Wichtel-FF für exiles_diary
Dec. 28th, 2011 11:13 amFür:
exiles_diary
Titel: Das musste ja so kommen…
Fandom: Sailor Moon
Charaktere: Inner Senshi, Luna... und der Rest.
Challenges: Truthahnkatastrophen, Telefonseelsorge
Anmerkungen: Ich hoffe, ich habe deinen Geschmack halbwegs getroffen, aber dieses Szenario steht mir vor Augen seit ich die Challenges und deine Fandoms gesehen habe. XD
Frohe Weihnachten und viel Spaß beim Lesen!
Zögernd stecke ich den Kopf durch die Tür. Es herrscht eine beinahe beängstigende Stille. Aber die Küche ist nicht in die Luft geflogen, das hätte ich gemerkt. Spätestens, wenn danach das unvermeidbare Donnerwetter über die Küchenhelferin hereingebrochen wäre.
Nichts kann Rei davon abhalten, Usagi anzuschreien.
„USAGI!!!“
Hätte ich mal an was anderes gedacht. Meine empfindlichen Ohren klingeln, aber ich gehe in die Küche, um mir die Bescherung anzusehen. Nicht dass es nötig wäre, dass ich es wirklich sehe... ich rieche es schon.
„Was für eine Truthahnkatastrophe... den können wir nicht einmal mehr Luna und Artemis vorsetzen.“ Makoto steht kopfschüttelnd neben etwas, das offenbar einmal ein Truthahn war. Jetzt erinnert es mehr an ein Stück Kohle und riecht... nicht gut.
„Ich sage es euch ja nur ungerne, aber das war abzusehen. Immer wenn man Usagi in die Küche lässt, endet das im Chaos.“ Selbstverständlich habe ich sie gewarnt, aber wie üblich wurde nicht auf mich gehört. Ich kenne das schon.
„Du bist gemein!“ Usagis Augen füllen sich mit Tränen, aber ich habe sie schon oft genug weinen gesehen. Sie tut es in jeder passenden und unpassenden Gelegenheit.
„Nein, sie sagt nur die Wahrheit.“ Rei streut mit der allergrößten Freude Salz in die Wunde und ich springe auf einen Stuhl, um etwas höher zu sein. Es ist wenig befriedigend, jemanden vom Boden aus zu ärgern.
„Rei, Usagi... es bringt doch nichts, jetzt zu streiten. Und du Luna, solltest auch etwas netter zu Usagi sein, schließlich ist Weihnachten.“ Nur Amis Augen sind über dem großen Kochbuch zu sehen und kaum ist sie verstummt, verschwindet sie schon wieder ganz dahinter.
Ich putze mir demonstrativ die Pfoten. Es ist mir sowieso schleierhaft, warum es ausgerechnet ein Truthahn sein musste.
„Mamo-chan hat sich schon so auf das Weihnachtsessen gefreut! Mako-chan, kann man da nicht noch was machen?“ Untertassengroße blaue Augen richten sich auf die Küchenexpertin der Truppe und ich lasse von meinem ohnehin sauberen Fell ab.
„Warum gehen wir nicht einfach alle zum Karaoke? Das macht viel mehr Spaß.“
Ausnahmsweise muss ich Minako mal Recht geben.
„Und Usagi singt? Nur über meine Leiche!“
„Rei-chan...“ Gleich geht die Heulerei los.
„Du übertreibst, so schlimm singt sie gar nicht. Wenigstens... bleibt sie im Takt.“
„Ami, du solltest deinen Job bei der Telefonseelsorge aufgeben. Höfliche Lügen helfen keinem weiter. Der künftigen Königin am allerwenigsten.“ Minako grinst.
„Gut, du hast vielleicht Recht... am Ende will Mamoru sie nicht mehr heiraten, weil sie so schlecht singt.“
„Vermutlich würde die Erde sich bedanken.“ Rei ist gnadenlos wie immer.
„Mädels... Weihnachten ist das Fest der Liebe!“ Selbst mit erhobenem Kochlöffel wirkt Makoto nicht sehr furchteinflößend. Das kann an der rosa Spitzenschürze und dem Soßenfleck auf ihrer Nase liegen.
„Für die Christen. Wir sind keine.“ Minako beeindruckt mich. Es ist mir neu, dass sie solche Dinge weiß.
„Aber für die Christen ist Weihnachten das wichtigste Fest, das sollten wir respektieren!“
„Um ehrlich zu sein...“ Ami klappt das Buch zusammen. Oje. Ich sehe einen Vortrag kommen. „Es ist ein Trugschluss, dass Weihnachten der höchste christliche Feiertag ist. Traditionell ist das nämlich Ostern.“
Die anderen Mädchen starren sie an, was Ami erröten ist. „Habe ich wieder zu viel geredet?“
„Nein...“ Rei seufzt. „Wir sind nur schockiert, wie viel überflüssiges Wissen du hast.“
„Aber wenn wir später die ganze Erde regieren, sollte man solche Dinge wissen!“
„Eigentlich macht Usagi das. Und ich hoffe wirklich, dass Mamoru den politischen Teil übernimmt.“ Ich kann es nicht lassen. Diesmal scheint Usagi auch nicht allzu beleidigt zu sein, denn sie nickt. „Das kann sich ja auch alles keiner merken! Ami-chan wird einfach meine erste Beraterin!“
„Also wenn du lediglich eine charismatische Herrscherin wirst und den administrativen Teil...“
„Was?“
Manchmal habe ich das Gefühl, dass die anderen nie in der Lage sein werden, Amis und meinen Gedankengängen zu folgen.
„Der Definition eines auch hier sehr bekannten, deutschen Soziologen zufolge ist Charisma einfach gesagt etwas, das durch mystische – um nicht zu sagen – religiöse Bedeutungen entsteht. Beispielsweise wenn jemand göttliche Offenbarungen hat. Mit der Macht des heiligen Silberkristalls dürfte das aber auch funktionieren. Eine Herrschaft die auf dieser Legitimation beruht, nennt man in der Religionswissenschaft eine charismatische Herrschaft. Viele weibliche Religionsgründer in Japan dienen durch übernatürliche Kräfte als Zentrum der Verehrung, aber die eigentliche Organisation obliegt dem Ehemann, Vater oder Bruder – während die Frau eher zurückgezogen lebt. Man glaubt, dass es vor langer Zeit in Japan eine derartige Herrschaftsstruktur gab“, doziert Ami, während die Augen der anderen immer größer werden. Ich glaube, sie haben nicht einmal die Hälfte von dem verstanden, was sie gesagt hat.
Rei hat sich als erste wieder gefangen. „Okay. So... könnte es sogar funktionieren.“
„Das könnte erklären, warum es wenigstens so lange funktioniert hat, bis die Leute vom Schwarzen Mond kamen.“ Es fällt mir schwer zu glauben, was ich da höre, aber auch Minako scheint es verstanden zu haben.
„Aber... aber...“ Usagi sieht von einer zur nächsten und wirkt so ratlos, dass Rei schließlich seufzt und ihr auf die Schulter klopft. „Mach dir nichts draus... so hast du mehr Zeit zum essen und schlafen.“
„Kannst du mal aufhören, so gemein zu mir zu sein?“
„Usagi... Rei... könnt ihr das mal lassen?“ Ami sieht sich gezwungen, beschwichtigend einzugreifen. Sie ist wirklich eine gute Seele. „Ich bin sicher, Usagi wird eine gute Königin, wenn sie fleißig lernt.“
Die anderen sind ganz offensichtlich nicht überzeugt und Usagi selbst sieht auch nicht wirklich glücklich aus. Allerdings wird die Diskussion jetzt unterbrochen, indem Mamoru zur Tür reinkommt. Im Schlepptau hat er Haruka und Michiru, die angesichts des verkohlten Truthahns etwas verwirrt wirken. „Hey... kommen wir ungelegen? Ich habe die beiden zufällig getroffen und dachte...“ Viel weiter kommt er nicht, denn Usagis schlechte Laune hat sich auf die für sie liebenswert-typische Art wieder verflüchtigt und sie fällt Mamoru in die Arme, was die anderen deprimiert seufzen lässt. Ich glaube, es gibt Momente, da würden sie das glückliche Paar am liebten irgendwohin wegsperren. Mir geht es schließlich kaum anders, wenn auch aus anderen Gründen. Schließlich habe ich Artemis.
Haruka und Michiru begutachten inzwischen den Truthahn genauer. „Es ist schon eine Kunst, ihn dermaßen schwarz werden zu lassen...“ Michirus sanfte Stimme lässt selbst ihre Stichelei etwas weniger... scharf erscheinen. Oder macht es nur noch schlimmer, das liegt wohl im Auge des Betrachters.
„Dann ist es ja gut, dass wir uns sowas schon gedacht haben. Setsuna, Hotaru? Ihr könnt reinkommen!“
Gleich darauf dringt ein köstlicher Geruch an meine Nase und die fehlenden Sailorkrieger dieses Sonnensystems erscheinen in der Küche, schwer beladen mit einer... Gans. Knusprig und zweifellos sehr lecker.
Auf Truthahn hätte ich jetzt auch keinen Hunger mehr gehabt.
Titel: Das musste ja so kommen…
Fandom: Sailor Moon
Charaktere: Inner Senshi, Luna... und der Rest.
Challenges: Truthahnkatastrophen, Telefonseelsorge
Anmerkungen: Ich hoffe, ich habe deinen Geschmack halbwegs getroffen, aber dieses Szenario steht mir vor Augen seit ich die Challenges und deine Fandoms gesehen habe. XD
Frohe Weihnachten und viel Spaß beim Lesen!
Zögernd stecke ich den Kopf durch die Tür. Es herrscht eine beinahe beängstigende Stille. Aber die Küche ist nicht in die Luft geflogen, das hätte ich gemerkt. Spätestens, wenn danach das unvermeidbare Donnerwetter über die Küchenhelferin hereingebrochen wäre.
Nichts kann Rei davon abhalten, Usagi anzuschreien.
„USAGI!!!“
Hätte ich mal an was anderes gedacht. Meine empfindlichen Ohren klingeln, aber ich gehe in die Küche, um mir die Bescherung anzusehen. Nicht dass es nötig wäre, dass ich es wirklich sehe... ich rieche es schon.
„Was für eine Truthahnkatastrophe... den können wir nicht einmal mehr Luna und Artemis vorsetzen.“ Makoto steht kopfschüttelnd neben etwas, das offenbar einmal ein Truthahn war. Jetzt erinnert es mehr an ein Stück Kohle und riecht... nicht gut.
„Ich sage es euch ja nur ungerne, aber das war abzusehen. Immer wenn man Usagi in die Küche lässt, endet das im Chaos.“ Selbstverständlich habe ich sie gewarnt, aber wie üblich wurde nicht auf mich gehört. Ich kenne das schon.
„Du bist gemein!“ Usagis Augen füllen sich mit Tränen, aber ich habe sie schon oft genug weinen gesehen. Sie tut es in jeder passenden und unpassenden Gelegenheit.
„Nein, sie sagt nur die Wahrheit.“ Rei streut mit der allergrößten Freude Salz in die Wunde und ich springe auf einen Stuhl, um etwas höher zu sein. Es ist wenig befriedigend, jemanden vom Boden aus zu ärgern.
„Rei, Usagi... es bringt doch nichts, jetzt zu streiten. Und du Luna, solltest auch etwas netter zu Usagi sein, schließlich ist Weihnachten.“ Nur Amis Augen sind über dem großen Kochbuch zu sehen und kaum ist sie verstummt, verschwindet sie schon wieder ganz dahinter.
Ich putze mir demonstrativ die Pfoten. Es ist mir sowieso schleierhaft, warum es ausgerechnet ein Truthahn sein musste.
„Mamo-chan hat sich schon so auf das Weihnachtsessen gefreut! Mako-chan, kann man da nicht noch was machen?“ Untertassengroße blaue Augen richten sich auf die Küchenexpertin der Truppe und ich lasse von meinem ohnehin sauberen Fell ab.
„Warum gehen wir nicht einfach alle zum Karaoke? Das macht viel mehr Spaß.“
Ausnahmsweise muss ich Minako mal Recht geben.
„Und Usagi singt? Nur über meine Leiche!“
„Rei-chan...“ Gleich geht die Heulerei los.
„Du übertreibst, so schlimm singt sie gar nicht. Wenigstens... bleibt sie im Takt.“
„Ami, du solltest deinen Job bei der Telefonseelsorge aufgeben. Höfliche Lügen helfen keinem weiter. Der künftigen Königin am allerwenigsten.“ Minako grinst.
„Gut, du hast vielleicht Recht... am Ende will Mamoru sie nicht mehr heiraten, weil sie so schlecht singt.“
„Vermutlich würde die Erde sich bedanken.“ Rei ist gnadenlos wie immer.
„Mädels... Weihnachten ist das Fest der Liebe!“ Selbst mit erhobenem Kochlöffel wirkt Makoto nicht sehr furchteinflößend. Das kann an der rosa Spitzenschürze und dem Soßenfleck auf ihrer Nase liegen.
„Für die Christen. Wir sind keine.“ Minako beeindruckt mich. Es ist mir neu, dass sie solche Dinge weiß.
„Aber für die Christen ist Weihnachten das wichtigste Fest, das sollten wir respektieren!“
„Um ehrlich zu sein...“ Ami klappt das Buch zusammen. Oje. Ich sehe einen Vortrag kommen. „Es ist ein Trugschluss, dass Weihnachten der höchste christliche Feiertag ist. Traditionell ist das nämlich Ostern.“
Die anderen Mädchen starren sie an, was Ami erröten ist. „Habe ich wieder zu viel geredet?“
„Nein...“ Rei seufzt. „Wir sind nur schockiert, wie viel überflüssiges Wissen du hast.“
„Aber wenn wir später die ganze Erde regieren, sollte man solche Dinge wissen!“
„Eigentlich macht Usagi das. Und ich hoffe wirklich, dass Mamoru den politischen Teil übernimmt.“ Ich kann es nicht lassen. Diesmal scheint Usagi auch nicht allzu beleidigt zu sein, denn sie nickt. „Das kann sich ja auch alles keiner merken! Ami-chan wird einfach meine erste Beraterin!“
„Also wenn du lediglich eine charismatische Herrscherin wirst und den administrativen Teil...“
„Was?“
Manchmal habe ich das Gefühl, dass die anderen nie in der Lage sein werden, Amis und meinen Gedankengängen zu folgen.
„Der Definition eines auch hier sehr bekannten, deutschen Soziologen zufolge ist Charisma einfach gesagt etwas, das durch mystische – um nicht zu sagen – religiöse Bedeutungen entsteht. Beispielsweise wenn jemand göttliche Offenbarungen hat. Mit der Macht des heiligen Silberkristalls dürfte das aber auch funktionieren. Eine Herrschaft die auf dieser Legitimation beruht, nennt man in der Religionswissenschaft eine charismatische Herrschaft. Viele weibliche Religionsgründer in Japan dienen durch übernatürliche Kräfte als Zentrum der Verehrung, aber die eigentliche Organisation obliegt dem Ehemann, Vater oder Bruder – während die Frau eher zurückgezogen lebt. Man glaubt, dass es vor langer Zeit in Japan eine derartige Herrschaftsstruktur gab“, doziert Ami, während die Augen der anderen immer größer werden. Ich glaube, sie haben nicht einmal die Hälfte von dem verstanden, was sie gesagt hat.
Rei hat sich als erste wieder gefangen. „Okay. So... könnte es sogar funktionieren.“
„Das könnte erklären, warum es wenigstens so lange funktioniert hat, bis die Leute vom Schwarzen Mond kamen.“ Es fällt mir schwer zu glauben, was ich da höre, aber auch Minako scheint es verstanden zu haben.
„Aber... aber...“ Usagi sieht von einer zur nächsten und wirkt so ratlos, dass Rei schließlich seufzt und ihr auf die Schulter klopft. „Mach dir nichts draus... so hast du mehr Zeit zum essen und schlafen.“
„Kannst du mal aufhören, so gemein zu mir zu sein?“
„Usagi... Rei... könnt ihr das mal lassen?“ Ami sieht sich gezwungen, beschwichtigend einzugreifen. Sie ist wirklich eine gute Seele. „Ich bin sicher, Usagi wird eine gute Königin, wenn sie fleißig lernt.“
Die anderen sind ganz offensichtlich nicht überzeugt und Usagi selbst sieht auch nicht wirklich glücklich aus. Allerdings wird die Diskussion jetzt unterbrochen, indem Mamoru zur Tür reinkommt. Im Schlepptau hat er Haruka und Michiru, die angesichts des verkohlten Truthahns etwas verwirrt wirken. „Hey... kommen wir ungelegen? Ich habe die beiden zufällig getroffen und dachte...“ Viel weiter kommt er nicht, denn Usagis schlechte Laune hat sich auf die für sie liebenswert-typische Art wieder verflüchtigt und sie fällt Mamoru in die Arme, was die anderen deprimiert seufzen lässt. Ich glaube, es gibt Momente, da würden sie das glückliche Paar am liebten irgendwohin wegsperren. Mir geht es schließlich kaum anders, wenn auch aus anderen Gründen. Schließlich habe ich Artemis.
Haruka und Michiru begutachten inzwischen den Truthahn genauer. „Es ist schon eine Kunst, ihn dermaßen schwarz werden zu lassen...“ Michirus sanfte Stimme lässt selbst ihre Stichelei etwas weniger... scharf erscheinen. Oder macht es nur noch schlimmer, das liegt wohl im Auge des Betrachters.
„Dann ist es ja gut, dass wir uns sowas schon gedacht haben. Setsuna, Hotaru? Ihr könnt reinkommen!“
Gleich darauf dringt ein köstlicher Geruch an meine Nase und die fehlenden Sailorkrieger dieses Sonnensystems erscheinen in der Küche, schwer beladen mit einer... Gans. Knusprig und zweifellos sehr lecker.
Auf Truthahn hätte ich jetzt auch keinen Hunger mehr gehabt.
no subject
Date: 2011-12-28 08:01 pm (UTC)Die Weihnachtszeit kam und ging so schnell, dass ich ihr immer noch irritiert hinterhersehe und mich frage, ob es nicht doch erst Ostern war. Aber so kalt wie es draußen ist eher unwahrscheinlich.
Ich finde es wirklich toll, wie du die Challenges umgesetzt hast und hab die Story superdolllieb.
Es war wirklich spannend, die Charas aus der Sicht von Luna zu lesen.
Außerdem mag ich den Schreibtstil sehr. Es war also rundum ein Genuss, die Story zu lesen.