23. Türchen
Dec. 23rd, 2011 10:08 amFandom: Original (Our Own World)
Charaktere: Sabine, Natalie, Oliver
Challenges:
1.) Weihnachtseinkäufe und andere Katastrophen
2.) Verbrannte Plätzchen
3.) "Das ist nicht Liebe, das ist moderne Kunst."
Wörter: 1161
Es war der 23.12. und alles war entspannt.
Das konnte auch damit zusammenhängen, dass Sabine Ferien hatte, noch im Bett lag und erst am nächsten Tag nach Hause fahren würde. Die Geschenke lagen schon fertig eingepackt sorgfältig in einer Tüte verstaut neben dem zwar bereits geöffneten aber noch leeren Koffer, alles kein Problem.
Alles...
„FUCK!“
Okay, wie es aussah, gab es für Natalie ein Problem. Das war zwar nichts wirklich Neues, aber Sabine stand trotzdem auf und schlüpfte schnell in ein Paar warme Socken, bevor sie sich aus ihrem Zimmer wagte. Erstmal war keine Natalie zu sehen, aber so viele Möglichkeiten gab es ja nicht.
Nach zwei Fehlversuchen wurde sie im Wohnzimmer nötig, das sträflich unweihnachtlich aussah. Aber gut, Liang war kein Christ und ihm ging das Tamtam um Weihnachten auch naturgemäß immer sonstwo vorbei. Gefeiert wurde es bei ihm zu Hause trotzdem, soweit sie wusste. War aber eher den traditionellen deutschen Großeltern zu verdanken, soweit sie wusste.
Natalie hatte versucht, etwas Weihnachtskitsch zu verteilen, aber bei der Hälfte die Lust verloren und Sabine hatte einfach keine Zeit für so ein Zeug gehabt. Bei dem ersten kläglichen Versuch Natalies Plätzchen zu backen (sie waren hinterher schwarz gewesen), war sie in die Bibliothek geflohen und hatte das zu einer Gewohnheit gemacht. Dort sprangen wenigstens keine wahnsinnigen Mitbewohnerinnen durch die Gegend und wollten einen mit zu Weihnachtseinkäufen schleppen.
Und besagte Mitbewohnerin saß im Wohnzimmer auf dem Teppich und starrte halb entsetzt, halb wütend einen Fetzen Papier an.
„Was ist denn mit dir los?“ Sie sollte es nicht fragen, das wusste sie. Natalie sah auf.
„Ich hab das Geschenk für Thomas vergessen... mein Cousin...“
„Naja, noch haben die Geschäfte auf. Du kannst ja noch schnell was besorgen.“
„Aber ich will nicht alleine in die Stadt, die trampeln mich doch tot!“
Das nahm eine Richtung, die etwas beunruhigend war. „Soll ich mitkommen?“ Da war es schon raus. „Ich kann dich ja vielleicht beraten oder so...“
„Ich weiß ja schon, was ich ihm kaufe. Und ich war fest überzeugt, ich hab ihn schon erledigt. Aber ich finde sein Geschenk nicht und an seinem Namen ist kein Haken!“
„Dann hast du es wohl wirklich noch nicht... was bekommt er denn?“
„Eine CD... Ich hoffe, bei Saturn haben sie sie noch“, Natalies Stimme bekam einen schrillen Unterton.
„Dann beeilen wir uns besser, bevor die Massen aufwachen.“ Das würde natürlich nichts bringen, es war der Tag vor Heiligabend, da würde in der Innenstadt Ausnahmezustand herrschen. Aber gut. Sie hatte es angeboten und auch wenn Natalie nicht darauf reagiert hatte, würde sie nun vorraussetzen, dass sie mitkam.
Daher ging Sabine in ihr Zimmer und zog sich an. Im Schlafanzug wurde es sowieso langsam etwas zu kühl.
Eine halbe Stunde später stand sie im Treppenhaus und wartete auf Natalie. Was sie nun auch immer vergessen hatte, es zog sich. Seufzend ging sie eine Etage tiefer und klingelte an Olivers Tür. Der war sicher am Packen, aber um Zeit totzuschlagen reichte es. Außerdem gab es da noch was zu klären...
Als er aufmachte, traute sie erst ihren Augen nicht. Was... hatte der Typ da an? „Hast du mal wieder Markus vermisst und deswegen deinen Geschmack verloren?“ Es war jedenfalls ein Pullover. Der sicherlich sehr warm war. Aber mit einem Aufdruck, der aufgrund seiner Hässlichkeit mindestens aus der Hölle kommen musste. „Das muss wahre Liebe sein...“
„Das ist keine Liebe, das ist moderne Kunst! Nichts für Kleingeister.“
„Komm du nochmal zu mir, wenn du dir beim Heimwerken einen dicken Splitter in die Hand jagst...“ Dann würde sie vielleicht nicht mehr so nett sein, ihn zu verarzten.
Oliver schien das einen Moment zu erwägen, dann grinste er. „Naja, Kunst liegt immer im Auge des Betrachters, oder?“
„Ganz genau. Hat Markus schon was von sich hören lassen?“
„Klar. Wir haben gestern telefoniert. Aus irgendeinem Grund wollte er über den Laptop seines Vaters nicht skypen.“
„Das kann ich verstehen.“
„Seine Familie ist recht anstrengend, oder?“
„Du kennst doch Verena... Lan ist eine jüngere Version von ihr und sein Vater überbesorgt. Ich glaube, seine Mutter ist die Einzige in dem Haufen, die keinen Vollschuss hat.“
„Cool.“
„Du spinnst auch.“
„Klar. Äh, wolltest du was Bestimmtes?“
„Ja. Ich wollte fragen, ob meine Bestellung inzwischen angekommen ist.“ Es war einfach blöd, wenn man das Geschenk für die Mitbewohnerin bestellen musste. Aber wofür hatte man Nachbarn?
„Bisher noch nicht, aber die Post war heute auch noch nicht da. Es soll aber heute kommen...“
„Hoffentlich. Verdammt.“ Diese Lieferzeit war schon eine Zumutung! Und das wo man normalerweise sein Zeug am nächsten Tag bekam. Natalies Geschenk war aber ebenso wie Natalie vollkommen unberechenbar. Passte ja perfekt.
„Ich schreib dir ne sms, wenn es da ist.“ Oliver beugte sich vor um die Treppe nach oben zu sehen. Sabine drehte sich ebenfalls um. Irgendetwas hatte da gepoltert, das bedeutete normalerweise, dass Natalie endlich fertig war. „Gut. Danke. Wenn wir beide wieder im Lande sind, geb ich dir dafür einen aus.“
„Ach, ich lasse mich einfach bei der nächsten Gelegenheit von dir wieder zusammenflicken, dann passt das. Bis dann.“ Er lachte und schloss leise die Tür.
Gleich darauf stürmte Natalie die Treppe herunter und zog Sabine gnadenlos mit sich. „Komm schon, der Bus fährt gleich!“
Wer hatte hier nochmal getrödelt?
Sie jedenfalls nicht.
Den Bus schafften sie so gerade eben und schon starrte Natalie sie so forschend an, dass es bereits gruselig wurde. „Was?“
„Was hattest du mit Oliver zu quatschen?“
„Ich musste Zeit totschlagen, du bist ja nicht gekommen. Keine Sorge, ich hab kein Interesse an ihm.“ Soweit kams noch, dass Natalie ausgerechnet jetzt davon Wind bekam, dass sie ihn für ihr Geschenk mit eingespannt hatte. „Also nur Saturn?“
„Ja... dann muss ich einpacken.“
Noch etwas, was Natalie gerne auf dem letzten Drücker machte. „Hast du Geschenkpapier?“
Schweigen. Dann: „Scheiße.“
„Du fluchst heute wirklich viel.“
„Ich habs vergessen! Hast du nicht noch welches?“
„Nein. Alles weg. Sorry. Aber es gibt doch in jedem zweiten Geschäft Geschenkpapier.“ Das sollte nun wirklich kein großes Problem darstellen. Leider gehörte Saturn ihres Wissens nach nicht dazu.
„Stimmt... ach, verdammt. Alles doof. Weihnachten doof.“
„Stell dich nicht so an. Du solltest einfach nur mal besser planen.“
„So wie du?“
„Hey, im Gegensatz zu dir hab ich alles!“ Fast. Aber das letzte Stück würde wohl noch kommen. Sie sah auf ihr Handy, den Signalton für sms hörte sie eher selten. Aber bisher war noch nichts da.
Die sms kam dann, als das Handy wieder in der Jackentasche war, sie hatte ihre Hand schon fast wieder herausgezogen, als sie den Vibrationsalarm spürte.
Schnell las sie die sms und grinste. „Ja, ich hab alles.“
Sicherlich würden die gestressten Massen sie jetzt eher amüsieren als frustrieren.
„Du hast echt nen Vogel.“
„Das sagt die Richtige.“
Charaktere: Sabine, Natalie, Oliver
Challenges:
1.) Weihnachtseinkäufe und andere Katastrophen
2.) Verbrannte Plätzchen
3.) "Das ist nicht Liebe, das ist moderne Kunst."
Wörter: 1161
Es war der 23.12. und alles war entspannt.
Das konnte auch damit zusammenhängen, dass Sabine Ferien hatte, noch im Bett lag und erst am nächsten Tag nach Hause fahren würde. Die Geschenke lagen schon fertig eingepackt sorgfältig in einer Tüte verstaut neben dem zwar bereits geöffneten aber noch leeren Koffer, alles kein Problem.
Alles...
„FUCK!“
Okay, wie es aussah, gab es für Natalie ein Problem. Das war zwar nichts wirklich Neues, aber Sabine stand trotzdem auf und schlüpfte schnell in ein Paar warme Socken, bevor sie sich aus ihrem Zimmer wagte. Erstmal war keine Natalie zu sehen, aber so viele Möglichkeiten gab es ja nicht.
Nach zwei Fehlversuchen wurde sie im Wohnzimmer nötig, das sträflich unweihnachtlich aussah. Aber gut, Liang war kein Christ und ihm ging das Tamtam um Weihnachten auch naturgemäß immer sonstwo vorbei. Gefeiert wurde es bei ihm zu Hause trotzdem, soweit sie wusste. War aber eher den traditionellen deutschen Großeltern zu verdanken, soweit sie wusste.
Natalie hatte versucht, etwas Weihnachtskitsch zu verteilen, aber bei der Hälfte die Lust verloren und Sabine hatte einfach keine Zeit für so ein Zeug gehabt. Bei dem ersten kläglichen Versuch Natalies Plätzchen zu backen (sie waren hinterher schwarz gewesen), war sie in die Bibliothek geflohen und hatte das zu einer Gewohnheit gemacht. Dort sprangen wenigstens keine wahnsinnigen Mitbewohnerinnen durch die Gegend und wollten einen mit zu Weihnachtseinkäufen schleppen.
Und besagte Mitbewohnerin saß im Wohnzimmer auf dem Teppich und starrte halb entsetzt, halb wütend einen Fetzen Papier an.
„Was ist denn mit dir los?“ Sie sollte es nicht fragen, das wusste sie. Natalie sah auf.
„Ich hab das Geschenk für Thomas vergessen... mein Cousin...“
„Naja, noch haben die Geschäfte auf. Du kannst ja noch schnell was besorgen.“
„Aber ich will nicht alleine in die Stadt, die trampeln mich doch tot!“
Das nahm eine Richtung, die etwas beunruhigend war. „Soll ich mitkommen?“ Da war es schon raus. „Ich kann dich ja vielleicht beraten oder so...“
„Ich weiß ja schon, was ich ihm kaufe. Und ich war fest überzeugt, ich hab ihn schon erledigt. Aber ich finde sein Geschenk nicht und an seinem Namen ist kein Haken!“
„Dann hast du es wohl wirklich noch nicht... was bekommt er denn?“
„Eine CD... Ich hoffe, bei Saturn haben sie sie noch“, Natalies Stimme bekam einen schrillen Unterton.
„Dann beeilen wir uns besser, bevor die Massen aufwachen.“ Das würde natürlich nichts bringen, es war der Tag vor Heiligabend, da würde in der Innenstadt Ausnahmezustand herrschen. Aber gut. Sie hatte es angeboten und auch wenn Natalie nicht darauf reagiert hatte, würde sie nun vorraussetzen, dass sie mitkam.
Daher ging Sabine in ihr Zimmer und zog sich an. Im Schlafanzug wurde es sowieso langsam etwas zu kühl.
Eine halbe Stunde später stand sie im Treppenhaus und wartete auf Natalie. Was sie nun auch immer vergessen hatte, es zog sich. Seufzend ging sie eine Etage tiefer und klingelte an Olivers Tür. Der war sicher am Packen, aber um Zeit totzuschlagen reichte es. Außerdem gab es da noch was zu klären...
Als er aufmachte, traute sie erst ihren Augen nicht. Was... hatte der Typ da an? „Hast du mal wieder Markus vermisst und deswegen deinen Geschmack verloren?“ Es war jedenfalls ein Pullover. Der sicherlich sehr warm war. Aber mit einem Aufdruck, der aufgrund seiner Hässlichkeit mindestens aus der Hölle kommen musste. „Das muss wahre Liebe sein...“
„Das ist keine Liebe, das ist moderne Kunst! Nichts für Kleingeister.“
„Komm du nochmal zu mir, wenn du dir beim Heimwerken einen dicken Splitter in die Hand jagst...“ Dann würde sie vielleicht nicht mehr so nett sein, ihn zu verarzten.
Oliver schien das einen Moment zu erwägen, dann grinste er. „Naja, Kunst liegt immer im Auge des Betrachters, oder?“
„Ganz genau. Hat Markus schon was von sich hören lassen?“
„Klar. Wir haben gestern telefoniert. Aus irgendeinem Grund wollte er über den Laptop seines Vaters nicht skypen.“
„Das kann ich verstehen.“
„Seine Familie ist recht anstrengend, oder?“
„Du kennst doch Verena... Lan ist eine jüngere Version von ihr und sein Vater überbesorgt. Ich glaube, seine Mutter ist die Einzige in dem Haufen, die keinen Vollschuss hat.“
„Cool.“
„Du spinnst auch.“
„Klar. Äh, wolltest du was Bestimmtes?“
„Ja. Ich wollte fragen, ob meine Bestellung inzwischen angekommen ist.“ Es war einfach blöd, wenn man das Geschenk für die Mitbewohnerin bestellen musste. Aber wofür hatte man Nachbarn?
„Bisher noch nicht, aber die Post war heute auch noch nicht da. Es soll aber heute kommen...“
„Hoffentlich. Verdammt.“ Diese Lieferzeit war schon eine Zumutung! Und das wo man normalerweise sein Zeug am nächsten Tag bekam. Natalies Geschenk war aber ebenso wie Natalie vollkommen unberechenbar. Passte ja perfekt.
„Ich schreib dir ne sms, wenn es da ist.“ Oliver beugte sich vor um die Treppe nach oben zu sehen. Sabine drehte sich ebenfalls um. Irgendetwas hatte da gepoltert, das bedeutete normalerweise, dass Natalie endlich fertig war. „Gut. Danke. Wenn wir beide wieder im Lande sind, geb ich dir dafür einen aus.“
„Ach, ich lasse mich einfach bei der nächsten Gelegenheit von dir wieder zusammenflicken, dann passt das. Bis dann.“ Er lachte und schloss leise die Tür.
Gleich darauf stürmte Natalie die Treppe herunter und zog Sabine gnadenlos mit sich. „Komm schon, der Bus fährt gleich!“
Wer hatte hier nochmal getrödelt?
Sie jedenfalls nicht.
Den Bus schafften sie so gerade eben und schon starrte Natalie sie so forschend an, dass es bereits gruselig wurde. „Was?“
„Was hattest du mit Oliver zu quatschen?“
„Ich musste Zeit totschlagen, du bist ja nicht gekommen. Keine Sorge, ich hab kein Interesse an ihm.“ Soweit kams noch, dass Natalie ausgerechnet jetzt davon Wind bekam, dass sie ihn für ihr Geschenk mit eingespannt hatte. „Also nur Saturn?“
„Ja... dann muss ich einpacken.“
Noch etwas, was Natalie gerne auf dem letzten Drücker machte. „Hast du Geschenkpapier?“
Schweigen. Dann: „Scheiße.“
„Du fluchst heute wirklich viel.“
„Ich habs vergessen! Hast du nicht noch welches?“
„Nein. Alles weg. Sorry. Aber es gibt doch in jedem zweiten Geschäft Geschenkpapier.“ Das sollte nun wirklich kein großes Problem darstellen. Leider gehörte Saturn ihres Wissens nach nicht dazu.
„Stimmt... ach, verdammt. Alles doof. Weihnachten doof.“
„Stell dich nicht so an. Du solltest einfach nur mal besser planen.“
„So wie du?“
„Hey, im Gegensatz zu dir hab ich alles!“ Fast. Aber das letzte Stück würde wohl noch kommen. Sie sah auf ihr Handy, den Signalton für sms hörte sie eher selten. Aber bisher war noch nichts da.
Die sms kam dann, als das Handy wieder in der Jackentasche war, sie hatte ihre Hand schon fast wieder herausgezogen, als sie den Vibrationsalarm spürte.
Schnell las sie die sms und grinste. „Ja, ich hab alles.“
Sicherlich würden die gestressten Massen sie jetzt eher amüsieren als frustrieren.
„Du hast echt nen Vogel.“
„Das sagt die Richtige.“