[identity profile] somali77.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Challenge: Valentinstag
Fandom: Durarara!
Charaktere: Kida, Mikado
Wörter: 906
Kommentar: Seltsamer, anfallsartiger Schreib- Flash nach ein paar Tagen Nachtschicht und Schlafentzug! Jahaa, sucht nicht zu sehr nach Fehlern. Ich bin einfach nur happy, dass ich was zustande gebracht hab. Wie lange ist mein letzter Post hier wohl her? Oh mann...


~

„Mi-Ka-Doo~!“

Der langezogene Singsang konnte nur eins bedeuten: Kida Masaomi war wieder auf Jagd. Und wer das Opfer war, teilte er netterweise schon vor dem tödlichen Sprung mit. Mikado- aus vergangenen Fehlern klug geworden- reagierte auf den Kampfschrei wie auf jede andere Naturkatastrophe: er ging sofort und ohne noch einmal aufzusehen in Deckung, und brachte den wasserstoffblonden Unruhestifter damit zur verdutzten Vollbremsung.


Taktik erfolgreich.
Er sollte sich Notizen dazu machen, nur für den Fall dass er mal ein Buch über seine Erlebnisse schrieb...

„Mikado! Was soll das denn? Komm doch unter dem Tisch vor!“, Kida klopfte mit schmalen Knöcheln auf die Schulschreibtischplatte und zog eine beleidigte Miene.

„Heute ist der beste Tag des Jahres! Sieh dir an was ich alles bekommen hab!“

Das Poltern und Rascheln war zugegebenermaßen ziemlich eindrucksvoll und Mikado wagte es, einen neugierigen Blick über die Platte zu riskieren. Vor ihm türmte sich ein eher mickriger Haufen schlampig verpackter Süßigkeiten, und dahinter strahlte sein bester Freund wie ein Kernreaktor.

„Na? Na?! Ist das nichts?! Komm raus, ich hab für dich auch was!“

Mikado kletterte zurück auf seinen Stuhl. Sie hatten noch fünf Minuten bis zur nächsten Stunde. Zeit genug, die Dinge in halbwegs realistischen Bezug zu bringen.
„Wow“, zwang er sich zu sagen, „Du bist echt beliebt bei den Mädels, Kida-kun.“
Das meiste sah aus, als hätte Kida es selbst gekauft.

„Hier, lies das!“

Stirnrunzelnd nahm Mikado die mit dunkelroten Rosen bedruckte Karte aus der Hand seines Kumpels, warf einen Blick auf den Text darauf:

„Rosen, Tulpen, Nelken,

alle Blumen welken

nur die eine Blume nicht, und die heißt-...“

Oh mann, das war der beknackteste Poesiealbumsspruch den er kannte. Ging es noch peinlicher?

„Soo süß, oder? Da wird einem ganz warm ums Herz! Das hab ich von Anri- chan bekommen! “

… ups.

„Ahaha, aber nicht dass du jetzt eifersüchtig wirst! Ich will mich nicht mit dir duellieren, okay? Zufällig weiß ich, dass sie für dich auch was hat!“

„Aahh...“, Mikado war sich nicht ganz sicher, ob er weiterlächeln oder diesem nervösen Anflug von Übelkeit nachgeben sollte.

„Oh, und-...“, Kidas Kopf neigte sich verspielt zur Seite. „Weißt du, Anri-chan ist nicht die einzige, also-... eine, ähm, heimliche Verehrerin hat mich beauftragt, dir das hier zu geben! Weil sie viel zu schüchtern ist, und so! Ahaha! Moe-kado, der Herzensbrecher! Wohoo!“

Irgendetwas an der hoffnungslos überdrehten Art war verdächtig. Mikado krümmte skeptisch eine Augenbraue. Gut, Kida war immer irgendwie hyperaktiv. Aber wenn er besonders überdreht und fröhlich war, so wie jetzt, war er in Wirklichkeit meistens nervös...

Kida kramte in den Taschen seiner Schuluniform und schob ihm ein zerdrücktes Päckchen Schokopralinen vor die Nase. Es sah aus wie direkt aus dem Laden, unten klebte sogar noch ein Preisschild, aber es hatte eine Schleife aus weißem Glanzpapier mit kleinen, roten Herzchen darauf, und daran hing eine kleine Karte. Ein einziges kleines Herz mit Comic- Flügelchen dran prangte darauf, und als Mikado die Karte aufklappte, hatte jemand in runder, akkurater Mädchenschrift etwas darauf geschrieben:

„Für Mikado,

Ich bin so froh, dass du da bist“

„Ähh... danke!“, bemerkte er. „Wow, eine Verehrerin... hmm, wer könnte das wohl sein?“
Hoffentlich bemerkte Kida seinen ironischen Unterton nicht.

„Natürlich bist du noch nicht so beliebt wie ich, aber das kommt schon noch! Zwei Päckchen für dein erstes Jahr, das ist besser als nichts, oder?“
Nein, offensichtlich hatte er nichts bemerkt. Oder wenn doch war er ein ziemlich guter Schauspieler. Das Grinsen hielt wie hingepflastert, und es brachte Mikado letztenendes doch dazu, in ein bisschen besserer Stimmung mitzulächeln.

„Ja, das ist wirklich nett... danke, Kida-kun.“

Ihre Augen trafen sich, und Kidas Schultern sanken sichtbar. Egal was ihn vorhin so aufgedreht hatte, es schien jetzt vorbei zu sein. Das Lächeln in seinem Blick wurde wärmer und ehrlich, und Mikado gab es gern zurück. Bis Kida sich von ihm losriss, die Arme hochwarf und verkündete:

„Einen wunderschönen Valentinstag, allerseits!“

„Jaja, du mich auch, Idiot!“

„Verpiss dich, Kida-kun!“

„Versuchs mal mit Ritalin!“

Mikado drehte das Päckchen Pralinen nachdenklich vor sich auf dem Pult. Da fiel ihm ein, dass er sich nie Gedanken gemacht hatte, was seine Lieblingsschokolade war. Früher, in der Grundschule hatte er ab und zu selbstgemachte, klotzige Tafeln bekommen, später war er zu still und unauffällig gewesen um viel abzuräumen. Ehrlich gesagt war das hier das erste Valentinsgeschenk seit langem, und definitiv das erste hier in Tokyo. Und es war von-...

Er flippte mit dem Daumen die kleine Karte noch einmal auf.

„Ich bin so froh, dass du da bist“

Wenn er nach Hause kam, würde er diese Pralinen essen. Und er war felsenfest davon überzeugt, dass das seine neue Lieblingsschokolade werden konnte.

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