18. Türchen
Dec. 18th, 2011 11:09 amFandom: Original (Our Own World)
Charaktere: Liang, Sabine, Natalie
Challenge: „Bist du immer so drauf oder nur in meiner Gegenwart?“ (und irgendwo hat sich auch 'Auf der Flucht' versteckt...)
Anmerkungen: Kurz vor Nano hat Markus beschlossen, dass er lieber nen chinesischen Namen hätte, daher heißt er jetzt Liang. Der deutsche Name wird aber nicht vollkommen eingemottet, sondern bleibt weiterhin als Rufname für die Allgemeinheit in Gebrauch. Im Grunde sind Natalie und Verena die einzigen, die ihn bei seinem chinesischen Namen nennen... Nur als Info. =)
Keiner wusste mehr, wer die grandiose Idee gehabt hatte, ausgerechnet am vierten Advent brunchen zu gehen. Liang jedenfalls war sich sicher, dass es nicht er gewesen war. Sabine leugnete ebenfalls, genau wie Natalie. Was etwas blöd war, schließlich waren es nur sie drei, die sich um zehn Uhr auf den Weg zu dem Bistro gemacht hatten, in dem sie sich Plätze reserviert hatten.
Es war ja auch nicht so, als hätten sie alle nichts anderes zu tun... Sabine schob Panik, weil sie lieber lernen wollte, Natalie hatte noch nicht alle Geschenke und Liang hätte den Tag viel lieber mit Oliver verbracht, bevor er ihn sehr bald zwei Wochen lang nicht sehen würde.
Daher war die Stimmung eher mäßig, bis das Gespräch auf Silvester kam. „Liang, wir sollten wirklich mal alle zusammen feiern...“, murrte Natalie die die einzige sein würde, die dann wieder in der Stadt war. Einfach weil sie den kürzesten Weg hatte und beschlossen hatte, mit ein paar Kommilitonen das neue Jahr einzuleuten.
„Du weißt, dass ich ein toter Mann bin, wenn ich meine Leute in Heidelberg versetze.“ Er wäre ja auch viel lieber hier – wenn auch nicht gerade mit Natalie.
„Ach, die können ja auch mal hierherkommen, in dem Nest ist es doch eh langweilig.“
„Bisher hat sich keiner beklagt.“
„Ihr wisst es eben nicht besser! Sabine! Unterstütz mich doch mal!“
„Warum?“ Grinsend schlürfte Sabine an ihrem Kaffee. „Ich feier kein Silvester und das wisst ihr.“
„Du bist ja auch eine Spaßbremse! Verpisst dich auch immer an Karneval...“
Was Liang wirklich nachvollziehen konnte. Das beste, was man zu dieser Zeit machen konnte, war fliehen.
„Dann lass mich also aus deinen verqueren Gedankengängen raus.“ Sabine war herzlich unbeeindruckt. Kein Wunder. Dann stutzte sie. „Natalie? Dreh dich mal unauffällig um... unauffällig!“
Der Stuhl machte ein scharrendes Geräusch, als Natalie ihn zurückschob, um sich besser umsehen zu können. „Ich schenke dir zu Weihnachten ein Lexikon. Deutsch – Natalie, Natalie – Deutsch. Markus, schreibst du mir das?“
„Vergiss es.“ Auch er versuchte zu sehen, was Sabine aufgefallen war, aber da war nur eine kleine Gruppe in ihrem Alter, die über die Bahn und den ersten Schnee witzelten. Liang fand das im Moment nicht besonders komisch, Verena und er würde in zwei Tagen mit ebendieser fahren müssen!
Aber was war an denen so spannend? Er sah Natalie an, deren Blick regelrecht an einer Blondine klebte, die herzlich lachte.
„Das ist jetzt nicht wahr, oder?“
„Simone. Sie arbeitet in der Cocktailbar, in der wir letztens waren“, erklärte Sabine leise. „Natalie steht auf sie.“
Gut, jetzt wusste er immerhin, warum Natalie so schlecht draufgewesen war. Diese Simone war nämlich eindeutig nicht dagewesen. „Ich dachte, sie hat genug von Blondinen?“ Jessica war schließlich auch eine gewesen. Auch wenn er sagen musste, dass Simone um einiges sympathischer wirkte.
„Du kennst sie doch“, meinte Sabine nur.
Das stimmte allerdings.
Ein paar Tische weiter wurde Simone offenbar darauf aufmerksam gemacht, dass sie aus drei Augenpaaren angestarrt wurde und Liang war sich ziemlich sicher, dass sie überrascht war, Natalie zu sehen. Aber sie sagte nur etwas zu ihren Freunden und stand auf.
„Hey...“ Ihre Wangen waren leicht gerötet, als sie vor Natalie zum Stehen kam und Liang schob ihr einladend den freien vierten Stuhl zurück. „Oh... danke.“ Verlegen lächelnd setzte Simone sich.
Natalie starrte sie an, als wäre sie das verfrühte Christkind. Offenbar hatten sie noch nicht wirklich viel miteinander geredet.
„Hey... ich... ich war vorgestern in der Bar...“
Liang und Sabine sahen sich an. Wie es aussah, waren sie erstmal abgemeldet. Aber es war viel zu interessant, um jetzt aufzustehen und sich noch etwas vom Buffet zu holen.
„Ich hab Urlaub. Sorry...“
„Wieso sorry? Ich...“
„Sie hat uns nur das Leben zur Hölle gemacht, das ist alles“, merkte Sabine zuckersüß an.
„Klappe! Übrigens, das sind meine Mitbewohner. Sabine und Liang. In der Regel zieht er aber Markus vor.“
„Exakt.“ Wenigstens musste er das nicht erklären.
„Warum das?“
„Weil er pingelig ist, was die Aussprache angeht. Markus kriegt jeder Idiot hin.“
„Wenigstens jeder deutsche Idiot. Für andere würde ich nicht garantieren.“
„Halt die Klappe!“
„Sonst geht’s dir gut?“ Natalie war wirklich unerträglich, wenn sie verknallt war. War er genauso, wenn Oliver dabei war? Das wagte er lieber nicht zu beurteilen.
„Ich unterhalte mich gerade!“
„Ja, mit mir.“ Die arme Simone wurde schließlich gerade sehr gekonnt ignoriert. Was diese aber nicht allzu sehr zu stören schien, sie grinste. Wie es aussah, schien die Verlegenheit erstmal verschwunden zu sein.
„Sag mal... Natalie... bist du immer so, oder nur in meiner Gegenwart?“
„Hä? Wie meinst du das?“ Natalies perplexer Blick sprach Bände.
Simone verschränkte kurz die Hände ineinander und ließ sie langsam auf den Tisch sinken. Selbst Liang, der nun wirklich nicht gut war, wenn es darum ging, Menschen zu deuten, erkannte, dass sie nervös war.
„Naja... Als wir uns das letzte Mal in der Bar gesehen haben, wollte ich dich eigentlich nach deiner Nummer fragen. Aber du hast mich zwar immer wieder angesehen, wenn ich an andere Tischen war – leugne es nicht, meine Kollegen sind Zeugen! – aber immer wenn ich bei dir war, hast du nur mit den anderen gesprochen. Ich war ja schon froh, dass ich deinen Namen rausgekriegt habe.“
Natalie schwieg.
„Sie hat es absolut erfasst“, war Sabines Meinung dazu. „Markus, ich hab noch Hunger, kommst du mit zum Buffet? Im Moment siehts recht leer aus...“
Sein erster Impuls war es, abzulehnen, aber dann begriff er, dass das hier schon kein Zaunpfahl war, sondern ein gewaltiges Scheunentor, mit dem er beworfen wurde. Daher zuckte er nur die Schultern, nahm seinen Teller und stand auf.
Fünf Minuten später kamen sie an den Tisch zurück, wo Natalie inzwischen wieder alleine war, aber selig ihr Handy anstarrte. Wie es aussah, hatten es da doch zwei geschafft, ihre Nummern auszutauschen.
„Sie hat mich zu ihrer Silvesterfeier eingeladen...“
„Ah, gut, dann machst du uns kein schlechtes Gewissen mehr, wenn wir dich hier schmählich im Stich lassen.“ Sabine spießte ein Apfelstück aus ihrem Obstsalat auf und kaute genüsslich darauf herum. „Gehen wir hiernach noch zum Weihnachtsmarkt?“
Liang warf einen skeptischen Blick aus dem Fenster. „Es soll schneien.“
„Ein Grund mehr. Glühwein schmeckt erst bei Schnee richtig gut.“
„Was hat das Wetter damit zu tun, ob was ekliges schmeckt oder nicht?“
Die beiden Frauen wirkten pikiert. „Bei Glühwein hat das Wetter alles damit zu tun! Wenn es zu warm ist, trinkt man ihn einfach nicht!“
„Das scheint halb Deutschland anders zu sehen.“
„Wen interessieren die anderen?“
„Ich schätze, das kommt drauf an, wer die anderen sind.“ Er sah Natalie an, die mit verklärtem Blick wieder Simone anhimmelte. Die nächste Zeit würde anstrengend werden. Zum Glück war er bald außer Reichweite.
Charaktere: Liang, Sabine, Natalie
Challenge: „Bist du immer so drauf oder nur in meiner Gegenwart?“ (und irgendwo hat sich auch 'Auf der Flucht' versteckt...)
Anmerkungen: Kurz vor Nano hat Markus beschlossen, dass er lieber nen chinesischen Namen hätte, daher heißt er jetzt Liang. Der deutsche Name wird aber nicht vollkommen eingemottet, sondern bleibt weiterhin als Rufname für die Allgemeinheit in Gebrauch. Im Grunde sind Natalie und Verena die einzigen, die ihn bei seinem chinesischen Namen nennen... Nur als Info. =)
Keiner wusste mehr, wer die grandiose Idee gehabt hatte, ausgerechnet am vierten Advent brunchen zu gehen. Liang jedenfalls war sich sicher, dass es nicht er gewesen war. Sabine leugnete ebenfalls, genau wie Natalie. Was etwas blöd war, schließlich waren es nur sie drei, die sich um zehn Uhr auf den Weg zu dem Bistro gemacht hatten, in dem sie sich Plätze reserviert hatten.
Es war ja auch nicht so, als hätten sie alle nichts anderes zu tun... Sabine schob Panik, weil sie lieber lernen wollte, Natalie hatte noch nicht alle Geschenke und Liang hätte den Tag viel lieber mit Oliver verbracht, bevor er ihn sehr bald zwei Wochen lang nicht sehen würde.
Daher war die Stimmung eher mäßig, bis das Gespräch auf Silvester kam. „Liang, wir sollten wirklich mal alle zusammen feiern...“, murrte Natalie die die einzige sein würde, die dann wieder in der Stadt war. Einfach weil sie den kürzesten Weg hatte und beschlossen hatte, mit ein paar Kommilitonen das neue Jahr einzuleuten.
„Du weißt, dass ich ein toter Mann bin, wenn ich meine Leute in Heidelberg versetze.“ Er wäre ja auch viel lieber hier – wenn auch nicht gerade mit Natalie.
„Ach, die können ja auch mal hierherkommen, in dem Nest ist es doch eh langweilig.“
„Bisher hat sich keiner beklagt.“
„Ihr wisst es eben nicht besser! Sabine! Unterstütz mich doch mal!“
„Warum?“ Grinsend schlürfte Sabine an ihrem Kaffee. „Ich feier kein Silvester und das wisst ihr.“
„Du bist ja auch eine Spaßbremse! Verpisst dich auch immer an Karneval...“
Was Liang wirklich nachvollziehen konnte. Das beste, was man zu dieser Zeit machen konnte, war fliehen.
„Dann lass mich also aus deinen verqueren Gedankengängen raus.“ Sabine war herzlich unbeeindruckt. Kein Wunder. Dann stutzte sie. „Natalie? Dreh dich mal unauffällig um... unauffällig!“
Der Stuhl machte ein scharrendes Geräusch, als Natalie ihn zurückschob, um sich besser umsehen zu können. „Ich schenke dir zu Weihnachten ein Lexikon. Deutsch – Natalie, Natalie – Deutsch. Markus, schreibst du mir das?“
„Vergiss es.“ Auch er versuchte zu sehen, was Sabine aufgefallen war, aber da war nur eine kleine Gruppe in ihrem Alter, die über die Bahn und den ersten Schnee witzelten. Liang fand das im Moment nicht besonders komisch, Verena und er würde in zwei Tagen mit ebendieser fahren müssen!
Aber was war an denen so spannend? Er sah Natalie an, deren Blick regelrecht an einer Blondine klebte, die herzlich lachte.
„Das ist jetzt nicht wahr, oder?“
„Simone. Sie arbeitet in der Cocktailbar, in der wir letztens waren“, erklärte Sabine leise. „Natalie steht auf sie.“
Gut, jetzt wusste er immerhin, warum Natalie so schlecht draufgewesen war. Diese Simone war nämlich eindeutig nicht dagewesen. „Ich dachte, sie hat genug von Blondinen?“ Jessica war schließlich auch eine gewesen. Auch wenn er sagen musste, dass Simone um einiges sympathischer wirkte.
„Du kennst sie doch“, meinte Sabine nur.
Das stimmte allerdings.
Ein paar Tische weiter wurde Simone offenbar darauf aufmerksam gemacht, dass sie aus drei Augenpaaren angestarrt wurde und Liang war sich ziemlich sicher, dass sie überrascht war, Natalie zu sehen. Aber sie sagte nur etwas zu ihren Freunden und stand auf.
„Hey...“ Ihre Wangen waren leicht gerötet, als sie vor Natalie zum Stehen kam und Liang schob ihr einladend den freien vierten Stuhl zurück. „Oh... danke.“ Verlegen lächelnd setzte Simone sich.
Natalie starrte sie an, als wäre sie das verfrühte Christkind. Offenbar hatten sie noch nicht wirklich viel miteinander geredet.
„Hey... ich... ich war vorgestern in der Bar...“
Liang und Sabine sahen sich an. Wie es aussah, waren sie erstmal abgemeldet. Aber es war viel zu interessant, um jetzt aufzustehen und sich noch etwas vom Buffet zu holen.
„Ich hab Urlaub. Sorry...“
„Wieso sorry? Ich...“
„Sie hat uns nur das Leben zur Hölle gemacht, das ist alles“, merkte Sabine zuckersüß an.
„Klappe! Übrigens, das sind meine Mitbewohner. Sabine und Liang. In der Regel zieht er aber Markus vor.“
„Exakt.“ Wenigstens musste er das nicht erklären.
„Warum das?“
„Weil er pingelig ist, was die Aussprache angeht. Markus kriegt jeder Idiot hin.“
„Wenigstens jeder deutsche Idiot. Für andere würde ich nicht garantieren.“
„Halt die Klappe!“
„Sonst geht’s dir gut?“ Natalie war wirklich unerträglich, wenn sie verknallt war. War er genauso, wenn Oliver dabei war? Das wagte er lieber nicht zu beurteilen.
„Ich unterhalte mich gerade!“
„Ja, mit mir.“ Die arme Simone wurde schließlich gerade sehr gekonnt ignoriert. Was diese aber nicht allzu sehr zu stören schien, sie grinste. Wie es aussah, schien die Verlegenheit erstmal verschwunden zu sein.
„Sag mal... Natalie... bist du immer so, oder nur in meiner Gegenwart?“
„Hä? Wie meinst du das?“ Natalies perplexer Blick sprach Bände.
Simone verschränkte kurz die Hände ineinander und ließ sie langsam auf den Tisch sinken. Selbst Liang, der nun wirklich nicht gut war, wenn es darum ging, Menschen zu deuten, erkannte, dass sie nervös war.
„Naja... Als wir uns das letzte Mal in der Bar gesehen haben, wollte ich dich eigentlich nach deiner Nummer fragen. Aber du hast mich zwar immer wieder angesehen, wenn ich an andere Tischen war – leugne es nicht, meine Kollegen sind Zeugen! – aber immer wenn ich bei dir war, hast du nur mit den anderen gesprochen. Ich war ja schon froh, dass ich deinen Namen rausgekriegt habe.“
Natalie schwieg.
„Sie hat es absolut erfasst“, war Sabines Meinung dazu. „Markus, ich hab noch Hunger, kommst du mit zum Buffet? Im Moment siehts recht leer aus...“
Sein erster Impuls war es, abzulehnen, aber dann begriff er, dass das hier schon kein Zaunpfahl war, sondern ein gewaltiges Scheunentor, mit dem er beworfen wurde. Daher zuckte er nur die Schultern, nahm seinen Teller und stand auf.
Fünf Minuten später kamen sie an den Tisch zurück, wo Natalie inzwischen wieder alleine war, aber selig ihr Handy anstarrte. Wie es aussah, hatten es da doch zwei geschafft, ihre Nummern auszutauschen.
„Sie hat mich zu ihrer Silvesterfeier eingeladen...“
„Ah, gut, dann machst du uns kein schlechtes Gewissen mehr, wenn wir dich hier schmählich im Stich lassen.“ Sabine spießte ein Apfelstück aus ihrem Obstsalat auf und kaute genüsslich darauf herum. „Gehen wir hiernach noch zum Weihnachtsmarkt?“
Liang warf einen skeptischen Blick aus dem Fenster. „Es soll schneien.“
„Ein Grund mehr. Glühwein schmeckt erst bei Schnee richtig gut.“
„Was hat das Wetter damit zu tun, ob was ekliges schmeckt oder nicht?“
Die beiden Frauen wirkten pikiert. „Bei Glühwein hat das Wetter alles damit zu tun! Wenn es zu warm ist, trinkt man ihn einfach nicht!“
„Das scheint halb Deutschland anders zu sehen.“
„Wen interessieren die anderen?“
„Ich schätze, das kommt drauf an, wer die anderen sind.“ Er sah Natalie an, die mit verklärtem Blick wieder Simone anhimmelte. Die nächste Zeit würde anstrengend werden. Zum Glück war er bald außer Reichweite.
no subject
Date: 2011-12-18 11:04 am (UTC)no subject
Date: 2011-12-18 12:49 pm (UTC)