Grippe

Feb. 10th, 2012 05:24 pm
luinaldawen: (Default)
[personal profile] luinaldawen posting in [community profile] 120_minuten
Fandom: Original (Our Own World)
Charaktere: Sabine, Natalie
Challenge: Mord und Todschlag (es wird wenigstens erwähnt *hust*)
Wörter: 843

Sabine hustete. Ihr Hals schmerzte und sie drehte sich zum x-ten Mal im Bett um, in der Hoffnung eine bequeme Lage zu finden. Verdammter Winter. Verdammte Kälte.
Verdammter Liang!
Der hatte sie angesteckt, ganz sicher!
Wenigstens... fast sicher. Die halbe Uni schniefte und hustete, von den Businsassen ganz zu schweigen.
Fahrradfahren hatte sie vor einer Woche aufgeben müssen, weil Radwege zu räumen offenbar zu viel verlangt für die Stadt war. Da war es doch kein Wunder, wenn man sich eine Erkältung einfing! Wenigstens hoffte sie, dass es dabei blieb. Einen echten Infekt konnte sie gerade zum Semesterende nicht brauchen.
Jemand klopfte an ihre Zimmertür (eher um sie zu warmen, dass gleich jemand reinplatzen würde, antworten konnte sie nämlich nicht, ihr Arzt hatte ihr Sprechverbot für die nächsten drei Tage erteilt) und dann schaute Natalie herein. „Hey! Ich hab Tee gemacht und war in der Apotheke. Da herrscht Mord und Todschlag, echt krass.“
Dankbar hob Sabine einen Daumen und nahm glücklich die dampfende Teetasse entgegen. Gut roch sie nicht, aber es schien Honig drin zu sein. Was für Hölle war das für ein Gebräu?
„Fencheltee. Ist sehr gesund, meine Mama zwingt mich immer, ihn zu trinken, wenn ich krank bin.“
Grandios. Warum war ausgerechnet Natalie die einzige, mit dem unverwüstlichen Immunsystem? Liang lag seit Anfang der Woche flach und erholte sich nur langsam. Oliver schaute todesmutig jeden Tag rein – Liebe musste etwas schönes sein.
Erstmal verzog Sabine jedenfalls angewiedert das Gesicht. Sie hasste Fenchel. Allerdings war Natalie niemand, der sich so einfach kontra geben ließ, schon gar nicht, wenn der Kontrahent krank war.
„Ich kann ihn auch nicht ausstehen, aber Hausmittel sind noch die besten!“
Das wagte Sabine zu bezeifeln und um das anzudeuten hob sie die Augenbrauen. Den Trick, das nur mit einer anzustellen, hatte sie noch nicht gemeistert, das schien den sarkastischen Typen vorbehalten zu sein.
Natalie verstand sie zum Glück auch so und lachte. „Jaja, es geht nichts über die Schulmedizin, nicht wahr? Aber mein Hausarzt macht auch Naturheilkunde!“
Das konnte man in Sabines Augen nicht mit Fencheltee in einen Hut werfen aber sie musste zugeben, dass sie sich mit so einem (in ihren Augen) Unsinn noch nie abgegeben hatte.
Wenigstens hatte sie von ihrem Arzt ein Rezept für brauchbare Medikamente bekommen und bald würde sie wieder fit sein. Hoffentlich. Allein um Natalie eine Freude zu machen (und sie loszuwerden) nippte sie an dem Tee und verzog angewidert das Gesicht. War das ein ekliges Zeug! Trotzdem zwang sie noch ein paar Schlucke herunter und stellte die Tasse dann beiseite.
„Nicht zu heiß?“
Das fragte Natalie jetzt? Die hatte Nerven... Aber Sabine schüttelte nur den Kopf und hustete wieder. Autsch... Sie streckte ihre Hand nach der Tüte mit den Hustenbonbons aus und fand sie leer vor. Gerade wollte sie sich beschweren, als Natalie aus der Tüte von der Apotheke eine neue Tüte hervorzauberte. „Tadaaa! Außerdem hab ich das für deine Nebenhöhlen, das du haben wolltest. Und ich war platt, es ist auf pflanzlicher Basis?“ Sie lachte und wich dem schwächlich geworfenen Kuscheltier mühelos aus.
„Bist du undankbar...“
Beleidigt verschränkte Sabine die Arme und hatte im nächsten Moment Natalie auf der Bettkante sitzen, die ihr eine Hand auf die Stirn legte. „Ich hol gleich das Fieberthermometer, dann messen wir richtig. Aber es scheint immerhin nicht mehr raufgegangen zu sein.“
Weil die Hand ja so ein gutes Messinstrument war. Aber sie deutete nur fragend auf die Wand, die ihr Zimmer von Liangs trennte.
„Der pennt. Oliver wollte gleich noch hochkommen und Verena steht in der Küche und macht ne Suppe.“
Na wenigstens kochte Natalie nicht selbst. Verena war zwar auch weit von einer Sterneköchin entfernt, aber wenigstens war sie in der Lage, etwas zusammenzuschmeißen und es schmeckte am Ende. Außerdem war eine Suppe nun alles andere als kompliziert, mit einem gewissen Grundverständnis also mehr als machbar.
Natalie musste ihr eine gewisse Skepsis angesehen haben, denn sie grinste. „Sie hat geschworen, wieder aufzuräumen. Und ich glaub, Oliver wird es wohl retten, wenn er hochkommt.“ Der konnte kochen?
Sabine versuchte sich zu erinnern, ob sie ihn je am Herd gesehen hatte. Als sie selbst noch gesund gewesen war, hatte sie die Oberherrschaft über die Küche übernommen und Oliver war kaum von Liangs Bett wegzubekommen gewesen.
Irgendwie war das schon niedlich. Vermutlich war Oliver der nächste in der Reihe der Kranken. Der forderte es doch geradezu heraus!
Und sie hatte nur Natalie und den grauenhaften Fencheltee. Was machte sie nur falsch?
Frustriert zog sie die Bettdecke bis über die Nasenspitze. Das Leben war doch einfach nur unfair.
„Du siehst echt fertig aus... schlaf am besten noch ne Runde.“ Natalies Hand, die kurz über ihren Kopf strich, wirkte ein wenig beruhigend. Daher nickte Sabine. Schlafen war ne gute Idee.
Viel mehr konnte sie ohnehin nicht machen, nicht mal auf ihren Laptop konnte sie sich konzentrieren! Oder sonst eine Art von Bildschirm. Sonst würde sie einfach ihre Titanic-DVD reinwerfen und etwas im Kitsch schwelgen.
Wenn sie geschlafen hatte. Vielleicht erbarmte sich Natalie ja, und leistete ihr Gesellschaft.

Date: 2012-02-10 06:03 pm (UTC)
From: [identity profile] rei17.livejournal.com
Awwwwwww. <3
Die beiden sind echt süß.
Und Sabine kann sagen was sie will - sie mag Natalie ja doch! ;P

Date: 2012-02-10 06:28 pm (UTC)
der_jemand: (Default)
From: [personal profile] der_jemand
Awww! *__*
Unglaublich niedlich die beiden. Und wenn man Natalie als Krankenpflegerin kriegt, macht man offenbar gar nichts falsch.^^

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