Das letzte Türchen
Dec. 24th, 2011 04:34 pmTitel: Mord unterm Tannenbaum
Fandom: Sherlock Holmes
Charaktere: Holmes, Watson, Gladstone, und Lestrade.
Challenge: Weihnachten, Kapitulation, "Knapp daneben ist auch vorbei."
Länge: ~700 Wörter
Warnungen: SPOILER für den neuen Film mit RDJ und Jude Law und für Sein letzter Fall. Außerdem ist es irgendwie SEHR sinnlos und leicht crackig.
Anmerkungen: Nachdem ich gestern Abend den neuen Film gesehen habe musste ich spontan noch ein wenig umschreiben, was die Fic nicht gerade verbessert. Naja. Wahrscheinlich kommt bald etwas brauchbareres von mir zu SH, denn Spiel im Schatten schreit ja geradezu nach H/C fics. :P
Vielen Dank an
rei17 für die Idee des Titels. ;)
Frohe Weihnachten!
Es dauerte über ein Jahr bis ich mich dazu durchgerungen hatte, die Ereignisse um den Sieg über Europas gefährlichstem Verbrecher und den letzten Fall von Sherlock Holmes nieder zu schreiben. Für diesen einen, sehr viel komplexeren Fall, als alle, die ihm vorausgegangen waren, benötigte ich jedoch keinerlei Notizen, um meine Erinnerung aufzufrischen. Niemals werde ich den Gesichtsausdruck meines Freundes vergessen, als er sich mitsamt Moriarty über die Berüstung hinunter in die tosenden Tiefen der Reichenbachfälle stürzte.
Ein weiteres Jahr später erhielt ich ein Päckchen, dessen Inhalt meine Pläne für den gemeinsam geplanten Urlaub mit Mary vorerst auf Eis legte. Ein Atemgerät befand sich in dem Päckchen, mit großer Wahrscheinlichkeit eben jenes Atemgerät, welches sich in Microsofts Besitz befand und vor unserem Aufstieg zum Friedengipfel von Holmes in Augenschein genommen worden war.
Zu Marys großem Missfallen sah ich mich nicht mehr in der Lage mit ihr nach Brighton zu reisen, denn die Ungewissheit, ob jemand mir einen bösen Streich spielte oder Holmes womöglich noch am Leben war, ließen mir keine Ruhe. Jegliche Versuche meinerseits den Absender des Päckchens ausfindig zu machen verliefen jedoch ins Leere. In den kommenden Monaten war ich mir sicher unter Beobachtung zu stehen. Einige Male bildete ich mir sogar ein das Gesicht von Colonel Sebastian Moran auf Londons überfüllten Straßen zu sehen.
An Heiligabend im Jahre 1984 wurde ich schließlich von meinen quälenden Gedanken erlöst, nachdem ich von meinem abendlichen Spaziergang mit Gladstone bei Mrs. Hudson in der Bakerstreet vorbeischaute. In der Küche stand ein stattlicher kleiner Tannenbaum den ich der alten Dame auf ihren Wunsch hin vor einen Tagen auf einem Londoner Wochenmarkt besorgt hatte. Vor dem Tannenbaum saß niemand geringeres als Sherlock Holmes. Vor ihm auf dem Boden stand eine leicht dampfende Tasse Tee.
Gladstone lief seinem anderen Herrchen schwanzwedelnd entgegen und beschnupperte Holmes zerschlissene Kleidung.
Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Für ein paar Minuten stand ich einfach nur im Türrahmen, auf meinen Gehstock gestützt und starrte Holmes ungläubig an.
„Interessiert es Sie denn gar nicht, was ich die letzten drei Jahr getrieben habe?“, fragte mein Freund schließlich und klang dabei aufrichtig verwundert.
Irgendetwas an dieser einfachen wie auch taktlosen Frage riss mich aus meiner Lethargie.
„Sie“, stieß ich hervor und trat eine Schritte auf Holmes zu. „Was gibt Ihnen das Recht nach drei Jahren wie aus dem Nichts aufzutauchen und so zu tun, als wären Sie nur auf einer etwas längeren Fortbildungsreise gewesen? Wie hielten Sie für tot! Es gab eine Beerdigung!“
Holmes zog nur die Augenbrauen hoch. „Was haben Sie denn beerdigt? Meine Lieblingspfeife?“
Ich schnappte empört nach Luft. „Ist das alles was Sie zu diesem Thema zu sagen haben?“
Holmes kraulte Gladstone hinter den Ohren, welcher ein zufriedenes Grunzen hören lies.
„Ich sehe, keinen Grund weshalb Sie sich dieser Lautstärke bedienen müssten, werter Doktor. Sollten Sie mir nicht eigentlich erleichtert um den Hals fallen und-?“
„Die einzige, der ich ‚erleichtert um den Hals falle‘ ist meine Frau, Holmes!“ Bei meinen Worten verdrehte der Detektiv die Augen. „Oh mein Gott! Sie haben dieses Päckchen mit Absicht zu gegebener Zeit geschickt, damit ich meinen Urlaub mit Mary nicht genießen konnte!“
„Sie konnten Brighton doch früher nicht ausstehen.“
„Ich war noch nie in Brighton!“ Meine Stimme überschlug sich vor Zorn darüber, dass Holmes in seiner Abwesenheit anscheinend nichts besseres zu tun gehabt hatte als weiterhin meine Beziehung zu Mary zu sabotieren.
Bevor Holmes diese überaus kindische Diskussion weiterführen konnte, klopfte es an der Tür und Inspektor Lestrade betrat die Küche, dicht gefolgt von dem ehrgeizigen, jungen Polizisten MacDonald.
„Meine Herren“, begann Lestrade, wobei sein Blick von mir zu Holmes schweifte, der immer noch seelenruhig auf dem Boden saß und Gladstone kraulte, und wieder zurück. „Ich habe unerfreuliche Nachrichten.“
„Hervorragend!“, rief Holmes und sprang voller Tatendrang auf. „Was haben Sie zu bieten?“
Lestrade runzelte die Stirn, überging Holmes‘ unangebrachten Gefühlsausdruck jedoch. „Mord unterm Tannenbaum, Sir. Schreckliche Sache, so ein Verbrechen am Weihnachtsabend.“
Holmes zog sich in einer fließenden Bewegung seinen Mantel über, der auf einem der Küchenstühle gelegen hatte und zog mich mit ihm an den beiden Polizisten vorbei.
Ich hörte noch wie Lestrade uns hinterherrief: „Sollten Sie nicht tot sein, Mr. Holmes?“
Holmes lachte nur und rief zurück, ohne sich zu dem Inspektor umzudrehen: „Knapp daneben ist auch vorbei!“
Danke fürs Lesen! (Ich weiß, es war eine ziemliche Zumutung.)
Fandom: Sherlock Holmes
Charaktere: Holmes, Watson, Gladstone, und Lestrade.
Challenge: Weihnachten, Kapitulation, "Knapp daneben ist auch vorbei."
Länge: ~700 Wörter
Warnungen: SPOILER für den neuen Film mit RDJ und Jude Law und für Sein letzter Fall. Außerdem ist es irgendwie SEHR sinnlos und leicht crackig.
Anmerkungen: Nachdem ich gestern Abend den neuen Film gesehen habe musste ich spontan noch ein wenig umschreiben, was die Fic nicht gerade verbessert. Naja. Wahrscheinlich kommt bald etwas brauchbareres von mir zu SH, denn Spiel im Schatten schreit ja geradezu nach H/C fics. :P
Vielen Dank an
Frohe Weihnachten!
Es dauerte über ein Jahr bis ich mich dazu durchgerungen hatte, die Ereignisse um den Sieg über Europas gefährlichstem Verbrecher und den letzten Fall von Sherlock Holmes nieder zu schreiben. Für diesen einen, sehr viel komplexeren Fall, als alle, die ihm vorausgegangen waren, benötigte ich jedoch keinerlei Notizen, um meine Erinnerung aufzufrischen. Niemals werde ich den Gesichtsausdruck meines Freundes vergessen, als er sich mitsamt Moriarty über die Berüstung hinunter in die tosenden Tiefen der Reichenbachfälle stürzte.
Ein weiteres Jahr später erhielt ich ein Päckchen, dessen Inhalt meine Pläne für den gemeinsam geplanten Urlaub mit Mary vorerst auf Eis legte. Ein Atemgerät befand sich in dem Päckchen, mit großer Wahrscheinlichkeit eben jenes Atemgerät, welches sich in Microsofts Besitz befand und vor unserem Aufstieg zum Friedengipfel von Holmes in Augenschein genommen worden war.
Zu Marys großem Missfallen sah ich mich nicht mehr in der Lage mit ihr nach Brighton zu reisen, denn die Ungewissheit, ob jemand mir einen bösen Streich spielte oder Holmes womöglich noch am Leben war, ließen mir keine Ruhe. Jegliche Versuche meinerseits den Absender des Päckchens ausfindig zu machen verliefen jedoch ins Leere. In den kommenden Monaten war ich mir sicher unter Beobachtung zu stehen. Einige Male bildete ich mir sogar ein das Gesicht von Colonel Sebastian Moran auf Londons überfüllten Straßen zu sehen.
An Heiligabend im Jahre 1984 wurde ich schließlich von meinen quälenden Gedanken erlöst, nachdem ich von meinem abendlichen Spaziergang mit Gladstone bei Mrs. Hudson in der Bakerstreet vorbeischaute. In der Küche stand ein stattlicher kleiner Tannenbaum den ich der alten Dame auf ihren Wunsch hin vor einen Tagen auf einem Londoner Wochenmarkt besorgt hatte. Vor dem Tannenbaum saß niemand geringeres als Sherlock Holmes. Vor ihm auf dem Boden stand eine leicht dampfende Tasse Tee.
Gladstone lief seinem anderen Herrchen schwanzwedelnd entgegen und beschnupperte Holmes zerschlissene Kleidung.
Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Für ein paar Minuten stand ich einfach nur im Türrahmen, auf meinen Gehstock gestützt und starrte Holmes ungläubig an.
„Interessiert es Sie denn gar nicht, was ich die letzten drei Jahr getrieben habe?“, fragte mein Freund schließlich und klang dabei aufrichtig verwundert.
Irgendetwas an dieser einfachen wie auch taktlosen Frage riss mich aus meiner Lethargie.
„Sie“, stieß ich hervor und trat eine Schritte auf Holmes zu. „Was gibt Ihnen das Recht nach drei Jahren wie aus dem Nichts aufzutauchen und so zu tun, als wären Sie nur auf einer etwas längeren Fortbildungsreise gewesen? Wie hielten Sie für tot! Es gab eine Beerdigung!“
Holmes zog nur die Augenbrauen hoch. „Was haben Sie denn beerdigt? Meine Lieblingspfeife?“
Ich schnappte empört nach Luft. „Ist das alles was Sie zu diesem Thema zu sagen haben?“
Holmes kraulte Gladstone hinter den Ohren, welcher ein zufriedenes Grunzen hören lies.
„Ich sehe, keinen Grund weshalb Sie sich dieser Lautstärke bedienen müssten, werter Doktor. Sollten Sie mir nicht eigentlich erleichtert um den Hals fallen und-?“
„Die einzige, der ich ‚erleichtert um den Hals falle‘ ist meine Frau, Holmes!“ Bei meinen Worten verdrehte der Detektiv die Augen. „Oh mein Gott! Sie haben dieses Päckchen mit Absicht zu gegebener Zeit geschickt, damit ich meinen Urlaub mit Mary nicht genießen konnte!“
„Sie konnten Brighton doch früher nicht ausstehen.“
„Ich war noch nie in Brighton!“ Meine Stimme überschlug sich vor Zorn darüber, dass Holmes in seiner Abwesenheit anscheinend nichts besseres zu tun gehabt hatte als weiterhin meine Beziehung zu Mary zu sabotieren.
Bevor Holmes diese überaus kindische Diskussion weiterführen konnte, klopfte es an der Tür und Inspektor Lestrade betrat die Küche, dicht gefolgt von dem ehrgeizigen, jungen Polizisten MacDonald.
„Meine Herren“, begann Lestrade, wobei sein Blick von mir zu Holmes schweifte, der immer noch seelenruhig auf dem Boden saß und Gladstone kraulte, und wieder zurück. „Ich habe unerfreuliche Nachrichten.“
„Hervorragend!“, rief Holmes und sprang voller Tatendrang auf. „Was haben Sie zu bieten?“
Lestrade runzelte die Stirn, überging Holmes‘ unangebrachten Gefühlsausdruck jedoch. „Mord unterm Tannenbaum, Sir. Schreckliche Sache, so ein Verbrechen am Weihnachtsabend.“
Holmes zog sich in einer fließenden Bewegung seinen Mantel über, der auf einem der Küchenstühle gelegen hatte und zog mich mit ihm an den beiden Polizisten vorbei.
Ich hörte noch wie Lestrade uns hinterherrief: „Sollten Sie nicht tot sein, Mr. Holmes?“
Holmes lachte nur und rief zurück, ohne sich zu dem Inspektor umzudrehen: „Knapp daneben ist auch vorbei!“
Danke fürs Lesen! (Ich weiß, es war eine ziemliche Zumutung.)
no subject
Date: 2011-12-27 12:07 pm (UTC)Aber: Das Atemgerät aus Microsofts Besitz? Ich glaube, da war deine Autokorrektur ziemlich voreilig *ggg*
Wünsche fröhliche Weihnachten gehabt zu haben!