die Hand und stolzierte mit gerecktem Kopf aus dem Geschäft.
Der Mann aus dem Lautsprecher lachte verhalten.
Goofy wollte schon anfangen zu fluchen, als er bemerkte, dass der kleine Junge und seine Mutter hinter ihm standen. Die Frau beguckte ihn, argwöhnisch eine Augenbraue gehoben.
„Ein guter Verkäufer sorgt dafür, dass der Kunde stets bekommt, was er sich wünscht.“
Wiederum nickte Goofy und setzte sein strahlendstes Lächeln auf. „Meine Liebe“, sagte er gedehnt, „was suchen Sie denn?“
Sie schürzte die Lippen. Goofys Ohren vibrierten. „Mein Sohn braucht ein paar neue Turnschuhe.“
„Ahhh“, machte der Junge.
„Egal wie unmöglich sich ein Kunde verhält, er behält stets Recht.“
Schnaufend suchte Goofy fünfzehn wunderschöne Turnschuhe heraus. In blau und weiß und gelb und grün und rot. Bei jedem Karton, den er vor dem Jungen abstellte, brüllte ihn dieser wieder an.
„Das sind doofe Schuhe!“
„Aber Schätzchen“, sagte seine Mutter.
„Die sind nicht so wie meine Schuhe! Das sind böse Schuhe!“ Mit einem giftigen Blick wandte er sich zu Goofy. „Er will, dass ich hinfalle, Mama!“
Goofy erinnerte sich daran, was der Lautsprechermann gesagt hatte. „Ja!“
„Oh nee.“
Die Frau baute sich vor Goofy auf. „Was haben sie da gerade gesagt?“
„Natürlich will ich, dass Ihr Sohn hinfällt!“, sagte er.
„Ein guter Schuhverkäufer weiß, wann es Zeit ist, sich aus dem Staub zu machen.“
Goofy sah sich nach den Lautsprechern in den Ecken seines Geschäfts um. „Ich dachte, ein guter Verkäufer lässt niemals seine Kasse aus den Augen?“
„Na ja ... in Notsituationen, ist das etwas anderes!“
Kopfschüttelnd sah Goofy wieder die Frau an. Ihr Kopf war rot angelaufen und sie stieß kleine Dampfwölkchen aus. Er fragte sich, ob sie mit einem ihm bekannten Stier verwandt war.
„Wir haben auch noch ganz entzückende Pumps!“
„Oh!“
Das Gesicht der Frau entspannte sich merklich. „Wirklich? Die von Pissnie?“
„Natürlich, und falls wir nicht haben, was Sie möchten, oder nicht in Ihrer Größe, dann kann ich es Ihnen selbstverständlich auch nachbestellten“, sagte Goofy in der ungluckerndsten Tonlage, die er zustande bringen konnte. Danach musste er erst einmal tief Luft holen. Aber es zeigte Wirkung bei der Frau.
„Oh mein Gott!“, flötete sie. „Ich wollte schon immer mal Schuhe von Pissnie. Wenigstens ein einziges Mal wollte ich sie anprobieren.“
Goofy gluckste. „Folgen Sie mir bitte!“
Der kleine Junge stampfte mit den Füßen auf. „Das sind doofe Schuhe!“
Seine Mutter verpasste ihm eine Kopfnuss. Sie packte ihn am Schlafittchen und zog ihn hinter sich her. „Schuhe von Pissnie sind exklusiv, du dummes Ding.“
„Waah“, gab der Junge als Antwort und strampelte so heftig mit den Beinen, dass er einige Regale abräumte.
„Das müssen Sie alles wieder aufräumen.“
„Jetzt?“, fragte Goofy in den Raum. Die Frau hinter ihm blieb abrupt stehen und sah sich irritiert um.
„Nein, der Kunde kommt immer zuerst.“
Die Schuhe von Pissnie waren in einer Glasvitrine untergebracht. Sie wurden von Lampen beschienen, was nur manchen von ihnen gut tat. Die dunkleren Exemplare wirkten fahl. Solche aber mit Edelsteinen und Strass profitierten von der starken Lichteinstrahlung, die jede Butter innerhalb von zehn Sekunden zu einer gelben Soße machen konnte.
„Wirklich entzückend!“, sagte die Frau. Ihr Gesicht schien eins mit der Vitrine zu werden, so fest presste sie es auf die Oberfläche.
„Das gibt Fettflecken, tsk, tsk, tsk.“
Goofy wartete, bis die Frau sich von der Vitrine losgeeist hatte. „Soll ich ein Paar herausholen?“
„Oh, das wäre wundervoll!“, trillerte sie.
Die Tür schwang auf und ein Schwall aus verschiedensten Gerüchen wurde befreit. Goofy verzog das Gesicht und hielt sich die Hand über Nase und Mund. Mit der anderen nahm er das glitzernde Paar, das die Frau die ganze Zeit über so gierig angestarrt hatte.
„Wie teuer kommt das denn?“ Sie drehte den Schuh sooft in ihrer Hand, dass Goofy allein vom Zuschauen ganz schwindlig wurde. Er hielt sich an einem der Regale fest. Dass es sich Zentimeter um Zentimeter dem nächsten Regal näherte und er immer schiefer dastand, bemerkte er gar nicht, so beschäftigt war er damit, sich eine besonders schöne Formulierung für ‚so teuer wie ein Flugzeug’ zu überlegen.
„Für Sie könnte ich den Preis natürlich noch etwas – wahuha!“
Der kleine Junge lachte und zeigte mit dem Finger auf die wie Dominosteine umfallenden Regale. Dabei fungierte Goofy als der erste Dominostein. Mit wedelnden Armen packte er sich auf das Regal, an dem er gelehnt war. Die Schuhspitzen und Absätze drückten ihm in Gesicht und Magen, und überall sonst auch.
„Der Verkäufer wahrt stets die Fasson.“
Mit weit aufgerissenen Augen stand die Frau vor der Vitrine und hielt die Pumps an sich gepresst. Ihr Sohn stand noch immer lachend neben ihr. Er kugelte sich vor lachen auf dem weichen Boden. Auch dazu war so ein Boden also gut.
Goofy rappelte sich auf und besah sich das Chaos. Eine einsame Träne kullerte über seine Schnauze, hielt sich an seiner Nase einen Moment fest und tropfte dann herunter in seinen Hut, den er vorsorglich vor sich gehalten hatte.
Die Frau lief zu ihm und tätschelte ihm den zitternden Arm. „Ist doch nicht weiter schlimm.“
„Und ob.“
„Wir werden Ihnen helfen, nicht wahr, mein Spätzchen?“
Ihr Spätzchen gab nur ein weiteres „Ahh“ von sich und verschwand in der Spielwarenabteilung. Sie seufzte und Goofy tätschelte nun auch ihren Arm.
„Sie werden verstehen“, sagte sie, „ich muss jetzt nach meinem Kind sehen. Aber wenn Sie später noch immer nicht fertig sind, helfe ich Ihnen natürlich gerne!“ Damit verabschiedete sie sich und rannte ihrem Sohn nach in die Spielwarenabteilung.
„Fräulein, der Schuh!“, rief Goofy ihr kraftlos nach, doch sie war schon über alle sieben Playmobilberge.
Goofy schüttelte sich und fing an, hemmungslos zu heulen. „Ich werde damit nie fertig!“
„Aber nicht doch.“
Da kam Goofy eine Idee. „Können Sie mir nicht vielleicht helfen?“
„Aber nicht doch!“
Vom bloßen Ansehen wurde die Unordnung nicht besser. Entsetzte mögliche Käufer liefen am Schuhgeschäft vorbei, während Goofy unter Schluchzen und Schnaufen die Regale wieder aufrichtete und die Schuhe einsortierte. Sie wurden ganz fleckig von seinen Tränen.
„Wenn ein anstrengender Tag zu Ende geht“, sagte der Lautsprechermann, als der Himmel schon ganz orange war, „dann schließt der Verkäufer hinter sich ab, winkt seinem Geschäft noch ein letztes Mal zu und geht dann glücklich nach Hause.“
Goofy sah noch einmal zurück. Er hatte gut aufgeräumt, man sah nicht mehr, was einige Stunden zuvor geschehen war. Dennoch war er nicht glücklich. Noch immer tropften dicke Tränen von seiner Schnauze.
„So verkauft man Schuhe.“
P.S.: Hallooooo!! *rudert mit den armen* ^_^
Challenge: #3
Warnungen: Goofy *lol*
A/N: Ich weiß nicht, ob ich mich dafür schämen sollte, eine Fanfic mit Goofy geschrieben zu haben, aber bei Nr. 3 fiel er mir gleich ein. Wer die alten Goofy-Videos kennt, der sollte auch wissen wieso. XD
Goofy stand an ein Regal gelehnt und lauschte der Fahrstuhlmusik. Sein Fuß tappte im Takt auf den Boden, was man aber nicht hörte, da es dicker Teppichboden war. Unabdingbar für ein gutes Schuhgeschäft. Man wollte ja schließlich nicht, dass die Käufer ausrutschten. So verkaufte man keine Schuhe. Plötzlich erschallte eine Stimme aus den Lautsprechern.
„Heute wollen wir lernen, wie man Schuhe verkauft.“
Einen Moment lang tappte Goofy unter Glucksen weiter.
„Ein guter Schuhverkäufer sollte immer gut angezogen sein.“
Goofy sah an sich herunter. Er schlug die Hände überm Kopf zusammen. Sein grauer Anzug war neu und schick, doch hatte er in der morgendlichen Eile vergessen, etwas wichtiges anzulegen. Ohne diesen Zusatz sah er aus wie ein Penner! Seine Beine überschlugen sich, als er in die Klamottenabteilung des Kaufhauses wetzte. Immer wieder schrie er „Oh Gott, oh Gott, oh Gott!“
„Eine Krawatte oder auch eine Fliege ist unabdingbar, möchte man ernstgenommen werden – nicht so eine!“
Goofy betrachtete die blaugepunktete Fliege mit den kleinen Engelchen darauf, die er gerade hatte anlegen wollen. Arglos warf er sie zurück auf den Stapel Fliegen, die in einem riesigen Becken voller Accessoires darauf warteten, dass ein schnieker Kerl wie er sie alle kaufte.
„Schon besser.“
Vor Stolz schwoll ihm die Brust. Die grüne Krawatte, die er gewählt hatte, passte ausgezeichnet zu seinem grauen Anzug.
„Ein guter Verkäufer lässt seine Kasse niemals aus den Augen.“
Goofys Augen weiteten sich. „Oh nein!“ Mit schlackernden Beinen wetzte er zurück zu seinem Geschäft. Einige Leute schauten sich die Schuhe an, und ein kleiner Junge rannte heulend vor seiner Mutter herum.
„Wer Schuhe verkaufen will, sollte Kontakt zu den Kunden suchen.“
Er nickte; das leuchtete ein. Schwungvoll zog er seinen Hut vor der jungen Dame. Ihr Sohn sah ihn einen Moment verdutzt an und brüllte ihm dann mit aller Lungenkraft ins Gesicht. Ihm flog sein Hut weg, direkt einer alten Dame ins Gesicht.
„Entschuldigen Sie, meine Dame! Entschuldigen Sie vielmals!“
Die kleine dicke Dame schnaufte, drückte Goofy die violetten Pantoffeln in die Hand und stolzierte mit gerecktem Kopf aus dem Geschäft.
Der Mann aus dem Lautsprecher lachte verhalten.
Goofy wollte schon anfangen zu fluchen, als er bemerkte, dass der kleine Junge und seine Mutter hinter ihm standen. Die Frau beguckte ihn, argwöhnisch eine Augenbraue gehoben.
„Ein guter Verkäufer sorgt dafür, dass der Kunde stets bekommt, was er sich wünscht.“
Wiederum nickte Goofy und setzte sein strahlendstes Lächeln auf. „Meine Liebe“, sagte er gedehnt, „was suchen Sie denn?“
Sie schürzte die Lippen. Goofys Ohren vibrierten. „Mein Sohn braucht ein paar neue Turnschuhe.“
„Ahhh“, machte der Junge.
„Egal wie unmöglich sich ein Kunde verhält, er behält stets Recht.“
Schnaufend suchte Goofy fünfzehn wunderschöne Turnschuhe heraus. In blau und weiß und gelb und grün und rot. Bei jedem Karton, den er vor dem Jungen abstellte, brüllte ihn dieser wieder an.
„Das sind doofe Schuhe!“
„Aber Schätzchen“, sagte seine Mutter.
„Die sind nicht so wie meine Schuhe! Das sind böse Schuhe!“ Mit einem giftigen Blick wandte er sich zu Goofy. „Er will, dass ich hinfalle, Mama!“
Goofy erinnerte sich daran, was der Lautsprechermann gesagt hatte. „Ja!“
„Oh nee.“
Die Frau baute sich vor Goofy auf. „Was haben sie da gerade gesagt?“
„Natürlich will ich, dass Ihr Sohn hinfällt!“, sagte er.
„Ein guter Schuhverkäufer weiß, wann es Zeit ist, sich aus dem Staub zu machen.“
Goofy sah sich nach den Lautsprechern in den Ecken seines Geschäfts um. „Ich dachte, ein guter Verkäufer lässt niemals seine Kasse aus den Augen?“
„Na ja ... in Notsituationen, ist das etwas anderes!“
Kopfschüttelnd sah Goofy wieder die Frau an. Ihr Kopf war rot angelaufen und sie stieß kleine Dampfwölkchen aus. Er fragte sich, ob sie mit einem ihm bekannten Stier verwandt war.
„Wir haben auch noch ganz entzückende Pumps!“
„Oh!“
Das Gesicht der Frau entspannte sich merklich. „Wirklich? Die von Pissnie?“
„Natürlich, und falls wir nicht haben, was Sie möchten, oder nicht in Ihrer Größe, dann kann ich es Ihnen selbstverständlich auch nachbestellten“, sagte Goofy in der ungluckerndsten Tonlage, die er zustande bringen konnte. Danach musste er erst einmal tief Luft holen. Aber es zeigte Wirkung bei der Frau.
„Oh mein Gott!“, flötete sie. „Ich wollte schon immer mal Schuhe von Pissnie. Wenigstens ein einziges Mal wollte ich sie anprobieren.“
Goofy gluckste. „Folgen Sie mir bitte!“
Der kleine Junge stampfte mit den Füßen auf. „Das sind doofe Schuhe!“
Seine Mutter verpasste ihm eine Kopfnuss. Sie packte ihn am Schlafittchen und zog ihn hinter sich her. „Schuhe von Pissnie sind exklusiv, du dummes Ding.“
„Waah“, gab der Junge als Antwort und strampelte so heftig mit den Beinen, dass er einige Regale abräumte.
„Das müssen Sie alles wieder aufräumen.“
„Jetzt?“, fragte Goofy in den Raum. Die Frau hinter ihm blieb abrupt stehen und sah sich irritiert um.
„Nein, der Kunde kommt immer zuerst.“
Die Schuhe von Pissnie waren in einer Glasvitrine untergebracht. Sie wurden von Lampen beschienen, was nur manchen von ihnen gut tat. Die dunkleren Exemplare wirkten fahl. Solche aber mit Edelsteinen und Strass profitierten von der starken Lichteinstrahlung, die jede Butter innerhalb von zehn Sekunden zu einer gelben Soße machen konnte.
„Wirklich entzückend!“, sagte die Frau. Ihr Gesicht schien eins mit der Vitrine zu werden, so fest presste sie es auf die Oberfläche.
„Das gibt Fettflecken, tsk, tsk, tsk.“
Goofy wartete, bis die Frau sich von der Vitrine losgeeist hatte. „Soll ich ein Paar herausholen?“
„Oh, das wäre wundervoll!“, trillerte sie.
Die Tür schwang auf und ein Schwall aus verschiedensten Gerüchen wurde befreit. Goofy verzog das Gesicht und hielt sich die Hand über Nase und Mund. Mit der anderen nahm er das glitzernde Paar, das die Frau die ganze Zeit über so gierig angestarrt hatte.
„Wie teuer kommt das denn?“ Sie drehte den Schuh sooft in ihrer Hand, dass Goofy allein vom Zuschauen ganz schwindlig wurde. Er hielt sich an einem der Regale fest. Dass es sich Zentimeter um Zentimeter dem nächsten Regal näherte und er immer schiefer dastand, bemerkte er gar nicht, so beschäftigt war er damit, sich eine besonders schöne Formulierung für ‚so teuer wie ein Flugzeug’ zu überlegen.
„Für Sie könnte ich den Preis natürlich noch etwas – wahuha!“
Der kleine Junge lachte und zeigte mit dem Finger auf die wie Dominosteine umfallenden Regale. Dabei fungierte Goofy als der erste Dominostein. Mit wedelnden Armen packte er sich auf das Regal, an dem er gelehnt war. Die Schuhspitzen und Absätze drückten ihm in Gesicht und Magen, und überall sonst auch.
„Der Verkäufer wahrt stets die Fasson.“
Mit weit aufgerissenen Augen stand die Frau vor der Vitrine und hielt die Pumps an sich gepresst. Ihr Sohn stand noch immer lachend neben ihr. Er kugelte sich vor lachen auf dem weichen Boden. Auch dazu war so ein Boden also gut.
Goofy rappelte sich auf und besah sich das Chaos. Eine einsame Träne kullerte über seine Schnauze, hielt sich an seiner Nase einen Moment fest und tropfte dann herunter in seinen Hut, den er vorsorglich vor sich gehalten hatte.
Die Frau lief zu ihm und tätschelte ihm den zitternden Arm. „Ist doch nicht weiter schlimm.“
„Und ob.“
„Wir werden Ihnen helfen, nicht wahr, mein Spätzchen?“
Ihr Spätzchen gab nur ein weiteres „Ahh“ von sich und verschwand in der Spielwarenabteilung. Sie seufzte und Goofy tätschelte nun auch ihren Arm.
„Sie werden verstehen“, sagte sie, „ich muss jetzt nach meinem Kind sehen. Aber wenn Sie später noch immer nicht fertig sind, helfe ich Ihnen natürlich gerne!“ Damit verabschiedete sie sich und rannte ihrem Sohn nach in die Spielwarenabteilung.
„Fräulein, der Schuh!“, rief Goofy ihr kraftlos nach, doch sie war schon über alle sieben Playmobilberge.
Goofy schüttelte sich und fing an, hemmungslos zu heulen. „Ich werde damit nie fertig!“
„Aber nicht doch.“
Da kam Goofy eine Idee. „Können Sie mir nicht vielleicht helfen?“
„Aber nicht doch!“
Vom bloßen Ansehen wurde die Unordnung nicht besser. Entsetzte mögliche Käufer liefen am Schuhgeschäft vorbei, während Goofy unter Schluchzen und Schnaufen die Regale wieder aufrichtete und die Schuhe einsortierte. Sie wurden ganz fleckig von seinen Tränen.
„Wenn ein anstrengender Tag zu Ende geht“, sagte der Lautsprechermann, als der Himmel schon ganz orange war, „dann schließt der Verkäufer hinter sich ab, winkt seinem Geschäft noch ein letztes Mal zu und geht dann glücklich nach Hause.“
Goofy sah noch einmal zurück. Er hatte gut aufgeräumt, man sah nicht mehr, was einige Stunden zuvor geschehen war. Dennoch war er nicht glücklich. Noch immer tropften dicke Tränen von seiner Schnauze.
„So verkauft man Schuhe.“
P.S.: Hallooooo!! *rudert mit den armen* ^_^
no subject
Date: 2007-06-24 04:31 pm (UTC)Ja, an die alten Goofy+Stimme aus dem Off-Filmchen erinnere ich mich noch. Du hast den Ton total getroffen. :D
no subject
Date: 2007-06-24 04:34 pm (UTC)no subject
Date: 2007-06-25 08:18 am (UTC)*kicher* Ja, diese alten Filmchen, die jetzt, wenn man Glück hat, irgendwann auf Super RTL kommen. XD Es gab ja so viele davon!
Und ich hatte natürlich die Stimme vom Sprechermann und von Goofy die ganze Zeit im Kopf dabei. Und es stimmt- das Lied passt verdammt gut dazu. *lach*
Geniale Idee, finde ich gut! =)
no subject
Date: 2007-06-25 12:34 pm (UTC)Dankeeee~! <3
no subject
Date: 2011-07-08 09:53 am (UTC)Armer Goofy! <3