Etwas richtig Weiches
Jun. 22nd, 2007 01:19 amFandom: Papierflugzeuge
Challenge: #2 "wir müssen jetzt sofort Sex haben" (Extrem am Thema vorbeigeschrammt, setzen, Sechs, danke)
„Wir müssen jetzt sofort Sex haben!“, hatte Rufus gesagt.
Samuel liegt zwischen Falten von bunter Segelflugzeugbettwäsche, auf einem Michael-Ballack-Laken. Neben ihm ist die mit neongrünen Leuchtsternen beklebte Wand, es glüht nur noch ganz schwach, er hat einen großen, weißen Plüschtiger, den Rufus auf einem Jahrmarkt als ersten Preis gewann, in seinem linken Arm. Wenn er die Augen ganz leicht öffnet, sieht er selbst im Dunkeln die blaue Wolken-Tapete über sich, die Umrisse von den Modellflugzeugen, die an Angelsehnen von der Decke hängen.
Rufus´ Welt wirkt so seltsam, wenn sie Sex haben.
Samuel gibt sich noch ein bisschen mehr hin und hat das Gefühl, dem weißen Tiger die Barthaare vollzuspeicheln vor Geilheit. Es hat nichts mit Pädophilie zu tun- Rufus ist, wie er spüren kann, Mann genug, wenn nicht noch mehr. Das Geheimnis ist nur, dass Samuel sich beim Sex gern irgendwo in etwas Weiches festkrallt. Etwas richtig Weiches.
Sie liegen keuchend aufeinander und Rufus´ Haare kitzeln. Aus der Wohnstube brüllt der Kuckuck ein Uhr.
„Warum musste das sofort sein?“, murmelt Samuel schläfrig als er Rufus in den Armen hält und der Wind so kalt wie Eiskristall durch das Fenster hereinweht.
„Hm.“, macht Rufus, ganz leise. Zuerst klingt es wie ein winziges Kichern, etwas dreist und abwesend. Doch dann spürt Samuel den Schorf am Ellenbogen seines Freundes.
„Hm.“, gluckst Rufus fast unhörbar und vergräbt seine Nase in Sammys Achsel bis es dort nass wird.
„Nicht dass es mich stört...“
Natürlich hat Samuel keine Ahnung, was passiert ist. Genauso wenig weiß er, was er jetzt machen oder sagen soll. Er konnte früher auch keine heulenden Mädchen trösten und der Moment, in dem Schimmel ihm in seiner Frustration von seiner Impotenz erzählte, bereitet ihm jetzt noch eine Gänsehaut.
Aber Rufus....Rufus, der ihm so am Herz rührt... Das ist was anderes.
„..aber ich hätt´s lieber mit einem Fröhlichen gemacht.“
Volles Rohr unhöflich und unsensibel, denkt sich Samuel. Ariane hätte ihm womöglich eine gescheuert. Er versteht Rufus nicht, und das macht ihn hilflos. Entweder man heult oder man poppt. Warum sollte man poppen obwohl man heulen will?
„Tut mir Leid.“, murmelt der Junge und wischt die Achsel seines Freundes mit einem Taschentuch trocken.
„Ich dachte nur...ich dachte nur, dass ist besser als wenn ich nur flenne. So als Gegenleistung oder so...“
Er schnieft ein bisschen.
Die Luft ist so kühl, dass Samuel Rufus näher zu sich zieht und ihm die Decke bis in den Nacken legt. Er deckt auch den Tiger zu und legt ihn zwischen sich und den Jungen. Es kommt ihm ein bisschen vor wie eine Dreiecksbeziehung.
„Du bist ein Dummkopf!“, brummt er.
„Das weiß ich doch!“, jammert Rufus und die Szene ist unfreiwillig komisch.
„Nein, so meine ich das doch nicht!“
„Das weiß ich doch!“
Rufus hämmert gespielt auf Samuels Brust herum. Er muss jetzt leicht lachen.
Sie küssen sich schüchtern und dann verspricht Samuel, dem Kerl, wer auch immer es sei, morgen den Schädel zu spalten und ihm, Rufus, dessen Blut darin zu kredenzen.
Die Sterne sind ausgeglüht.
„Mein Tiger!“, seufzt der Junge kurz bevor er einschläft.
Er ist ganz eng an seinen Freund und das Plüschtier gekuschelt.
„Nein, du bist nicht gemeint!“, nuschelt Samuel dem Tiger in die Barthaare.
„Bild dir bloß nichts ein.“
Sein Herz fühlt sich von innen warm und weich an. So richtig weich.
Challenge: #2 "wir müssen jetzt sofort Sex haben" (Extrem am Thema vorbeigeschrammt, setzen, Sechs, danke)
„Wir müssen jetzt sofort Sex haben!“, hatte Rufus gesagt.
Samuel liegt zwischen Falten von bunter Segelflugzeugbettwäsche, auf einem Michael-Ballack-Laken. Neben ihm ist die mit neongrünen Leuchtsternen beklebte Wand, es glüht nur noch ganz schwach, er hat einen großen, weißen Plüschtiger, den Rufus auf einem Jahrmarkt als ersten Preis gewann, in seinem linken Arm. Wenn er die Augen ganz leicht öffnet, sieht er selbst im Dunkeln die blaue Wolken-Tapete über sich, die Umrisse von den Modellflugzeugen, die an Angelsehnen von der Decke hängen.
Rufus´ Welt wirkt so seltsam, wenn sie Sex haben.
Samuel gibt sich noch ein bisschen mehr hin und hat das Gefühl, dem weißen Tiger die Barthaare vollzuspeicheln vor Geilheit. Es hat nichts mit Pädophilie zu tun- Rufus ist, wie er spüren kann, Mann genug, wenn nicht noch mehr. Das Geheimnis ist nur, dass Samuel sich beim Sex gern irgendwo in etwas Weiches festkrallt. Etwas richtig Weiches.
Sie liegen keuchend aufeinander und Rufus´ Haare kitzeln. Aus der Wohnstube brüllt der Kuckuck ein Uhr.
„Warum musste das sofort sein?“, murmelt Samuel schläfrig als er Rufus in den Armen hält und der Wind so kalt wie Eiskristall durch das Fenster hereinweht.
„Hm.“, macht Rufus, ganz leise. Zuerst klingt es wie ein winziges Kichern, etwas dreist und abwesend. Doch dann spürt Samuel den Schorf am Ellenbogen seines Freundes.
„Hm.“, gluckst Rufus fast unhörbar und vergräbt seine Nase in Sammys Achsel bis es dort nass wird.
„Nicht dass es mich stört...“
Natürlich hat Samuel keine Ahnung, was passiert ist. Genauso wenig weiß er, was er jetzt machen oder sagen soll. Er konnte früher auch keine heulenden Mädchen trösten und der Moment, in dem Schimmel ihm in seiner Frustration von seiner Impotenz erzählte, bereitet ihm jetzt noch eine Gänsehaut.
Aber Rufus....Rufus, der ihm so am Herz rührt... Das ist was anderes.
„..aber ich hätt´s lieber mit einem Fröhlichen gemacht.“
Volles Rohr unhöflich und unsensibel, denkt sich Samuel. Ariane hätte ihm womöglich eine gescheuert. Er versteht Rufus nicht, und das macht ihn hilflos. Entweder man heult oder man poppt. Warum sollte man poppen obwohl man heulen will?
„Tut mir Leid.“, murmelt der Junge und wischt die Achsel seines Freundes mit einem Taschentuch trocken.
„Ich dachte nur...ich dachte nur, dass ist besser als wenn ich nur flenne. So als Gegenleistung oder so...“
Er schnieft ein bisschen.
Die Luft ist so kühl, dass Samuel Rufus näher zu sich zieht und ihm die Decke bis in den Nacken legt. Er deckt auch den Tiger zu und legt ihn zwischen sich und den Jungen. Es kommt ihm ein bisschen vor wie eine Dreiecksbeziehung.
„Du bist ein Dummkopf!“, brummt er.
„Das weiß ich doch!“, jammert Rufus und die Szene ist unfreiwillig komisch.
„Nein, so meine ich das doch nicht!“
„Das weiß ich doch!“
Rufus hämmert gespielt auf Samuels Brust herum. Er muss jetzt leicht lachen.
Sie küssen sich schüchtern und dann verspricht Samuel, dem Kerl, wer auch immer es sei, morgen den Schädel zu spalten und ihm, Rufus, dessen Blut darin zu kredenzen.
Die Sterne sind ausgeglüht.
„Mein Tiger!“, seufzt der Junge kurz bevor er einschläft.
Er ist ganz eng an seinen Freund und das Plüschtier gekuschelt.
„Nein, du bist nicht gemeint!“, nuschelt Samuel dem Tiger in die Barthaare.
„Bild dir bloß nichts ein.“
Sein Herz fühlt sich von innen warm und weich an. So richtig weich.
no subject
Date: 2007-06-22 11:50 am (UTC)Die Szene wirkt so nah und unmittelbar. Ich kenne nur wenige Leute, die diese "Seltsam"-Stimmung während oder nach dem Sex mit so wenigen Worten so plastisch rüberbringen können. Das Ballack-Handtuch, die Flugzeuge, die nasse Achselhöhle, es ist einfach alles so ... da.
Das Verhältnis zwischen den beiden wirkt auch so uneindeutig, das es wirklich interessant ist. Es hat sowas halb unfreiwilliges von Samuels Seite aus, und dann ist doch wieder ein beidseitiges Interesse vorhanden ... man hat eben das Gefühl, daß da noch sehr viel mehr ist, das man gern wüßte.
Einfach wirklich toll und intensiv geschrieben.
no subject
Date: 2007-06-22 12:44 pm (UTC)Aber ich glaube, das habe ich schon beim Kommentar zur letzten Papierflugzeuge-Story geschrieben, oder? Und bei der davor auch schon... '~' Wird Zeit für was neues. ^^
Yay, ich muss zugeben, ich steh auf diese Beschützer-Sache. Dass Samuel Rufus großer Held ist, der den Leuten eine Abreibung verpasst, die ihm wehgetan haben, das erwärmt mein Herz.
Und: Ich mag den Tiger. *g* Ich meine, ich kuschel mich beim Einschlafen auch immer an meinen Hund, sonst will das irgendwie nich richtig klappen. Und ihn in die Beziehung der beiden mit einzubauen, ist wirklich süß. ^^
no subject
Date: 2007-06-26 10:19 am (UTC)2. Bei dem Tiger musste ich an Klumpi denken. °_° (Keine Beziehung mit Nyx ohne Klumpi! X"D)
3. Himmel, ich bin so sprachlos, qweil ich mich wirklich über die kleinsten details ausfreuen könnte und was weiß ich nicht alles. *___*
4. Willst du das wirklich nur als Kurzgeschichte stehen lassen und nicht gleich als ein großes Ding beim PapierTiger, FireAngels oder was weiß ich nicht vorschlagen? Oder gleich ordetnlich bei einem 'normalen' Verlag? ö_ö