[identity profile] sommerschnee.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Fandom: Original
Challenges: 1.) Unpassende Geschenke und andere Dilemmas
2.) Eingeschneit
3.) "Als ich sagte, ich komme einfach nicht los von dir, hatte ich dabei nicht an Handschellen gedacht ..."
Kommentare: Die Charaktere sind aus einer meiner Welten in der ich öfter schreibe, hier aber glaube ich noch nicht gepostet habe. Mit dem dritten Challenge habe ich mir ein paar Freiheiten rausgenommen.



Der Schnee fiel in dichten Flocken vom Himmel. Hans beobachtete das Treiben aufmerksam durchs Fenster.
"Es sieht so aus als würde es nicht so schnell besser werden.", sagte er in die Runde hinein. Niemand reagierte. Sie hatten bereits vor Stunden gewusst, dass das Wetter sich so schnell nicht ändern würde.
Die Nachrichten berichteten seit Stunden von nichts anderem.
Es war ein netter Tag gewesen. Hans und seine Freunde waren im Schnee spazieren gegangen, hatten Weihnachtsgeschenke umgetauscht und sich schließlich in Hans Wohnung wiedergefunden um etwas zu essen.
Hans liebte diese Tage nach Weihnachten. Sie waren ruhig, alle waren gelassener und freuten sich auf Silvester. Man hatte die Besuche bei der Familie hinter sich und befand sich in der tatsächlich bedächtigen Zeit.
Aber während sie ihr Abendessen genossen hatte der Schnee eingesetzt, war innerhalb von Minuten dichter geworden und hörte nun einfach nicht mehr auf.
Georg und Max hatten sich vor etwa einer Stunde verabschiedet und kurz nach Ihnen auch Marie. Alle drei wohnten relativ in der Nähe und konnten nach Hause laufen.
Der Rest von Ihnen war jedoch mit dem Wagen da und wohnte zu weit entfernt um zu laufen. Und laut den Nachrichten waren die Straßen dicht und es wurde dringend empfohlen die Autos stehen zu lassen.
Hans seufzte und verabschiedete sich innerlich von seinem ruhigen Abend. Es schien so, dass seine Freunde für heute bleiben würden. Nicht, dass er da generell etwas dagegen hatte. Aber nachdem Sie den ganzen Tag unterwegs gewesen waren hatte er sich darauf gefreut einen ruhigen Abend vor dem Fernseher zu verbringen. Hans mochte Pläne und er war kein Freund davon wenn diese kurzfristig geändert wurden.
Nun aber waren sie in dieser Situation und er gab sich alle Mühe sich seine Laune nicht anmerken zu lassen, was jedoch dazu führte das er so wenig wie möglich redete und nicht unbedingt die geselligste Person im Raum waren.
"Gut.", erklärte er und wandte sich vom Fenster ab. "Ich hole jetzt die Decken."
Vier Personen schauten ihn mit großen Augen an. "Decken?", wiederholte Lisa.
"Ich sollte noch einige im Schrank haben. Es sieht nicht danach aus als ihr heute nicht wegkommt, also müsst ihr hier schlafen. Und da ich kein Anwesen mit mehreren Gästezimmern habe werden wir uns nun in unsere Kindheit zurückversetzen und ein Matratzenlager aufschlagen."
Lisa zog die Unterlippe vor und setze einen schmollenden Gesichtsausdruck auf. "Auf der Matratze schlafen? Das finde ich jetzt nicht so toll."
Hans beobachtete zufrieden, dass diese Aussage von allen ignoriert wurde. Lisa war daran gewöhnt ihren Willen durchzubekommen. Sie war noch nicht sehr lange dabei und es war schwierig gewesen, nachdem Max und sie sich getrennt hatten. Mit ihrem Schmollen war sie bei Hans Freunden schnell an Grenzen gestoßen, die sie vorher noch nicht gekannt hatte. Es war eine Angewohnheit, die sie inzwischen fast vollkommen hatte fallen lassen, die aber in einzelnen Momenten immer noch zu Tage trat. Und meistens leider in den Momenten in denen es am nervigsten war.
„Ich helf dir mit den Decken.“, erklärte Tim und folgte Hans ins Schlafzimmer. Durch die angelehnte Tür konnte Hans leise die Musik aus dem Wohnzimmer und die gedämpften Stimmen der anderen hören.
„Du kannst es gar nicht erwarten uns los zu werden nicht wahr?2, fragte Tim und Hans zuckte innerlich zusammen.
„Es ist nicht so…“
Tim unterbrach ihn „Dass du uns nicht magst, aber wir machen dir deinen Abend kaputt. Ich weiß, Kollege, dafür kenn ich dich lang genug. Wo sind die Decken? Im Schrank?“
Und bevor Hans etwas sagen konnte hatte Tim bereits den ersten Schrank geöffnet. „Wow, was hast du denn hier?“, fragte er und zog dann – genau wie Hans es befürchtet hatte – eine offene Weihnachtssschachtel hervor.
„Ein Geschenk meiner Cousine. Sie fand das wohl amüsant.“, erklärte er und konnte fühlen wie sein Gesicht anfing zu glühen während Tim ein Paar Handschellen aus der Kiste zog.
Tim lachte „Also wirklich, ich finde es ja beeindruckend, dass du ein Schneechaos auslösen kannst aber wenn du mich hier behalten möchtest hättest du einfach nur die benutzen müssen. Das hätte vollkommen gereicht..“
„Tim…“, begann Hans und stellte dann fest, dass ihm die Worte für diese Situation fehlten.
Hans jedoch hatte die Handschellen bereits aufs Bett fallen lassen und zog nun tatsächlich die Decken aus dem Schrank. „Oh, sieht so aus, als ob nur genug Decken für die anderen da sind. Ich werde wohl mit dir das Bett teilen müssen. Dann können wir uns auch direkt genauer über dieses Geschenk unterhalten.“
Und dann war er – Energiebündel wie es Tim nun einmal war – auch schon aus dem Raum verschwunden.
Hans verbarg das Gesicht in den Händen.
Manchmal hasste er Schnee.


Posted via m.livejournal.com.

Profile

120_minuten: (Default)
Die Uhr läuft ... jetzt!

Most Popular Tags

January 2026

M T W T F S S
   1 234
567891011
12131415 161718
19202122232425
262728293031 

Style Credit

Powered by Dreamwidth Studios